Dienstag, 4. Dezember 2018

Die 5 besten Hundeblogs

Bei meinen Gassigängen durchs Web lese ich natürlich auch mal andere Hundeblogs - teils zur Belustigung, teils zur Inspiration, teils aber auch zur Information. Im Laufe unseres Daseins als Hundeblogger haben wir viele Blogs kommen und gehen sehen. So mancher hielt nicht mal 6 Monate durch. Eigentlich schade, denn das Leben mit Hund hat unzählige Facetten und es lohnt sich allemal auch mal andere Perspektiven zu erkunden. Denn auch in Blogs findet sich so manche nützliche Info und Inspiration. Daher lese ich ganz besonders gern welche zu Fachgebieten, wo ich selber wenig Ahnung habe.

Aber auch Alltagsgeschichten gefallen mir sehr, denn schließlich besteht der Großteil des Lebens aus Alltag und nicht aus Fachinformationen - ganz davon abgesehen sind die auch meist realitätsnäher als so mancher Fachbeitrag. Hier hab ich euch mal eine Liste der Blogs zusammengestellt, in denen ich immer wieder mal reinschnüffle und die ich daher persönlich am besten finde - und meist liegt Rico dann neben mir und lässt sich dabei genüsslich kraulen.


Egal, ob auf der Straße oder im Wasser, ob im Wald oder im Web - wir beiden Gassireporter halten immer Ausschau nach schnüffelspannenden Themen und Geschichten!
Foto: Lutz Borger

Meine absoluten Favoriten sind:
  • Wohltuend undogmatisch geht Anke Jobi durch das "Minenfeld" des Themas Ernährung in ihrem Blog Clean Feeding. Immer das Wohl des Hundes im Fokus und so herrlich entspannt greift sie hier alle Napf-Themen auf.
  • Beim Thema Hundeurlaub ist Martina Züngel-Hein immer on Tour. In ihrem Blog HundeReisenMehr finden sich zahlreiche Orte und Tipps zum Urlaub mit Hund.
  • Die Autorin Katharina von der Leyen habe ich schon gelesen, als ich damals Redakteur im Hause Gruner+Jahr war (und damals über Aktien und Rohstoffe schrieb). In ihrem Blog Lumpi4 greift sie die unterschiedlichsten Themen auf - immer locker und leicht verständlich geschrieben.
  • Nicht nur zu diversen Krankheiten ist der Blog von Tierarzt Ralph Rückert eine Fundgrube. Auch so manches Alltagsproblem oder diverse Verrücktheiten in den (a)sozialen Medien greift er auf.
  • Kritisch mit wissenschaftlichen Studien setzt sich die Verhaltensbiologin Marie Nietzschner in ihrem Blog Hundeprofil auseinander. 

Natürlich gibt es noch zahlreiche andere gute Blogs, in denen wir ab und an rumstöbern. Viele mit guten Tipps zum Selberbasteln, Rezepten oder auch wunderbaren Geschichten und Fotos. Stöbert am besten mal selber durch die Weiten des Web. Aber vergesst nicht: Die schönsten Geschichten schreibt das wahre Leben - das gilt ganz besonders für ein Leben mit Hund! 



Freitag, 9. November 2018

Hunde sorgen für Stimmung!

🐶 Juhuuuu, fröhlich begrüße ich meinen alten Fellkumpel Snoop. Kaum begrüßen wir uns schnüffeltechnisch, schon platz die Freude aus mir heraus und ich renne aufgeregt in weiten Kreisen um ihn. *freuwedelhüpf* Ich hab ihn fast 1 Jahr nicht gesehen, umso größer war meine Wiedersehensfreude. Beinahe zeitgleich verändert sich auch mein 2-Beiner: unweigerlich grinst er fröhlich, sein ganze Körper entspannt sich - da hab ich ihn mit meiner guten Laune angesteckt. Wie das möglich ist? Ganz einfach: durch Stimmungsübertragung.

Das Thema treibt uns ja schon seit den Anfängen unseres Hundeblogs um. Es hat auch nichts mit Esoterik oder so zu tun, auch wenn ich es manchmal semi-telepathische Verbindung nenne. Denn die vielen klitzekleinen Signale, die ihr aussendet, und nicht zuletzt auch euer Duft, geben uns Hunden Aufschluss über eure Stimmung. Wie ihr das auch aktiv für eure Kommunikation mit Hund nutzen könnt, das hat euch mein Oller ja in unserer aktuellen Kolumne im Hundemagazin WUFF beschrieben.


Die Stimmungsübertragung funktioniert in beide Richtungen!
Foto: Lutz Borger

Aber wie ist das möglich, dass wir Hunde un so in euch Menschen hinenversetzen können? Und uns eure Stimmung so "ansteckt"? Oder auch andersherum: Unsere Stimmung euch 2-Beiner beeinflusst? Ja, genau, ihr habt richtig gelesen: Denn Stimmungübertragung ist keine Einbahnstraße! Möglich machen das die Spiegelneuronen. Diese Nervenzellen sind es, die dafür sorgen, dass Gähnen ansteckend ist - übrigens nicht nur zwischen euch felllosen Primaten, sondern auch zwischen uns Hunden UND auch zwischen Mensch und Fellpartner.


Das Döggelchen Rico freut sich seinen alten Fellkumpel Snoop zu treffen - die Freude überträgt sich sogar auf sein menschliches Cerebral-Interface.

Wahrscheinlich habt ihr damals, als die ersten Wölfe sich euch anschlossen, besonders die sehr aufmerksamen Beobachter gefördert. Denn mit ihnen war die Kommunikation trotz "Sprachbarriere" einfacher. Als euer ältester Freund im Tierreich verstehen wir euch daher besonders gut - auch wortlos.


Zwei die sich auch wortlos verstehen!
Foto: Beatrix von Winterfeld-Heuser

Und so kommt es, dass wenn wir Hunde uns aufregen, dass ihr dann auch nervös werdet. Oder wenn ihr angespannt oder gestresst seid, dass wir dann auch nicht gechillt beim Gassi sind. Doch ihr felllosen Primaten müsst nicht nur "Opfer" eurer Stimmung sein, ihr könnte sie aktiv beeinflussen. Das geht natürlich nicht von heute auf morgen. Dazu bedarf es einiger Übung und diverse Techniken können euch dabei helfen. Beispielsweise nutz mein Oller dafür Imaginations- und Atemtechniken - wie er euch ja in seiner Kolumne in WUFF - Das Hundemagazin berichtet hat oder wir es schon vor einiger Zeit hier in unserem Hundeblog schrieben. Ihr habt sicher schon mal gemerkt, wie ihr kurzatmiger wurdet, wenn ihr aufgeregt wart. Ihr könnt nun euren Körper ein wenig "austricksen", wenn ihr bei Aufregung extra langsam atmet. Doch auch andere Techniken können helfen, wie Autogenes Training oder Yoga etc. Probiert am besten selber aus, was bei euch wirkt und passt. Aber ein Tipp könnt ihr sofort umsetzen: Fangt jeden Gassigang am besten mit schönen, positiven Gedanken an! Wenn ihr euch vorher schon Sorgen macht oder gestresst seid, dann kann das nur nach Hinten losgehen. Eine Studie von Iris Schöberl und Kurt Kotrschal an der Universität Wien ergab, dass fröhliche Menschen meist ausgeglichenere Hunde habe.


Sich einfach mal der Stimmung hingeben...
Foto: Ruggero De Pellegrini

Doch manchmal, da solltet ihr euch auch einfach mal der Stimmung eurer Fellpartner hingeben. Mein menschliches Cerebral-Interface genießt es geradezu, wenn ich Ruhe ausstrahle und wir gemeinsam einfach auf dem Sofa oder auf einer Wiese chillen. *seufz*


Links zum Thema:



PS: Dies ist der ergänzende Blogbeitrag zu unserer Kolumne in WUFF - Das Hundemagazin (12/2018) "Die Stimmung machts: In der Ruhe liegt die Kraft!"




Donnerstag, 1. November 2018

Was Halter oft vergessen: Hinter jedem Angebot steckt ein ökonomisches Interesse! Und wichtiger als die Qualität ist die richtige Seilschaft...

Der zunehmende Konkurrenzdruck unter den Hundetrainern treibt seltsame Blüten. Auch vor betrügerischen Methoden machen einige keinen Halt. Sehr zum Leidwesen der Halter und auch der Hunde. Denn eigentlich sollten sie und ihr glückliches Miteinander im Zentrum stehen. Doch darum geht es bei vielen schon lange nicht mehr, wichtiger als Inhalte ist die richtige Seilschaft...

Besorgniserregend – so würde ich die Entwicklung der vergangenen Jahre in der Hundetrainer-Szene mit einem Wort beschreiben. Denn die Hundeszene ist auch nicht mehr das, was sie mal war. In den vergangenen Jahren zeigte gerade diese Branche eine gewisse primitive Kreativität, um Haltern das Geld aus der Tasche zu ziehen. Nehmen wir nur mal das Beispiel „Problemhunde“ oder ähnliche Begriffe – Koryphäen wie Günther Bloch oder Dorit Feddersen-Petersen sind sich darin einig, dass der Mensch das eigentliche Problem ist (auch wir schrieben schon über den Marketing-Trick mit den angeblichen Problemhunden). Dennoch bieten zahlreiche Hundeschulen Workshops und Seminare an, verschieben damit das Problem vom Menschen auf den Hund – denn damit lässt sich trefflich Geld verdienen und am Hund rumtherapieren. Auch das Beispiel „Anti-Giftköder-Training“ erfreut sich großer Beliebtheit, nicht selten wird es mehrere Wochen trainiert – mit entsprechendem Umsatz für die Hundeschule, denn mit dem Hebel der Angst lässt sich so mancher Hundehalter ködern. Dabei sollte es eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein, dass Hunde so früh wie möglich lernen, nichts von der Straße zu essen. Ähnlich wie man kleinen Kindern ja auch beibringt, nichts von Fremden anzunehmen. Wir haben das quasi so nebenher trainiert, bei unseren Gassigängen immer wieder mal – sehr zum Ärger mancher Hundetrainer, aber nicht nur, weil sie an uns nichts verdient haben, vielmehr waren die sauer, falls sich das rumspricht und andere Halter ein Beispiel daran nehmen. Wo kämen wir denn auch hin, wenn Halter ihren Hunden was beibringen, ohne dafür Geld bei einem Hundetrainer zu lassen... 😉

🐶 Jedes Angebot sollte gut beschnüffelt werden! Ihr Menschen nennt das Recherchieren. Eine gesunde Portion Skepsis und kritisches Denken ist in der Hundebranche mehr als angebracht - denn viele wollen eure Liebe zum Hund nur ausnutzen! (rico)

Aber solche Angebote sind noch verhältnismäßig harmlos. Denn Kunden bei der Angst zu packen, DAS ist ja schon ein alter Hut unter den Marketing-Tricks (insbesondere Drücker-Kolonnen der Versicherungsbranche benutzen sie gern). Schlimmer sind da schon an Betrug grenzende Methoden, wie beispielsweise getürkte Lebensläufe. Dass Lebensläufe gern mal geschönigt werden, das ist ja schon allgemein bekannt. Doch es ist eine Sache, Dinge positiver darzustellen und eine andere, positive Dinge einfach hinzu zu dichten. Ein gefälschter Lebenslauf ist eine arglistige Täuschung, die Gerichte unterscheiden nach Schwere der Täuschungsversuche. So mancher hübscht seine Vita damit auf, indem man sich die ein oder andere irgendwie passend wirkende Station erfindet. Doch zahlreiche Informanten berichteten uns sogar von falschen Angaben, stichprobenartige Faktenchecks bestätigen dann auch deren Behauptungen. Bei einigen kann man sich eine Überprüfung gar sparen, so dilletantisch fälschen die ihren Lebenslauf, dass ein simples Nachrechnen das schon entlarvt: Da fügte beispielsweise eine recht bekannte Hundetrainerin so viele Berufsstationen hinzu, dass sie ihr Abitur schon mit 12 Jahren hätte bestehen müssen. Klar, dass es keine Belege wie Zeugnisse dafür gibt... Umso wichtiger ist es daher mal nachzufragen und sich solche Referenzen auch zeigen zu lassen.

Auch das Thema „Tierschutz“ wird für die eigenen egoistischen Ziele instrumentalisiert. Gern werben auch viele mit ihrem Engagement für den Tierschutz. Doch schaut man hinter die Fassade offenbaren sich Abgründe: So lässt sich beispielsweise eine Hundetrainerin ihre Arbeit in Tierheimen mit 1000 Euro am Tag aus Spendengeldern vergüten, was freilich nicht öffentlich gesagt wird – aber in den Sozialen Medien lässt sie sich gern für diese Tierschutz-Arbeit feiern. Es ist eben nicht alles Tierschutz, wo Tierschutz drauf steht...

Oder so mancher Tierschutz-Spendenaufruf entpuppt sich als gar nicht existierender Verein! So fanden wir Fälle vor, die juristisch eine Spendenaktion sind, das Geld fließt aber über das Spendenkonto eines anderen eingetragenen Vereins. Seltsam nur, dass dieser Verein keine eigene Webseite hat und auch die Satzung nicht eingesehen werden kann. Dabei sollte doch ein Tierschutzverein ein berechtigtes Interesse daran haben, schon um Spendengelder zu bekommen. Transparenz sieht jedenfalls anders aus. In einem Fall gestand uns sogar die frühere Schirmherrin, dass sie wegen der mangelnden Transparenz nicht mehr mit dem Verein zusammen arbeitet. So lässt sich auch vortrefflich verschleiern, wohin die Gelder tatsächlich fließen...vielleicht wird so auch der ein oder andere Urlaub finanziert.

Zwecks Geschäftsförderung haben sich ganze Netzwerke entwickelt. Das ist ja nichts außergewöhnliches, kennt man ja auch von anderen Branchen – wird der ein oder andere sagen. Das mag sein, aber in anderen Branchen geht es nicht um ein von Raubtieren abstammendes Lebewesen. Was wirklich daran schlimm ist, ist aber, dass es völlig egal ist, was man da verkauft oder unterrichtet – solange man sich an die internen „Netzwerk-Gesetze“ hält, wird man gefördert und hat seine Ruhe vor Kritik. Egal wie abstrus es ist, selbst wenn es gegen Tierschutzgesetze verstößt – denn keine Krähe hackt der anderen ein Auge aus. Und einige dieser Netzwerke sind weit verzweigt. Wir haben bei der ein oder anderen Seilschaft sogar Verbindungen bis hinein in TV- und Zeitschriften-Redaktionen oder bis hin zu Buchverlagen entdeckt. Da steht das eigene Wohl und der eigene Erfolg weit über dem Wohl von Hund und Halter...

🐶 Zum Glück passt mein Oller auf mich auf, damit nicht irgendwelche Scharlatane und Blender an mir rumtherapieren und dabei nur ihr Bankkonto im Sinn haben! (rico)

Halter sollten daher immer im Hinterkopf behalten, dass hinter jedem Angebot ein ökonomisches Interesse steckt. Das ist gar nicht mal als Vorwurf gedacht, das ist die Aufgabe von Unternehmen. Man verurteilt ja auch keinen Fisch dafür, dass er schwimmt. ABER: Halter blenden sowas gern mal aus, da sie beim Hundethema sogleich auf der emotionalen Schiene angesprochen werden. Und nur allzugern glauben sie, dass man ihnen helfen will. Dem ist aber nicht so! In erster Linie steht das eigene ökonomische Überleben. Schließlich müssen auch Leute aus der Hundebranche Rechnungen bezahlen. Und sie leiden unter einem Dilemma: Machen Hundetrainer ihren Job gut, so rationalisieren sie sich selber weg – denn sie versetzen Hund und Halter in die Lage, alleine als Team klar zu kommen.



Donnerstag, 25. Oktober 2018

Hunde-Führerschein – brauchen wir den?!?

Immer wieder brandet die Forderung nach einem Hunde-Führerschein auf (eigentlich ist der Name schon falsch, „Hundeführschein“ wäre eigentlich korrekter, aber der griffigkeithalber hört man wohl öfter die andere Bezeichnung). Daher haben wir mal unsere Blogleser gefragt: Die große Mehrheit von 81 Prozent der über 1300 Umfrageteilnehmer will ihn. Doch die Details sind wichtig! So manches Argument dafür, zeigt, dass es vielen um das Wohl ihrer Hunde geht. Aber auch die Gegner haben gute Argumente, über die nachzudenken lohnt. Doch brauchen wir ihn wirklich? Und wie würde der dann im Ergebnis aussehen? Ein Blick auf die unterschiedlichen Interessen der verschiedenen „Hunde-Parteien“ lohnt hier.

„Wir brauchen einen Hunde-Führerschein!“, solche und ähnliche Forderungen tauchen schon seit Jahren immer wieder auf. Auf den Hundeplätzen, der Straße und vor allem sehr oft in den (a)sozialen Medien Facebook, Twitter & Co. Besonders hoch brandet die Forderung auf, wenn wieder mal was passiert ist, entweder ernste Unfälle wie vor Kurzem in Österreich als ein Kleinkind gebissen wurde oder aber auch weniger ernstliche, wie bei so mancher Privatfehde, die in Facebook ausgetragen wird...

Auch ohne "Führerschein" für Hunde können Halter entspannt Gassi gehen - sie müssen eben nur auf ihren Hund und andere Rücksicht nehmen!
Foto: Lutz Borger

Doch außerhalb der (a)sozialen Medien sieht man keine bundesweite Aktivität in diese Richtung in Deutschland. Und damit wir uns nicht missverstehen: bundesweit bedeutet nicht bundeseinheitlich! Denn das geht halt wegen des Föderalismus und des Subsidiaritätsprinzips nicht in unserer Demokratie – und ehrlich gesagt: so sehr ich Hunde liebe, aber deswegen die Demokratie abzuschaffen, halte ich doch für übertrieben. 😉

Seit Jahren wird so ein bundesweiter canider Führerschein nur gefordert. Eine Umfrage unter den Lesern unseres Blogs erbrachte, dass immerhin 81 Prozent der 1303 Teilnehmer so einen Führerschein befürworten. Warum bisher in Deutschland nichts passiert? Nun, in diesem Zusammenhang lohnt mal ein Blick auf die unterschiedlichen Interessen. Schon zu Beginn meiner beruflichen Laufbahn bläuten mir die damaligen Altredakteure ein, die unterschiedlichen Interessenslagen aller am Thema „Beteiligten“ zu betrachten. Und so muss man mal die ganz einfache Frage stellen: Wer hätte denn ein Interesse an so einem Hunde-Führerschein? Klar, die Hunde selber, denn sie wollen gut informierte Halter haben – und wenn ihre felllosen Primaten es eben nicht von sich aus lernen, muss man sie mit einem Führerschein eben zu ihrem Glück zwingen. Schließlich wollen ja auch Hunde verstanden werden. Aber unsere Fellfreunde können ja nicht für sich selber sprechen und haben ja daher keine eigene Lobby. Also schauen wir dann mal auf der 2-Beiner-Seite.


Interessen der Hundetrainer

Da wären zunächst die Hundetrainer: Einige werden dafür sein, aber einige eben auch dagegen. Bei Letzteren werden sicher auch wirtschaftliche Gründe eine Rolle spielen; denn sind wir doch mal ehrlich, wenn so ein Führerschein käme, wo nur zertifizierte Hundeschulen die Kurse anbieten dürfen, dann entgeht den anderen zumindest schon mal dieses Geschäft. Außerdem könnte es zu weiteren Kundenabwanderungen kommen, weil die zertifizierten Schulen dann ein besseres Image bekommen und außerdem viele, die anfangs den Führerschein-Kurs gemacht haben, wahrscheinlich in derselben Schule später auch andere Vorträge oder Workshops besucht (einfach, weil er sie schon kennt). Und so ein Führerschein wäre eine Hürde, die viele scheuen würden, die Zahl der Hunde würde demnach abnehmen. Einer der wenigen Hundetrainer, die das auch öffentlich zugeben, ist Dirk Lenzen von der Hundeschule und Filmtieragentur animalstar. Er sagte angesichts der großen Anzahl von Hunden in unserer Heimatstadt Düsseldorf (22.000 Hunde bei rund 640.000 Einwohnern): „Es gibt hier viel zu viele Hunde. Eigentlich dürfte ich sowas aus kaufmännischer Sicht mit Blick auf mein Unternehmen ja gar nicht sagen. Aber drum herumreden, das hilft nicht.“ Außerdem: So geschäftlich konkurrierend und ideologisch zerstritten, wie die Hundetrainer-Szene ist, dürfte die Einigungsversuche auf einen Lehr-Kanon für jeden politischen Beobachter mehr als spannend sein. 😃

Interessen der Tierärzte

Kommen wir zu den Tierärzten: Auch hier habe ich einige kennengelernt, die dafür sind. Andere waren aber auch dagegen. Auch hier spielten nicht selten wirtschaftliche Interessen eine maßgebliche Rolle (auch wenn sie es nicht immer zugegeben haben). Zunächst ist zu sagen, dass das Tierarzt-Leben mit einer Kosten verschlingenden Praxis nun auch nicht wirklich in Luxus schwelgt mit 2 Mal Urlaub in der Karibik und Mitgliedschaft im Golfclub. Nicht selten haben wir Tierärzte kennengelernt, die einen Großteil ihres Umsatzes mit anderen Dingen verdienen: so beispielsweise mit dem Verkauf von Futter und Halsbändern oder auch Workshops und und und... Ein solcher Führerschein würde ja eventuell die Hundeanzahl mindern (dieses Argument kann ich nicht so ganz nachvollziehen, bei Autos hat es jedenfalls nicht zu einer Minderung geführt), befürchten da viele. Was also dann wieder weniger Kunden in der Tierarztpraxis bedeutet.

Interessen der Industrie

Auch die Pharma-Industrie, deren Lobby ja bekanntlich recht stark ist in Deutschland, dürfte sich nicht gerade stark dafür machen. Denn weniger Hunde bedeutet auch für sie weniger Umsatz. Gleiches gilt auch für die Futtermittelproduzenten oder all die Hersteller von Halsbändern, Leinen, Geschirren, Hundebetten und alle anderen nützlichen und auch weniger nützlichen Dingen rund um den Hund.

Interessen der Politiker

Die größte Hürde dürfte aber die Lokalpolitik spielen: Denn schließlich kostet sowohl die Durchführung, als auch die Organisation und Kontrolle eines solchen Führerscheins Personal. Und das bei den chronisch leeren Kassen vieler Gemeinden. Wohl nicht zuletzt deswegen springen zwecks Wählerfangs Politiker auf die populistisch wirksame Forderung nach allgemeiner Maulkorbpflicht auf – ist halt für sie günstiger und einfacher.

Interessen der Halter

Aber hey, was ist mit den Haltern? Die müssten doch ein Interesse daran haben. Wenn man so manche Erlebniserzählung hört oder liest, doch schon aus Eigennutz um weniger unwissenden Haltern zu begegnen oder sonstiges Gassi-Catchen zu vermeiden. Ja, denkste! Denn die Kommentare zu unserer Umfrage zeigten auch: Die Halter sind so fragmentiert, dass sie da wohl schwer eine gemeinsame Richtung finden lässt (nur in einem Punkt waren sich erstaunlich viele einig: Wenn so ein Führerschein, dann eher Schulung des Halters, als die des Hundes). Das erkennt man auch an diversen Gegenargumenten, die einen lehnen es ab, weil sie „schon immer Hunde haben und schon alles weiß“ oder weil sie der Meinung sind „ich habe einen kleinen Hund, der ist nicht so gefährlich, selbst wenn er beißt“. Okay, Letzteres mag ja sogar stimmen, zumindest physikalisch, aber auch ein kleiner Hund kann einen anderen provozieren und somit auch Unfälle der verschiedensten Art hervorrufen (schließlich haben Hunde keine Vortellung von ihrer Größe, d.h. kleine Hunde wissen nicht, dass sie klein sind und große Hunde nichts von ihrer Größe; sie sehen sich eben nur als Hund) – teils eben auch mit Gefahr für sich und sein(e) Halter(in). Kein vernünftiger Mensch würde sich auch bei kleinen und schwächlichen Kindern die Erziehung sparen oder sich dem Wissen um die Bedürfnisse dieser Kinder versperren. Auch juristisch ist so ein Ansinnen wohl schwer durchsetzbar, wenn man den Gleichheitsgrundsatz nicht verletzen möchte.

Anders sieht es da schon mit anderen Argumenten aus. Sehr gut gefiel mir der Einwand unserer Blogleserin Anke Füs (Facebook-Name), dass es sich ja bei Hunden quasi um Familienmitglieder handelt und daher ein „Führerschein“ unangebracht wäre. Warum mir das Argument gefiel? Es brachte die wenig beachtete soziologische und emotionale Perspektive ins Spiel und stellte den Hund ins Zentrum. Sicher, das Auto ist – gerade in Deutschland – auch ein „soziologischer Faktor“, spielt im Leben vieler auf irgendeine Weise eine zentrale Rolle und so mancher Autonarr verspürt romantische (oder gar erotische) Emotionen beim Anblick seines Traumautos. 😉 Dennoch sehen zumindest die meisten Leute das Auto nicht als Familienmitglied – oder die sind mir nur noch nicht über den Weg gelaufen. 😃

Ebenfalls gut fand ich auch den Einwand von Stefanie Alex (Facebook-Name), dass besonders für sehr alte Menschen der Hund manchmal der einzige Sozialpartner ist und ihnen so auch eine emotionale Stütze. Doch gerade sehr alte Menschen sind oft gebrechlich und das Lernen fällt auch vielen nicht mehr so leicht wie mit 12 Jahren. Nun, ich finde, für solche Leute sollte es eh „Ausnahmeregelungen“ geben – schließlich haben sie sich das durch ihre Lebensleistung auch verdient. Aber könnten hier nicht mal Ärzte, Senioren-Betreuer und Tierheime zusammenarbeiten? Nur mal so als Idee... 😉

Ein anderes Leser-Gegenargument, sehe ich ambivalent: Durch einen Führerschein, könnten sich gerade die Nicht-Wohlhabenden unserer Gesellschaft keinen Hund mehr leisten. Emotional gesehen, find ich das mist. Denn schließlich sagt das Bankkonto nichts über die Beziehung zum Hund – und unseren Fellfreunden ist es eh egal. Doch rational gesehen, muss ich eingestehen, ist es auch realitätsfremd. Denn Hunde kosten nun mal Geld – und das sollte sich auch jeder Halter vor der Anschaffung bewusst machen. Und wenn es dem Wohle unserer Hunde dient, so finde ich das Geldargument auch ziemlich schwach – zumal es ja auch genügend Scharlatan-Angebote auf dem Markt gibt, die nur auf rücksichtslose Geldmacherei aus sind. Aber wie bekomme ich nun meine emotionale und rationale Perspektive in Einklang? Nur so eine Idee: Aber wäre sowas nicht auch eine tolle Aufgabe dann für Tierschutzvereine, solchen Menschen zu helfen? Oder: Wie wäre es, wenn die Gebühren für so einen Führerschein dermaßen gestaltet werden, dass ein Teil davon in einen Fonds fließt, mit dem dann nachweislich Bedürftigen geholfen wird? Wäre doch auch ein toller Akt der Solidarität unter Hundehaltern.

Die zentrale Frage ist doch: Was ist das Beste für unsere Hunde?
Foto: Ruggero De Pellegrini
Jedenfalls, bei diesem „Interessensgemenge“ hab ich so meine Zweifel, dass der Hunde-Führerschein kommt. Und falls er dann doch eingeführt wird, dürften die vielfältigen Interessen zu einem recht aufgeweichten Kompromiss führen. Das würde dann auch nichts bringen – vor allem nicht unseren Hunden. Aber brauchen wir denn überhaupt sowas? Viele unserer Leser brachten genau dieses Argument: Es gäbe eh schon viel zu viele Gesetze und Verordnungen. Da kann ich subjektiv nicht widersprechen (bin auch kein Freund von zu vielen Gesetzen, andererseits habe ich nicht zuletzt durch Hunde gelernt, dass eine Gesellschaft ebenso wenig funktioniert wie ein Rudel, wenn sie keine Regeln haben), objektiv gesehen, denke ich aber, dass es eben auch mit dem antisozialen Verhalten vieler Menschen zusammenhängt. Um das zu unterbinden oder zumindest einzudämmen, werden Gesetze erlassen und die drohenden Strafen sollen eben abschrecken. Dabei wäre es so einfach, wenn jeder Mensch sich nur an die Goldene Regel halten würde: „Behandle alle so, wie du selber behandelt werden willst.“ Man stelle sich nur vor, welch wunderbare Welt vor allem für unsere Hunde, wenn alle ihre Halter sich sozialkompetent verhalten würden, wenn sie Rücksicht nähmen, wenn sie mitdenken würden, vorausschauend agieren würden und vieles mehr. Und wenn sich niemand aufregt, kommen gelangweilte Politiker auf Stimmenfang auch nicht auf seltsame Ideen. 😉 Ja, das wäre eine Welt, für die es sich zu Kämpfen lohnt – schon für unsere Hunde.



Donnerstag, 11. Oktober 2018

Vertrauen ist die Basis einer jeden guten Beziehung!

🐶 Ihr 2-Beiner seid manchmal echt nervig. Was wir Hunde alles so lernen müssen: Sitz, Platz, Fuß und noch vieles mehr. Jeden Tag lernen wir dazu, weil wir in eurer so schnell veränderlichen Welt leben - immer neue Gerüche, Geräusche undundund. Das sind natürlich alles auch wichtige Sachen, schließlich lernen eure Menschenkinder ja auch in der Schule. Aber schon VORHER lernen sie sehr viel. Besonders wichtig ist dabei das Vertrauen - zu anderen, aber auch zu sich selber. Denn Vertrauen ist quasi ein Basisbaustein für jede Beziehung - das gilt auch für eure Beziehungen zu uns Hunden! *jawohlwoaff*

Vertrauen zu sich selber?, fragt ihr euch. Klar, denn wie mein Oller in unserer Kolumne im Hundemagazin WUFF schrieb, Vertrauen kommt auch von Zutrauen. Und wenn ihr kein Vertrauen zu euch selber habt, wie könnt ihr dann anderen vertrauen? *ohrennachvorn* Und bezogen auf Hunde: Wenn ihr euren Fellfreunden nicht vertraut und nichts zutraut, wie sollen sie dann selbstsicher werden oder euch vertrauen?


Um zu einem Team zusammenzuwachsen bedarf es Vertrauen!
Foto: Ruggero De Pellegrini

Nun kann man aber Vertrauen nicht "trainieren" wie Sitz-Übungen oder so. Denn Vertrauen muss man sich verdienen! Und es wächst langsam! Aber wie fragt ihr euch. Nun, so schwer ist das gar nicht. Wichtig in dem Zusammenhang sind gewisse Basics. Am ehesten schafft ihr Vertrauen mit Verlässlichkeit und Offenheit (Transparenz), auch eine gewisse Berechenbarkeit (im positiven Sinne!) schafft vertrauen, eben auch weil dann Handlungen vertraut sind. Nicht vergessen darf man natürlich so wichtige Eigenschaften wie Authentizität und Wahrhaftigkeit.


Es wächst zusammen, was zusammen was erlebt!

Aber wie haben wir das in der Praxis gemacht? Mein menschliches Cerebral-Interface Maximilian hat es sich da ein wenig einfach gemacht, also keine komplizierten Aktionen oder sowas. Er hat einfach dafür gesorgt, dass wir beide möglichst viele gemeinsame Erlebnisse hatten. So besuchte er mit mir viele verschiedene Orte: Er ging mit mir auf die Kirmes (das 1. Mal extra am frühen Vormittag, als alles noch zu war; aber für mich waren alle Gerüche noch sehr präsent und so waren dann auch irgendwann Besuche als die Kirmesbuden geöffnet waren kein Problem für mich); ging mit mir ins Kaufhaus, zeigte mir Straßenbahnfahren, ebenso mit Bus oder Boot, er zeigte mir verschiedene Städte, Wälder, das Meer und vieles mehr (für euch felllose Primaten mag das ja nichts besonderes sein, für uns Hunde sind das aber durchaus kleine oder mittelgroße Abenteuer). So lernte ich ihn in den unterschiedlichsten Situationen immer besser kennen - und vertrauen.

Rico am Meer
Ich vertrau dir Partner!
Foto: Beatrix von Winterfeld-Heuser





Ich kenne ja "unsere" Regeln und Grenzen. Und die sind nicht mal einengend! Im Gegenteil, denn diese Regeln und Grenzen geben mir eine gewisse Sicherheit und somit auch Freiheit (zum Glück erkennen ja in letzter Zeit immer mehr Hundetrainer, dass zu einer Erziehung nicht nur Lob gehört, sondern auch Grenzen setzen; wie sollen wir Hunde denn auch was lernen, wenn wir nur wissen, was richtig ist, aber eben ihr uns nicht sagt, was falsch ist. Als wir damals schon zu den Anfängen unseres Blogs darüber wufften, wurden wir noch angegriffen - aber zum Glück gibt es ja auch ein paar Hundetrainer, die nicht gedanklich stehen bleiben bei ihrer Ideologie, sondern auch dazu lernen).

So wuchs ich zu einem sehr selbstsicheren Hund heran - und das trotz meiner Vorgeschichte! Denn vor allem das Vertrauen meines Cerebral-Interface Maximilian, gab mir wiederum Selbstvertrauen. Aber überfordert eure Hunde nicht! Achtet auf sie, welche Signale sie euch senden! Besser ein paar kurze "abenteuerliche" Erlebnisse, als zu viel und zu lange des Guten. Auch lasst uns Hunden die Ruhe und Zeit alles zu verarbeiten. Und denkt daran: Jeder Hund ist anders, ganz individuell - DAS müsst ihr immer berücksichtigen und darauf eingehen. *jawohlwoaff*


Ich vertrau dir!
Foto: Lutz Borger

Doch nicht nur meinen Ollen lernte ich so besser kennen und so auch vertrauen. Nein, es wuchs auch mein Selbstvertrauen. Während ich mich früher nur wenige Meter von meinem Ollen entfernt habe, so traue ich mir jetzt schon einen weit größeren Aktionsradius zu. Denn eines habe ich ja durch die Erlebnisse erfahren, dass mir nichts passiert, wenn der Olle bei mir ist. Wieso? Ganz einfach canilogisch: Bisher ist ja auch nichts passiert, wenn er bei mir war - er passt ja mindestens so sehr auf mich auf, wie ich auf ihn. *kopfschrägohrennachvorn*


PS: Dies ist der ergänzende Blogbeitrag zu unserer Kolumne in WUFF - Das Hundemagazin (11/2018) "Auch Hunde brauchen Vertrauen!"



Sonntag, 9. September 2018

Doppeltes Jubiläum! 6 Jahre ein Hund-Mensch-Team, 5 Jahre Hundeblog

🐶 Heute feiern wir gleich ein doppeltes Jubiläum! Seit nun 6 Jahren lebe ich mit dem Ollen zusammen. Und seit 5 Jahren gibt es unseren Blog GASSIREPORT. Eine tolle, absolut wuffige Zeit. Damals, als wir uns das erste Mal trafen, da hatte er mir versprochen, dass er mir seine Welt zeigt. Und er hat Wort gehalten. So lernte ich die Großstadt kennen, aber auch das Landleben, er ließ mich viele Orte beschnüffeln (s. bspw. Hundeurlaube und Hundewanderungen): verschiedene Wälder, Flüsse und Seen, ja sogar das Meer zeigte er mir. Wir haben an einem Werbespot und an einem **Buch mitgearbeitet, hatten Auftritte auf Messen (z.B. auf der World Dog Show oder auf der Hund&Pferd), waren in mehreren Zeitungen und Zeitschriften (z.B. WUFF - Das Hundemagazin, Dogs, Partner Hund, Dogs Avenue, Focus, Rheinische Post, Bild etc.) und sogar im TV (z.B. in Sat1 oder center.tv). Viele pansige Fellfreundschaften schloss ich dank ihm, aber auch so manchen wuffigen 2-Beiner lernte ich kennen (bspw. auf unseren Gassireport-Treffen). Und durch ihn fand ich sogar ein absolut pansiges Rudel und ein Zweit-Revier in der schönen Schweiz. Gemeinsam haben wir viel erlebt und wuchsen so zu einer Einheit zusammen. Einige unserer Erlebnisse haben wir ja hier in unserem Blog veröffentlicht.



PARTNER!
 
Aber noch ein Versprechen gab er mir damals, von dem nur wenige wissen: Wir gehen gemeinsam durchs Leben! Das beinhaltete auch, dass er mich – soweit wie möglich – bei allem mitnahm und wir so viel gemeinsam erlebten.

Auch hier hielt er Wort. Ja mehr noch, er brachte dafür zahlreiche Opfer: er beendete eine Beziehung, weil die Trulla mir nicht gut tat; auch so manch andere „Dame“ ließ er abblitzen, weil sie nicht zu uns passte; Reisen in entferntere Länder, was er früher gern tat, machte er nicht mehr (denn bei einer Flugreise hätte ich wegen meiner Größe alleine ohne ihn in den Frachtraum gemusst); verzichtete auf seinen gut bezahlten Job, weil er sich nicht mit mir vereinbaren ließ; ja, er schlug sogar das Angebot eines Chefredkateur-Postens aus, weil er mich nicht hätte mit ins Büro nehmen dürfen. Doch nie hat er sich bei mir beschwert, immer spürte ich seine Freude bei allem was wir taten – hauptsache gemeinsam.

Wir gehen gemeinsam durchs Leben - Partner!
Foto: Ruggero De Pellegrini

Es gab auch keinen Grund sich zu beschweren, mein Kleiner. Denn jeder Augenblick mit dir war ein Geschenk. Es verging kein Tag an dem ich nicht etwas von dir gelernt habe. Auch wenn du es wahrscheinlich nicht ahnst, aber du warst mir ein weit größerer Lehrmeister als ich dir. Denn du zeigtest mir nicht nur deine Welt, du lehrtest mich auch, meine eigene Welt mit neuen Augen – nämlich durch deine – zu sehen. Keinen Tag, keine Stunde, keine Minute und keine Sekunde die wir zusammen verbachten bereue ich – ganz im Gegenteil. Von dem Augenblick, wo du in mein Leben tapptest, hast du es bereichert. Wie ich damals schon sagte: Es war vielleicht nicht die „vernünftigste“ Entscheidung dich zu adoptieren, aber ganz sicher eine meiner besten!

🐶 Daher feiern mein Oller und ich diesen Tag als unseren "gemeinsamen Geburtstag" - denn an diesem Tag fing für uns beide ein neues Leben an!

Mittwoch, 5. September 2018

Mit Hunden hört das Lernen nie auf

🐶 Ihr Menschen seid schon komische Wesen. Und damit meine ich jetzt nicht eure ach so tolle Technik, wie den weißen Zauberschrank, wo ihr immer wieder was zu Futtern heraus holt – ich glaub ihr nennt ihn Kühlschrank. *sabberschmatz* Vielmehr meine ich euer Verhalten: Ihr habt durch die Evolution einen großen Vorteil erhalten – euer Hirn. Aber warum benutzen es viele von euch felllosen Primaten dann nicht? *ohrennachvorn*

So manches Mal mussten wir erleben, wie Wissen und Informationen von euch Zweibeinern diskriminiert werden. Mein menschliches Cerebral-Interface Maximilian schrieb ja darüber auch in unserer aktuellen Kolumne im Hundemagazin WUFF. Offenbar selektieren viele Menschen Informationen nach „Sympathie“. Also die Infos, die ihnen passen oder die ihr vorgefasste Meinung bestätigen, die sind euch genehm. Doch andere Infos werden dagegen schnell „abgebügelt“. *brummm*

Immer was Neues erschnüffeln ist absolut pansig, denn so lernt Mensch und Hund dazu

Irgendwie ist das ja nachvollziehbar. Schließlich setzen neue Informationen, vor allem wenn sie eurer vorgefassten Meinung widersprechen, euch einem Anpassungsdruck aus. Ihr müsstet halt euren Standpunkt überdenken, eventuell sogar ganz revidieren. Man nennt das auch umgangssprachlich „Dazulernen“. Das ist natürlich unbequem. Daher auch verständlich, wenn viele von euch sich dagegen verwehren. Doch vernünftig ist es nicht! UND: Wenn ihr eure Hunde liebt, dann solltet ihr auch bereit sein, Neues dazu zu lernen!

Bei manchen ist es schon keine Diskriminierung mehr, sondern schon eine voll ausgebildete Ignoranz. Ein Beispiel: So schrieb jemand mal einen Kommentar, in dem der Satz vorkam „Ich weiß schon alles, was ich wissen muss“. DER sagt ja schon alles! Vor allem zeigt dieser Satz, dass die Person sich schon allwissend fühlt und daher nicht nötig hat, Neues dazu zu lernen. Eine geistige Weiterentwicklung ist somit nicht möglich...

Aber vielleicht hilft euch einfach mal ein Perspekivwechsel: Seht doch das Dazulernen nicht als Versagen oder Irrtum in der Vergangenheit an, sondern vielmehr als ein „Mehrwissen“, welches euch hilft eure Hunde besser zu verstehen. Schließlich will man doch verstehen, was man liebt.

Was man liebt, will man verstehen - das gilt für Mensch und Hund!
Foto: Ruggero De Pellegrini

Klar, der ein oder andere wird auch dann nicht dazu lernen. Wahrscheinlich weil er irgendeiner Ideologie anhängt. Oder, was schlimmer ist, weil wirtschaftliche Interessen dagegen sprechen. Aber die sind eh verloren, denn die verweigern gewisse Informationen ja absichtlich. Diskutieren ist da also sinnlos, denn sie diskriminieren Wissen ja bewusst. Klar, schließlich müssen gewisse Leute ja irgendwie ihre Seminare, Workshops etc. verkaufen... *brummm*

Also ihr lieben felllosen Primaten, denkt daran, dass wir Hunde vor Jahrtausenden einen Pakt mit euch schlossen. Nicht zuletzt weil wir uns so wunderbar ergänzen. Wenn ihr aber euren Verstand nicht nutzt, so erfüllt ihr euren Teil des Paktes nicht. Wundert euch also nicht, wenn wir Hunde uns dann auch nicht mehr daran gebunden fühlen und euch nicht mehr ernst nehmen.


PS: Dies ist der ergänzende Blogbeitrag zu unserer Kolumne in WUFF - Das Hundemagazin (10/2018) "Gegen Wissensdiskriminierung in der Hundeszene"


 

Mittwoch, 8. August 2018

Aus Angst verbieten Helikopter-Halter ihren Hunden den Kontakt zu anderen, doch Angst ist ein schlechter Ratgeber

🐶 Juhuuu, ein Spielkamerad. *freuwedel Freudig wedelnd und winselnd kommt er auf mich zu. Zeigt nicht die geringsten Anzeichen von Angst oder Agression. Aber was ist das? Seine Halterin ruft ihn zurück und blafft noch mein menschliches Cerebral-Interface Maximilian an: „Rufen Sie Ihren Hund zurück! Ich möchte nicht, dass meinem was passiert!“ Der Satz alleine entbehrte schon jeder Logik, denn IHR Hund lief ja auf uns zu, während ich weniger als 2 Meter von meinem Ollen abwartend dastand.

In unserer Kolumne in der aktuellen Ausgabe des Hundemagazins WUFF schreibt mein Oller über solche „Helikopter-Halter“. Ich kann ja die Sorge dieser Halter irgendwie verstehen. Aber: Wie sollen Hunde der unterschiedlichsten Rasse und Größe denn lernen miteinander klar zu kommen, wenn man ihnen nicht erlaubt Erfahrungen zu sammeln.

Egal welche Größe oder was für ein Fell: Gut sozialisierte Hunde haben mehr Freiheiten und somit auch mehr Spaß!
Foto: Brigitte Klemke

Besonders unverständlich finde ich, dass ihr felllosen Primaten ja sogar historische Erfahrungen (mit Kindern UND auch mit Tieren!) damit gemacht habt (s. unsere Kolumne im Hundemagazin WUFF) und wisst, welche negativen Auswirkungen eine mangelnde Sozialisation hat. Warum lernt ihr nicht daraus? *ohrennachvorn*







Ich für meinen Teil bin jedenfalls sehr froh, dass mein Oller schon zu meiner Welpenzeit viel Wert darauf gelegt hat, dass ich mit möglichst vielen unterschiedlichen Hunden klar komme. Und glaubt mir, das ist gar nicht mal so einfach! Denn durch euch 2-Beiner, vor allem durch eure Zucht(!) sind einige Rassen kommunikationstechnisch echt eingeschränkt. Nehmen wir doch nur mal das Paradebeispiel: den Mops. Auch wenn sein Gesicht mit den großen Kulleraugen bei euch das Kindchenschema anspricht, seine Mimik ist für die meisten Hunde nicht mehr zu lesen; sein Ringelschwanz ist in etwa so aussagekräftig wie einzellner Buchstabe in Aspik eingelegt; und das Röcheln dieser Hunde klingt für die meisten anderen Caniden eher wie ein Knurren. Dennoch können wir Hunde uns auch auf solche Fellkollegen anpassen, aber dafür müssen wir sie erst kennen lernen.

Wildes Toben mit Smilla 💕

Mein Oller genießt es förmlich mir beim Spielen mit anderen Hunden zu zu schauen. Besonders stolz macht es ihn, wenn er sieht, wie vorsichtig und mit "reduzierter Kraft" mit leichteren Hunden tobe. So beispielsweise mit meiner lieben Smilla, die nur knapp die Hälfte von mir wiegt. Aber das musste ich natürlich erst mal lernen, und das geschah indem ich viele unterschiedliche Hunde kennen lernte.




Als soziale Wesen brauchen wir den Kontakt zu anderen Artgenossen. Ohne diesen Kontakt verkümmert so einiges unserer Psyche. Außerdem birgt es die Gefahr, dass wir die Signale von anderen Artgenossen nicht oder falsch verstehen. Insofern ist dann das Risiko sogar größer, dass ein „Unfall“ passiert. *jawohlwoaff*

Also ihr lieben 2-Beiner, wenn ihr das nächste Mal den Kontakt mit anderen Artgenossen verbietet, denkt mal darüber nach, dass ihr dann zwar kurzfristig für die Sicherheit eures Hundes gesorgt habt, ihm aber somit quasi die Sozialisation vorenthaltet und langfristig ihr sogar die Gefahr für ihn erhöht – ist ja auch canilogisch.

Links zum Thema:


Empfohlene Literatur:



PS: Dies ist der ergänzende Blogbeitrag zu unserer Kolumne in WUFF - Das Hundemagazin (09/2018) "'Helikopter-Halter'...verhindern eine gesunde und soziale Entwicklung ihrer Hunde"



Donnerstag, 19. Juli 2018

Dinge, die wir Hunde euch Menschen voraushaben (Teil 2)

🐶 Hier im 2. Teil unserer Rubrik erfahrt ihr wieder einige Dinge, die wir Hunde euch 2-Beinern voraushaben. Das sind nämlich gar nicht mal so wenige... Nehmen wir doch nur mal das Kacken. *wedelfreu* Das ist bei euch felllosen Primaten recht inneffizient. So machen wir Hunde einfach unseren Haufen und danach ist unser Analbereich vergleichsweise recht sauber. Doch wie ist es bei euch? Ihr müsst nachdem ihr eure Stoffwechsel-Endprodukte (also euren biologischen Dreck) ausgeschissen habt, noch euren Hintern mit Papier abputzen - und macht damit noch mehr Dreck (vom Verbrauch von Ressourcen, dem Papier, mal ganz zu schweigen).*schlauschaufrechwedel*


🐶 So einiges haben wir Hunde euch Menschen voraus... 


Panoramablick



Farbspektrum

 

Starker Lappen


Zum 1. Teil unserer Rubrik "Dinge, die wir Hunde euch Menschen voraushaben", geht es hier.


Mittwoch, 11. Juli 2018

Interview mit dem Filmtier- und Hundetrainer Dirk Lenzen über sein neues Buch, worin auch Hunde zu Wort kommen

🐶 Und wieder hat mein menschliches Cerebral-Interface es getan, ein Interview in unserer Kolumne im Hundemagazin WUFF. *wedelfreu* Dabei weiß mein Oller doch, wie schwer es mir fällt, zu einem Interview einen begleitenden Blogartikel zu schreiben. Aber diesmal hab ich den Ollen ausgetrickst! *frechwedelfreu* Denn wisst ihr, bei so einem Interview werden meist mehr Fragen gestellt, als abgedruckt werden. Während die beiden sich auf dem Gelände von Dirk Lenzens Hundeschule animalstar unterhielten, habe ich gelauscht. *ohrennachvorn* Und so habe ich ihm das Interview stibitzt...ich war also schnüffel-investigativ unterwegs. *megafrechwedel* Mein Cerebral-Interface Maximilian hat sich mit dem bekannten Filmtiertrainer, der bereits schon mit Hollywood-Stars wie Tom Cruise gedreht hat, über sein neues Buch "Wenn Hunde sprechen könnten und Menschen richtig zuhören" (Co-Autor Sebastian Brück; erschienen im GU Verlag) unterhalten. Darin kommen nämlich Trainer, Halter und - was mich besonders freut - wir Hunde zu Wort. *jawohlwoaff* Lest nun den Teil, den mein Oller rausgekürzt hat:


Dirk Lenzen und Gassireporter Rico

Wie sind denn so bisher die Reaktionen der Halter auf das Buch?
Dirk Lenzen (DL): Natürlich, weil es so noch nicht gegeben hat, nur gute. (lacht) Vor allem loben alle die Verständlichkeit, keiner sagt, es wäre zu kompliziert. Auch nutzen es viele zum Nachschlagen.


Und wie sind die Reaktionen anderer Hundetrainer?
DL: Auch da habe ich positive Reaktionen von Kollegen, die sich darüber freuen, weil ich so deren Arbeit vereinfache. Ein Hundetrainer-Kollege, soll mein Buch sogar seinen Kunden weiterempfehlen. Allerdings im so genannten „Flurgeflüster“ bekomme ich schon mit, dass dem ein oder anderen Kollegen, das Buch missfällt – und sei es nur, weil er mit anderen Methoden trainiert.


Was wünschst du dir von Hundehaltern, das sie im Umgang mit ihrem Hund aber auch anderen Haltern, beachten sollten?
DL: Da wünschte ich mir:
1) Mehr Rücksicht – sie sollten sich im Klaren sein, dass der Gegenüber einen anderen Hundecharakter hat als der eigene.
2) Die Grunderziehung zumindest im 1. Jahr ernster nehmen und sich nicht von der Putzigkeit des Welpen oder Junghundes erweichen lassen. Ich kenne dieses Gefühl, aber als Profi kann ich das ausschalten, um sachlich mit der Sache umzugehen.
3) Mehr Verständnis für andere Hunde, für andere Halter, aber auch für die Nicht-Halter
4) Mehr Verantwortungsbewusstsein - einen Hund durchs Leben zu führen sehe ich ähnlich wie das Autofahren. Mit 180 km/h über die Autobahn, ohne Rücksicht auf andere Fahrer und dabei auf der Rückbank noch ein Leberwurstbrot schmieren; das bringt nicht nur einen selber in Gefahr, sondern ist verantwortungslos gegenüber seiner Umwelt. So sollten Halter ihren Hund nicht durchs Leben führen!

5) Weniger Wettbewerb, wie ich ihn oft im Hundesport oder auf Ausstellungen gesehen habe. Denn wo der Wettbewerb anfängt, hört der Tierschutz meist auf.


Aber förderst du nicht mit deinen Castings solchen Wettbewerb? Kommen da nicht auch Leute, die ihren falschen Ehrgeiz auf den Hund projizieren?
DL: Ja, die gibt es natürlich. Aber ehrlich gesagt, muss ich die meist gar nicht aussortieren, das machen die oft schon ganz alleine durch ihr gestörtes Verhältnis zum Hund. Denn dann funktioniert es meist auch nicht mit den beiden als Team vor der Kamera.

Für Dirk Lenzen ist die Perspektive der Hunde mindestens so wichtig, wie die von Trainern oder Haltern

Wie sollte deiner Meinung nach denn der „optimale“ Hundehalter sein? Welcher Typ oder Mischtyp hat am wenigsten und/oder seltensten Probleme?
DL: Zunächst die Basics: Er muss finanziell in der Lage sein, seinen Hund zu Versorgen, sowohl im Alltag als auch in Notfallsituationen medizinisch. Das Zeitmanagement ist auch wichtig, kann man den Hund mit der eigenen Lebensführung vereinbaren? Das sollte man sich vorher genau überlegen. Besonders förderliche Charaktereigenschaften sind Gelassenheit, Choleriker haben bei den meisten Hunden schlechte Karten, und Souveränität. Auch sollte man nicht empfindlich sein und sich beispielsweise aufregen, weil der Hund den Knochen auf dem Teppich frisst und den somit verdreckt.


Welcher Halter-Typ hat denn deiner Erfahrung nach am häufigsten Missverständnisse mit seinem Hund?
DL: Die vor lauter Nervosität gar nicht überlegt haben, dass sie sich auf einen Deal eingelassen haben, wenn sie einen Hund übernehmen. Zu den Nervösen und Unüberlegten gesellen sich dann noch diejenigen, die die Verantwortung abgeben wollen, die glauben, dass der Hundetrainer schon alles richtet.
Schwierig sind auch diese festgefahrenen Ideologen, die sind schwer zu knacken. Ein offener Charakter ist da für den Hund in mehrerer Hinsicht förderlicher.

Zwischendurch war auch Zeit für die ein oder andere kleine Übung

Du bist ja auch Filmtiertrainer. Kannst du bitte kurz umreißen, welche Eigenschaften ein Hund haben sollte und was er auf jeden Fall bereits können sollte?
DL: Ganz wichtig ist ein stabiles Wesen! Menschenfreundlich, kinderlieb muss auch sein, da sie ja vor und hinter der Kamera, egal ob für Film oder Foto, damit zu tun haben. Oft wird auch mit anderen Tieren zusammen gedreht, beispielsweise mit Katzen – da wäre so ein ausgesprochener Katzenjäger fehl am Platz. Sie sollten die Grundkommandos beherrschen, also: Sitz, Platz, Bleib etc. Idealerweise können sie das auf Handzeichen und auf Entfernung, denn der Halter und ich stehen ja hinter(!) der Kamera. Aber im Vergleich zu früher muss ich den Hunden gar nicht mehr so viel Neues beibringen, da heutzutage viele Halter denen schon den ein oder anderen Trick beibringen auf dem ich dann auch aufbauen kann. Heutzutage bin ich daher eher eine Art Scout, der auch darauf achtet, dass die Tierschutzverordnungen eingehalten werden, die ganze Abwicklung begleitet, eben alles, was so noch dahinter steckt.
 



PS: Dies ist der ergänzende Blogbeitrag zu unserer Kolumne in WUFF - Das Hundemagazin (08/2018) "Erkenntnisgewinn durch Perspektivwechsel"