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Donnerstag, 19. Juli 2018

Dinge, die wir Hunde euch Menschen voraushaben (Teil 2)

🐶 Hier im 2. Teil unserer Rubrik erfahrt ihr wieder einige Dinge, die wir Hunde euch 2-Beinern voraushaben. Das sind nämlich gar nicht mal so wenige... Nehmen wir doch nur mal das Kacken. *wedelfreu* Das ist bei euch felllosen Primaten recht inneffizient. So machen wir Hunde einfach unseren Haufen und danach ist unser Analbereich vergleichsweise recht sauber. Doch wie ist es bei euch? Ihr müsst nachdem ihr eure Stoffwechsel-Endprodukte (also euren biologischen Dreck) ausgeschissen habt, noch euren Hintern mit Papier abputzen - und macht damit noch mehr Dreck (vom Verbrauch von Ressourcen, dem Papier, mal ganz zu schweigen).*schlauschaufrechwedel*


🐶 So einiges haben wir Hunde euch Menschen voraus... 


Panoramablick



Farbspektrum

 

Starker Lappen


Zum 1. Teil unserer Rubrik "Dinge, die wir Hunde euch Menschen voraushaben", geht es hier.


Mittwoch, 27. Dezember 2017

Dinge, die wir Hunde euch Menschen voraushaben... (Teil 1)

🐶 Wir Hunde haben ja in so manchen Bereichen die Nase vorn. Ja, wir sind euch 2-Beinern in einigen sogar hundehüttehoch (Menschensprache: haushoch) überlegen! *frechwedel* Darum haben wir eine neue Rubrik geschaffen, in der wir euch berichten, auf welchen Gebieten wir euch was voraushaben. Aber deswegen müsst ihr felllosen Primaten nicht gleich Komplexe kriegen, denn ihr könnt auch einiges, was wir wiederum nicht können. So ergänzen wir uns wuffig-prächtig.  *wedelfreu* So mancher, der sich mit der Geschichte von Hund und Mensch beschäftigt hat, ist genau deswegen der Meinung, dass die Hund-Mensch-Partnerschaft ein nahezu unschlagbares Team bildet.

Partner!
Foto: Lutz Borger


Wahrnehmungsraum von Gerüchen


 

Wahrnehmung des Magnetfeldes


 

Geschwindigkeit


 

Gehör





Freitag, 9. September 2016

Meine Geschichte bevor ich meinen Menschenpartner traf... (4. Teil)

Mittlerweile war ich schon über 10 Wochen auf der Welt... *schnauf* tolle Welt...ein Keller...mittlerweile voll von unserer Kacke und Pisse. Meine anfängliche Neugierde auf die Welt hatte mittlerweile den ein oder anderen Dämpfer erlebt...

Freilich wusste ich damals nicht, dass es fast 11 Wochen waren...woher auch? Denn zum einen bekam ich ja in dem Keller nichts vom Tageswechsel mit und außerdem haben wir Hunde ja nicht so ein Zeitgefühl wie ihr 2-Beiner... Aber das war schon einer dieser Dämpfer: diese begrenzte Welt, die immer mehr stank. *brummm* Wenn das die Welt sein sollte, nunja, so war meine Neugierde darauf mehr als gedeckt...ich hatte im wahrsten Sinne die Nase voll! *schnauf*


Boooaaah, die Welt kann ja richtig pansig schön sein! Einfach wuffastisch!

Doch neben diesem Dauer-Dämpfer gab es noch einen anderen: den Menschen. Der kam so ein- oder zweimal am Tag... Jedesmal machte er mit uns so komische Sachen, versuchte uns wild zu machen... *schüttel* und bei denen es nicht gelang, da wurde er böse...so auch manches mal bei mir...denn ich beobachtete viel und wurde nicht direkt sauer, wie ein paar meiner Geschwister...irgendwie fiel es mir auch schwer, den Kerl wirklich ernst zu nehmen. Zu unkoordiniert wirkten seine Bewegungen. Aber gerade weil ich nicht so schnell agressiv wurde, bekam ich es von ihm zu spüren. Den ein oder anderen Schlag oder Tritt musste ich einstecken... *brummm* Naja, immerhin war es eine Abwechslung zum sonst recht eintönigen Leben im Keller...

Außerdem brachte er uns ja Futter mit. Auch wenn es nicht reichte...und wohl auch nicht das beste Futter war. Wir hatten alle schon Mangelerscheinungen... Plattfüße, stumpfes und löchriges Fell...

Das ist also ein Rinderohr? *schmatz* Ist lecker! Toll! Kannt ich vorher nicht...

Immer wieder verschwanden Geschwister von mir mit dem Kerl. Ich hoffte, dass sie es besser haben würden. Aber die besorgten Körpersignale meiner Mutter ließen mich nichts gutes ahnen. "Die Wildesten und Agressivsten sind meist die Ersten. Doch ihnen geht es nicht besser: Sie müssen kämpfen", signalisierte mir Mutter... Und was ist mit denen, die als letztes übrig bleiben?, wollte ich wissen. Meine Mutter senkte traurig den Blick...und ich spürte ihre Trauer nicht nur, ich konnte sie auch riechen...denn die übrig blieben, die wurden "entsorgt"...

Da hörte ich Geräusche! Kam der nach Alkohol riechende Mann wieder? Würde er wieder versuchen uns sauer zu machen? Und vor allem: würde er wenigstens ein bisschen Futter mitbringen? Freudig wedelnd liefen schon einige Geschwister zur Tür... Ihr denkt sicher, was für blöde Hunde? Aber so sind wir, wir freuen uns auf euch Menschen, auch wenn ihr uns nichts Gutes tut... Vor Jahrzenhntausenden schlossen wir Freundschaft, einen Pakt, ja mehr noch: wir gingen den Weg der Koevolution! Und wir Hunde halten uns daran, denn ihr seid unsere Partner!

Und irgendwie freute ich mich auch ein wenig...wegen der Abwechslung und dem Futter. Obwohl ich sicher wieder wegen meiner skeptischen Art den ein oder anderen Hieb bekommen werde...aber immerhin auch Aufmerksamkeit... Und da kam mir die Trauer meienr Mutter in den Sinn: Würden wir jetzt etwa "entsorgt" werden?

Plötzlich offnete sich die Tür...meine Aufregung wuchs...die Gerüche waren anders...die Proportionen auch...die Bewegungen erst recht...das waren andere Menschen! *schwanzwedelheftig* Und sie schmimpften! Aber nicht mit uns, sondern mit dem nach Alkohol riechenden Mann, der uns immer besucht hatte. Vor allem ein Mann sprach viel und mit sehr ernstem, ja strengen Tonfall mit ihm (es war der Amtsveterinär, der die Beschlagung durchgeführt hatte).

Mit uns redeten sie (den Amtsveterinär begleiteten ein paar Tierschützer) dagegen ganz behutsam und leise... Unsere anfängliche Unsicherheit wich, zumal auch Mutter mit ihrem warnenden Gebell aufhörte. Denn eine Frau kümmerte sich um sie. Es war die erste Menschenfrau in meinem Leben die ich roch... Unser Zutrauen zu diesen Menschen wuchs, und so näherten wir uns ihnen. Doch das sollte ich schnell bereuen. Denn sie packten uns in kleine Kisten. Na prima, ist das jetzt meine Welt? Die ist ja noch kleiner als der Keller! *brummschnauf*

Sie trugen die Kisten mit uns dann heraus. Und nachdem sie eine Treppe raufgegangen waren, erlebte ich zum ersten mal in meinem Leben die "Menschenwelt". Was für ein Abenteuer, so viele Farben, so viele Geräusche und was viel wichtiger war: so viele manigfaltigen Gerüche. Ich vergaß sogar die Enge der Box, so gebannt war ich...

Sie steckten uns in ein Auto...wobei, ich wusste damals nicht einmal, dass das ein Auto war...ich wusste ja nicht mal, was ein Auto überhaupt war (okay, ich weiß es auch heute nicht so genau...aber ich weiß, dass es ein Fortbewegungsmittel ist...und selbst das wusste ich damals nicht). Die Fahrt war völlig ungewohnt, nicht nur das Gerückel, auch die vielen Geräusche...vom Motor, von der Straße, von den Leuten im Wagen... Dann hielten wir an. Das hatten wir wärend der Fahrt öfter, daher rechnete ich damit, dass es gleich wieder losgehen würde und krallte mich am Boden der Box fest...naja ich versuchte es, denn der war viel zu glatt...

Aber wir fuhren nicht weiter. Die Heckklappe des Wagens öffnete sich... Was kam jetzt? Werden wir kämpfen müssen? Oder werden wir "entsorgt", weil wir die letzten des Wurfs waren, die keiner haben wollte? Meine Kiste wurde mit zwei weiteren herausgenommen und an andere Menschen übergeben. Rüde (Menschensprache: Mann), war das ein Wechsel...heute würde ich sagen: wie im Taubenschlag...aber damals kannte ich ja keine Tauben...ich kannte eigentlich noch nichts...nur den Keller und seine stinkenden Gerüche...daher fand ich alles recht unheimlich. Aber irgendwie war ich auch neugierig... *ohrennachvorn*

So landete ich im Tierheim Hilden. Viele denken da schon, der Arme. Aber nein, das war ganz toll da! Denn im Vergleich zum Keller zuvor war es da ganz wuffig. Wir waren viel an der frischen Luft und es haben sich ganz zauberhafte Menschen um uns gekümmert. Und endlich gab es genug zu fressen... *schleck* Ja, wenn das die Welt war, damit konnte ich leben. Okay, hinter Gittern ist nicht toll und all die bellenden Hunde können echt nerven...aber das war um Lichtjahre besser als der blöde Keller...


Also auf deinem Schoß, da gefällt es mir wuffig! *schwanzwedel* Und endlich sehe ich auch mal deine Augen!

Und dann geschah es! Nur ein paar Tage nach meiner Ankunft. Da kam so ein seltsamer 2-Beiner ins Tierheim und stand vor dem Zwinger, in dem ich und meine zwei Brüder untergebracht waren. Warum seltsamer Kerl? Nun, das hatte hauptsächlich zwei Gründe: 1) er war so ganz anders, als die Männer die ich bisher kennen gelernt hatte (okay, das waren ja nicht viele, aber der einzige Erfahrungsschatz, den ich hatte): er roch kein Stück nach Alkohol (ich erfuhr später, dass er selten trinkt, weil er nicht viel davon verträgt), keine Haare und dann diese seltsam großen Augen ohne Pupille (ich wusste damals noch nicht, was eine Sonnenbrille war). Irgendwie irritierte mich das zwar, aber sein Blick wirkte dadurch auch weniger starrend und bedrohlich. 2) Ich spürte sofort: DER PASST! Das war er! Der fehlende Teil! Auf den habe ich gewartet! Er würde mich ergänzen und ich ihn! PARTNER!

Wir gehören zusammen!

Leider war der Typ, der später mein Oller werden sollte, nicht so schlau...damals noch weniger als heute...er merkte es nicht...also, nicht so schnell. Er denkt einfach zu viel nach... Ich merkte wie er außerhalb des Zwingers eher einen anderen Bruder von mir beobachtete. Dann kam er rein... Sogleich stürmten meine beiden Brüder auf ihn zu. Ich kam auch näher, blieb aber in einem gewissen Abstand stehen und beobachtete. Ihr glaub aus Vorsicht? Hm, kann sein, daran erinnere ich mich nicht mehr, nur an meine Neugierde und dass ich nicht "unhöflich" sein wollte, indem ich ihn bedränge. Ich wusste doch gar nicht, ob er das mag... Ich musste ihn doch erst verstehen...und dieser Wunsch wurde immer stärker...

Dann drehte er sich plötzlich zu mir um. Heute weiß ich, dass er sich beobachtet gefühlt hatte, so als ob irgendwelche Blicke in seinem Nacken wären... MEINE Blicke! Ha, war er also doch nicht so dumpf...hatte er es also auch gespürt... Und dann beschäftigte er sich mit mir. Oh diese Freude oder dieses Glück. *schwanzwedelfreu* Endlich war mein Partner da, endlich war ich vollständig. Alles war vergessen, der stinkende Keller, meine Brüder, ja selbst meine Mutter, die ich seit dem nicht mehr gesehen habe. Zeig mir die Welt! Lass sie uns gemeinsam erkunden! Wo du hingehst, da will auch ich hin!

Aber was war das? Er ging... *schnaufschüttelbrumm* wieso? Was hatte ich falsch gemacht? Hat er es doch nicht gespürt? war ich zu zaghaft? zu subtil? Immerhin waren meine Brüder da etwas aufdringlicher und unbeherrschter... Ich ahnte damals ja nicht, in welcher schwierigen Lebenssituation er sich befand, in einer richtigen Umbruchphase...ich spürte da nur eine gewisse Unruhe in ihm... Aber nun war mein Partner weg...noch lange schaute ich am Gitter ihm nach, während meine Brüder sich schon mit was anderem beschäftigten...

Hatte ich meinen Partner verloren? Hatte ich etwas falsch gemacht? Plötzlich war ich wieder unvollständig...denn wisst ihr lieben Menschen, wir Hunde haben mit euch eine Koevolution mitgemacht, daher sind wir auf eine gewisse Art mit euch verbunden, wir brauchen euch, denn erst dann macht unser Leben einen vollen Sinn...und den hatte ich gerade verloren... *traurigschau*

Ich konnte ja nicht wissen, dass mein 2-Beiner damals schon mit den Leuten vom Tierheim gesprochen hatte und sie gebeten hatte mich bis zum kommenden Tag zu "reservieren". Woher sollte ich das auch gewusst haben, ich war ja nicht dabei. Und er ist halt auch keiner, der verantwortungslos einfach einen Hund aus dem Tierheim mitnimmt ohne darüber mal nachzudenken (zumal er sich damals noch um 2 andere Hunde kümmern musste und wie gesagt, so einiges in seinem Leben zu dem Zeitpunkt los war, aber das wird er euch bald in seinem Beitrag anlässlich unseres "gemeinsamen Geburtstages" am 9. September erzählen).
 
Der allererste (2012) Gassigang und nach einem Jahr (2013)...

Doch dann, am kommenden Tag, ganz früh am Morgen, da kam der komische Typ mit den großen Augen und ohne Haare wieder. Dieses Mal wollte ich nichts riskieren! Diesesmal würde ich nicht so subtil sein, nicht so zaghaft. Scheiß auf Höflichkeit! Der Kerl braucht offenbar deutliche Signale! Und so stürmte ich sogleich auf ihn zu. Erst da interessierten sich auch meine Brüder für ihn und liefen auf uns zu. Aber dieses Mal nicht! Das war MEIN Partner! Und so schnappte ich nach meinen Brüdern, als sie links und rechts von mir erschienen...


...nach 2 Jahren (2014)...
Foto: Antje Hachmann

Und dann hörte ich seine Worte: "Ich glaub die Entscheidung hat der Kleine hier schon getroffen." Er nahm mich an die Leine und zum ersten mal gingen wir gemeinsam Gassi. Noch bevor wir das Tierheim durch die Tür für das Test-Gassi verließen sagte er: "Ich geh mal eine Runde mit ihm, aber ihr könnt schon mal die Papiere fertig machen." Und zum ersten Mal, entdeckte ich die WELT mit MEINEM PARTNER! Oh dieses Glücksgefühl, endlich begann mein Leben - unser gemeinsames Leben.


...nach 3 Jahren (2015)...
Foto: Katharina von Zitzewitz

Daher nennen wir diesen Tag, den 9. September (übrigens auch in anderer Hinsicht ein Jubiläum, denn nach einem Jahr bei meinem Partner startet an den Tag auch unser Blog, er feiert also heute 3-Jähriges!), auch "unseren gemeinsamen Geburtstag", denn auch ich änderte viel im Leben meines 2-Beiners. Mehr als wohl jeder Hund zuvor. Aber das wird er euch schon bald selber in einem Beitrag berichten. Denn hier endet meine Geschichte bevor ich Maximilian traf. Dafür begann an jenem 9. September eine neue, weitaus tollere und größere Geschichte - das Leben als Team! Ich kannte nichts, du zeigtest mir die Welt, hast sie mit mir gemeinsam entdeckt - jetzt fürchte ich nichts mehr.

...nach 4 Jahren (2016) Partnerschaft!
Foto: Ira Prettycloud


Die anderen Teile meiner Geschichte findet ihr hier:

PS: Diese Geschichte beruht zum Teil auf recherchierten Fakten, auf Gesprächen mit den Tierheim-Mitarbeitern, auf der Beobachtung von meinem Verhalten und auf Geschichten von anderen Vermehrern und dabei typsicher Parallelen. Sicher, ein Teil ist auch dichterische Freiheit. An dieser Stelle möchte ich mich ganz besonders bei den Mitarbeitern des Tierheims Hilden bedanken, denn ohne euch hätten Maximilian und ich uns nie gefunden! (Sie hatten meinen Partner sogar extra wegen mir kontaktiert.)


Partner! (2013)



Sonntag, 28. August 2016

Meine Geschichte bevor ich meinen Menschenpartner traf... (Teil 3)

Farben! Das war ja alles bunt! Okay, Rot und Grün sahen recht ähnlich aus, aber endlich konnte ich sehen! Nach so viele Tagen in der Dunkelheit – nur auf meine Nase und mein Gehör angewiesen. Blinzelnd sah ich mich um. Naja, wirklich heller war es nun nicht – in dem Keller brannte kein Licht. Aber ich konnte endlich einmal meine Geschwister sehen! Und meine Mutter!

Sogleich rannte ich fiepsend und freudig wedelnd auf sie zu – das war alles so wuffig spannend (nur konnte ich damals noch nicht wuffen, es kam nur ein Fiepsen raus). Beruhigend leckte sie mein Fell. So sah also die Welt aus? Dunkel, grau, dreckig...überall lag schon der Kot meiner Geschwister und meine Mutter. „Nein, mein Sohn, so sieht nur dieser Kellerraum aus. Die Welt ist viel heller und bunter.“ Noch mehr Farben?, schoss es mir erwartungsvoll durch den Kopf...

Als ich das von meiner Mutter erfuhr, da war er wieder: der Drang diese Welt zu erkunden und dieses andere seltsame Gefühl, das mir sagte, dass ich zu jemanden gehöre. *amohrkratz* Doch da riss mich etwas jäh aus meinen Gedanken...Geräusche, Gerüche...der Mensch kam wieder!

Bist du an meiner Seite beim Erkunden der Welt?

Endlich würde ich dieses seltsame Wesen auch sehen! Meine Geschwister hatten ihn auch schon bemerkt...aufgeregt liefen einige zur Wand unserer Wurfbox. Sie freuten sich tatsächlich auf ihn...war es doch die einzige Abwechslung am Tag...obwohl er nicht gerade freundlich oder rücksichtsvoll mit uns umging. *brumm* Meistens schob er uns einfach mit den Füßen beiseite. Oder er hob uns und wendete uns, so dass manchem meiner Geschwister sogar schlecht wurde. Einmal hatte eine Schwester ihn angekotzt, woraufhin er sie sogleich fallen ließ und ganz laut geschimpft hat. Verstand ich gar nicht, seine Wut, schließlich war doch eh alles dreckig. Außerdem war er doch selber schuld, dass meiner Schwester schlecht wurde...

Aber wie gesagt, meine Geschwister freuten sich dennoch über seinen Besuch. Ich mich ja auch irgendwie...aber ich gehörte zu den skeptischeren meines Wurfes...

Die Tür öffnete sich...und da stand er: Auf nur 2 Beinen? Wieso fällt der nicht um? Kein Fell? Wird dem denn nicht kalt? Und was sollen die Vorderpfoten da sinnlos an der Seite baumelnd? Seltsame Wesen diese...diese...diese...*amohrkratz* Felllose Primaten! *wedel*

Und dieser felllose Primat drückte meine mutigsten Geschwister, die sich als nächstes an ihn heran getraut hatten, wieder mit seinen Füßen unsanft beiseite. Er roch diesmal anders als sonst...ein anderer Geruch mischte sich unter den Schweiß und dem Alkohol...es roch irgendwie lecker (der neue Geruch, nicht der Schweiß und der Alkohol!).

Bist du es? auf den ich gewartet habe? Mein Partner?

„Na da schau her, die meisten haben ja schon die Augen auf“, hörte ich seine Stimme. „Dann fangen wir gleich mal mit dem Training an, denn Welpen haben viel zu lernen...“ Irgendwas in seiner Stimme schenke ich wenig Glauben...besonders vertrauenerweckend roch er ja eh nicht...

„Ich hab auch Futter für euch. Aber erst die Arbeit, dann das Vergnügen.“ Wie begrenzt dieses Vergnügen war, sollte ich erst später erfahren. Zuerst lernte ich eine der ersten „harten Lektionen“ kennen... Der Mensch füllte das lecker riechende Futter aus seiner Tasche – später erfuhr ich, dass sowas Tüte heißt – in einen Napf. Er öffnete unsere Wurfbox, zum ersten Mal kamen wir da heraus. Und dann fing er an...ging auf uns Welpen zu, bedrohlich, wild mit der Tüte raschelnd... Die Mutigsten von uns stürmten vor und bellten ihn mit ihren damals noch hellen Stimmchen an. Unsere Mutter versuchte uns zu verteidigen, uns zu beschützen...doch sie kam nicht heran, denn sie war angeleint... *brummm*

Die Welt ist ganz anders, als ich sie bisher kannte...echt wuffig spannend!

Ich gehörte nicht zur 1. Reihe der Angreifer, eher zu den 2. ... ich blieb also in etwa auf der Höhe meiner Mutter. Die weniger Mutigen von uns versteckten sich hinter ihr, die besonders Wagemutigen wagten sich sogar ein oder zwei Hüpfer voraus... Irgendwann war diese bedrohliche Situation vorbei. Der Mensch griff zum Napf, stellte ihn hin und betrachtete zufrieden wie die mutigsten von uns als erstes zum Napf stürmten. Es reichte gar nicht für uns alle...und naja, das beste Futter war es wohl auch nicht gerade...aber wir hatten Hunger...und daher begannen auch einige meiner Geschwister andere von uns vom Napf wegzujagen. Bei mir haben das auch einige versucht, ein paar sogar mit Erfolg... *schüttel*

Der Mensch beobachtete uns dabei, zumindest beim ersten Mal. Ich roch seine Zufriedenheit... „Toll, gerade ihr mutigen Racker werdet einen satten Preis erzielen. Und euch andere werden wir auch schon gewinnbringend los werden.“ Dann verschwand er, während wir uns um die letzten Brocken stritten...

Unsere Mutter versuchte zu schlichten. Aber sie kam nicht an uns heran. Denn der Mensch hatte den gedankenlos den Napf außerhalb ihrer Reichweite hingestellt. Als alle Brocken vergeben waren und ich ihr Winseln hörte, tapste ich zu ihr. Ich wollte wissen, was er da mit uns gemacht hatte und warum?

Erstes Beschnüffeln von nachbarschaftlichen Gefilde...hier im Düsseldorfer Hofgarten

Mutter signalisierte mir: „Er hat euch getestet, er wollte wissen wer die Mutigsten und Aggressivsten unter euch sind. Er wollte euch mit der raschelnden Tüte nervös, im besten Fall sogar aggressiv machen.“ Aber warum?, wollte ich wissen. „Genau weiß ich das auch nicht mein Sohn, aber die Mutigsten und Aggressivsten verschwinden immer als erstes – und oft höre ich dabei das Wort „Hundekampf“. Sie lassen uns kämpfen? Etwa gegeneinander? „Ja mein Sohn, sowas tun Menschen...“, signalisierte sie mir mit Trauer und auch schmerzlichen Erinnerungen. Erst jetzt bemerkte ich die Narben auf ihrem Körper (meine Augen waren ja erst seit ein paar Stunden geöffnet)...

Der Mensch kam noch so manches Mal. Jedes Mal brachte er Futter, jedes Mal machte er uns vorher wild – ziemlich oft mit einer Tüte, aber auch mit anderen Gegenständen und Methoden. Und immer war das Futter zu knapp für uns alle (wenigstens vergaß er nicht jedesmal unsere Mutter). Dennoch freuten sich viele meiner Geschwister über seinen Besuch...es war ja die einzige Abswechslung in unserem Kellerleben und immerhin gab es Futter, wenn auch wenig...zu wenig, satt wurden wir nie, Streiterei untereinander gab es immer um die letzten brocken...dennoch freuten wir uns über seinen besuch, wir Hunde sind so...wir freuen uns selbst dann bei euch Menschen, wenn ihr uns nicht wohlgesonnen seid...

Das sind also Blätter...kenn ich nicht...und du meinst echt, die sind ungefährlich? Ich vertrau dir, Partner!

Zum Glück sollte ich bald den Unterschied erfahren, dass es auch andere Menschen gibt. Doch zuvor, da fing es an. Die ersten von uns verschwanden. Manchmal, wenn der Mann kam, da nahm er den ein oder anderen, manchmal auch zwei oder gar drei von uns nach dem Essen mit. Meistens sahen wir unsere Geschwister nicht wieder.

Wohin sind sie?, wollte ich von unserer Mutter wissen. „Das weiß ich nicht, mein Sohn. Weg. Bei den Menschen wahrscheinlich.“ Also raus? In die Welt? Und was dann? Lebten alle Hunde dann in so dunklen und dreckigen Kellern wie wir? Würde ich wenigstens einen Blick und vor allem eine Nase in die Welt werfen können, bevor ich wieder in einen Keller komme? Und wo und was war dieser Teil, der mir noch fehlte, der da draußen auf mich wartete... *gähn* Mit diesen Gedanken schlief ich nach den aufregenden Erlebnissen des ersten Tages mit geöffneten Augen ein...
 

Im nächten und abschließenden Teil erfahrt ihr dann, wie ich raus kam und zum aller ersten Mal meinen 2-beinigen Partner traf. Und als kleine Überraschung wird dann auch mein Menschenpartner einen Beitrag schreiben. Denn ich änderte alles in seinem Leben. Was genau, das wird er euch dann offenbaren. Also: Stay tuned! Bleibt mit der Nase dran! 


Die beiden anderen Teile meiner Geschichte findet ihr hier:


Freitag, 29. Juli 2016

Meine Geschichte bevor ich meinen Menschenpartner traf... (Teil 2)

*gäähn* Ohrüde (Menschensprache: Ohmann), das "Geworfen-werden" ist ganz schön anstrengend. (Das könnt ihr hier nachlesen.) Und dann noch die vielen Eindrücke am ersten Tag...selbst mit meinen noch geschlossenen Augen. Wobei "Tag" trifft es nicht so ganz genau...eben auch weil meine Augen noch geschlossen waren. Heute weiß ich, dass es nicht wirklich Tage waren...heute würde ich eher von "Wachphasen" reden...aber damals, als kleiner Welpe in diesem Keller, da waren das eben "Tage" für mich...ich wusste es nicht besser, war ja noch sehr jung...

Jedenfalls wachte ich an diesem "Tag" nicht weniger neugierig auf dieses Ding, was man "Welt" nennt...und auch wieder sehr hungrig. Aber noch war es auszuhalten...außerdem hatte ich so ein seltsam drückendes Gefühl in der Bauchgegend...so, als wolle dahinten was raus... Also aufstehen *reckstreck* Passt ja, muss ich ja eh um die "Welt" (noch immer wusste ich nicht genau, was das war...aber ich spürte, es war wichtig) zu erkunden. Und so tapste und krabbelte ich los - immer meiner Nase nach *schnüffel*

Ein paar meiner Geschwister waren vor mir wach geworden. Ich hörte ihr Fiepen...dann erreichte ich eine Stelle die stark roch. Und voller Informationen war. Das Gefühl, so als ob da was raus will, wurde stärker...was geschieht da? Mein Hinterteil zuckte - ich drückte. Und setzte meinen allerersten Haufen in die Welt. *schwanzwedel* Huiiii, war das ein tolles Gefühl. Irgendwie befreit...und auch bereit, endlich die Welt zu erkunden. Zwar hatte ich auch wieder Hunger, aber noch nicht so dolle - die Neugierde war einfach größer. Und so tapste ich nach meinem ersten Geschäft im Leben weiter.

Ist die Welt schnüffelspannend!

Ich roch und hörte meine Geschwister, folgte ihren Gerüchen und Tönen...was mochte mich nur erwarten? Wie groß wohl diese Welt wohl sein mag? Welche Gerüche warteten auf mich? Was war dieses Ding namens Welt überhaupt? Und dann...*RUMMMS!* Was war das? *schüttel* Es gingt nicht weiter...

Vorsichtig schnüffelte ich. *sniffsniff* Der Geruch war mir nicht unbekannt, hatte ihn schon an meinem 1. Tag wahrgenommen. Nun aber war er wesentlich näher, intensiver... Kam mir nicht bedrohlich vor, wie alles speicherte ich ihn sogleich in meine Geruchsdatenbank ab (erst später sollte ich lernen, dass ihr Menschen das "Holz" nennt)...ich kroch ein wenig dieses Ding entlang...drumherum ging auch nicht...*fiep* Aber warum blockte es mich von der Welt ab? Oder war das etwa schon die Grenze der Welt? War sie hier auch schon zuende? *amohrkratzgähn*

Also wenn das die Welt sein sollte, dann ist das aber 'ne ziemlich kleine Angelegenheit. Da hörte ich ein neues Geräusch - ein neuer Duft drang in meine Nase. Meine Geschwister fiepten aufgeregter. Ich tapste daher in ihre Richtung, schließlich war ich ja neugierig, was da kommt... Doch dann roch ich die Nervosität meiner Mutter, irgendwas schien sie zu beunruhigen. War der neue Geruch oder das von dem er kommt etwa gefährlich? Sicherheithalber blieb ich daher auf halber Strecke zu meinen Geschwistern, die gegen die Grenze der Welt mit ihren Pfoten drückten und dabei aufgeregt fiepten.

Ich schaute zwischen meiner Mutter und meinen Geschwistern hin und her. Wobei "schauen" das falsche Wort ist, denn meine Augen waren ja noch geschlossen. Ich meine auch schauen eher im hündischen Sinne - mit der Nase. Mutter war angespannt, ich roch ihre Nervosität, ihre Unsicherheit... Was war denn los?

Soooo viele neue Gerüche, so viele neuen Eindrücke gibt es in der Welt...da wird hund (Menschensprache: man) ja müde...

Hin und her gerissen zwischen meiner Neugierde und meiner Mutter schaute ich hin und her. "Du bist schlau mein Sohn", sagte Mutter zu mir (also sie sprach nicht wie ihr felllosen Primaten, aber sie ließ es mich "fühlen"). Ich wollte wissen wie sie das meinte, und so signalisierte sie mir: "Du bist neugierig genug, um viel zu lernen - das bereitet dich auf das Leben vor. Und du kannst dich auch beherrschen, folgst nicht jedem Impuls - das hilft dir zu überleben."

Ich hatte noch mindetsen 10 Fragen im Kopf. Aber da hörte ich ein seltsames Geräusch (später erfuhr ich, dass es von einer "Tür" stammte - aber die lag ja noch außerhalb meiner bis dahin existierenden Welt). Der Duft von vorhin war nun intensiver. Irgendwie süßlich-scharf (das kam von alten Schweiß), gemischt mit einer starken Note von etwas (noch) Unbekanntem (es war Alkohol)...

Aufgeregt fiepten meine Geschwister, zumindest diejenigen, die sich an der hölzernen Grenze unserer Welt drängten; einige hatten auch bei Mutter Schutz gesucht - ich saß dazwischen. Da hörte ich zum ersten Mal im Leben eine menschliche (damals wusste ich noch nicht, dass es ein "Mensch" war) Stimme...ich verstand die Worte nicht, der Ton war aber nicht unangenehm... Da hörte ich den ein oder anderen meiner Geschwister lauter fiepen...was war los? Was geschah da? Ich konnte ja nichts sehen...umso mehr versuchte ich was zu erschnüffeln (später berichteten einige Geschwister, wie sie plötzlich flogen - sie meinten damit aber "hochgehoben wurden") und gewendet wurden...

Dann hörte ich seine sich entfernenden Schritte - ein ganz anderes Geräusch und ein anderer Rhythmus als wir mit unseren Pfoten. "Das hast du gut gemacht, Mädchen. Für deine Kinder werden wir viel Geld bekommen", hörte ich (wenngleich ich den Sinn der Worte damals noch nicht verstand). Und dann hörte ich wieder dieses Geräusch von eben - die Tür.

Ich krabbelte zu meiner Mutter. "Was war das?", wollte ich wissen. "DAS, mein Sohn, sind Menschen", antwortete sie mir und beruhigte mich durch Ablecken. Menschen? Was war das denn? Sind das unsere Partner in dieser Welt? "Mein Kleiner, leider ist die Welt nicht immer so, wie sie eigentlich sein sollte - und für vieles sind die Menschen verantwortlich..."

Aber die Welt war doch recht klein...also konnten die Menschen ja nicht für allzu viel verantwortlich sein... Aber da signalisierte mir meine Mutter: "Das hier ist nicht die ganze Welt. Das ist die Wurfbox. Danach kommt ein Raum - das ist unsere Welt. Und da draußen, außerhalb der Tür, da ist die Welt der Menschen."

Komm, zeig mir die "Welt", Partner! Da wartet so viel mehr auf uns...

DAS war also nicht die ganze Welt? Da gab es noch mehr? Noch mehr Gerüche? Geräusche? *amohrkratz* Hab ich es doch gewusst - oder besser gesagt: gespürt (was bei uns Hunden oft das selbe ist). Das konnte doch nicht alles sein! Wie mochte die Welt der Menschen da draußen wohl aussehen? Rochen alle Menschen so seltsam? Waren alle so "gefühllos" (denn genau das habe ich bei dem Menschen eben gerochen)? Immer mehr Fragen schossen mir durch den Kopf...und so wurde ich immer müder. *gäääähn* Aber eines wusste ich ganz genau: Ich musste hier raus! Raus aus diesem stinkenden Loch, wo alle meine Geschwister schon hingepisst und gekackt haben. Raus, um endlich meinen fehlenden Teil zu finden! Denn ich spürte, dass da draußen etwas - nein, JEMAND - zu mir gehörte und ich zu ihm. Raus, Freiheit, Liebe und die Welt - das waren meine letzten Gedanken, bevor ich von der Spannung erschöpft einschlief....


Die anderen Teile meiner Geschichte findet ihr hier:



Donnerstag, 9. Juni 2016

Meine Geschichte bevor ich meinen Menschenpartner traf... (Teil 1)

Am 9. Juni 2012 kamen ich und meine Geschwister zur Welt. Damit bin ich nun 4 Jahre alt - also erwachsen. *schwanzwedel* Naja, zumindest biologisch. *frechschau* Die meiste Zeit davon verbrachte ich mit meinem 2-beinigem Cerebral-Interface Maximilian. Mein menschlicher Partner zeigte mir erst die Welt. Denn, wie viele von euch ja wissen, wuchs ich die ersten 11 Wochen in einem Keller auf. Das war die ganze Welt, wie ich sie kannte. Bis ich dann meinen Maximilian traf. Wenn auch nicht alle, so doch viele unserer gemeinsamen Erlebnisse könnt ihr ja hier in unserem Blog lesen, den wir etwa 1 Jahr nachdem wir zusammen trafen gestartet haben.

Aber was vorher war, das kam bisher immer zu kurz. Nur ab und an konnten wir das ein oder andere Detail hier wuffen. Grund genug also mal zurück zu schauen. Und so startet heute eine Mini-Serie in unserem Blog: Meine Geschichte bis zu dem Tag als ich auf meinen Menschenpartner traf (klar, die Fotos sind nicht aus dieser Zeit, sondern aus unseren ersten gemeinsamen Tagen und meinen ersten Erlebnissen im Freien - so sind es fast 2 Geschichten: in Worten bevor ich meinen Menschenpartner traf, in Bildern die ersten Tage).


Hier war ich gerade mal 13 Wochen alt...


Meine Geschichte bevor ich meinen Menschenpartner traf...


Ganz schön eng hier...ohrüde (Menschensprache: ohmann), ist das unbequem...was ist denn los? und was drückt mich da von Hinten? Und plötzlich wurde es etwas heller...mein Kopf fühlte sich etwas kühler an, als mein Körper... Etwas fasste mich an, zog ganz sanft an mir...und mit einem Schwupps flutsche ich aus irgendwas raus...

Puh, war das anstrengend... Sogleich spürte ich etwas warmes, nasses an mir. Eine Zunge. Liebevoll strich sie über meinen Körper, leckte die Reste meiner Geburt von mir. Ich sog sogleich den Geruch auf. Meine Mutter! Sehen konnte ich sie nicht. Meine Augen waren noch geschlossen. Damals dachte ich noch: Das wäre normal und würde so bleiben...

Hinten an mir bewegte sich etwas heftig. Immer hin und her...und da war so ein schönes Gefühl dabei... Es war meine Rute, die zum ersten Mal in meinem Leben wedelte! *heftigschwanzwedel* Denn ich empfand Freude bei dem Geruch meiner Mutter und dem Abschlecken durch sie.

Rüde (Menschensprache: Man), so 'ne Geburt schlaucht ganz schön. Das haut den stärksten Baby-Molosser um! Ich war ganz schön hungrig. Daher begab ich mich sogleich auf die Suche nach was Essbarem. Denn das Luxusleben mit Frei-Haus-Futter-Lieferservice war ja seit dem Durchtrennen meiner Nabelschnur zu Ende. *ohrennachvorn* Aber meine Instinkte, meine Nase wiesen mir den Weg und ein paar hilfreiche Stupser meiner Mutter korrigierten meine ersten tabsigen Schrittchen.

So fand ich den Weg... Und da wartete schon das erste Abenteuer in der neuen Welt. Denn meine vor mir auf die Welt gekommenen Geschwister drängten sich schon an den Bauch unserer Mutter. Dort waren ihre Zitzen, an denen wir uns laben und von der anstrengenden Geburt auch stärken können. Aber erst mal an eine ran kommen! Und so warf ich mich in das Gewühl meiner Geschwister: drängte hier, drückte dort. Aber irgendwann hatte ich es geschafft und eine Zitze ergattert! Gierig sog ich die Milch daraus auf. 

Als ich fertig war, leckte meine Mutter mir den Bauch. Das tat gut, war echt angenehm...und half mir beim Verdauen... *rülps* 

Nachdem ich mich gestärkt hatte, war ich echt geschafft. *seufz* So viel war schon geschehen, seit ich auf die Welt gekommen war: die Geburt, das Kennenlernen meiner Mutter und ihrer Zunge, die Rangelei mit meinen Geschwistern, da Milchtrinken... *amohrkratz* Und erst die vielen Gerüche...sogleich füllte sich meine Geruchsdatenbank. An ersten Stelle stand da natürlich der Geruch meiner Mutter...

Da gibt es noch soooooo viel zu erschnüffeln...
Kein Wunder, dass ich da sehr müde war. *gäääähn* Aber ich wollte noch nicht schlafen. *schüttel* Ich war doch soeben erst auf die Welt gekommen - die wartete doch auf mich, wollte entdeckt werden. Und so saß ich dann da und nein ich schaute nicht in die Welt - das ging ja nicht, weil meine Augen geschossen waren. Aber ich konnte sie bereits riechen! Und so sog ich die Geruchsmoleküle der Umgebung auf. Etwas modrig, roch es, mit einer Brise Feuchtigkeit. Das war also die Welt!?! Na da bin ich ja gespannt! Aber war das schon alles? Irgend etwas fehlte doch...ich wusste nicht was, aber ich spürte es genau...in mir...denn eine Stimme in mir, ihr 2-Beiner nennt es wohl Instinkt, sagte mir, dass ich noch nicht ganz "komplett" bin...das da noch was fehlte, was mir die Welt zeigte...seine Welt...und ich sollte meine Welt zeigen...Aber was war das?

Mit diesen Gedanken und den ersten Eindrücken der Außenwelt schlief ich dann doch ein...erst sackte mein Kopf immer tiefer herab, dann kippte ich einfach um...


PS: Wird fortgesetzt! Im nächsten Teil erzähl ich euch von meinem ersten Zusammentreffen mit 2-Beinern - also: stay tuned! Bleibt mit der Nase dran! *schwanzwedelfreu*

Zeig mir die Welt!



Donnerstag, 25. Juni 2015

[Gastbeitrag] Der perfekte Schnapp und Schuss - Tierfoto-Tipps

Holi Dog Amy
© Foto: Antje Hachmann
Immer wieder werde ich auf die Fotos hier im Blog und dessen Facebook-Seite angesprochen. Und jeder der mal ein ganz bestimmtes Foto, mit einer ganz besonderen Atmosphäre knipsen wollte, weiß wie schwierig das sein kann. Schon mit Menschen, aber erst recht mit Tieren...denn denen kann man nicht so einfach sagen, was man von denen will... Daher freu ich mich für dieses Thema eine Freundin Maximilians, die Tierfotografin Antje Hachmann, für das Thema gewonnen zu haben. Einige kennen vielleicht ihre berühmten Holi Dogs Bilder. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, es ist immer wieder ein tolles Erlebnis von ihr fotografiert zu werden...für mich als Hund, aber auch für 2-Beiner. Hier im Gassireport wird sie in unregelmäßigen Abständen den ein oder anderen Tipp in der neuen Kategorie "Fotografie" geben *schwanzwedelfreu*



Das perfekte Foto vom eigenen Hund zu schießen – eine Herausforderung für jeden Hundehalter mit eigener Spiegelreflex-Kamera. Meine Leidenschaft begann mit der Fotografie von Pferden im „analogen“ Zeitalter und hat sich über die Jahre fast zu einer kleinen Manie für Tierfotografie entwickelt. Wie auch ihr mit einfachen Mitteln perfekte Bilder mit eurer Spiegelreflex- oder sogar Iphone-Kamera zaubern könnt, verrate ich euch hier Im Gassireport in den nächsten Beiträgen.

Die nun kommenden schönen Sommertage bieten bei goldenen Sommerabenden oder atemberaubenden Sonnenaufgängen perfekte Bedingungen für traumhafte Aufnahmen der eigenen Lieblinge. Das weiche Licht der Sonnenaufgänge und der „goldenen Stunde“ am späten Nachmittag lässt sich bestens für stimmungsvolle Bilder nutzen.

Bevor ich überhaupt die Kamera in die Hand nehme, überlege ich mir, wie ich den Hund fotografieren möchte. Für Actionaufnahmen wähle ich z.B. sandige Ufer von Seen oder des Rheins, weite, nicht zu hohe Wiesen oder auch einen schönen Wanderweg. Das Licht sollte schon etwas stärker sein um möglichst hohe Verschlusszeiten der Kamera nutzen zu können – ein unabdingbares Muss bei Fotos, die die Bewegung möglichst gut einfrieren sollen.

Husky Shuna watet durchs kühle Nass
© Foto: Antje Hachmann

Okay, dann spiel ich mal Statue :-D
© Foto: Antje Hachmann
Habe ich einen entsprechenden Platz gefunden, platziere ich meinen Hund mit einem Helfer, der den Hund gut kennt. Ich versuche, die Laufbahn des Hundes ein wenig voraus zu ahnen und suche mir einen Platz, an dem ich mich positionieren kann. Wichtig dabei – wie bei fast allen Aufnahmen im Hundebereich: Möglichst immer auf Augenhöhe arbeiten! Deswegen findet man mich meistens liegend (kleinere Hunde) oder knieend (zum Beispiel bei Rico ;-) ) in Position. Auch den Lichteinfall auf mein Motiv beachte ich bei der Auswahl meiner Position. Sehr gut eignet sich Licht direkt von vorne oder leicht seitlich, das garantiert eine gute Ausleuchtung des gesamten Hundes und ist unabdingbar für knackscharfe Rennbilder. Für mich persönlich ist es ebenso ein immens wichtiger Punkt dass gerade die Augen des Hundes genügend ausgeleuchtet sind. Mit Schatten in der Augenpartie wirken Hundegesichter schnell „tot“.

Wenn ich meine Position eingenommen habe, bitte ich meinen Helfer, entweder das mitgebrachte Spielzeug oder ein Leckerchen genau in meine Richtung zu werfen. Hier braucht man allerdings manchmal als Fotograf gute Nerven – es gibt durchaus Hunde, die sich im Lauf entschließen, dem Fotografen in den Schoß zu springen ;-)

Mein Kumpel Fritz, der Gelenkbus nimmt Anlauf :-)
© Foto: Antje Hachmann

Wichtig bei allem ist die Laune des Hundes. Ein schlecht gelaunter Hund, sei es durch zu harsche Anweisungen oder einfach durch Stress, wird auf keinem Actionbild wirklich „glücklich“ aussehen. Hier sind die Hunde völlig unterschiedlich, was den einen Hund begeistert, verschreckt vielleicht einen anderen. Feingefühl und gute Beobachtungsgabe sind hier vom Fotografen gefragt.


Gleich heb ich ab :-)
© Foto: Antje Hachmann

Ist alles bereit, steht dem ersten Lauf nichts mehr im Weg. Der Helfer wirft das Spielzeug / Leckerchen in Richtung Fotograf während er den Hund noch fixiert. Auf das Go vom Fotografen wird der Hund los gelassen. Ich ziele mit den mittleren Autofokus-Punkten meiner Kamera auf die Augen des Hundes – und zwar schon bevor der Hund startet. Sobald der Hund losläuft, nutze ich die Serienbildfunktion meiner Kamera und verfolge bei durchgedrücktem Auslöser mit den Autofokusfeldern den laufenden Hund. 

Jipppiiieeh, Antje denkt ich jag den Gummiknochen, dabei habe ich sie im Visier ;-)
© Foto: Antje Hachmann

Je nach Hund erfolgen mehrere „Läufe“ – fast jeder Hund weiß nach dem ersten Lauf, wo der Hase lang läuft und entwickelt Spaß an der Sache. Das wird dann später auch auf den Bildern zu sehen sein und beeinflusst auch stark , ob ein Bild später einfach nur schön ist oder den Betrachter „anspringt“.

Zuhause werden die Bilder in einem Bildbearbeitungsprogramm gesichtet, die gewünschten Bilder ausgewählt und wenn nötig noch leicht korrigiert („entwickelt“).

Im nächsten Beitrag: Tierheim-Hunde richtig in Szene setzen – Von der Kunst, unbekannte Hunde unter minimalsten Bedingungen gekonnt fotografieren.



Vielen Dank Antje, na mit den Tipps dürften die nächsten Fotos schon besser gelingen :-) Würde mich freuen, wenn ihr mir eure Erfahrungen berichtet (entweder als Kommentar unter diesem Beitrag oder auf meine Facebook-Seite) und mir Beispielbilder schickt. Bin schon sehr gespannt auf deinen nächsten Beitrag...hm, vielleicht schaffe ich es ja, dass mein Cerebral-Interface auch mal was dazu schreibt, so aus der Perspektive des "Assistenten" ;-)