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Freitag, 30. April 2021

Mehr Hunde, mehr Arbeit … aber auch mehr Spaß

Seitdem das Döggelchen und ich in einem Rudel leben, hat sich viel verändert. Eines ist mir jedoch sofort klar geworden: Das wird nicht einfach – aber auch sehr lustig. Denn so ein Rudel ist mehr als nur die Summe seiner Einzelteile, es entwickelt so seine ganz eigenen Dynamiken. Das erfordert eine erhöhte Aufmerksamkeit, mehr Arbeit, weniger Ruhe und Zeit für sich – aber unterm Strich fällt einem das kaum auf, denn die vielen Lacher dabei wiegen alles auf.

Das komplette Schweizer Rudel

Smilla schläft noch. Ruhig atmend liegt sie in ihrem Hundebett. Langsam nähert sich das Döggelchen Rico … Gaaaanz langsam zupft er an der Decke auf der sie ruht. Nun, mit der Ruhe sollte es bald vorbei sein. Denn als der kleine Doggen-Wookiee einen Zipfel der Decke ergattert, zieht er daran. So heftig, dass die hübsche Smilla davon wach wird. Sogleich springt sie auf und startet das morgendliche Ritual zwischen den beiden: Fröhliches Deckenzerren.

Noch ahnt Smilla nichts...

Unter den teils konsternierten Blicken der anderen Hunde spielen und toben die beiden, was das Zeug bzw. was die Decke (aus)hält. Keiner mischt sich ein. Das ist eben ihr gemeinsames Ding. Jedes Mal entlockt es mir ein Lächeln – mehrere Hunde bedeutet halt mehr Spaß.

Aber es bedeutet eben auch mehr Verantwortung und Aufmerksamkeit. Abends auf der Couch dann ist es ganz anders: Rico und Smilla liegen dicht beieinander. Po an Po. Aber dann bewegt sich das Döggelchen ein wenig – nur seine Hinterpfote, mehr nicht. Aber es reicht schon: Sogleich springt Smilla wuffend auf und beschwert sich (die junge Dame hat was dagegen, wenn man ihren Hintern im Schlaf berührt). Daraufhin gefriert Rico augenblicklich zur Statue, wagt es nicht sich zu bewegen. Nur sein Blick spricht Bände: „Was‘n los? Warum zickt das Weibchen jetzt wieder rum? Hab‘ doch nur meine Pfote um einen Zentimeter bewegt …“

Knutschi!
Sie verstehen sich im Gegensatz zu uns felllosen Primaten der Gattung Mensch auch ohne Worte. Alleine das Beobachten der Kommunikation zwischen den Hunden ist eine wahre Freude. All diese Nuancen der Blicke, der Mimik, der Körpersprache. Und bei mehreren Hunden kann man es den ganzen Tag über genießen und nicht nur bei den punktuellen Zusammentreffen beim Gassigang. Doch im Gegensatz zu einem Einzelhund erfordert so ein Rudel schon ein gewisses Austarieren der unterschiedlichen Charaktere. Gegenseitiges Verständnis hilft da besonders! Und das gilt auch für das gegenseitige Verstehen zwischen den Hunden. Wie sie sich gegenüber den anderen verhalten, wie sehr sie die momentane Stimmungslage des jeweils anderen zuerst „verstehen“ und dann am besten auch respektieren, umso reibungsloser läuft das Rudelleben.

Auf der "Liebesbank"

Wichtig für das gegenseitige Verstehen ist da aber selbstverständlich auch das Verhalten der menschlichen Partner. Denn sie sind es vor allem, an denen sich die Hunde orientieren. Dabei gilt es besonders die richtige Rudelbalance aufrecht zu erhalten. Da sind mir mehrere Stichworte wichtig:

Fairness
So individuell ich auch jeden Hund unseres Rudels behandle, schließlich hat jeder so seinen eigenen Kopf, seinen individuellen Charakter, sein diverses Temperament, seine unterschiedliche Tagesform und seine persönliche Vorlieben; so gleich versuche ich meine Aufmerksamkeit aufzuteilen und alle Regeln gelten für alle. So wichtig gerade Letzteres ist, so heißt das nicht, dass nicht mal der ein oder andere Hund gelegentlich eine Sonderrolle genießt (beispielsweise bei Krankheit oder Verletzung, oder aber einfach nur, weil er gerade was besonders Witziges gemacht hat). Hier kann man sich ebenfalls viel von den Hunden abgucken. Ich wundere mich (und zugegeben nicht ohne Stolz) jedes Mal, mit welchem „Gerechtigkeitssinn“ das Döggelchen Rico einschreitet, wenn es mal unter seinen Mädels zofft: Er bellt regelmäßig die an, die angefangen hat. 🙂

Balance
Hier meine ich nicht den Gleichgewichtssinn, den können Hunde eh besser auf einem Baumstamm trainieren; auch nicht die gerechte Futterverteilung (angesichts der Unterschiede zwischen den Hunden wäre das wohl auch eine falsch verstandene, eher menschliche Sicht von gerechtem Füttern – eventuell sogar mit medizinischen Konsequenzen wie Über- oder Untergewicht). Nein, vielmehr meine ich da das Ausbalancieren der unterschiedlichsten Temperamente und Stimmungen. Einfach damit es nicht zu „Spitzen“ kommt, so dass es nie zur Eskalation führt. Meiner Meinung nach unterschätzen da viele Halter noch die Wirkung ihrer eigenen Stimmung. Dabei können sie über die vielfach mehr Einfluss auf ihre Hunde nehmen als mit anderen Signalen. Ein Beispiel: Sind die Hunde besonders aufgedreht, bin ich meist sehr ruhig (was ich am besten durch meine Atmung beeinflussen kann), um sie nicht noch „aufzupeitschen“, ihnen ein Gegenpol zu sein und somit auch einen „Temperamentsanker“ zu bieten.

Regeln
Ob man sie nun mag oder nicht, aber das Zusammenleben mehrerer Individuen funktioniert nicht ohne Regeln. Das gilt für alle sozialen Wesen, die in Gruppen, Herden oder Rudeln leben. Und auch wenn es menschlich absolut verständlich ist, sich gegen einengende Regeln zu wehren, so darf man nicht vergessen, dass diese menschliche Revoluzzer-­Denke in dieser Form Hunden fremd sein dürfte. Sie sehen darin nichts Negatives, im Gegenteil, sie geben ihnen Orientierung und somit auch Verlässlichkeit.

Es wären noch viele weitere wichtige Punkte zu nennen, wie beispielsweise die Kommunikation, die Empathie oder einfach nur die Beachtung der unterschiedlichen Altersstufen etc. Wichtiger ist aber, sich aller Unterschiede bewusst zu sein – und sie auch zu genießen! Gerade dieses Individuelle unserer Hunde macht es ja aus. Das sollten sie auch ausleben dürfen. Daher plädiere ich immer wieder dafür: Unterdrücke nie die Individualität deiner Hunde! Und ja, mehr Hunde bedeutet auch mehr Arbeit und vor allem auch mehr Aufmerksamkeit, man hat nie wirklich seine Ruhe als Mensch (was ich seltsam finde, da man ja den Hunden durchaus auch ihren temporären Rückzug gönnt, aber ich habe es bisher nicht geschafft, dem Döggelchen zu erklären, dass auch ich mal meine Rückzugszeit brauche, seitdem wir im Rudel leben). Aber am Ende des Tages wird man auch viel häufiger durch Lachanfälle belohnt.

Bei dem Kontaktliegen, wer braucht da noch eine Decke...


Anmk.: Dieser Artikel erschien zuerst in meiner Kolumne in WUFF - Das Hundemagazin 04/2018; parallel dazu erschien auch unser Blogbeitrag Zusammenführung eines Hunderudels

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Samstag, 29. Februar 2020

Leons 1. Geburtstag 🎂

Wurftag eines Hundes

Der kleine Leon ist nun 1 Jahr alt. Okay, den genauen Tag kann ich euch nicht verraten – da sind die Dokumente leider etwas verwirrend. Ist ja auch typisch für Tierschutz-Hunde, oft wird deren Alter nur geschätzt. Aber eines ist sicher: Irgendwann im Februar muss seine Mutter ihn geworfen haben und um sicher zu gehen, werden wir in Zukunft immer den letzten Februar-Tag als Wurftag zelebrieren. 

Klein-Leon kurz nach seinem Einzug...

Kleiner Hund bringt großes Durcheinander

Und seit dem der kleine Cane Corso bei mir und Rico einzog, brachte er auch viel durcheinander. Und damit meine ich jetzt nicht seine „Innen-Architektur-Umstrukturierung“ unserer Wohnung (ja UNSERE, denn meine Wohnung ist auch gleichzeitig das Heim meiner Hunde). Schon von Anfang an merkte ich, dass Leons Impulskontrolle nicht so stark ausgeprägt ist, wie die Ricos. Und das brachte mir und dem Döggelchen auch so manche Schwierigkeit ein. Denn Leon ist ein richtiger Sonnenschein, der alles und jeden mag. Dazu kommt auch seine Neugierde, die aber ganz anders ist als die von Rico. Während das Döggelchen Neugierig und Lernbegierig ist, hat Leon eindeutig ein Schwergewicht auf die Neugierde, das Lernen ist nicht so sein Fall (nicht dass er zu dumm dafür wäre, im Gegenteil: er begreift für einen Molosser sogar erstaunlich schnell, es ist also keine Lernunfähigkeit, er hat darauf einfach weniger Lust – damit ähnelt er mir zu meiner Schulzeit).

Der kleine Leon ist recht temperamentvoll und impulsiv, aber hat es faustdick hinter den Ohren...


Der kleine Cane Corso Leon hat so seinen eigenen Kopf

Auch hat er mehr „seinen eigenen Kopf“, um es mal euphemistisch auszudrücken. Klar, das ist für Molosser normal, schließlich haben die Menschen bei ihrer Zucht unter anderem auch die Eigenständigkeit dieser Hunde gefördert. Allerdings ist Leons „Dickköpfigkeit“ selbst für einen Cane Corso sehr ausgeprägt. Irgendwie hat er die Überzeugung, dass seine Ideen besser sind als meine. Und leider folgt er auch nahezu jeder seiner „Ideen“ - spontan, impulsiv... Und nicht selten müssen Rico und ich Klein-Leon dann aus der Situation rausholen, in die er sich selber gebracht hat.

Für Leon ist die Welt eine einzige große Spielwiese, die es zu entdecken gilt...
Glaubt ihr nun, dass er daraus lernt? Ach quatsch, ganz im Gegenteil: Er wird noch „eigensinniger“, denn er weiß ja nun, dass im Zweifelsfall das Döggelchen und ich ihn schon „raushauen“. Irgendwie ähnelt er dem „verrückten Bruder“, den wohl jeder Familie hat und der immer Schwierigkeiten macht – und der meist genau deswegen auch so geliebt wird. Denn eines ist trotz aller Schwierigkeiten klar: Leon gehört zum Rudel! Und auch wenn ich mit ihm strenger sein muss, als mit Rico damals in seinem Alter, so ändert das nichts an meinen Gefühlen. Und auch Don Ricotta, der zuweilen von Leon genervt ist, mag den Kleinen sehr. Jedes Mal wenn ich mit Leon mal alleine unterwegs bin, wird er von Rico danach abgechekt und beim Spielen freut sich Rico beinahe so sehr wie der Jungspunt Leon.

Gemeinsames Rennen und Toben

Die Unterschiede zwischen Rico und Leon zeigen recht deutlich die Karnevalstage:








Doch mehr als Ärger bringt so ein Junghund Freude

Das Rüdenteam - kein perfektes Rudel
Aber glaubt jetzt nicht, dass Leonchen (sprich: Lönchen) jetzt nur nervt. Er hat auch viele sehr charmante Eigenschaften – und wickelt damit trotz (oder auch wegen) seiner frechen Art die meisten um den Finger. Und damit meine ich jetzt nicht mich oder Rico, sondern die vielen Freunde und Bekanntschaften, auf die wir trafen. Im Großen und Ganzen hat er sich prächtig entwickelt, und es erfüllt mich auch jedes Mal mit Stolz, wenn jemand auch seine positiven Lernerfolge bemerkt: Immerhin hatte Leon null Beisshemmung, als er bei uns einzog – das hat sich wesentlich gebessert (nur noch ganz zarte Beisserchen, wenn er besonders aufgeregt ist und jemanden mag); stubenrein wurde er schneller als viele Hunde (und damit meine ich nicht nur Molosser); für einen seines Alters ist er erstaunlich leinenführig – so mancher Molosser-Halter mit teils wesentlich älteren Hunden sprachen mich schon darauf an, als sie uns sahen; die Grundkommandos sitzen erstaunlich gut (bis auf das „Hier!“ wenn er freilaufend mit anderen Hunden spielt); selbst stressige Situationen bringen ihn nicht aus der Ruhe – klar, er findet sie spannend, aber zeigt kaum Meideverhalten und schon gar nicht Fluchtreaktionen, allerhöchstens findet er mal was "unheimlich" und und und...

So manches Herz erobert Leon im Sturm...subtil ist nicht so sein Ding 😂

Groß feiern werden wir den heutigen Tag aber nicht, Schließlich haben wir ja den „gemeinsamen Geburtstag“ im September, der nun - nach Leons Einzug - quasi zu unserem persönlichen „Rudeltag“ anwuchs. Aber ich habe mir vorgenommen, heute mal weniger streng mit dem kleinen Molosser zu sein, ihm mehr durchgehen zu lassen – und eine Spezial-Extra-Leckerei gibt’s selbstverständlich auch.

Rico, der Chefredakteur des GASSIREPORTS
🐶 Ich will mal sehr für dich hoffen, dass du da auch an ein Extra-Leckerchen für mich gedacht hast... *leftzenleck*

Klar, Rico, schließlich feiern wir sowas immer als Rudel.

🐶 Was heißt das? Dass du auch an einem Knochen knabberst? *verwundertschaufrechwedel*

Nein, für mich habe ich menschliche Knabbereien. Aber war ja klar, dass du mal wieder das letzte Wort haben willst. 😄

🐶 Du weißt doch, ist doch ein HUNDE-Blog und ich der Chefredakteur. *jawohlwoaff*


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Montag, 17. Februar 2020

Neues vom Rüdenteam: Übers Markieren und Beinchen heben

Auch das Markieren will geübt werden...

Seit längerer Zeit (schon seit ein paar Monaten, aber ich komme erst jetzt dazu es für euch aufzuschreiben) markiert das Leonchen (sprich: Lööönchen), ich hatte euch ja davon berichtet (den Facebook-Post findet ihr am Ende dieses und des verlinkten Beitrages). Das alleine wäre ja keine News, eine Story schon mal gar nicht - aber die Art und Weise ist dann doch zum Schießen. 😂


Gemeinsames Markieren des Reviers 😃


Leon schreibt gern auch längere "P-Mails" 😄
Denn wirklich koordiniert oder mit einem Plan markiert er anfangs nicht. Das sehe offenbar nicht nur ich so: Den Blicken von Rico nach zu urteilen, fragt er oft: "Was soll das jetzt hier?" 😂 So manches Mal hebt er das Bein nur halb, schaut mich und Rico fragend an und nimmt es dann wieder runter. Da er sich offenbar unsicher über den Sinn des Markierens ist (außerhalb des Urinlassens), hebt er oft einfach dort das Bein, wo Rico markiert hat. Aber das heißt nicht, dass Klein-Leon dann auch eine P-Mail schreibt: Überhaupt hebt er oft auch nur das Bein und es kommt nicht mal ein Tropfen raus. Fast so, als ob er das Beinheben und das Markieren nicht immer in einem Sinnzusammenhang sehen würde. 😉


Klein-Leon beim "Pinkel Stretching" 😄

Pinkeln und Schnüffeln gleichzeitig - das geht 😄
Doch nicht dieses Placebo-Pinkeln bringt mich regelmäßig zum Lachen (denn das habe ich schon öfters bei Hunden beobachtet). Am meisten amüsieren mich die verschiedenen "Formationen" in denen die beiden pinkeln: Mal mit dem Gesicht zueinander, mal Arsch an Arsch, manchmal auch in V-Formation und ab und an sogar über Kreuz... 😂 Und so manche akrobatische Einlage wird auch noch eingebaut: So sprang Rico auch schon nach Beendigung seines Markierens aus dem Stand über Klein-Leon. 😄


Beim Pinkeln umgekippt

Vor Lachen beinahe zusammegebrochen bin ich aber, als Klein-Leon dabei mal umkippte. Denn er hebt immer sein Bein sehr hoch, er streckt und reckt sich dabei - quasi sein "Pinkel-Stretching". 😂 Da ich einen halben Schritt hinter ihm stand (weil Don Rico noch an einer anderen Stelle schnupperte), drehte Leon seinen Kopf zu mir um und schaute mich dabei an. Das macht er sehr oft, mich dabei anschauen, so als ob er wissen möchte, ob er alles richtig macht - nur stehe ich dann eben meist direkt daneben oder vor ihm. Doch da er sich diesmal dafür auch nach Hinten verrenken musste, verlor er das Gleichgewicht und kippte beim Pinkeln um. 😂😅

Don Rico war davon so überrascht, dass er sein Schnüffeln dafür abbrach. Er sah erst auf den aufspringenden Leon, dann schaute er mich an (mit einer erhobenen Augenbrauen - ganz nach Spock-Manier): "Was hat der Kleine jetzt schon wieder?"

Mittlerweile hat Leon aber den Pinkel-Dreh weitestgehend raus. Zumindest kippt er dabei nicht mehr um... 😆





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Montag, 9. September 2019

Doppeltes Jubiläum! Zeit für einen Rück- und Ausblick

An diesem Tag zog Rico ein und änderte alles, auf den Tag genau ein Jahr später starteten wir unseren Blog. Seit dem ist viel passiert und seit dem Einzug von Leon sind wir ein kleines, verrücktes Rudel. Dieses doppelte Jubiläum wollen wir mal in eigener Sache nutzen und euch ein paar Neuerungen ankündigen. Denn eines ist nun klar: So wie bisher wird es mit dem GASSIREPORT nicht weiter gehen...

Als Rico kam, änderte sich alles...

Vor nun 7 Jahren zog das Döggelchen Rico bei mir ein, genau ein Jahr später starten wir unseren GASSIREPORT. Daher feiern wir diesen Tag auch seit dem als „gemeinsamen Geburtstag“, denn am Tag von Ricos Einzug änderte sich alles für mich. Dieses kleine Häufchen Elend, mit stumpfen, löchrigem Fell, mit Plattfüßen, dessen Welt bisher nur aus einem Keller und einem Tierheim-Zwinger bestand, verschob sämtliche Prioritäten, eröffnete neue Perspektiven – und zeigte mir nach langer Zeit, auf was es wirklich im Leben ankommt.

Rico änderte alles!

Nur ein Jahr später starteten WIR unseren Blog. Jawohl, ich schreibe „wir“. Nicht als Pluralis Majestatis, wie viele eindimensionale Personen eventuell glauben (mögen), sondern weil aus uns in diesem Jahr ein Wir gewachsen war. Diese Jahr war mehr als ereignisreich, denn während ich gerade aus Frankfurt zurück nach Düsseldorf gezogen war, kämpfte ich noch mit den Auswirkungen meines Burnout, den ich im Anflug von Selbstüberschätzung mit einem 1 monatigem Urlaub kurieren wollte – schon damals sagte jeder, dass ich spinne. Und diesen Monat verbrachte ich hauptsächlich mit Rico. Denn ich wollte die Zeit so intensiv wie möglich nutzen, bevor ich meinen neuer Job als Leiter der Presseabteilung eines Immobilienunternehmens antreten würde. Da wusste ich noch nicht, dass ich über 1 Jahr lang nur Krisenkommunikation machen würde (Kenner der Branche wissen was das bedeutet....)

Ich stand zwischen 5 und 6 Uhr morgens auf um mit Rico Gassi zu gehen. Sicher, es hätte auch gereicht, wenn ich mit ihm erst um 7 Uhr raus gegangen wäre, aber dann hätte ich ja weniger Zeit mit ihm verbracht. Tagsüber konnte sich damals noch meine Mutter um ihn kümmern, da er ja noch relativ klein war und daher handelbar für meine Mutsch; aber für die Tage, an denen sie nicht konnte, hatte ich einen Hundesitter engagiert; meine damalige Lebensabschittsgefährtin half auch mit – zumindest ab und zu, denn sie benutzte das Döggelchen auch als Druckmittel (immer wenn ich nicht das tat, was sie sich gerade „wünschte“, zog sie kurzfristig ihr Versprechen zurück), weswegen ich auch oft Mittags mit dem Taxi nach Hause fuhr um mich selber um ihn zu kümmer (das viele Geld für die Fahrten war mir völig egal, Rico stand immer an 1. Stelle). Und so kam es wie es kommen musste: Mein Burnout verschlimmerte sich. Mit meinem damaligen Arbeitgeber vereinbarte ich, dass ich die schwierige Zeit (sie hatten Planinsolvenz beantragt) ihn in Sachen Kommunikation unterstütze und danach ein Sabbatical einlege.

Genau in dieser Zeit, meinem Sabbatical, startete ich dann unseren Blog. Damals waren die Hintergedanken, dass ich so ein Tagebuch als Erinnerung habe, für all die schönen tollen Erlebnisse. Aber auch wollte ich schreiben – das war seit meiner Kindheit meine Passion – allerdings über andere Themen als bisher und auch Darstellungsformen, die in den letzten Jahren etwas zu kurz gekommen waren, die ich aber seit meinen Anfängen als Journalist sehr schätzte (z.b. Reportagen, Glossen, Kommentare etc.). Ich war damals selber über den raschen Erfolg erstaunt, denn schon bald meldeten sich die ersten Zeitschriften und fragten nach Beiträgen. War schon lustig, denen erst mal zu erklären, dass ich nicht Rico heiße. 😊

Mit wachsender Bekanntheit wuchs der Spaß, aber auch die Zahl der Neider...

Doch mit steigendem Bekanntheitsgrad kamen auch immer mehr Neider und Trolle. In all den Jahren mussten wir so einiges ertragen: Defamierungen, Denunzierungen, ja selbst vor geschäftsschädigenden Praktiken schreckten viele nicht zurück (sehr häufig aus juristischer Unkenntnis heraus, wie ich oft feststellen musste) – so manches Mal kam ich mir vor, als ob ich stellvertretend für viele Leser und Halter die Prügel kassiere. So manchen Shitstorm beobachtete ich durchaus mit beruflichem Interesse, oft auch mit Belustigung (zumal sich die meisten Trolle ja selber widersprachen oder durch mangelnde Logik entlarvten), aber immer auch mit einem gewissen Unverständnis. Denn schließlich gab es unsere Geschichten umsonst im Web, wenn sie jemandem gefielen: gut, wenn nicht: also ich wäre einfach weitergezogen. Ich beschwer mich ja bei einem All-You-Can-Eat-Buffet auch nicht, dass an der Theke das ein oder andere Essen nicht meinem Geschmack entspricht, ich nehme einfach aus den Schüsseln, die mir schmecken. Ähnlich verfahre ich mit Büchern in Büchereien - hab mich jedenfalls noch nie darüber beschwert, dass da auch Bücher drin stehen, die nicht meinem Geschmack entsprechen. Ist einfach für mich vergeudete Lebenszeit, mich über sowas aufzuregen - zumal ja jedes Kleinkind schon den Spruch lernt "über Geschmack lässt sich streiten". Aber offenbar haben einige Leute da eine andere Einschätzung was ihre eigene Lebenszeit angeht (vielleicht aber auch eine "andere" Erziehung, wenn überhaupt, darauf deutet jedenfalls ihr Benehmen)...oder aber so viel Frust und Neid, dass es sie zum Shitstorm trieb. Wenn die mitbekommen hätten, wie sehr ich mich über solche Shitstorms gefreut habe. Denn 1) waren sie gut für den Bekanntheitsgrad des GASSIREPORT und erhöhten seine Reichweite; 2) war es sehr inspirierend für weitere Geschichten und 3) brachte es mich wegen der sehr entlarvenden Kommentare erst auf die Spur von sehr interessanten, teils skurrilen Geschichten.

Es war eine tolle Zeit! Denn abseits der Shitstorms gab es viel Erfreuliches: Allem voran die vielen tollen Hunde und Menschen, die wir so kennelernen und beschnüffeln durften. Auch habe ich so viel gelernt über Hunde, was ich zuvor nicht gewusst habe. Jedoch musste ich auch lernen, wie die Hundebranche, vor allem die Hundetrainer, so „ticken“ - um es mal diplomatisch auszudrücken. Ich kannte zwar die Warnungen von Günther Bloch aus seinen Büchern, aber früher hatte ich zwar immer mit Hunden zu tun und war sehr interessiert, hatte aber wegen meines Jobs wenig Zeit tiefer in die Hundeszene einzutauchen. Wobei dieser Tauchgang manchmal weniger einem in klaren Wasser in der Karibik ähnelte, als vielmehr in eine Güllegrube der charakterlichen Untiefen (wer glaubt, dass Banker keine Moral habe, dem kann ich in den meisten Fällen nur beipflichten – allerdinsg verkaufen die ihre Seele für Summen, wo so mancher Mensch wenigstens nachdenken würde; dagegen verkauft so mancher Hundetrainer seine Großmutter für schon 10 Euro...)

Die größte Neuerung ist das neue Rudelmitglied Leon

Jedenfalls hat sich seit dem viel geändert. In jüngster Zeit vor allem durch den Rudelzuwachs Leon. Denn 2 Hunde beanspruchen eben auch mehr Zeit. Außerdem verursachen sie auch mehr Kosten. Und um die abzudecken, muss ich mehr Aufträge annehmen – worunter wiederum der GASSIREPORT litt. Schon seit einiger Zeit spielte ich mit dem Gedanken, die Leser da mehr zur Unterstützung einzubinden, eben doch darüber Honorar zu erhalten, um so weiterhin für euch zu schreiben. Aber finanzier dich doch weiter mit Werbung, wird der ein oder andere einwerfen. Nun, das ist nicht ganz so einfach, wie einige denken, denn 1) müsste ich dann Werbeangebote annehmen, die ich früher abgelehnt habe, weil ich nicht dahinter stand; 2) wäre ich damit abhängiger von den Werbekunden und könnte somit nicht frei, dem Leser verpflichtet, schreiben; 3) decken die Werbeeinnahmen gerade mal 10% der Kosten (und da ist meine Arbeitszeit noch nichtmal eingerechnet). Aber wie gesagt, ich spielte mit dem Gedanken und hatte einige Ideen, die Leser mehr einzubinden, aber zur Umsetzung kam es nicht. Bis dann ein anderes Ereignis eintrat...

Two and a half Rüden - Das Rudel des GASSIREPORT


Das Leben ist ein einiger, großer Gassigang...
Denn wie so oft war es ein recht harmloses, aber dafür weitreichendes Ereignis, was mich erst zum Handeln brachte. Vielleicht erinnert sich der ein oder andere wie ich euch berichtet hatte, dass Rico meine Kamera gecrasht hat. Es war eine von diesen Alltagsgeschichten, die immer wieder mal im Blog erscheinen. Ich hatte keinen Spendenaufruf oder so gestartet, umso mehr erstaunte mich die Resonanz dieses eigentlich harmlosen Beitrages – und vor allem der Wille zu helfen einiger Leser rührte mich ungemein. Ja ich gebe es zu, es kullerten sogar ein paar Tränen über meine Wangen.


Und so zahlten ein paar Leser ein Honorar für unsere Geschichten. Mit jedem nahm ich Kontakt auf, telefonierte mit ihnen. Nicht nur, um mich zu bedanken, sondern auch weil ich mich für sie und ihr Engagement interessierte. Vor allem ein Telefonat brachte einiges ins Rollen. Eine Leserin, die besonders viel zahlte, sagte: „Ich lese euch schon seit einigen Jahren, sieh es einfach als rückwirkendes Honorar für all die schönen Geschichten.“ In der Tat kannte ich die Leserin bereits aus den Sozialen Medien – zumindest dem Namen nach. Denn sie gehört zu den eher „passiven“ Lesern, sie liked zwar viel aber kommentiert so gut wie nie. Und da bemerkte ich, dass ich viel zu lange den falschen Leuten Aufmerksamkeit und Lebenszeit gewidmet habe – eben den Trollen und Neidern. Dabei gibt es doch so tolle Leser, die eben nicht so auffallen. Und genau DIESEN Lesern will ich mich in Zukunft mehr widmen. Denn wisst ihr, gerade diejenigen, die uns am wenigsten unterstützt haben, kamen seltsamerweise am häufigsten (mit teils unrealistischen, ja manchmal sogar realitätsfremden – und oft logikfernen) Ansprüchen (eine Erfahrung, die ich auch mit anderen teile, wie beispielsweise vor Kurzem auch der Giftköder-Radar schrieb).

Jedenfalls löste das alles einiges bei mir aus. Und so entschied ich mich, einige Neuerungen im GASSIREPORT einzuführen. Keine Sorge, es kommt nicht alles auf einmal, aber schrittweise werde ich einiges ändern. Eine der 1. Neuerungen war die Einrichtung eines Accounts bei Patreon. Diese Plattform kennen vielleicht einige von euch bereits, darüber können Leser und Unternehmen Kreative und Contenschaffende unterstützen. In den USA funktioniert das schon prima, hierzulande herrscht dagegen eher die „Geiz-ist-geil-Mentalität“. Entsprechend dieser Mentalität sind eben dann auch viele Leser, daher bedarf es eines „Türstehers“ in Form von Honorar. Keine Bange, der GASSIREPORT ist kostenlos und belibt es einstweilen auch, aber unsere Patronus, ich nenne sie GASSIREPORT-Guardians, erhalten je nach gewählter Stufe zusätzliche Prämien und Extras (sogar welche, die für Unternehmen interessant sind).


Eine 2. Neuerung ist fielen aufmerksamen Lesern schon aufgefallen: Ich bin weniger aktiv in den Sozialen Medien. Und ja, bis auf weiteres wird das auch so bleiben, die tägliche Bespassung via Facebook hat bis auf weiteres ein Ende. Sorry, aber bitte versteht, dass ich die Zeit mit meinen Hunden verbringen und für sie auch Geld verdienen muss. Sobald der GASSIREPORT selber genug abwirft, werde ich das natürlich ändern.  

Was mich zur 3. und weitreichenderen Neurung führt. Wie beschrieben, finanzierte sich der GASSIREPORT teilweise ein wenig durch Werbung. Doch falls ihr glaub, dass ich davon meine Rechnungen zahlen konnte, so liegt ihr falsch. Daher will ich jetzt auch mit dem Blog Geld verdienen. Mehr Werbung will ich aber nicht machen (in der Tat muss ich die meisten Anfragen sogar ablehnen, weil sie eben nicht zu uns passen), auch schon deswegen, weil ich frei und vor allem dem Leser und deren Hunden verpflichtet schreiben will. Um aber mit dem Blog selber Geld zu verdienen, das zumindest teilweise meinen Lebensunterhalt und den meiner Hunde abdeckt, wird es in den kommenden Monaten einige Änderungen geben. Die ein oder andere wird zwar nicht besonders aufwändig sein, euch aber dennoch sofort auffalen, wie das Layout; andere werden dafür weniger auffällig sein, dafür aber umso auffwändiger. Lasst euch überraschen, werde euch auf jeden Fall auf dem Laufenden halten. Dazu gehört auch der vielfache Wunsch zahlreicher Leser nach mehr Videos. Doch deren Produktion ist sehr aufwändig, zeit- und kostenintensiv. Hier würde ich gern sogar jemanden einstellen, doch dafür müssten die Einnahmen erstmal reichen... Auch das ein oder andere Event für unsere Unterstützer ist in Planung... Ideen hab ich viele, einige auch als Konzept ausgearbeitet und ein paar schon ins Rollen gebracht.

Ich hoffe sehr, dass ihr dafür Verständnis habt. Aber bedenkt, dass so ein Blogbeitrag nicht nur viel Herzblut und Engagement fordert, es braucht auch viel Zeit, Kreativität und Arbeit dafür (nur so als Beispiel: Von der Idee bis zum fertigen Blogbeitrag braucht es meist 2-3 Arbeitstage (oft auch länger), die nicht selten auf mehrere Wochen – wegen der Recherche, Fotos etc. – verteilt sind; vom nötigen Equipment und Orga garnicht zu Reden und die „Nacharbeit“ in den Sozialen Medien dauert meist noch länger). Aber nur wenn der GASSIREPORT mehr zu unserem Rudel-Lebensunterhalt beiträgt, kann ich auch wieder öfter und regelmäßiger Storys für euch verfassen. Die Alternative wäre, den GASSIREPORT kostenpflichtig zu machen, doch das möchte ich eigentlich nicht, denn es widerspricht meinen Idealen.

Sprung ins neue Leben - gemeinsam!

In diesem Sinne wünsche ich euch weiterhin viel Spaß hier mit unseren Erlebnissen und freut euch auf die vielen Neuerungen für euch! Bleibt also mit der Nase dran!

Euer GASSIREPORT-Team
Maximilian, Rico und Leon


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Sonntag, 11. August 2019

Leon berichtet - Wie ich mein neues Zuhause finde...

🐾 Jetzt soll ich auch mal was dazu wuffen, wie mein Einzug und die erste Zeit bei Maximilian und Rico war (hier findet ihr die anderen Perspektiven von Maximilian und Rico). *nervöswedelleftzenleck* Dafür darf ich sogar Ricos Account benutzen! *stolzschau* Ich weiß gar nicht wie das hier so geht und was ich dazu wuffen soll... *amohrkratz*

🐶 Nur ruhig Kleiner! Ich helf dir schon: Am besten erzählst den Leuten einfach, was du so erlebt hast und wie du es so fandest. *anstups*

🐾 Und wo fange ich an?

🐶 Am besten am Anfang. *klugschau*


Gerade in der Anfangszeit müssen Welpen viele neue Eindrücke verarbeiten und lernen - daher sollten man sie nicht überfordern!

🐾 Na der war echt turbulent. Schließlich hatte ich die lange Fahrt von Italien hinter mir. Dann erstmal das Toben mit den anderen Welpen... Das war alles schon sehr aufregend, ja auch stressig. Da tat es echt gut, so einen gechillten Menschen wie den Chef zu schnnüffeln.

Wer der Chef ist? Achso, ja, Rico nennt ihn "den Ollen" oder "mein Cerebral-Interface". Aber ich find das recht respektlos. Für mich ist er der Chef. Zumal ich ja auch schon erfahren habe, dass Maximilian auch anders kann...das war, als ich wieder mal was von der Straße aufessen wollte, war wohl nicht so gesund, hab ziemlich oft das Wort "Glas" gehört...aber das hat er euch wohl auch schon erzählt.

Jedenfalls konnte ich dann zuerst mal Maximilian kennenlernen. Auf einer Wiese spielte er mit mir rum. Ich war natürlich wegen der ganzen Aufregung und all der neuen Eindrücke viel zu unkonzentriert. Aber ich hab direkt gemerkt, dass mir dieser Mensch gut tat, Schon durch seine ruhige Ausstrahlung (und dabei wusste ich da noch nicht, dass er wegen mir extra um 3 Uhr in der Nacht aufgestanden ist und entsprechend kaputt war).

Nur wenig später lernte ich dann meinen neuen Kumpel Rico kenne. Den fand ich gleich wuffig toll. So cool, so souverän und erfahren und doch so verspielt.

🐶 Schon gut, Kleiner, hör mal das Schwärmen auf und komm zum Thema zurück. *brummmgähn*


Rico ist für Leon mehr als ein Spielkamerad, er ist sein großes Vorbild

🐾 Ja sorry, bin da ja noch nicht so geübt wie du. Also, was gibt's da zu sagen? Achso, die Autofahrt. Die fand ich nicht so dolle. Okay, zumindest besser als die Fahrt zuvor, weil ich nicht in einer engen Box hocken musste. Aber dafür saß ich im Kofferraum - und somit von Maximilian und Rico getrennt. Da hatte ich die beiden soeben kennen gelernt und ins Herz geschlossen, schon durfte ich nicht an sie ran... heute weiß ich, dass er uns zur Sicherheit getrennt hatte, denn auch wenn wir uns gut verstanden, so wollte er auf der Fahrt nichts riskieren.


Leon und Rico im Rhein
Der 1. Gassigang war natürlich mega aufregend, all die vielen neuen Düfte und Eindrücke. Mehr als das Tierheim in Italien hatte ich ja nicht kennen gelernt - und natürlich den Transporter, der uns nach Deutschland brachte. Und ich kann euch sagen: Die Umgebung, wo die beiden wohnen ist seeeehr abwechslungsreich: Quasi an der Grenze von der Altstadt zum Hofgarten, ganz in der Nähe der Kunstakademie, und dann noch wenige Meter vom Rhein entfernt (die Rheinuferpromenade liegt am Ende unserer Straße). Da hab ich quasi Stadtleben, Nachtleben, Park und Flusslandschaft direkt um die Ecke - und der Aaper Wald oder Grafenberger Wald ist mit dem Auto keine 10 Minuten entfernt.

Das war alles so viel, dass ich nach dem Gassigang nur noch was futterte und dann sogleich an Maximilian angekuschelt einschlief. *seufz*

🐶 Na, da vergisst du aber was...oder unterschlägst es absichtlich. *frechwedel*

🐾 Was meinst du? *unschuldigschau*

🐶 Deinen ersten Rüffel von mir. Du Wahnsinniger wolltest an MEINEN Napf, als ich noch daraus fraß! *grrrr*

🐾 Achso, ja, der hat mich schon sehr eingeschüchtert.

🐶 Eingeschüchtert? Du bist ängstlich zum Ollen gerannt.

🐾 Hund, musst du alles verraten? *brummm*

🐶 Hey, Kleiner, alles sicher nicht, aber eine gewissen Offenheit und Ehrlichkeit muss schon sein. Und wir sind außerdem dafür bekannt, dass wir die Dinge beim Namen nennen und nicht beschönigen.

🐾 Na dann will ich mal ganz offen und ehrlich über euch beide reden. *trotzighellbell*

🐶 Uns?

🐾 Ja genau. Weißt du, bei den folgenden Gassigängen fiel mir sogleich auf, wie gut ihr beide euch versteht. Ja nahezu wortlos, nur mit Blicken. Während ich ständig nur "Nein!", "Schluss!", "Pfui!" und "Aus!" hörte. *grummel* Das war ganz schon frustig für mich.

🐶 Leon, das meint der Olle nicht böse. Sicher, das waren alles viele neue Eindrücke für dich, das verstehe ich ja. Aber du musst zu deiner eigenen Sicherheit viel lernen, gerade in einer Großstadt. Und er möchte dir so schnell wie möglich viele Freiheiten geben, doch das kann er nur, wenn er weiß, dass du alles Nötige gelernt hast und nicht in eine Gefahr gerätst.

Und glaub mir, mir ging das auch auf den Nerv - auch wenn ich gar nicht gemeint war. So machten die Gassigänge nicht so viel Spaß wie früher, waren eher nervig und unentspannt. Wegen DIR! Und keiner machte dir daraus einen Vorwurf, wir haben es geduldig ertragen. Ja im Gegenteil: Du warst von Anfang an Teil unseres Rudels. Bedenk das auch mal!

Von Anfang an ein Rudel!

🐾 Ja, ich weiß ja, dass er das gut meint. Das hab ich ja schon an seiner Geduld gemerkt. Wenn ich da an unsere ersten Gassigängen in der 1. Woche denke, wo ich alle paar Meter stehen geblieben bin. Und er hat immer geduldig gewartet, teilweise sogar geduldiger als du Rico. Aber klar, kann ich verstehen, dass mein Bro weiterschnüffeln wollte, er ist ja ein Vollprofi und kennt das ja alles schon. Was für ihn Alltag war, war für mich ein absolut neues und großes Abenteuer.

Aber gerade weil der Chef immer so geduldig war, war ich sehr überrascht, als er bei einer Gelegenheit sehr ungehalten über mein Stehenbleiben war.

🐶 Stehenbleiben? So kann man das auch nennen. Kleiner, du hast da meist "den Anker geworfen", dich hingesetzt und wolltest nicht weiter. Und das war in den Situationen, die du jetzt meinst, eher kontraproduktiv. Du hast uns, also mich und den Ollen, damit erst in so manche unangenehme Situation gebracht, die wir früher locker gemeistert haben...

🐾 Jaaaaa, schon gut Großer! Jetzt weiß ich das ja auch, aber damals konnte ich das ja nicht wissen.

🐶 Schon gut Leon. Und ich verrat dir mal was: Der Olle ist schon sehr stolz auf dich, wie schnell du doch eine recht ordentliche Leinenführigkeit an den tag legst - gemessen an dem knappen Monat, den du jetzt bei uns bist und angesichts deines jungen Alters.


Mittlerweile klappt die Leinenführigkeit erstaunlich gut, dafür dass Leon erst knapp 6 Monate alt ist und rund 1 Monat unser Rudel berreichert. 

🐾 Das hab ich auch schon gemerkt. Denn auch wenn ich es nicht so deutlich zeige wie du, aber auch bei mir funktioniert die Stimmungsübertragung.

🐶 Yo, du bist wesentlich dickköpfiger als ich. Selbst an deiner Rasse gemessen, die ja für ihre Eigenständigkeit und Dickkopf bekannt ist. Wie hatte Melanie, die mal einen Tag auf dich aufgepasst hat gesagt: Dreifacher Cane-Corso-Dickschädel. Das wird dich und wahrscheinlich damit auch uns alle sicher noch in Schwierigkeiten bringen.

🐾 Achwas, ich mach das schon. *abenteuerlustigwedel* Aber ich sollte ja von der 1. Zeit bei euch berichten. Wie gesagt, es waren sehr viele neue und spannende Eindrücke. Von einigen haben euch ja Maximilian und Rico bereits berichtet, daher will ich euch nicht mit Wiederholungen langweilen. Für mich waren das alles ganz wuffige Erfahrungen. Und dank Maximilian und Rico hatte ich nie Angst, denn ihre Souveränität gaben mir Sicherheit. Straßenbahn, Fahrstuhl, Tierarztbesuch, ja sogar ein Kurzbesuch auf der Kirmes oder das überraschende Erotik-Fotoshooting in der Nacht - alles kein Problem.

Dafür klappen andere Dinge wohl langsamer, als Maximilian es gewohnt war. Vor allem meine nicht vorhandene Beißhemmung machte ihm Sogen. Aber das hab ich nun Begriffen - meistens jedenfalls, manchmal vergesse ich es in der Aufregung oder Freude doch mal. Doch die Grundbefehle sitzen noch nicht so. Irgendwie kann der Chef mir das nicht richtig erklären... *frechwedel*

🐶 *Zurechwoaff* KLEINER! Jetzt hör aber auf! Solche "Verdrehungen" mag weder der Olle noch ich, klar soweit! Er hat es dir in kleinen Schritten versucht beizubringen, und das mit unterschiedlichen Methoden, ich habe es dir sogar mehrfach vorgemacht - aber da kommt dir dein Dickschädel dazwischen. Da seid du und der Olle euch sehr ähnlich. Das wird noch lustig mit euch beiden...


Leons Dickschädel kann mit dem seines 2-Beiners voll mithalten 😉

🐾 Mit uns? Aber wieso lacht ihr dann mich immer aus?

🐶 Wir lachen dich nicht aus. Wir lachen mit dir...oder besser gesagt: Wir nehmen es mit Humor, wenn du wieder mal was anstellst... In der ersten Zeit hast du schon recht viel kaputt gemacht, mehr als ich jedenfalls damals. *seufz* Aber hey, weißt du was ich gerade merke? Eigentlich solltest du einen Beitrag hier verfassen und jetzt hab ich doch die Hälfte dazu beigetragen.

🐾 Och, ist mir gar nicht aufgefallen... außerdem hab ich gehört, dass du dafür etwas später eine ganze Ledecouch geschreddert hast... *megafrechwedel*

🐶 Ja, auch über deine Schlitzohrigkeit und charmante Frechheit lachen wir sehr gern. Ehrlich Kleiner, du passt voll zu uns. Ich freu mich jedenfalls, dass du zum Rudel gehörst - auch wenn du mich oft auch nervst. *seufz*

🐾 Das ist das Privileg der Jugend. *frechwedel*

🐶 So wie es das Privileg des Alters ist, den letzten Wuffer zu haben. *pfoteaufleg*


Hier ein paar lustige Ankedoten und Erlebnisse mit dem neuen Rudelmitglied Leon (in chonologischer Reihenfolge):

Der 1. gefundene(!) Zahn

Molosser-Pickel: Nur Godzilla hat größere... 😂

Rüdenspiele

Leon hat dazu gelernt und seinen 2-Beiner schon gut konditioniert


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