Montag, 10. April 2017

Unsere nächtliche Diskussion um einen Besoffenen an der Haltestelle... :-D

Es war später Abend, unsere letzte Runde. Wir kommen an so einem Haltestellen-Häuschen vorbei. Schon vorher bemrekte Rico offensichtlich einen Geruch: Alkohol. (Das erkannte ich zugegebenermaßen nicht nur an seiner Körpersprache, soooo differenziert kann ich sie nicht lesen; im Vorfeld war es also nur eine Vermutung, die sich dann später aber bestätigte...). Daher war ich schon sehr aufmerksam.

Mein "NEIN!" kam prombt, als wir an dem Haltestellen-Verschlag vorbei kamen, wo ein volltrunkener in gekauerter Haltung und irgendwas lallend saß... Nochmal rechtzeitig, bevor der Kleine auf seinen Godzilla-Bruce-Lee-Modus umschaltet. Dank meiner raschen Reaktion kam der Doggen-Wookiee nicht weiter als bis zu einem kurzen Brummen an den Kerl gerichtet. Kurz schaute er mich an (Rico, nicht der besoffene Kerl)...

Den Spock-Blick hab ich drauf 😏

🐶 *schnauf* (Übersetzung: Echt jetzt? Bist du sicher? Bin ich nicht so mit einverstanden. Muss ich mir nochmal duch den Kopf gehen lassen!)

"Ruhig", sagte ich schon mit einem kleinen Grinsen. 😊

🐶 *lautschnauf* (Übersetzung: Also, ich hab drüber nachgedacht: Jetzt bin ich sicher, dass mir das nicht passt!)

Mit schon breiterem Grinsen: "Weiter!" 😁

🐶 *lautschnaufschnauf* (Übersetzung: Alter, das passt mir so gar nicht!)

Nun schon dem Lachanfall nahe, den ich zu unterdrücken versuchte: "Na, komm jetzt du Killer-Döggelchen, stell dich nicht so an. Wirst das auch mal ohne Wuffer überstehen." 😄

🐶 *leiseschnauf* (Übersetzung: Okay, meinetwegen - unter Protest. Aber nochmal: Das passte mir nicht!)

Nächstes Mal darf ich aber zurückwuffen... 🐶

Jetzt konnte ich nicht mehr, lachend (was mir einen Spock-würdigen Blick Ricos einbrachte): "Jaja, schon gut. Schau mal lieber, was es Neues zum Schnüffeln gibt." 😂

Ich weiß, ich hab es schon oft gesagt, aber immer wieder gilt: ICH LIEBE DIE KOMMUNIKATION MIT MEINEM HUND!

🐶 Wart's ab! Nächstes Mal überrasch ich dich und dann komm ich doch mal wieder zum Wuffen! *brummm*

Also ob es dir daran fehlt... 😉

🐶 Hauptsache ich hab hier den letzten Wuffer! *frechwedel*


Szenen aus dem Leben mit einem Doggen-Wookie mit typischem Molosser-Eigensinn (aus unserer neuen Rubrik "Ich liebe die Kommunikation mit meinem Hund"):



















Freitag, 7. April 2017

Leser fragen Hunde-Experten (Teil 1)

Anfang des Jahres starteten wir ja auf unserer Facebook-Seite mit unserem Projekt "Leser fragen Experten". Darin können die Leser unseres Blogs und Social-Media-Kanäle jeden Monat ausgesuchte Experten der verschiedenen Fachgebiete aus der Hundeszene löchern und erfahren, was sie schon immer mal von ihnen wissen wollten. Doch nicht nur Fragen können die Leser stellen. Nein, sie entscheiden sogar quasi mit! Die 5 Fragen mit den meisten Likes werden dann am Ende des Monats oder am Anfang des folgenden beantwortet! Alle 3 Monate werden wir dann hier im Blog die Posts zusammenfassen.


Wir "interviewen" uns auch oft 😄
Foto: Der Papagraf

Im Januar startete der Hund-Mensch-Therapeut Jose Arce bei unserem Leser-Interview mit dem wichtigen Thema "Bindung". Denn sie ist die Grundlage von allem.



Im Februar folgte dann Ana Hesse von der Hundeschule Kids & Dogs Schaumburg zum wichtigen Thema "Hund und Kind". Denn auch für die Entwicklung von Menschenkindern kann ein Hund viel beitragen, aber dazu muss auch einiges beachtet werden.



Im März dann stellte sich der Hundehaltercoach Wilfired Theißen den Fragen der Leser zu dem Thema "Kommunikation zwischen Halter und Hund". Denn nur mit der richtigen Kommunikation sind Missverständnisse zu vermeiden!



Wir danken allen Teilnehmern für ihre Antworten und vor allem den Lesern für ihre interessanten Fragen!

Yo, da hast auch das ein oder andere dazugelernt. *amohrkratz* So aber jetzt beantwortest du mal meine Frage!

Und die wäre? 😉

Wann gibt's Futter? *zurkücheschau-leftzenleck-frechwedel*



Mittwoch, 5. April 2017

Echte "Tut-Nix-Hunde" finde ich voll wuffig! :-)

Also ehrlich ihr 2-Beiner, manchmal vergesst ihr offenbar euren evolutionsbiologischen Vorteil: eure Intelligenz. *brumm* Oder besser gesagt: Ihr nutzt sie eher zum Verschleiern, als zum Klären. Den Eindruck kann hund (Menschensprache: man) des öfteren gewinnen, wenn man sich so eure Kommunikation anschaut. So auch beim Beispiel der so genannten "Tut-Nix-Hunde", über die mein Oller ja in unserer Kolumne in der aktuellen Ausgabe des Hundemagazins WUFF auch geschrieben hat. 

Offenbar deutet ein großer Teil von euch Menschen gern mal was um, wenn es ihm nicht passt. *schüttelschnauf* Klar, ist auch einfacher, als es proaktiv in Angriff zu nehmen. Was macht ihr also? Ihr deutet es einfach um! Das ist natürlich einfacher, weil bequemer. Aber 1) ist es nicht fair und 2) hilft es nicht weiter!


Spielen mit Argenossen ist mega-wuffig toll!
Foto: Brigitte Klemke

So haben einige unter euch felllosen Primaten den so genannten "Tut-Nix-Hund" (also die echten jetzt, die gut sozialisiert sind!) so dermaßen schlecht gemacht, das hat schön Ähnlichkeit mit der Verunglimpfung von AfD und Pegida mit dem Begriff "Gutmensch". Wahrscheinlich machen die die "Gutmenschen" runter, weil sie selber keine sind...und offenbar das als solch großes Manko sehen, dass sie es bei anderen schlecht machen müssen. *grrrr*

So nehme ich mal an, dass die Halter von "Tut-Was-Hunden" mit einem gewissen Neid auf die "Tut-Nix"-Halter schauen. *amohrkratz* Doch statt diese zu Fragen und um Hilfe zu bitten (offenbar sind einige 2-Beiner so kleingeistig, dass sie sowas als Blöße sehen), machen vielie einfach die anderen schlecht. Über die Konsequenzen wird dabei nicht nachgedacht. Und ich meine damit jetzt nicht das falsche Image von "Tut-Nix-Hunden". Viel schwerer wiegt die logische Konsequenz dieser Umdeutung: Wenn die "Tut-Nix-Hunde" nicht mehr das machen dürfen, was für uns Hunde völlig normal ist, nämlich die Kontaktaufnahme mit unseren Artgenossen (in der Fachliteratur wird ja immer wieder betont, wie wichtig das für eine gesunde Sozialisation ist - denkt nur mal daran, wie sich isolierte Kinder entwickeln), also ständig auch an der Leine bleiben müssen, damit die "Tut-Was-Hunde" ihre Ruhe haben, dann vergößert ihr das Problem doch nur. Dann werden noch mehr Hunde zu "Tut-Was"! *jawohlwoaff*



Klar, das heißt dann guter Umsatz für Hundeschulen, die sogleich den passenden Workshop oder Seminar anbieten. Aber der Hund hat davon nichts. Und mal ein Denkanstoß: Passt ihr 2-Beiner euch an "Tut-Was-Menschen" an? Nein, vielmehr erwartet ihr, dass diese sich den "Tut-Nix-Menschen" anpassen (wenn nicht drohen je nach Ausmaß sogar Gesetzesstrafen). Vielleicht denkt ihr 2-Beiner auch mal darüber nach: Gerade bei eurer menschlichen Kommunikation, die nicht selten was verschleiert, sind vielleicht "Tut-Nix-Menschen" oder solche die sich so darstellen und auf "Gutfreund" machen vielleicht viel gefährlicher...

Ich kann ja sogar ein wenig nachvollziehen, warum manche Halter das gerne umdeuten: Da das Problem ja meist am anderen - also dem 2-beinigen - Ende der Leine zu suchen ist, wollen sie nicht schlecht dastehen (die "Tut-Nix"-Halter täten also gut daran, diese nicht zu verurteilen). Aber vielleicht denken die "Tut-Was"-Halter einfach mal daran: Egal wie gut sie bei anderen 2-Beinern imagemäßig dastehen (wobei ich euch sagen kann, die meisten durchschauen das eh...auch wenn sie es nicht kommentieren), ihrem eigenen "Tut-Was"-Hund hilft das nicht weiter!



Und falls ihr euch fragt, warum wir Hunde untereinander weniger "Missverständnisse" haben als ihr Menschen: Wir sind eben authentisch und kommunizieren recht direkt. Umdeutungen kennen wir nicht - sind ja auch canilogisch kontrakproduktiv bei der Kommunikation, denn Missverständnisse sind da quasi vorprogrammiert. Nehmt doch einfach alle Rücksicht aufeinander - auch die "Tut-Was"-Halter auf die "Tut-Nixe"!



Bitte liebe "Tut-Nixe", kommt weiter freudig auf mich zu! Denn ich freu mich immer über neue Spiel- und Schnüffelkameraden.*freuwedel* Und dem Grinsen meines Ollen und anderer Menschen wenn sie uns dabei betrachten (wie beispielsweise auf unseren Gassireport-Treffen), zeigt uns doch deutlich, dass ihr auch eure Freude an spielenden Hunden habt. 🐶


PS: Dies ist der ergänzende Beitrag zu unserer Kolumne in WUFF - Das Hundemagazin (05/2017) "Ist der "Tut-Nix-Hund" der Gutmensch unter den Caniden...?"

Donnerstag, 30. März 2017

Liebster Award die Vierte: Obwohl wir nicht mehr teilnehmen wollten, machen wir eine Ausnahme

Eigentlich wollten wir ja nicht mehr beim Liebster-Awards mitmachen (hatten wir ja bei unserem 3. Mal so entschieden, lustigerweise war das vor fast genau 2 Jahren). Aber da die liebe Birgit Jaklitsch vom Blog Goodfellows uns nominiert hat, machen wir eine Ausnahme.

Ach gib doch zu, dass du viel von ihr und ihrem Blog hältst. *jawohlwoaff*

Äh, dachte das wäre klar, schon dadurch, dass wir eine Ausnahme machen...

Klar? So wie du es nach Menschenart formuliert hast? *schüttel* Als Hund hätte ich direkter geschrieben. *jawohlwoaff*

Das ist eben der Unterschied: ihr habt keinen geistigen Zivilisationsbalast.

Zum Wuff-Glück! *frechwedel* Aber nun geschwind zu Birgits Fragen und deinen Antworten!

Gemeinsam Gassi durchs Leben
Foto: Ira Prettycloud

1) Man liest häufig von artgerechter Auslastung eines Hundes. Was verstehst Du darunter?
Dass der Hund vor allem Hund sein darf. Daher versuche ich ihn mit dem auszulasten, was Hunden eh gern tun: lange Spatziergänge und viel zum Schnüffeln. Und ganz wichtig: Viele gemeinsame Erlebnisse und Spiele. Das lastet ihn nicht nur aus, sondern stärkt auch die Bindung - und macht uns beiden wuffig Spaß. 😁


2) Wenn Du die Wahl hättet, was würdest Du am Verhältnis der Hundehalter untereinander ändern?
Mehr Mitdenken, mehr vorrausschauendes Denken und vor allem mehr Rücksichtnahme.


3) Wenn Du am Morgen aufwachst und Deinen Hund siehst, was ist Dein erster Gedanke?
Es ist weniger ein Gedanke (bin wohl da noch zu müde zum klaren Denken), als vielmehr ein Gefühl: eine tiefe, wohlig-warme Zufiedenheit; die Gewissheit: egal was der Tag auch bringen mag, solange Rico dabei ist, ist alles gut. Und eine gewisse Vorfreude auf all die kleinen und großen Überraschungen, die er mir im Laufe des Tages bereitet.


4) Gibt es einen Gegenstand, der bei Dir auf keiner Gassirunde fehlen darf? Wenn ja, warum muss dieses „Dingens“ dabei sein?
Ich habe da so eine Mini-Beißwurst. Als ich die kaufte, haben viele gelacht, weil die angebich zu klein für Rico wäre; die Verkäuferin vermutete sogar, dass ich die kleine Beißwurst als Schlüsselanhänger wollte... 😊 Die ist eigentlich immer dabei, denn so können wir immer wieder spontan spielen - nicht selten unter den belustigten Blicken von Passanten. 😀


5) Was ist für Dich der größte „Aufreger“ in der Hundewelt?
Wenn Leute rücksichtslos sind und nur an sich denken. Auch die vielen Soziopathen in der Branche nerven. Doch besonders allergisch reagiere ich, wenn man den Hund einer Ideologie unterordnet - ja diese sogar ihm aufzwingt. Da geh ich schon manchmal unter die Decke.


6) Wie ist Dein Blog, Deine Blog-Idee entstanden?
Das war während meines Sabbaticals. Ich hatte aufgrund meines Lebens- und Arbeitsstiles verlernt abzuschalten, daher kam es dann irgendwann zum Burnout. Deswegen das Sabbatjahr. In diesem habe ich die ersten 2 bis 3 Monate einen ähnlichen Lebensrythmus wie die Hunde (damals waren es mit Rico insgeamt 3 Fellfreunde) gepflegt. Sie brachten mir erneut bei, mich wieder mehr auf das Hier und Jetzt zu konzentrieren. Als Wirtschaftsjournalist der hauptsächlich über die Börse schrieb hatte ich das unbewusst vergessen - klar, an der Börse wird ja auch die Zukunft gehandelt. Und vor allem brachten sie mir wieder bei wie man abschaltet. Allerdings ist so das süße "Nichts-tun" (nach menschlichen Maßstäben wird es so genannt; für Hunde ist es dagegen sinnvolles Krafttanken), auf Dauer wohl nichts für mich und es kribbelte mir in den Fingern wieder zu schreiben. Allerdings hatte ich die Befürchtung, dass aufgrund meiner beruflichen Vergangenheit die Leute eventuell Vorurteile haben könnten. Schon bei diesem Gedanken fiel mir auf, dass ich anfing mir selber eine Schere im Kopf zu verpassen. Die Lösung war also ein Pseudonym. Und was lag da näher als Rico zu nehmen. Zumal ich durch meine Beobachtung der Hundeszene feststellen musste, dass das Wichtigste bei vielen aus dem Fokus geraten war: der Hund selber. Der Blog sollte daher eher "die Stimme des Hundes" vertreten - da passte die Hundeperspektive (auch um uns Menschen einen Spiegel vor zu halten; wir sind ja zuweilen so gar nicht logisch für Hunde). Da ich außerdem seit Kindestagen ein großer Freund von den Erklärsendungen in der "Sendung mit der Maus" war, fand ich die Idee gut. Denn so konnte ich als Hund mit kindlicher Naivität ohne erhobenen Zeigefinger (den ich seit meinen Kindestagen hasste) schreiben und gleichzeitig die eigene Schere im Kopf überwinden.

Außerdem ist Rico ja quasi der Chefredakteur: Zu den meisten Themen und Blogeinträgen inspiriert er mich ja. Ein weiterer Grund ist aber eher persönlich-emotionaler Natur. Rico ist mein eigener 4. Hund. Auch die 3 vorherigen habe ich geliebt und werde sie nie vergessen. Sie waren alle was besonderes. Aber Rico eben ein wenig mehr. Vielleicht liegt es auch daran, in welcher Lebensphase ich mich befand, als er zu mir kam. Vielleicht auch die Umstände unseres Kennenlernens. Jendenfalls war ich sogleich fasziniert davon, wie neugierig und doch zurückhaltend höflich er war, wie stark seine Impulskontrolle schon als Welpe ausgeprägt war und vor allem über seine Sensibilität (wäre er ein Mensch, würde ich es vielleicht sogar Empathie nennen). Irgendwie wollte ich auch für mich diese Wahnsinnserfahrung festhalten, als Erinnerung daran, wie wir zusammenwachsen und gemeinsam was erleben.

Irgendwann fing ich auch an öfter mal aus der Menschenperspektive zu berichten. Besonders beliebt sind unsere Beiträge, wor Rico und ich Zwisprache halten. 😃 Dann ging alles recht schnell, denn vielen gefiel offensichtlich dieser Infotainment-Mix in unserem Blog. Heute greife ich daher nicht nur Themen auf, die wir gut finden, sondern auch Themen, die die Leser interessieren. Ich sehe das aber weniger als Empfehlung als vielmehr als Präsentation von Möglichkeiten - die Hundewelt ist so vielseitig und mannigfaltig, das will ich zeigen. Jeder Halter sollte aber erwachsen genug sein, selber zu entscheiden.


7) Hast Du Vorurteile gegen bestimmte Hunde oder bestimmte Hunde-Halter-Typen? Wenn ja, verrate sie uns bitte.
Eigentlich nicht. Und schon mal gar nicht gegenüber Hunden (wäre angesichts der Stimmungsübertragung bei der Kontaktaufnahme wohl auch kontraproduktiv). Eher hab ich sowas wie "Nachurteile" (gegenüber Menschen): Wenn sich Halter als Egoisten, die nur sich und ihren Hund im Auge haben, oder Soziopathen entpuppen (was aber erst nach dem Kennenlernen geschieht), dann sind sie für mich unten durch. Nicht zuletzt auch weil ich meinen Hund vor solchen Leuten schützen muss - das gehört für mich auch zur Verantwortung gegenüber meinem tierischen Partner.


8) Begegnest Du im täglichen Leben Vorurteilen, weil Du einen Hund hast und wie gehst Du damit um?
Ohja, sehr oft sogar. Nicht so sehr, DASS ich einen Hund habe. Aber da Rico groß und gestromt ist schmeißen ihn viele in die Schublade "Kampfhund". Doch es gibt manchmal auch positive Vorurteile...die sind aber nur graduell besser. Denn jeder Hund ist für sich viel zu individuell und komplex, als das er in unsere menschlichen Schubladen passt.

Wie ich damit umgehe? Meist duch Ignorieren. Und wenn ich einen Schalk im Nacken habe: mit 'nem Spruch. 😁


9) Gibt es ein bestimmtes Abenteuer, dass Du mit Deinem Hund auf jeden Fall einmal erleben möchtest?
Ja, schon lange träume ich davon mit dem Auto und zusammen mit Rico nach Italien zu fahren. So wie ich es als Kind mit meinen Eltern und unseren Hunden gemacht habe. DIESES Erlebnis würde ich gern mal mit Rico teilen!


10) Tierschutzhund oder Hund vom Züchter, gibt es nur das Eine oder das Andere oder bist Du offen für Beides? Wie würde Deine Wahl ausfallen und warum?
Eigentlich ist es mir egal. Allerdings hatte ich selber meistens Mischlinge aus dem Tierschutz; nur einmal aus privater Hand.

Partner
Foto: Der Papagraf

Da ich nun bereits zum 4. Mal nominiert wurde und alle die ich fragte auch bereits mehrfach, nominier ich mal niemanden Bestimmten. Sondern jeder Tierblogger, der mitmachen möchte darf die Fragen beantworten (nehmt die von Birgit, die sind eh klasse; ihr könnt ja dann Hund durch das andere Tier ersetzen). Mich würden da persönlich besonders Pferdeblogs oder auch Reptilienblogs interessieren...na mal sehen, bin gespannt.


Und das müsst ihr tun für Euren Liebster Award 2017. Bitte haltet Euch an die folgenden Regeln:
  • Danke der Person, die Dich für den Liebster Award nominiert hat und verlinke den Blog dieser Person in Deinem Beitrag.
  • Beantworte die zehn Fragen, welche Dir der Blogger, der Dich nominiert hat, stellt.
  • Nominiere weitere Blogger für den Liebster Award.
  • Stelle eine neue Liste mit zehn Fragen für Deine nominierten Blogger zusammen.
  • Schreibe diese Regeln in Deinen Artikel zum Liebster Award, damit die Nominierten wissen, was sie tun müssen.
  • Informiere Deine nominierten Blogger über die Nominierung und Deinen Artikel.


Mittwoch, 8. März 2017

Während mein Oller mit den Wölfen tanzte, durfte ich sie nur erriechen...

Also jetzt bin ich mir sicher, dass mein menschliches Cerebral-Interface Maximilian mich mit unserer Kolumne im Hundemagazin WUFF ärgern will (im vergangenen Monat hatte ich es ja nur vermutet). Denn dieses Mal berichtet er von einem Thema, wo ich nicht dabei war - so direkt mein ich: Unserem Besuch unter Wölfen! 🐺


Echt wuffig interessant, meine Vorfahren, die Wölfe!
Foto: Ira Prettycloud

Ja genau, ihr habt richtig gehört. Mein Oller hat Wölfe kennen gelernt. Denn er war bei Jos de Bruin von Wolves Unlimited um sich mit ihm über unsere Vorfahren zu unterhalten. Denn Jos beschäftigt sich mit Wölfen und Wolfsartigen schon seit über 20 Jahren. Aber nun war ich nicht dabei, musste damals im Auto warten. War ja so ganz okay, schön im Schatten in einer Scheune - war echt gechillt. Nur mein Oller fehlte mir... Aber hey, ich weiß ja, dass er wieder kommt. Da vertrau ich ihm völlig. Er kann doch gar nicht ohne mich. *stolzfrechwedel*


Mein Oller unter Wolfsartigen
Foto: Ira Prettycloud

Und während ich so im Auto chillte, machte mein Oller einen auf "Der mit dem Wolf tanzt". Das könnt ihr ja in der Kolumne aber lesen. Ich kann euch dazu nichts sagen, war ja nicht dabei. *brummmm* Nur indirekt habe ich es mitbekommen, als Maximilian zurück kam mit all diesen interessanten Düften von den Wölfen. 🐺 Ich kann euch das gar nicht beschreiben, eurer Menschenvokabular reicht dafür nicht aus. Wie denn auch? Eure Welt ist ja weniger von Düften geprägt als unsere. Jedenfalls war es schon mega-schnüffelinteressant! Nicht nur weil es ein unbekannter neuer Duft für meine Geruchsdatenbank war. Sowas habe ich ja dank der Einsätze meines Ollen immer wieder mal, auch wilde Tiere habe ich schon erschüffelt. Aber diesmal war es anders.


Unter Wölfen mit Jos de Bruin
Foto: Ira Prettycloud

Offenbar war meine Reaktion so deutlich, dass auch mein menschliches Cerebral-Interface das bemerkte - das ist schon recht erstaunlich, denn auch wenn er sich Mühe gibt, er ist und bleibt ein Mensch und damit per se schon manchmal etwas hundebegriffsstutzig. *frechwedel* Woran er den Unterschied bemerkte? Ich nehme mal an aus meiner Reaktion, meiner Haltung, meiner Mimik, Körpersprache... Es war eine Mischung aus Neugierde, weil neu, aber irgendwie auch ein Erkennen. Irgendwie war es mir zwar nicht bekannt, aber irgendwie auch nicht ganz "unbekannt"...Denn ich bemerkte schon eine gewisse...am besten trifft es wohl euer Begriff: Artverwandtschaft.

Doch vielen reichen wir Hunde offenbar als Verbindung zur Natur nicht mehr. So berichtete Jos meinem Cerebral-Interface, dass er einen Trend beobachtete, der im Sorgen bereitet: Eine verstärkte Nachfrage nach Wolfsartigen durch Privatpersonen. "Die wissen oft gar nicht, auf was sie sich da einlassen", warnt Jos. Zumal ja oft gar nicht ganz klar ist, wie viel Wolfsanteil in ihnen steckt. "Und ein Wildtier wirst du nie so im Griff haben, wie ein durch die Jahrtausende hindurch domestiziertes Haustier", sagt Jos. So erinnert er sich, wie er früher mal versucht hatte Wolfsartigen den Befehl "Sitz!" beizubringen. "Sie haben es wohl auch verstanden, nur befolgt? DAS war dann doch wahrscheinlich eher ein Glücksfall, wenn sie es mal gemacht haben." 

Irgendwie schade, dass wir Hunde euch nicht reichen. Aber auch irgendwie gefährlich. Vor allem, wenn es zu den ersten negativen Vorfällen kommt. Wahrscheinlich müssen dann auch wir Hunde darunter leiden. Und wer weiß, vielleicht verlangt ja dann jemand von uns allen Gentests, um den "Wolfsanteil" feststellen zu müssen. Und da so mancher felllose Primat unter euch auf so tolle Ideen kommt, müssen wir dann noch das irgendwie Kennzeichnen... Na wie wäre es? Eine gelbe Binde kennt ihr Menschen doch schon aus eurer Geschichte, aber statt eines Sterns macht ihr dann bei uns einen Wolfskopf drauf? Okay, ich übertreibe... Aber das tut ihr Menschen eben auch, wenn ihr euch ohne genügend Wissen Wolfshybride ins Haus holt. Das ist verantwortungslos gegenüber eurem erweiterten Rudel (Menschensprache: Umwelt) und vor allem gegenüber dem Tier!

Jedenfalls: Da ich aber zu diesem Wolfsduft kein Bild habe, ist es für mich eher so wie ein besonders exotischer Hund. Am Duft würde ich Wölfe wahrscheinlich sofort wiedererkennen. Aber ohne Bild... Außerdem habe ich von meinem Ollen erfahren, dass ich sie wahrscheinlich eh nicht richtig verstehen würde...und sie mich wohl auch nicht. Zu sehr hätten sich unsere Sprachen entfernt. Na ich weiß ja nicht, ob der Olle sich da mal nicht irrt. Immerhin sind wir Hunde ja erwiesenermaßen richtige tierische "sprachgenies". *jawohlwoaff* 🐶

Hier tanzt er zwar nicht, aber dafür schmust mein Oller mit einem (kleinen) Wolf 😉
Foto: Ira Prettycloud

Denn schließlich mussten wir nicht nur euch verstehen lernen, sondern auch die unterschiedlichen Rassen, die ihr aus uns gezüchtet habt (und die wegen ihres unterschiedlichen Körperbaus alle ein wenig anders "Hündisch" sprechen), sondern auch an all die anderen von euch domestizierten Tiere, wie Schafe und Rinder (wo wir ja früher oft mit euch zusammen gearbeitet haben) oder auch Katzen, Vögel, Kaninchen und andere Haustiere. Warum dann nicht auch die Sprache der Wölfe lernen? Kann doch nicht so schwer sein, oder? Sind doch immerhin Verwandte... *amohrkratz* Also zumindest nichts schwieriger als "Katzisch". 🐱 Oder was meint ihr?

Nach seinem Besuch bei den Wölfen, musste ich meinen Ollen ganz besonders intensiv abschnüffeln!
Foto: Ira Prettycloud

Jedenfalls ist es kein Grund meine Verwandten, die Wölfe wegzuschicken oder gar zu erschießen, nur weil sie ein wenig anders sind als wir Hunde. So viel ich mitbekommen habe, gibt es zahlreiche Lösungsmöglichkeiten für die mit den Wölfen angeblich kommenden Probleme, wie z.B. beim Vorwurf, sie könnte andere Tiere reißen. Da hilft offenbar die natürlichste und älteste Lösung gut weiter - und sie hat mal wieder mit uns zu tun: Hütehunde. Interessanterweise geht man in Ländern, wo der Wolf schon länger heimisch ist damit auch gelassener ein und hat mit Hütehunden gute Erfahrungen gemacht. Vielleicht versucht ihr Menschen erstmal eine natürliche Lösung, bevor ihr "töten" ruft... Ich finde es jedenfalls mega-affen-blöd (warum Affen? na ganz klar: sind EURE Vorfahren!), dass manche Menschen meine Vorfahren so schlecht behandeln und am liebsten den Tod wünschen. Macht ihr das bei euren Verwandten auch so, ihr felllosen Primaten? 🐶


PS: Dies ist der ergänzende Beitrag zu unserer Kolumne in WUFF - Das Hundemagazin (04/2017) "Unter Wölfen..."


Freitag, 3. März 2017

Für Amy! Gemeinsam für eine neue Hundezukunft!

Kraft, Schlaf, Mühe und Herzblut haben die Tage gekostet. Nicht nur mich, sondern auch all denen die mithalfen beim Fall der Obdachlosen-Hündin Amy. Allen voran natürlich Linda Rennings (vielen besser bekannt als "Kölsche Linda") und ihr Hund Clayd (den einige von seiner Kolumne im Draussenseiter - Das Kölner Strassenmagazin kennen). Sie war es auch, die uns vor ein paar Tagen kontaktiert hatte (sowas passiert mittlerweile ziemlich oft, aber nicht jeden Fall berichten wir...eigentlich nur noch die besonderen, so wie diesen). Sind es wirklich nur Tage? Ohmann, mir kommt es vor wie Monate oder mindestens Wochen. Was wir in diesen Tagen erleben dürften, haben wir sonst auf Monate verteilt erlebt - sowohl Positives, wie auch Negatives. Aber zurerst zurück zu Linda, denn sie hatte sich um den Fall Amy, die wunderhübsche Schäferhund-Molosser-Dame aus Köln, schon über 3 Wochen gewidmet. 


Amy ist eine 4-jährige Obdachlosen-Hündin, die erst seit ein paar Monaten bei ihrer Halterin lebte. Und so sehr sie sich auch mochten, irgendwie passte es nicht. Mein persönlicher Eindruck war, um es mal bildlich zu sagen: Wie ein Pärchen, wo der eine Partner lieber ans Meer will und der andere lieber in die Berge. Zudem hatte Amy offensichtlich keinen optimalen Start ins Leben gehabt. Sie war sehr unsicher, was wohl auf mangelnde Erfahrung zurückzuführen war. Aber was mir sogleich auffiel, das waren ihre Augen! So viel Gefühl, so eine Art Sehnsucht auf die Welt, so ein wacher Geist...nun ich kürze es ab, sonst wird es am Ende noch kitschig. Jedenfalls musste die junge Halterin, sie hieß Timmy, Amy abgeben, damit sie ihren gerade erhaltenen Platz in einer WG mit betreutem Wohnen nicht verliert. Vereinfacht gesagt: Timmy hatte ein Dach über den Kopf, aber Amy leider nicht.

Als Linda, die selber obdachlos gewesen ist, mir dann Amys Geschichte und das Problem schilderte, musste ich diese Hündin einfach kennen lernen. Und obwohl ich anfangs skeptisch war, nicht zuletzt weil es eine nahezu unlösliche Mammut-Aufgabe war, fuhr ich dann am Karnevals-Samstag nach Köln. So macher bezeichnete mich schon im Vorfeld als Bescheuert oder Lebensmüde (den Blicken einiger Autofahrer in Köln nach zu urteilen die ganz besonder). Ein Freund meinte: "Du hast nur überlebt, weil die sich wohl dachten, wenn einer schon soooo bescheuert ist, dann legst dich besser nicht mit dem Irren an." ;-) Nunja, ich will lieber an einen schützenden Hundegeist glauben. ;-)

Jedenfalls lernte ich so Amy kennen, und ihr Zauberblick verfehlte nicht seine Wirkung auf mich. Ich sollte vielleicht erwähnen, dass sie mich zur Begrüßung verbellen und angreifen wollte. Wie gesagt, sie ist sehr unerfahren und unsicher. Aber nach einer Weile taute sie auf und gewöhnte sich an mich, zeigte sogar schnupperndes Interesse - sie ist halt eine Lady von der Sorte, die was Zeit brauchen. ;-)

Mir war aber sogleich klar, dass sie nicht bösartig war. Irgendwie wirkte der Angriff nicht so wirklich "echt". Irgendwie halbherzig. Eher schien es wie eine Gewohnheit zu sein, die sie auch recht schnell (okay es dauerte ein paar Befehle) abbrach. Ich sprach vor allem mit ihrem Trainer Frank (einem Polizisten, der sie kostenlos trainerte), der auch einen guten Eindruck von Amy hatte.

Nach dem ersten Kennenlernen und den Standardfragen(Hat sie schon mal gebissen? Ist sie geimpft? gechipt? kastriert? oder nicht? Wie ist sie mit Kindern (mit anderen Hunden hatte ich ja erlebt)? etc.) stellte ich die Kardinalfrage: Was ist das Problem? Und dann war ich erstmal platt! Okay, Amy sucht einen Platz, idealerweise eine Endstelle, aber zur Not auch ein Tierheim. Die sie bisher gefragt hatten, hatten abgewunken. Bis hierhin alles nichts außergewöhnliches (denn Tierheime sind nicht verpflichtet von privater Hand Tiere annehmen zu müssen - was viele offenbar nicht wissen). ABER: Es war der 25.2.2017, um 13 Uhr war ich in Köln, und Amy hatte nur Zeit bis zum 1.3.2017. Und es war Karneval! (In den Hochburgen Köln und Düsseldorf also absoluter Ausnahmezustand! Unser Stadtteil ist dann quasi abgeriegelt...) Verdammt! Wo ist das Schaltjahr, wenn man es mal braucht!




Ich schüttelte instinktiv den Kopf und sagte sogleich, dass es schwierig werden würde und ich nichts verprechen könnte. Ehrlich gesagt, war ich zu dem Zeitpunkt sogar skeptischer als ich es zeigte...wollte ja keinen demotivieren. Außerdem mussten wir es wenigstens versuchen... Jetzt musste es schnell gehen! Nach einem schnelle Kaffe mit Linda um noch ein paar Details zu besprechen, ging es ab nach Düsseldorf. Naja, so richtig "ab ging's" nicht direkt...denn mein Navi führte mich doch tatsächlich 3 mal im Kreis herum (drehen die da eigentlich irgendwas an der Software bei Düsseldorfern in Köln und umgekehrt?). Nachdem ich die blöde Aparillo-Uschi mehrmals verflucht und beschimpft habe (wer mich kennt, weiß dass ich das seeeehr selten mache und dann meist auch nur mit 1 oder 2 Sätzen), tat ich das, was man mit manchen Uschis einfach tun muss: sie ignorieren.

Nach einer überraschend kurzen Odyssee durch Köln, was wir ebenfalls unbeschadet überstanden (wie gesagt: schützender Hundegeist), fanden wir die Autobahn. Von da an ging es dann recht schnell. Zuhause Rechner an, Text geschrieben und parallel Bilder geladen - kurze Abstimmung mit Linda. Und dann raus damit! Was dann folgte war mehr als überwältigend. Rico würde wohl sagen: wuffastisch! Es ließ meinen kleinen Hoffungsschimmer hell erstahlen.


 

Denn plötzlich kamen immer mehr Reaktionen, immer mehr teilten den Beitrag. Das war toll, denn je mehr ihn sahen, umso größer waren Amys Chancen! Viele unserer Leser hörten sich aber auch weiter um, telefonierten, fragten bei ihrem Tierheimen vor Ort nach. Erste Hoffnung keimte auf, die bis zum Abend wuchs. Als wir zu Bett gingen, dachte ich echt, dass wir es schaffen könnten. Was störten da die paar Trolle, die da wieder Mist verzapften und Diffamierungsversuche starteten. Für mich war es nur wieder einmal ein Beweis dafür, dass meinen selbsternannten Feinden alles wichtiger ist als Hunde. Auf jeden Fall war es ihnen wichtiger zu versuchen, uns zu Schaden, auch auf Kosten von Amy. (Hab mich daran mittlerweile ja gewöhnt, was aber neu für mich war, ist welche gigantischen Ausmaße meine Verachtung annehmen kann.)

Auch Sonntag war ich noch recht guter Dinge. Denn beim ersten Kaffe checkte ich mal die Lage und siehe da, der Beitrag war schon über 200 mal geteilt worden und im Postfach waren ein paar gute Tipps. Na da findet sich doch schon schnell einer, dachte ich... Aber mit Fortschreiten des Tages kamen immer mehr Zweifel auf...die Zeit veronn immer schneller... Denn so viele meldeten sich nicht, und einige "Interessenten" waren...nunja, sagen wir mal irgendwie "seltsam". So fragte einer nur nach dem Preis, antwortete aber nicht auf unsere Fragen; ein anderer Interessent schien den Text nicht gelesen zu haben, denn es wurde sogar damit fast "geworben", dass man ja schon so viele andere Tiere hat und Kinder auch... Machten eigentlich einen netten Eindruck, und nunja, mit so vielen Tieren und Kindern kann man wohl Texte nur überfliegen...aber nach ein paar kritischen Fragen und der Bitte um einen Termin für die Vorkontrolle war das Profil verschwunden... Das sind nur ein paar Beispiele der "skurrilen" Anfragen...Nicht wirklich schlimm, kennt man ja, aber sie kosteten Zeit...und genau die hatte Amy ja nicht...

Apropos Text: Hier kamen mir auch Zweifel. War ich zu ehrlich gewesen? Hätte ich Amys Baustellen besser "abschwächen" sollen? Oder vielleicht irgendwo hineinfabulieren, dass ihr "möglicherweise die Tötungsstation" droht? Dann hätte sich vielleicht eher jemand erbarmt...aber das war nicht unser Stil...die potenzielle Gefahr für Amy, aber auch für die zukünftigen Halter, wäre einfach zu unkalkulierbar... Ich weiß ja, wie manche Hunde aus dem Tierschutz manchmal "angebpriesen" werden, so mancher Familienhund zeigt sich dann in Wahrheit als Tyrann oder Schlimmeres...

Jedenfalls war es immer mehr ein Wechselbad zwischen Hoffung und Resignation... Aber aufgeben ist nicht! Amy hatte es verdient! Das sah nicht nur ich so, sondern jeder, der sie persönlich erlebt hat. Aber auch diesen zahlreichen Leuten, die sich eingesetzt haben, schuldeten wir es. An vorderster Front für Amy kämpfte Petra Jäschke von Hundsgemein, die persönlich die Tierheime abklapperte. Auch sie alle hatten es verdient, dass wir nicht aufgeben. Amy hatte so viele Menschen verzaubert: Linda, Frank, Petra, uns und die vielen Menschen im Web. Telefonate, Mails, neue Hoffnungen, die sich dann wieder zerschlugen... Der ganze Fall brachte viel Durcheinander, denn schließlich mussten wir auch anderen Verpflichtungen nachgehen (an dieser Stelle ein herzlichen Dank an das Hundemagazin WUFF für ihr Verständnis für meine verspätete Abgabe). Bis zum Sonntag Abend hatten wir noch keinen Platz für Amy...

Mist! Morgen ist Montag! Rosenmontag! Da würde nichts gehen...also klar, schon...im allgemeinen geht an diesen Tagen schon viel ab...aber eben nicht gerade Tierschutz im Rheinland... Gefeiert haben wir das nicht, mir war nicht wirklich nach Feiern...nur ein Bierchen trank ich auf der Ratinger, als Rico und ich Gassi gingen und eine Bekannte uns dazu eingeladen hat... Es ist Rosenmontag, es macht heute keinen Sinn, du erreichst eh keinen, sagte mir mein Verstand. Aber ich wurde einfach nicht diesen Blick Amys los... Es war wohl sinnlos, aber dennoch, auch Montag versuchten wir es weiter...

Die Zeit verann uns einfach zwischen den Fingern wie aufgewärmte Butter... Der Beitrag in Facebook war mittlerweile mehr als 500 mal geteilt worden, aber keine passenden Interessenten oder Tierheim fand sich... Die Hoffnung schwand immer mehr, schmolz dahin, bis sie sich eigentlich in einem künstlichen Koma befand... Hätten wir nur mehr Zeit... Doch jammern hilft nicht wenn man die Naturkonstanten nicht im Griff hat. Also auch am folgenden Tag weiter Mails schreiben, rumtelefonieren (soweit es die Zeit zuließ)...doch auch ein neuerlicher Aufruf am Dienstag brachte nichts, es war echt demotivierend...  



Am Mittwoch - also jetzt den 1.3., dem Ablauf der Frist - sich dazu aufraffen war echt schwer, denn so langsam glaubte ich nicht mehr so recht an einen Glücksfall für Amy. Obwohl der Beitrag mittlerweile mehr als 700 mal geteilt wurde... Aber wer aufgibt, hat bekanntlich schon verloren. Also weiter für Amy! Und da! Tatsächlich, wir bekamen einen kleinen Aufschub! (Erinnert ihr euch noch an den schützenden Hundegeist? Da war er wieder!). Nur ein paar Tage, wahrscheinlich nur bis zum Wochenende... Egal, das gab neue Kraft. Denn die Zeit entwickelte sich immer mehr zu unserem größten Feind.

Der Tag verging. Doch nichts. Mittlerweile war überall Büroschluss. Okay, wir haben ja noch Zeitaufsachub bis zum Wochenende, aber irgendwie fiel es echt schwer nach den gemachten komprimierten Erfahrungen. Zwar hatten wir ja auch schon unsere Erfahrungen mit Tierschutz gemacht und wussten, dass da nicht alles hellblau-strahlend ist - nicht selten spielen Nicklichkeiten, Eitelkeiten, Eifersüchteleien  oder auch Profilierungssucht dort gleichzeitig Tischtennis und Mensch-ärgeredich-nicht. Leider allzu oft auf Kosten der Hunde... Aber noch nie hatten wir gleich ein halbes Dutzend oder mehr solcher Vorfälle und Gespräche an einem Tag! Normalerweise verteilt sich sowas über Tage und Wochen... Aber egal (übrigens: in dieser Zeit war wohl das Wort "egal" eines meiner gedanklich am häufigsten verwendeten Worte), es war für Amy! Auch wenn ich nur noch wenig Hoffnung hatte. Als kleinen Trick überlistete ich mich in solchen Momenten immer, indem ich mir ihren Blick in Erinnerung rief. 

Außerdem dachte ich, dass ich nach Außen hin meine Resignation und auch Enttäuschung nicht zeigen durfte. Okay, das widersprach zwar meinem Blogger-Ehrenkodex zum Thema Authentizität, aber andereseits wollte ich die anderen nicht demotivieren. Und so verbarg ich sie immer...

Doch dann! Am späten Abend (der Beitrag war schon über 780 mal geteilt worden), da meldete sich das Tierheim Mönchengladbach bei uns. Linda war auf Termin, also telefonierten wir mit ihnen. Klar war noch nichts 100%ig, aber es war angesichts der vielen Strohalme die nach unserem Griff danach brachen geradezu ein Bambusstamm... Uns war jedenfalls zum Feiern! Und wie macht man das als Hundenarr? genau, mit durchgeknalltem Spielen mit seinem Hund. Und so spürte auch Rico (der übrigens auch die Tage darunter gelitten hat, denn die Gassirunden dauerten maximal 1 Stunde; ansonsten ist er mindestens eine von 2 oder mehr Stunden am Tag gewöhnt) dank Stimmungsübertragung meine Freude. Als ich dann Linda nach dem Termin am späten Abend erreichen konnte, erfuhr ich, dass auch Petra ein Tierheim gefunden hatte, dass Amy aufnehmen würde. CHAKA! Auf den letzten Metern hat Amy es doch noch geschaft! Mein Herz vollführte nicht nur einen Salto, es wirbelte wie ein Tornado mit Funken in meiner Brust.

Für Rico hieß das: Auf zu einer 2. nächtlichen Spielrunde. Um blos nichts zu riskieren, durften wir aber nicht zu viel verraten. Das widersprach zwar meinen eigenen Kodex als Journalist und Blogger, die Leser zu informieren. Aber ich konnte für den eigenen Kodex doch nicht das Glück von Amy riskieren. Seltsam, früher, vor deinem Burnout, bevor Rico in dein Leben trat, da hättest du anders entschieden - da hatte immer "die Story" Priorität, hörte ich eine Erinnerung in meinem Kopf rufen. Ja, früher... Okay, mit dem Bruch meines Kodex muss ich wohl leben. Aber könnte es auch Amy, wenn ich mich dran halte? Die Frage konnte ich nicht wirklich mit Gewissheit beantworten. Ich musste echt immer wieder ein paar mal drüber nachdenken, aber jedesmal fiel meine Entscheidung gleich aus: Für Amy!

Dennoch will ich mich hier deswegen bei meinen Lesern entschuldigen. Denn das 1. Mal in meinem Leben habe ich wissentlich und absichtlich ihnen Informationen vorenthalten (einzige Ausnahmen in der Vergangenheit waren zum Schutz meiner Quellen/Informanten). Ich hoffe sehr, dass ihr versteht, warum ich es tat und dass ihr mir glaubt, es geschah in keinem Moment leichtfertig (um ehrlich zu sein, brachte es mir manchmal den ein oder anderen berechtigten Rüffel von Linda und Petra ein, wenn ich manchmal dennoch was verraten habe - aber ich fand, wir waren es auch all denen schuldig, die mitgeholfen haben). Falls ihr das nicht versteht, so kann ich das vollkommen nachvollziehen. 

Jedenfalls hatten wir für Donnerstag Stillschweigen vereinbart. Nun musste das Organisatorische geregelt werden: Wie schaffen wir Amy dort hin? Hoffentlich macht die jetzige Halterin keine Schwierigkeiten...was völlig nachvollziehbar wäre: Jeder Hundehalter versteht wohl zu welch irrationalen Handlungen man fähig ist, wenn es um den eigenen Hund geht. Aber all das war nach den aufreibenden und Kräfte zehrenden Tagen nur noch das kleinste Problem. Petra machte den Transport und Amy fand im Tierheim Essen einen Platz. Dort kümmern sich kompetente Menschen um sie. Und in der Szene hat das Tierheim den Ruf, dass es nicht gerade leichtfertig Tiere herausgibt. Damit ist wohl auch gewährleistet, dass Amy nicht in falsche Hände kommt.

Euch allen noch Mal einen Mega-Riesen-Dank! Euer Einsatz für Amy war nicht umsonst! Ihr habt einem Hund eine neue Zukunft gegeben und viele Menschen glücklich gemacht! So und jetzt werde ich mich mal um meinen Doggen-Wookiee kümmern, der in dieser Zeit auch zurückstecken musste. Wo ist das Döggelchen eigentlich? Funkt doch sonst immer dazwischen und hat doch sonst meist das letzte Wort...

Alter, bei dem Thema, da lass ich dich zumindest ausreden...*frechwedelanlehn* Und jetzt raus! Lass uns auf Hundeart dem schützenden Hundegeist huldigen: Mit Gassi und Spielen! *freuwedelhüpf*



(UPDATE: Amy hat zu Ostern 2017 ein neues Zuhause gefunden!)

Donnerstag, 16. Februar 2017

*[Produkttest] Pfotenstressfrei durch den Winter mit dem Balsam von SonnenMoor

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Ihr Menschen macht es euch ja schon einfach: Schuhe anziehen und raus. Aber habt ihr euch mal Gedanken um unsere Pfoten gemacht? Die stehen ganz ohne schützende Schuhe im direkten Kontakt zu ihrem Untergrund. Da ist der Asphalt, mal heiß, mal kalt; da ist die Wiese, da ist Sand, Steine, Matsch - mal ist es trocken, mal eben nass, mal kalt, dann wieder warm. Und erst im Winter: all der Kies oder erst dieses Streusalz. Stress pur für unserer Pfoten!

Jetzt trägst aber dick auf... ;-)

Ach meinste? Was weißt du 2-beiniger Primat denn schon? Lauf doch mal im Winter mit mir ohne Schuhe Gassi... Bei längeren Wanderungen schmierst du dir doch auch die Füße mit Hirschtalg ein... Und selbst wenn ich da nicht so empfindlich bin, andere Hunde sind es. Und genossen hab ich deine Pfotenmassage mit dem Balsam von *SonnenMoor so oder so! *jawohlwoaff*

Die Pfotenmassage tat wuffi gut!

Ja, das hat dir gefallen, das hab ich gemerkt. :-) Auch mehr als sonst, wenn ich deine Pfoten im Winter mit dem Waffenöl auf natürlicher Basis eingerieben habe. 

Jaaaa, das war schon sehr ölig...

Dafür habe ich mich mit der Dosierung vertan. Der Balsam von SonnenMoor ist so ergiebig, dass ich mit der 1. Ladung gleich 3 deiner Pfoten versorgen konnte. :-) Der Balsam in der Dose ist recht hart, es reicht mit leichtem Druck darüber zu streichen und schon hat man einen öligen Film an den Fingern, der völlig für eine Pfote ausreicht. Und ich konnte tatsächlich am nächsten Tag eine optische Verbesserung erkennen! Ricos Pfotenballen wirkten irgendwie "homogener" und gepflegter - quasi wie nach einer Pfotiküre. :-)

Sind ja auch lauter gute Inhaltsstoffe drin: Annikablüten, Fichtenadeln, Wacholderbeeren, Kalmuswurzel und viele mehr. Aber wir haben ja dieses Mal nicht alleine getestet! Denn alle Hunde sind ja anders, haben andere Gewichte, andere Ballenformen und anderes Fell dazwischen... Daher haben wir ein paar unserer Freunde beim 4. Gassireport-Treffen gebeten, es ebenfalls auszuprobieren!


 
Patty gibt den Balsam nicht aus der Pfote :-)
Foto: Claudia Volkmer
Patty Pudel und Claudia Volkmer
"Patty Pudel und ich sind begeistert von dem Pfotenbalsam von Sonnenmoor. Er lässt sich gut auftragen und einmassieren, fettet nicht zu doll und schützt wunderbar vor den winterlichen Widrigkeiten unterwegs."

Balsam für die Pfotiküre :-)
Foto: Claudia Volkmer

Der Pfotenbalsam ist offenbar ganz nach Pattys Geschmack :-)
Foto: Claudia Volkmer

Lucy und Uli Ike
"Der Pfotenbalsam von SonnenMoor ist bei uns leider durchgefallen.
Die Konsistenz ist sehr fest, ein schnelles und zügiges Auftrage ist nicht gegeben.
Unser ist Hund ist sehr ungeduldig und eine Diva bei dem Versuch den Balsam aufzutragen ist sie ständig abgehauen, die Diva."

Charly und Silke Petzokat
"Wir haben den Pfotenbalsam ausprobiert und finden , er wirkt gut.
Charly hat, seitdem er bei mir ist, noch nie so weiche Ballen gehabt!
Der Balsam ist gut aufzubringen, allerdings wird Charly beim Einreiben mit Leberwurst bestochen, da er sehr kitzelig an den Pfoten ist.
Ich finde, der Balsam ist empfehlenswert!"



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Mittwoch, 8. Februar 2017

"Vorurteile" sind für uns Hunde sowas wie Datenmüll... :-)

Also so langsam glaub ich, dass mein Oller mich mit den Themen in unser Kolumne im Hundemagazin WUFF ärgern will. *brummm* In der vergangenen Woche erschien ja sein Beitrag darin online und heute kam die Druckausgabe in den Handel. Entweder er bringt ein Interview oder so schwierige Themen wie jetzt: Vorurteile.

Denen bin ich ja auch tagtäglich ausgesetzt - so als großer gestromter Hund ist man ja Hunde-Staatsfeind Nr. 2 (gleich hinter den großen, schwarzen). Aber insbesondere so genannte Kampfhunde wie mein Kumpel, der Staff-Boxer-Mischling Jackson (von dem mein menschliches Cerebral-Interface euch in unserer Kolumne berichtet hat) haben darunter zu leiden. Und ehrlich gesagt, dass ist canilogische gesehen totaler Unsinn! Denn um es mal klar zu stellen: WIR HUNDE HABEN KEINE VORURTEILE! Also zumindest nicht so wie ihr 2-beinigen, felllosen Primaten... *frechwedel*


Mein neuer Kumpel Jackson und ich...kaum zu glauben, wie wir uns anfangs an die Kehle wollten...
Foto: Der Papagraf

Klar treffen wir auch ein Urteil, sonst wären wir ja nicht handlungsfähig. Aber das ist eher punktuell, auf den Moment bezogen, auf die Situation. Denn wir Hunde leben ja im Hier und Jetzt - haben daher immer nur ein aktuelles, situatives Urteil. Das was ihr Menschen Vorurteil nennt, könnte man bei uns Hunden besser "früheres Urteil" nennen. Und das ist für uns Hunde sowas Ähnliches wie für euch Menschen Datenmüll - liegt ja in der Vergangenheit und ist daher für uns nicht mehr relevant.


Dadurch haben wir Hunde einen klaren Vorteil: Wir haben nicht mit Vorurteilen zu kämpfen. Während ihr Menschen damit ganz schön viel Zeit verschwendet - naja, ihr lebt ja auch länger, wohl daher geht ihr damit so verschwenderisch um. Das ist um so erstaunlicher, weil doch auch so vieles auch aus eurer Menschenwelt gegen Vorurteile spricht, wie sie sich beispielsweise in den Gesetzen gegen Listenhunde niederschlägt: Wissenschaftliche Studien, Beissstatistiken, aber auch persönlicher Erfahrungen sprechen dagegen - trotzdem halten sich die Vorurteile hartnäckig in euren Primatenköpfen.*ohrennachvorn*

Jedenfalls fiel es mit dadurch nicht schwer mich mit Jackson anzufreunden, auch wenn wir uns schon bei der 1. Begegnung an die Kehle wollten. Das ist aber wie schon gesagt Vergangenheit gleich Datenmüll.

Und bevor wieder einer meckert: Klar, ich weiß auch, dass wir Hunde uns auch erinnern können (also an etwas aus der Vergangenheit), sonst könnten wir ja nichts lernen. ABER: Das hat eher was mit Erfahrungswerten zu tun und nicht mit Vorurteilen, wie ihr Menschen sie habt. *jawohlwoaff*
 
Bei unserem 3. Gassireport-Treffen lernten Jackson und ich uns dann näher kennen. Die Begrüßung fiel zwar genauso aggressiv (hey, wir Hunde sind halt authentisch! selbst dann!) wie beim 1. Mal aus. Mit dem ganzen Gebelle und Gegeifer was dazu gehört. Volles Rüdenprogramm halt. Dabei hat mein Oller einiges abbekommen, an Sabber und Krallen und so - selber schuld, was geht der auch dazwischen. *frechwedel* Aber mit der Zeit kamen Jackson und ich uns im wahrsten Sinne des Wortes näher. Wir liefen unsere anfängliche Feindschaft einfach weg - quasi: Gassi gegen Vorurteile (ich benutze jetzt mal der Einfachheit halber euer menschliches Wort dafür; doch versucht es selber mal, klappt auch mit nur 2 Beinen!). Am Ende liefen wir wie 2 alte Fellkumpels Arsch an Arsch nebeneinander. *wedelfreu*
 
Als Hund fiel es mir auch gar nicht schwer mit Jackson Freundschaft zu schließen. Denn mein situatives Urteil zeigte sich als unnötig und lag nun in meinem Hirn im Ordner "Datenmüll". Wichtiger war das Jetzt, das waren die relevanten Fakten für mich. Im Fall von Jackson hieß das für mich: gemeinsam Spannendes erschnüffeln mit einem Fellfreund.




PS: Dies ist der ergänzende Beitrag zu unserer Kolumne in WUFF - Das Hundemagazin (03/2017) "Gassi gegen Vorurteile"