Mittwoch, 8. Februar 2017

"Vorurteile" sind für uns Hunde sowas wie Datenmüll... :-)

Also so langsam glaub ich, dass mein Oller mich mit den Themen in unser Kolumne im Hundemagazin WUFF ärgern will. *brummm* In der vergangenen Woche erschien ja sein Beitrag darin online und heute kam die Druckausgabe in den Handel. Entweder er bringt ein Interview oder so schwierige Themen wie jetzt: Vorurteile.

Denen bin ich ja auch tagtäglich ausgesetzt - so als großer gestromter Hund ist man ja Hunde-Staatsfeind Nr. 2 (gleich hinter den großen, schwarzen). Aber insbesondere so genannte Kampfhunde wie mein Kumpel, der Staff-Boxer-Mischling Jackson (von dem mein menschliches Cerebral-Interface euch in unserer Kolumne berichtet hat) haben darunter zu leiden. Und ehrlich gesagt, dass ist canilogische gesehen totaler Unsinn! Denn um es mal klar zu stellen: WIR HUNDE HABEN KEINE VORURTEILE! Also zumindest nicht so wie ihr 2-beinigen, felllosen Primaten... *frechwedel*


Mein neuer Kumpel Jackson und ich...kaum zu glauben, wie wir uns anfangs an die Kehle wollten...
Foto: Der Papagraf

Klar treffen wir auch ein Urteil, sonst wären wir ja nicht handlungsfähig. Aber das ist eher punktuell, auf den Moment bezogen, auf die Situation. Denn wir Hunde leben ja im Hier und Jetzt - haben daher immer nur ein aktuelles, situatives Urteil. Das was ihr Menschen Vorurteil nennt, könnte man bei uns Hunden besser "früheres Urteil" nennen. Und das ist für uns Hunde sowas Ähnliches wie für euch Menschen Datenmüll - liegt ja in der Vergangenheit und ist daher für uns nicht mehr relevant.


Dadurch haben wir Hunde einen klaren Vorteil: Wir haben nicht mit Vorurteilen zu kämpfen. Während ihr Menschen damit ganz schön viel Zeit verschwendet - naja, ihr lebt ja auch länger, wohl daher geht ihr damit so verschwenderisch um. Das ist um so erstaunlicher, weil doch auch so vieles auch aus eurer Menschenwelt gegen Vorurteile spricht, wie sie sich beispielsweise in den Gesetzen gegen Listenhunde niederschlägt: Wissenschaftliche Studien, Beissstatistiken, aber auch persönlicher Erfahrungen sprechen dagegen - trotzdem halten sich die Vorurteile hartnäckig in euren Primatenköpfen.*ohrennachvorn*

Jedenfalls fiel es mit dadurch nicht schwer mich mit Jackson anzufreunden, auch wenn wir uns schon bei der 1. Begegnung an die Kehle wollten. Das ist aber wie schon gesagt Vergangenheit gleich Datenmüll.

Und bevor wieder einer meckert: Klar, ich weiß auch, dass wir Hunde uns auch erinnern können (also an etwas aus der Vergangenheit), sonst könnten wir ja nichts lernen. ABER: Das hat eher was mit Erfahrungswerten zu tun und nicht mit Vorurteilen, wie ihr Menschen sie habt. *jawohlwoaff*
 
Bei unserem 3. Gassireport-Treffen lernten Jackson und ich uns dann näher kennen. Die Begrüßung fiel zwar genauso aggressiv (hey, wir Hunde sind halt authentisch! selbst dann!) wie beim 1. Mal aus. Mit dem ganzen Gebelle und Gegeifer was dazu gehört. Volles Rüdenprogramm halt. Dabei hat mein Oller einiges abbekommen, an Sabber und Krallen und so - selber schuld, was geht der auch dazwischen. *frechwedel* Aber mit der Zeit kamen Jackson und ich uns im wahrsten Sinne des Wortes näher. Wir liefen unsere anfängliche Feindschaft einfach weg - quasi: Gassi gegen Vorurteile (ich benutze jetzt mal der Einfachheit halber euer menschliches Wort dafür; doch versucht es selber mal, klappt auch mit nur 2 Beinen!). Am Ende liefen wir wie 2 alte Fellkumpels Arsch an Arsch nebeneinander. *wedelfreu*
 
Als Hund fiel es mir auch gar nicht schwer mit Jackson Freundschaft zu schließen. Denn mein situatives Urteil zeigte sich als unnötig und lag nun in meinem Hirn im Ordner "Datenmüll". Wichtiger war das Jetzt, das waren die relevanten Fakten für mich. Im Fall von Jackson hieß das für mich: gemeinsam Spannendes erschnüffeln mit einem Fellfreund.




PS: Dies ist der ergänzende Beitrag zu unserer Kolumne in WUFF - Das Hundemagazin (03/2017) "Gassi gegen Vorurteile"



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