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Dienstag, 30. März 2021

Hundefitness – Ein gesunder Geist in einem gesunden Körper – das gilt auch für Hunde

Wer rastet, der rostet. Das gilt für unsere Hunde fast mehr als für uns Zweibeiner. Daher brauchen unsere Hunde mehr regelmäßige Bewegung als nur die Runde um den Block. Mit wohldosiertem Workout lassen sich der Alterungsprozess verzögern und auch degenerative Krankheiten abmildern. Und ähnlich wie beim Sport von Menschen, wo Freundschaften geschlossen und der Teamgeist gestärkt wird, so fördert es auch die Bindung zwischen Hund und Halter.

Da, der Baum, er liegt mitten im Wald und hat genau den richtigen Umfang. Ich hüpfe drüber und Rico folgt mir nahezu zeitgleich – nur wesentlich eleganter und geschmeidiger. Auch beim Balancieren über einen Baumstamm macht der kleine Doggen-Wookiee eine bessere Figur als ich. Später erspähe ich einen anderen Baum, seine Rinde ist ideal. In die Rillen drücke ich ein paar Leckerchen – unter den wachsamen Augen des Döggelchens. Kaum gebe ich sie frei, springt Rico auch schon mit seinen Vorderpfoten hoch und knabbert die Leckerchen aus der Borke.

Immer wieder baue ich solche Übungen bei unseren Gassigängen ein. Zum Einen, weil es uns Spaß macht, zum Anderen auch um Rico fit zu halten. Aber reicht das? „Das ist auf jeden Fall schon ein toller Ansatz und auch das, was ich prinzipiell jedem Hundehalter ans Herz lege. Denn so kann ich schon einiges dafür tun, dass Rico „in Bewegung“ bleibt“, sagt mir Martina Flocken von Doggy Fitness, die Webinare zum Thema Hundefitness entwickelt hat. Prima, mache ich also doch nicht alles falsch – so als einfacher, unwissender Halter. Aber wie finde ich das richtige Maß? „Das ist immer individuell – aber deine Übungen hören sich schon einmal gut an. Grundsätzlich macht es Sinn, alle Körperbereiche anzusprechen und dabei zu wissen, was man warum tut“, erklärt mir die Autorin und aus dem Dog Dance bekannte Carmen Heritier, die derzeit zusammen mit der Tierphysiotherapeutin Sandra Rutz an einem Buch zum Thema Hundefitness schreibt (erscheint im April 2018 im Kynos Verlag).



Carmen Hertier mit Rico

Das Toben mit anderen Hunden reicht jedenfalls nicht aus um Hunde fit zu halten, weiß Sandra Rutz: „Es ist eine bequeme Art, den Hund körperlich auszulasten, aber es ist kein gezieltes Training. Das Toben mit anderen Hunden kommt eher einem Ringkampf gleich (Schnellkraft). Dies stellt zwar ein Ganzkörperworkout dar, ist aber voll mit Belastungsspitzen. Die Spielpartner sollten körperlich gleichberechtigt sein und es ist auch sinnvoll, die Hunde vorher ein Stück an der Leine zu lassen, das einem warm up gleich kommt.“

Und ähnlich wie bei uns Menschen, ist Sport auch gesund. So kann gezieltes Training auch degenerative Erscheinungen abmildern, weiß Martina Flocken: „Bei unseren Hunden ist es wie mit uns Menschen: wer rastet, der rostet.“ Ja sogar der Alterungsprozess kann somit verzögert werden, erklärt sie mir. Ähnlich sieht es auch Sandra Rutz: „Wir sorgen mit einem Fitnesstraining für mehr Beweglichkeit, Muskelaufbau und Koordination. Wir verzögern den Alterungsprozess und gleichen bei orthopädischen Defiziten Bewegungseinschränkungen aus.“

Aber nicht nur für den Körper ist so ein Fitnessprogramm gut! Das gemeinsame Trainieren fördert auch die Bindung: „Mein Ansatz des Trainings ist genau dieser: man tut nicht nur etwas für die Gesundheit des Hundes, man verbringt gemeinsame Zeit, stärkt Bindung und Vertrauen und hat gemeinsam Spaß. Deshalb ist es immer wichtig, dass das Training positiv gestaltet wird und Mensch und Hund Erfolgserlebnisse und Spaß haben“, berichtet Martina Flocken. Und auch Carmen Heritier sieht das so: „Gemeinsames Training ist sicherlich förderlich für die Bindung, insbesondere da im Fitnesstraining immer mit positiver Bestärkung gearbeitet werden sollte und die Übungen für den Hund nachvollziehbar und kleinschrittig erarbeitet werden. Das gibt nicht nur ihm ein gutes Gefühl, sondern das gemeinsame Erarbeiten von oftmals ziemlich detailreichen Übungen verbindet immer.“



Nun sollte man aber nicht einfach so wild loslegen. Denn vieles ist zu beachten! So brauchen auch Hunde in der kalten Jahreszeit eine längere Aufwärmphase. Ein vorheriger Gesundheitscheck – ähnlich wie es auch bei Menschen vor dem Start eines neuen Trainings angeraten wird – ist daher sehr wichtig. „Ein kleiner Checkup der bewegenden Strukturen und ein Fitness-Test macht Sinn. Falls schon gesundheitliche Probleme bekannt sind, bitte vorher mit Tierarzt und Physiotherapeut besprechen, welche Übungen nicht in Frage kommen“, rät daher Sandra Rutz.

Nun bestens informiert und auch um einige neue Übungen inspiriert, macht das Training noch mehr Spaß – auch wenn das Döggelchen Rico immer noch die bessere Figur macht als ich. Gut für die Gesundheit ist es allemal und zwar nicht nur körperlich, denn auch für Hunde gilt: „Mens sana in corpore sano.“ (Lat. für „Ein gesunder Geist in einem gesunden Körper.“) Oder wie Carmen Heritier gern Aristoteles zitiert: „Das Leben besteht in der Bewegung.“

Anmk.: Dieser Artikel erschien zuerst in meiner Kolumne in WUFF - Das Hundemagazin 03/2018; parallel dazu erschien auch unser Blogbeitrag Hundefitness - Das leben ist Bewegung

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Donnerstag, 26. September 2019

Trainer ist nicht gleich Trainer

Klar! Oder doch nicht...?


Wir befinden uns im Jahr 2016 – mitten in Deutschland in ­einem der vielen ­Ausbildungsvereine. Wir stoßen auf veraltete Trainingsmethoden, auf Kettenwürger und Stachelhalsbänder, aber auf keine Erlaubnispflicht für Hundetrainer nach § 11 ­TierschG. Das Gesetz will es so. Doggenmix Rico vom Gassi­report hinterfragt.

Wie anders ist doch mein kleiner Rico. Mit viel Spaß ist er bei der Sache. Ganz ohne den Stress – ja, mit viel Freude. Wir laufen entspannt das Schema für Begleithunde – kann man ja immer wieder mal einbauen beim Gassigehen. Mein kleiner Doggen-Wookiee läuft gut bei Fuß (gut, nicht so „angeklebt“ wie ein Schäferhund, er hat als Molosser halt ein eigenes Distanzbedürfnis – so wie ich). Ich wechsle das Tempo, beinahe zeitgleich beschleunigt er auch. Dann werd‘ ich langsamer, nahezu zeitgleich auch Rico…

Rico mag die Übungen zur Unterordnung, aber keinen "Vereinsdrill"
Foto: Ira Prettycloud

Wie anders war die Situation dagegen in diversen Sportvereinen. Meist ging der Stress schon auf dem Parkplatz los. Nicht zuletzt auch wegen der vielen bellenden Hunde – in Boxen. Daher hielt der Stress auch an, bis wir an der Reihe waren. Das Rausholen von Rico war für mich dann meist das viel größere Abenteuer als das Training auf dem Platz – auf die Hinterbeine stellen und mit ganzem Körper blockieren (das heißt bei dem kleinen Doggen-Wookiee von knapp über 40 Kilo so halb auf meinen Armen) inklusive. Auf dem Platz angekommen, wischte ich mir nicht selten die Schweißperlen ab – dabei hatte das eigentliche Training noch gar nicht angefangen.

Dezente Fragen nach dem Sinn solcher Boxen wurden nicht selten abgebügelt. Manchmal rühmte man sich auch damit, dass ja die Gesetzesnormen erfüllt werden oder man sogar knapp darüber liegt. Aha, na hoffentlich interessiert sich der Hund darin dann auch für die gesetzlich vorgeschriebene Mindest­größe. So verfährt man mit Sportge­räten, die sperrt man in einen Spind, aber doch keine Trainingspartner! Hm, wie wäre es, wenn wir die Fußballer auch in entsprechende Boxen stecken vor einem Spiel – mindert vielleicht das Verletzungsrisiko in der Umkleide­kabine. So knapp über Sarggröße müsste doch reichen für so einen Fußballspieler, was meint ihr? 🙂

Interessant fand ich auch, wenn da auf Gesetze verwiesen oder sogar ange­geben wurde, dass man die Norm (über-) erfüllt. Denn nicht selten waren das die gleichen Leute, denen es egal war, tierschutzrelevante Methoden beim ­Training einzusetzen – vom Würger ohne Stopp bis hin zu Stachelhals­bändern oder Teletakt. „Äh, warum das? Hier gibt es doch auch Gesetze, oder?“, wollte ich nicht selten wissen und stellte mich wie so oft bei solchen Gelegen­heiten besonders dumm. Häufigste ­Antwort: „Das haben wir schon immer so gemacht.“ Aha, na dann bin ich ja froh, dass niemand von denen damals bei der Erfindung des Rades dabei ge­wesen ist…

Diesen Satz hatte auch die Sachverständige Mona Göbel schon häufiger als Begründung gehört. Aus ihrer Erfahrung weiß sie: „Sämtliche Gebrauchshundevereine, besonders die, die auch Schutzdienst-Ausbildung (VPG) an­bieten, müssen kritisch gesehen werden. Vor allem in Schäferhundvereinen und Rottweilerklubs habe ich so manch tierschutzrelevante Ausbildungsmethode erlebt. Teilweise auch in anderen ­Hundesportvereinen, aber da meist in abgemilderter Form – zumindest was den Bereich „Unterordnung“ angeht. Hier habe ich schon häufiger den ­Einsatz von Stachler oder Würger beobachtet.“

Und dennoch brauchen ­Vereinstrainer keine Erlaubnispflicht (nach § 11 ­TierschG) wie andere Hundetrainer. Ist das fair? Nun, juristisch korrekt ist es: denn sie trainieren ja nur privat und nicht gewerblich – so das häufigste Argument. Hier auch wieder die Frage: Ob sich der Hund für solche juristischen Spitzfindigkeiten interessieren würde? Wohl kaum. Weil es eben schon so schön war, projizieren wir es doch wieder auf die Menschenwelt: Dann ­wären also sagen wir mal dazu „härtere“ Methoden erlaubt, sofern es nur privat bleibt … Hm, mal überlegen: Also beim Sport darf der Junior dann beim Kickboxen auch ohne Mundschutz trainieren oder Töchterchen ohne Helm reiten – ist ja nur privat. Als Profi bekommt er natürlich die Deluxe-Schutzausrüstung. Klar, der Hund ist kein Mensch – aber ein Familienmitglied! So kann ich verstehen, wenn sich Hundetrainerin Ixe Schäfer echauffiert: „Wenn es wirklich um Tierschutz gehen soll, dann muss jeder seine Qualifikationen nach­weisen – dazu gehören für mich ALLE Trainer, egal ob aus einer Hundeschule oder einem Verein. Gewerblich, wie es immer heißt, ist irrelevant. Gleichermaßen gehören die Halter in die Pflicht genommen. Sie tragen die Verantwortung gegenüber ihrem Hund und der Gesellschaft.“

Zumal es auch in anderer Hinsicht irrelevant ist: Nicht selten haben sich um solche Vereine kleine ­„Industrien“ angesiedelt – vom Hundeshop bis zur Physiotherapie. Von den ­Züchtern ganz zu schweigen – und so ein ­ausgebildeter Schutzhund kann schnell über 10.000 Euro kosten.

Immerhin scheint sich ein neuer Trend abzuzeichnen: „Der moderne Hunde­sport für private Zwecke ist nur Spiel – wenn er seriös ausgeführt wird. Es basiert auf Beutespielen, so sieht man beispielsweise, dass die Hunde auf den Beißarm fixiert sind, sofort loslassen und nicht mehr zubeißen, sobald auch der Mensch ihn loslässt – es geht nur um das Spiel, ähnlich wie mit einem Ball. Also reines Beutespiel um ein Spielzeug und keine Mannschärfe“, sagt die Hundetrainerin und Sachverständige Manuela Schüer. Zwar kennt auch sie Schwarze Schafe, „aber die gibt es überall“. Manuela weiß aber auch: „Bei guten Trainern, die die Hunde lieben, wird schon seit einiger Zeit ein Hund und seine Muskulatur langsam aufgebaut, vor dem Training gibt es meist eine Aufwärmphase – ähnlich wie beim Menschensport ja auch. Außerdem achten sie auch auf gesundheitliche Aspekte. Dieser Trend wird immer stärker.“ Allerdings wie schon gesagt, gibt es rund um einige Vereine schon kleine „Geschäftsnetzwerke“, und Halter sollten auch hier kritisch bleiben und sich nicht alles aufschwatzen lassen.

Bei allem Training darf der Spaß nie zu kurz kommen!
Foto: Ira Prettycloud

Sicher, auf dem Platz, da hatte Rico auch Freude daran, sofern ich ihn führte… Doch wenn ein „Trainer“ etwas vorführen wollte, nicht selten sträubte er sich dagegen, was die „Trainer“ meist mit mehr Gegendruck zu beantworten suchten… keine so gute Idee bei einem Molosser. Schon mal gar nicht, wenn er meinen Dickkopf zusätzlich widerspiegelt. 😉 Meist hörte ich dann von Trainern einen Vorwurf (zumindest meinten sie es vorwurfsvoll, ich fasste es irgendwie eher als Kompliment auf): „Das liegt daran, weil der so ’ne starke Bindung zu dir hat!“ Seltsamerweise waren das oft die gleichen Leute, die uns vor­warfen, dass unsere Bindung nicht so gut sei, weil Rico nicht so an meinem Bein kleben würde (zur Info: Ich mag so ein Aneinanderkleben selber nicht – in­sofern kannte ich den Vorwurf zwar schon, aber dann eher von Ex-Freundinnen als von Hundetrainern). Naja, viel Logik fand ich eh nicht in ­solchen ­Vereinen – einzelne Personen als Ausnahmen gab es aber immer.

Und so begriff ich schnell, dass es vor allem die Interaktion mit mir war, die Rico Freude bereitete – nicht der Verein und vor allem nicht das Drumherum. Na ­prima, dann kann ich meinem Döggelchen ja den Stress vorher und nachher ersparen – mir somit auch. An Hundesport haben wir weiterhin Spaß (auch wenn jeder Vereinsrichter wohl die Hände und seine Hunde die Pfoten über die Köpfe schlagen würden). Und so sieht man uns zuweilen im Park oder am Rhein immer wieder das Schema laufen – nicht perfekt, aber ohne un­nötigen Stress, ohne enge Boxen oder gar Würger, aber dafür mit viel Spaß und Freude.


Anmk.: Dieser Artikel erschien zuerst in meiner Kolumne in WUFF - Das Hundemagazin 10/2016; parallel dazu erschien auch unser Blogbeitrag Manche Trainer sind wohl "gleicher" als andere - statt Logik lieber Rosinenpicken.


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Sonntag, 15. September 2019

*Die multifunktionelle GASSIREPORT-Hundeleine "Goliath"

(*Werbung in eigener Sache)
Auch wenn viele es oft unterschätzen: Aber sie ist unsere direkte Verbindung zum Hund beim Gassi – die Hundeleine. Quasi die künstliche Nabelschnur, an deren feinen Vibrationen und Zuckungen wir schon viel von unserem Hund mitbekommen und mit ihm kommunizieren können. Wie wichtig sie ist, habe ich ja bereits mehrfach geschrieben. Umso mehr freut es mich, zusammen mit dem Schweizer Zughundesport-Experten Zampa dieses so wichtige Alltagsutensil für unsere Hunde zu entwickeln.

Die Hundeleine verbindet uns mit unseren caniden Freunden!

Was braucht der so lange um eine Hundeleine herzustellen? Das werden sich sicher viele unserer Leser gefragt haben; schließlich brauchte es 1 Jahr und 3 Prototypen. Sicher, wenn man sich keine Mühe macht, einfach so eine simple Leine ohne Sinn und Verstand, dann geht das ruckzuck. Aber genau das wollte ich ja nicht. Denn wie viele Hundehalter brauche ich eine Leine mit verschiedenen Längen. Klar, in der Fußgängerzone brauche ich eine andere Länge als im Park oder in der Straßenbahn. Und erst recht gilt das für brenzlige Situationen. Doch gerade bei letzterem ist ein schnelles Umstecken bei den meisten Leinen so schnell nicht möglich. Außerdem erhöhen die vielen Ringe die Verletzungsgefahr – jedenfalls kenne ich viele Hundehalter, die mit einem Finger in so einem Ring hängen blieben und ihn sich dadurch brachen. Also praktikabel sah für mich daher anders aus. Auf längeren Wanderungen bemerkte ich zudem das höhere Gewicht. Auch logisch, mehr Ringe und Karabiner wiegen eben auch mehr. Doch jeder, der längere Wanderungen kennt, weiß, dass es da auf jedes Gramm ankommt.

Denn zwar lebt unser Rudel in der City, aber wer uns kennt, weiß auch, dass wir sehr gerne und daher auch oft in der Natur unterwegs sind. Daher wollte ich eine Leine, die sowohl für die Stadt, als auch für Outdoor geeignet ist. Dem ganzen voraus gegangen waren Tests zahlreicher Hundeleinen, viele waren davon hilfreich, ganz besonders die Schlechten, denn sie waren am inspirierendsten. Aber auch viele gute Ideen habe ich gesehen, gerade bei den Jagd- und bei den Einsatz-Leinen. Und so kombinierte ich all die Vorteile und ließ die Nachteile weg.

Die Aufgabenstellung war demnach klar: Wie umgehe ich all diese und noch andere Probleme und habe dennoch eine sichere und in der Länge verstellbare Leine sowohl für die City als auch für Outdoor. Dank der Zusammenarbeit mit dem Zughundesport-Profi Zampa (an dieser Stelle auch vielen Dank für all das, was ich bei euch lernen durfte, wie beispielsweise zum Material etc.), ist nun nach dem 3. Prototypen endlich die GASSIREPORT-Leine auf dem Markt. Aber was ist das Besondere, wollt ihr sicher wissen. Nun das erzähl ich euch gleich Punkt für Punkt, aber so viel verrate ich euch jetzt schon: Ihr habt damit 4 Leinenlängen, aber müsst sie dafür nur einmal umstellen – und zwar ohne zusätzliche Karabiner und damit anfälliger „Technik“ und Gewicht.


Spezial-Karabiner

Fangen wir mit dem Karabiner für Halsband oder Geschirr an: Er wiegt nur 50 Gramm, dennoch ist dieses Leichtgewicht aus Aluminium sehr stark und hält einer Belastung von 24 Kilonewton aus (das entspricht umgerechnet einer Zugkraft von über 2447 Kilogramm!). Unter Belastung öffnet er sich nicht. Im Selbstversuch hat sich ein erwachsener Mann an die Leine gehängt, während der Karabiner an einem in die Wand gebohrten Ring hing. Mit allergrößter Kraftanstrengung und unter Schmerzen in den Fingern gelang es mir einen der beiden Haken zu öffnen, die Leine hing dennoch fest am Ring, denn der 2. Haken hielt das locker aus. Wenn der Ring, an dem der Karabiner befestigt werden soll, groß genug ist (so wie bei unserem GASSIREPORT-Halsband „Goliath“), dann schnappt der Karabiner von alleine zu, bei kleinen Ringen schließt ihr ihn einfach händisch. Diesen Kobra-Karabiner setzen unter anderem Bergsteiger oder auch die Feuerwehr ein (immerhin hält er sogar Drahtseile aus!).

Endschlaufe und die lange Version für mehr Freiraum

Voll „ausgefahren“ hat die Leine eine Länge von 185 Zentimetern. Damit entspricht sie den gesetzlichen Vorgaben vieler Gemeinden, aber auch anderer Länder, was die Maximallänge angeht (gerade für Listenhund-Halter nicht unwichtig!). Diese Länge ist in Parks oder Naturgebieten wo Leinenpflicht herrscht erlaubt. Und genau dafür nutze ich sie auch: Eben immer dann, wenn Leinenpflicht besteht oder es einfach zu gefährlich für Freilauf wäre, ich aber meinen Hunden dennoch so viel Freiraum geben möchte wie möglich. Die Schlaufe (wie auch alle anderen) ist mit angenehmen und robustem Distanzstoff gepolstert.



Hauptlänge für den Alltag

Mit nur einem Griff, was gerade für mich als Mehrhundehalter nicht unwichtig ist, habe ich die Leine gekürzt: Einfach durch den Ring ziehen, und schon ist die Leine 110 Zentimeter lang. Diese Länge nutze ich am häufigsten in der Stadt. Sie entspricht auch den gesetzlichen Vorgaben, denn in Städten dürfen sie meist nicht länger als 120 Zentimeter sein. Den Ring, haben wir extra so platziert, dass er zwar leicht erreichbar ist, aber dennoch keinem im Weg ist – weder dem Menschen noch dem Hund. Die große Schlaufe lässt sich zudem locker über die Schulter werfen, so dass man dann auch mal beide Hände frei hat – bei mir beispielsweise beim Fotografieren oder beim Zahlen an der Kasse sehr praktisch. (wenn man diese geschulterte Variante extra zählen würde, wären das sogar 5 Leinenlängen 😉)


Kurze Variante wenn es mal enger wird

Durch die Verkürzung befindet sich die Endschlaufe quasi auf halber Länge. Die kurze Leine (55 cm lang) nutze ich beispielsweise in einer stark besuchten Fußgängerzone, im Kaufhaus, Unterführungen, oder aber auch, wenn ich mit Rico oder Leon Treppen steige. Auch als zusätzliche Sicherung, greife ich mit der anderen Hand öfter hier rein, um so die Leine mit beiden Händen zu halten – beim Straßenüberqueren oder auch bei Hundebegegnungen in der City (wahrscheinlich weiß es ja eh jeder Halter, aber ich sag's nur mal zur Sicherheit: Je länger die Leine, umso großer die Wucht – ist halt blöd für Hund und Halter). Bei dieser Länge hat ein Hund von Ricos Größe aber immernoch genug Bewegungsfreiheit und kann beispielsweise den Kopf bis zum Boden senken um zu schnüffeln.

Kurzführer wenn es besonders "eng" wird

So viel Freiheit bietet der Kurzführer, der direkt hinter der Kobra-Schnalle beginnt, nicht. Auf beiden Seiten ebenfalls mit Distanzstoff gepolstert, nutze ich ihn in Fahrstühlen, vollen Straßenbahnen, engen und vollen Gassen oder eben auch in besonders „brenzligen“ Situationen (z.B. Besoffene oder provozierende Hunde). Aber auch für so manche Übung habe ich ihn schon verwendet, wenn ich Rico beispielsweise sanft um etwas herum führen wollte.

Kederapplikationen für mehr Sicherheit

An ausgesuchten Stellen sind reflektierende Kederstreifen eingenäht für mehr Sicherheit. Klar ersetzen die kein vollwertiges Leuchti oder Warnweste, aber sie geben zusätzlichen Schutz in der Dunkelheit und machen auch die Leine sichtbarer.

Robustes Material

Wie schon beschrieben, besteht die Polsterung der Griffe aus Distanzstoff. Wir haben bei der Kurzführerschlaufe extra beide Seiten gepolstert, da man im „Eifer des Gefechts“ nicht immer die eigentlich dafür vorgesehene und deswegen leicht ausgebeulte Schlaufe ergreift. Die Leine selber besteht aus Polyamid, welches sich durch seine hervorragenden Festigkeit und Zähigkeit auszeichnet. Daher wird es vor allem für die Herstellung von unzerbrechlichen Gegenständen und technischen Teilen, die sehr abriebfest sein müssen eingesetzt: Bekleidung, Fallschirme, Ballons, Segel, Angelschnüre, aufgrund ihrer einheitlich glatten Oberfläche eignen sie sich gut als Nahtmaterial in der Chirurgie und selbst die Borsten eurer Zahnbürsten bestehen daraus. Selbstverständlich gibt es die Leine in unterschiedlichen Farben (s. Foto). Die ganze Leine wiegt dabei nur 144 Gramm! Gerade bei längeren Wanderungen, wo es auf jedes Gramm ankommt, ein wahrlich spürbarer Vorteil gegenüber schwereren Leinen. 😊



Die Leine wird von Zampa in Schweizer Handarbeit gefertigt. Der Preis beträgt für die Leine alleine 89 Euro (zzgl. Versandkosten); in Verbindung mit dem GASSIREPORT-Halsband beläuft sich der Preis für beides zusammen auf 169 Euro. (Wer zuvor unser Halsband gekauft hat als es die Leine noch nicht gab, kontaktiert uns bitte! Ihr erhaltet einen Spezial-Preis.) Also falls ihr auch diese tolle GASSIREPORT-Multifuktionsleine "Goliath" haben wollt, schreibt uns einfach eine e-Mail!


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Sonntag, 28. Juli 2019

Partner oder Bodyguard?

Der falsch verstandene Beschützer


Gefahr im Verzug? Ricos Kopf pendelt hin und her. Seine Nasenflügel vibrieren im schnellen Rhythmus, öfter als sonst schnaubt er. Teils um seine Nase wieder frei für neue Geruchsmoleküle zu bekommen, teils aber auch aus ­Unwillen. Bei jedem Schritt kommen seine Schulterblätter hervor, wie bei einem lauern­den Tiger. Ganz klar: Irgendwas ist anders an dieser morgendlichen Gassi­runde. Irgendwas, das meinem Rico gegen den Strich geht – sein Nackenhaar sträubt sich, Alarmstufe Rot.

Auch weniger subtile Signale gibt mir mein kleiner Doggen-Wookie: beispielsweise häufigeres Markieren als sonst (ohne das Klappern oder Sabbern, das auf eine leckere Hündin schließen lässt) oder das energische Scharren danach. All das sagt mir, neue Hunde sind hier in seinem Revier. Und nicht irgendwelche Hunde, sondern ­welche, deren Geruchszusammensetzung offenbar meinem Döggelchen missfällt (was eigentlich recht selten vorkommt und wohl auch von der Gemütslage des anderen Hundes abhängt, die können unsere Fellfreunde nämlich erriechen).

Bild von skeeze auf Pixabay

Schon an der nächsten Ecke sehen wir auch einen. Einen Schäferhund mit ­imposanter Erscheinung, der sich sogleich aufbaut. Steif steht er da, Fixierung gleich mit eingeschlossen. Und weil heute Provokation gerade im Sonderangebot zu sein scheint, bellt er sogleich los. Man ist ja schließlich Schäferhund 😉

Zeitgleich mit dem Bellen hat Rico schon sein Fell weiter gesträubt. Vom Nacken bis zum Hinterteil. Klarer Fall für Alarmstufe 1. Ich sage noch „Nein“, aber leider dauert die Aussprache eines Wortes Zeit. Und die reicht meinem athletischen Doggen-Wookie völlig aus: Er hält sich gar nicht mit Imponier­gehabe auf, statt dessen bäumt er sich auf, steht auf den Hinterbeinen und bellt mit seinem Bass-Wuff zurück. Ein Weitergehen ist für den Schäfi-Halter nicht mehr möglich. Denn am anderen Ende der Leine hängt ein zwar attraktives, aber völlig überfordertes zartes Frauchen von schätzungsweise 50 Kilo auf Stöckelschuhen...

In den folgenden Tagen trafen wir sie öfters. Wirklich im Griff hatte sie ihren Hund nie. Und plötzlich mehrten sich solche Begegnungen auch mit Anderen. Beispielsweise eine andere Nachbarin, diesmal mit einem Rottweiler an der Roll-Leine. Der reagierte zwar freund­licher als der Schäfi, aber dafür hörte er auf seine Halterin nicht im geringsten. Ein anderes Mal war es ein Herrchen, der seinen Dogo Argentino nur dadurch in den Griff bekam, dass er die Leine um den Baum wickelte. Und die folgende Ridgeback-Dame ging eher mit ihrer minderjährigen Halterin spazieren und nicht umgekehrt.

Auch eine Bekannte aus dem Viertel war darunter. Sie hat sich einen recht großen Mischling aus dem Tierheim zugelegt. Wir kamen ins Gespräch und eine Sache ließ mich aufhorchen: „Naja, auch zur Sicherheit ist ja so ein großer Hund gar nicht mal so übel für eine Frau wie mich. Es passieren ja immer mehr beängstigende Sachen.“

Ist das etwa ein neuer Trend? Der Hund statt Tränengas? Hatten die ­Übergriffe in der Silvesternacht in Köln dazu geführt, dass einige aus der „Armlänge Abstand“ eine „Leinenlänge“ machen wollten? Nun bin ich von Natur aus, aber auch aus beruflicher Erfahrung ja skeptisch gegenüber meinen subjektiven Be­obachtungen. Doch dann berichtete mir Wilfried ­Theißen von „derhunde­haltercoach“, dass er immer mehr An­fragen hat, dem Hund „Fass!“ beizubringen: „Die hab‘ ich dann erst mal über die rechtliche Situation aufgeklärt“, sagt er. Und die sieht folgendermaßen aus: In dem Moment, wo ein Halter einen wie auch immer kodifizierten Befehl gibt (dem Hund ist es ja egal, ob er bei „Fass!“ oder „Sing!“ zubeißen soll), nutzt er seinen Hund quasi als Waffe. Das Ganze bekommt so also eine strafrechtliche Komponente!

Auch der in der Szene bekannte Normen Mrozinski berichtete in Facebook über solche Erfahrungen. Und Ähn­liches erzählten uns auch Sabine und Klaus Haumann von „Canis Familiaris“. Außerdem bemerkten sie: „Wir beobachten, dass seit einiger Zeit bei den derzeit beliebten Hunderassen wie Weimaraner oder Ridgebacks wieder deren „Mannschärfe“ betont wird. Einige schienen damit geradezu zu werben, während das in der Vergangenheit gern mal verharmlost und eher die Familientauglichkeit betont wurde.“.

Ist das nun die neue Aufgabe, die wir unseren Hunden stellen? Als Ersatz für Tränengas? Oder als billige Alternative zu einem Bodyguard? Leute, der Hund ist unser PARTNER! Ja mehr noch, wir sind, eine gute Beziehung vorausgesetzt, eh das Zentrum seines Universums. Wenn jemand seinen Menschen angreift, dann würde (fast) jeder Hund ­seinen ­Halter automatisch verteidigen. Und jeder verantwortungsbewusste Halter sollte ihn davon besser abhalten! Nicht nur zum Schutz des Menschenlebens, auch zum Schutz des eigenen Hundes. Denn schnell drohen da ­Gefahren wie lebenslange Maulkorbpflicht oder das Verbot der Hundehaltung (womit der Hund dann ins Tierheim kommt und dank des Vorfalls wohl zu den schwerer zu vermittelnden gehört), oder vielleicht sogar das Einschläfern des Hundes. Mal ehrlich: Würdet ihr euren menschlichen Freunden denn auch beibringen, auf Befehl anzugreifen, oder spendiert ihr denen einen Selbstverteidigungs-Kurs? Wohl wissend, dass ihnen dann Knast droht?!

Meine Befürchtung ist, dass wir in Zukunft dadurch steigende Beißvorfälle bekommen. Und als Folge davon kommt erst die Medienhysterie und dann die populistischen Politiker mit ­schärferen Gesetzen wie Maulkorbpflicht und ­Leinenzwang – dann für ALLE Hunde.

Vor allen Dingen hüten sollten sich Halter vor dubiosen Anbietern! Nicht umsonst ist in Deutschland diese Aus­bildung genehmigungspflichtig. Denn ein schlecht ausgebildeter, scharf gemachter Hund kann im Zweifelsfall eher zur ­Gefahr werden – auch für den Halter! Wohl dem, der dann doch ­Pfefferspray in der Tasche hat...


Anmk: Dieser Artikel erschien zuerst in meiner Kolumne in WUFF - Das Hundemagazin 07/2016; parallel dazu erschien auch unser Blogbeitrag Unsicherheit ist der denkbar schlechteste Grund, sich einen Hund anzuschaffen.


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Montag, 17. Dezember 2018

*Wir lüften das Geheimnis um Ricos neues Hunde-Halsband

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Viele Gerüchte ranken sich um das neue Halsband vom Döggelchen Rico. Nun endlich, nach monatelangem Testen der Prototypen, können wir das Geheimnis lüften: Zusammen mit dem Spezialisten für Zughundesport Zampa haben wir das Halsband "Goliath" entwickelt! 


Beim Prototypen fehlt noch unser Logo

Zugegeben, im Laufe der Jahre hatten wir ja immer wieder mal Anfragen, ob wir nicht ein Halsband herausbringen wollten. Doch bei den meisten mussten wir absagen. Warum? Ganz einfach: Sie wollten nur ein billiges Halsband herstellen, worauf dann unser Logo sollte. Einige sagten uns sogar, dass so ein billiges Halsband eben mehr abwirft, weil ja die Kunden eh alle blöd seien. Doch DAS widersprach unserer Philosophie! Erst als wir Brigitte und Guido Weilenmann kennen lernten, hatten wir die richtigen Partner dafür gefunden. Denn der erste Punkt bei allen Gesprächen war immer: Was ist das beste für den Hund! Erst danach kamen die Punkte wie Design, Materialpreis etc.

Zuvor sprachen wir mit zahlreichen Tierärzten, Tierphysiotherapeuten, Osteopathen, Hundesportlern und Haltern. All das floss in die Entwicklung des Halsbandes ein. Heraus kam dabei ein multifunktionelles Halsband mit Griff extra für mittelgroße und große Hunde. Die extrem stabile und dennoch leichte Cobra-Schnalle kommt ursprünglich aus dem Bergsport, wiegt nur 120 Gramm und verfügt über eine Zugkraft von 18 Kilonewton (entspricht 1835,5 Kilogramm). Wir haben sie so platziert, dass sie bei der Benutzung des Griffes nicht auf die Kehle drückt. Um an den Handgriff zu gelangen, müssen Halter mit der anderen Hand nur der Leine folgen. Der D-Ring ist in diese Spezial-Schnalle integriert, so dass die Schnalle auch bei der Leinen-Führung nicht auf die Kehle drückt. Um jeden störenden Kontakt zu vermeiden, haben wir sie zudem ähnlich einer Kofferschnalle mit der Polsterung unterlegt.


Gut gepolstert, robust und mit unterlegter Cobra-Schnalle und Reflektorstreifen - das Halsband "Goliath"!


Auch im Wasser macht das Halsband "Goliath" eine gute Figur!
Die 50 mm breite und 8 mm dicke Polsterung selber besteht aus Polycell, welches mit Satinnylon ummantelt ist. Das ist ein weicher und flexibler Zellschaum, der auch für die Stoßdämpfung und in der Thermoverformung eingesetzt wird. Beste physikalische Eigenschaften unterstützen die Anwendung in statischer oder dynamischer Form; die Vorteile sind: widerstandsfähig gegenüber normalen Klimaverhältnissen, äußerst niedrige Aufnahme von Feuchtigkeit (es saugt sich also nicht mit Wasser voll!), sehr resistentes Material und zudem nicht umweltschädlich.

Das Gurtband besteht aus Polyamid, welches sich durch seine hervorragenden Festigkeit und Zähigkeit auszeichnet. Daher wird es vor allem für die Herstellung von unzerbrechlichen Gegenständen und technischen Teilen, die sehr abriebfest sein müssen eingesetzt: Bekleidung, Fallschirme, Ballons, Segel, Angelschnüre, aufgrund ihrer einheitlich glatten Oberfläche eignen sie sich gut als Nahtmaterial in der Chirurgie und selbst die Borsten eurer Zahnbürsten bestehen daraus.


Rico mit seinem Halsband "Goliath"
Der Handgriff am Halsband ist mit angenehmen und robustem Distanzstoff gepolstert. Er ist sehr hilfreich bei Gassigängen in der Stadt, wenn ihr mal den Hund nah an euch ranholen wollt (beispielsweise wenn ihr in einer engen Gasse einen entgegenkommenden Hund begegnet), aber auch bei Outdoor-Einsätzen, wenn ihr z.B. eurem Hund beim Drüberklettern über einen großen Baumstamm oder Felsen helfen wollt oder wenn er in einen Teich gefallen ist und alleine nicht mehr herauskommt...

Auch an die Sicherheit haben wir gedacht: Beim aufgenähten 25 mm breiten Polyamid-Band (Farbe frei wählbar; s. Farben auf dem Foto) ist beidseitig ein reflektierender Kederstreifen eingenäht.


Das Halsband "Goliath" gibt es in vielen tollen Farben und Mustern!

Trotz seiner Robustheit wiegt das ganze Halsband nur knapp 215 Gramm. Das Halsband "Goliath" ist lieferbar in den Größen 40, 44, 48, 52, 56 und 60, was auch dem Halsumfang in Zentimetern entspricht (bitte messt den Halsumfang eurer Hunde so eng wie möglich, da es wegen der Bequemlichkeit groß ausfällt - zum Vergleich: Rico trägt bei einem Halsumfang von 52 Zentimetern die Größe 48) und es lässt sich noch um bis zu 3 Zentimetern vergrößern. Es wird in Schweizer Handarbeit gefertigt und ihr bekommt es in Deutschland nun exklusiv für 89 Euro (zzgl. Versandkosten) über uns (einfach per E-Mail)!


Das Döggelchen Rico fühlt sich mit dem neuen Halsband "Goliath" hundewohl!

Doch das ist noch nicht alles, wir arbeiten gerade mit Zampa an weiteren tollen Produkten. Hier auf unserem Blog werden wir euch darüber natürlich auf dem Laufenden halten. Also bleibt mit der Nase dran!






Mittwoch, 7. Februar 2018

Hundefitness - Das Leben ist Bewegung

🐶 Also mein menschliches Cerebral-Interface ist schon irgendwie niedlich. *frechwedel* Glaubt der Olle doch tatsächlich, dass er MICH mit den Übungen fit hält. Davon berichtet er ja in unserer aktuellen Kolumne im Hundemagazin WUFF. Er hat sich da ja auch Mühe gegeben und erkundigt; bei Martina Flocken von Doggy Fitness, deren Online-Kurs er sich angeschaut hat oder auch Autorin Carmen Heritier (Gymnastricks) und Tierphysiotherapeutin Sandra Rutz (Hundephysio Kressbronn), deren Buch im April im Kynos-Verlag erscheint und die ihm vorab Einblicke darin gewährten. Außerdem hat er ja alle 3 Damen mit seinen Fragen gelöchert (das nennt er "interviewen"). Sicher, solche Sportübungen tun mir auch gut. ABER: Er braucht sie viel mehr als ich. Ihr müsstet mal sehen, wie er über einen Baumstumpf balanciert. Während ich locker darüber schreite, sieht es bei ihm ein wenig aus, als ob ein zu langbeiniger und betrunkener Vogel versucht abzuheben. So sehr wedelt er mit den Armen herum – so aus Hundesicht zumindest (wir reagieren ja auf Bewegungen wesentlich „sensibler“ als ihr 2-Beiner).

🐶 Seht ihr? Der Olle freut sich doch so, dann mach ich mal mit. 😉
Foto: Lutz Borger

So macht Fitness Freude: Gleichzeitig was für die untere Rückenmuskulatur tun und die Aussicht genießen. 😄

Leider kann ich euch kein Foto davon präsentieren. *schüttel* Dummerweise sind Kameras leider nicht auf das Bedienen durch Hundepfoten ausgelegt. *brummm* Aber wer weiß, ich arbeite da gerade an einer Lösung. *frechwedelfreu*

Auf so einem Brunnenrand lässt sich wuffastisch Balancieren.

Umgefallene Bäume sind auch ein tolles Trainingsgerät.

Warum ich dann dennoch mit ihm die Fitnessübungen mache? Na, das ist doch klar! Der Olle freut sich doch so sehr. Das gönne ich ihm gern. Außerdem habe ich ja auch etwas davon – und zwar in doppelter Hinsicht. 1) Durch die Stimmungsübertragung springt seine Freude auch auf mich über – und das freut ihn wiederum wieder. Das schaukelt sich fast wie in einer Feedback-Schleife hoch. Und so kann schon das einfache Balancieren über einen gefällten Baum, den Rand eines Brunnens oder Ähnlichem zu wahren Lachattacken führen (bekanntlich ist Lachen ja gesund, u.a. auch so fördern wir Hunde mal wieder eure Gesundheit). 2) Es gibt meist nach jeder Übung leckeren Schmackofatz. *leftzenleckfreuwedel*

Und damit gestaltet sich auch ein Gassigang in gewohnten Revieren immer wieder abwechslungsreich. Vor allem: Das gemeinsame Erlebnis schweißt zusammen, stärkt also die Bindung. Ganz besonders, wenn es lustig ist – für uns Hunde, wie für euch felllose Primaten. *treuschau* Also, wenn ihr das nächste mal einen Baumstumpf oder gefällten Baumstamm seht, dann springt doch mal gemeinsam drüber oder balanciert darüber (natürlich immer der Größe, dem Alter und dem Gesundheitszustand angemessen!!!); oder lauft gemeinsam einen steilen Hügel hinauf... Viele Übungen lassen sich auch im Alltag einbauen und bringen so Abwechslung und gemeinsam verbrachte Zeit. Und wenn es mal schief läuft, ist gar nicht schlimm, oft sind das die lustigsten Situationen. Es gilt bei uns Hunden quasi auch euer alter olympischer Gedanke (von dem ja heutzutage nicht mehr viel übrig ist): "Dabei sein ist alles!" Apropos Olympia, ein schlauer 2-Beiner aus dem alten Griechenland, Aristoteles, schrieb mal: "Das Leben besteht in der Bewegung." Er muss es ja wissen, der olle Aristoteles, schließlich hat er sich auch mit Hunden beschäftigt (bspw. in seiner Historia animalium).


PS: Dies ist der ergänzende Beitrag zu unserer Kolumne in WUFF - Das Hundemagazin (03/2018) "Hundefitness - Ein gesunder Geist in einem gesunden Körper - das gilt auch für Hunde"


Dienstag, 17. Oktober 2017

*[Produkttest] Ein maßgeschneidertes Geschirr für Rico

*Gesponsert

Voll im Schnüffel-Modus
Foto: Fabienne Glönkler

Was für ein Erlebnis: Bei unserem 2. Besuch in der Schweiz hatten wir die Gelegenheit eines Werksbesuchs bei einem der renommiertesten Hersteller von Zuggeschirren: *Zampa (made by *Tier und Sport) Wir bekamen eine private Führung von den Chefs Brigitte und Guido Weilenmann. Guido ist selber seit 1981 im Zughundesport aktiv (seine Tochter und sein Sohn übrigens auch – liegt der Familie offenbar im Blut). Seine in Jahren erworbene Erfahrung und sein Wissen über die Anatomie von Hunden fließen in seine Geschirre mit ein. „Wichtig ist, dass das Geschirr dem Hund nicht unangenehm ist, es nirgends drückt oder zwickt – die Schultern müssen frei sein, nichts darf auf die Weichteile drücken oder die Atmung behindern. Und dennoch sollte es fest genug sitzen, damit es nicht scheuert und seine Kraft optimal übertragen wird“, erklärt er, während er persönlich das maßgeschneiderte Mantrailing-Geschirr für Rico an meinem kleinen Doggen-Wookiee anpasste.

Der optimale Zugpunkt

Genau auf dem Brustbein, damit der Hals frei bleibt

Nicht nur an der Nähmaschine ist Brigitte die Chefin 😏
Ihr habt richtig gehört: Rico hat jetzt ein maßgeschneidertes Geschirr. Aber nicht irgendeines: ein Mantrail-Geschirr. Denn Guido Weilenmann und Kerstin Hennings (die Leiterin des SHZ Suchhundezentrums) haben ihre Köpfe zusammengesteckt und ihr Wissen zusammengetragen, Guido aus dem Zughundesport und Kerstin aus dem Mantrailing. Heraus kam dabei ein optimales Mantrail-Geschirr. „Beim Mantrailing wie auch beim Zughundesport sind die Hunde unter Zug. Die unterschiedliche Intensität der beiden Aktivitäten fordert aber auch unterschiedliche Fixpunkte der Geschirre,“ erklärt mir Guido, „denn ein Verrutschen des Geschirres, verfälscht auch die Signale, die wir über die Leine erhalten-daher sind unterschiedliche Fixpunkte auch sinnvoll“ ergänzt Kerstin. 

Oben, Vorne und Unten passt's - vom Profi für gut befunden

Gemeinsames Anpassen schafft Freundschaft
Beim Anpassen des zuvor schon extra für Rico gefertigten Geschirres (ausgemessen wurde er schon vor unserem Besuch) lässt Guido viel Ruhe walten. Erst muss er den Hund kennen lernen und er ihn, weshalb er ihn erstmal ausgiebig schnüffeln lässt und den Hund streichelt. Das Döggelchen genoß es auf jeden Fall! „Eigentlich müsste man jedes Geschirr maßschneidern“, meint Guido, „denn selbst Hunde der gleichen Rasse gleichen sich nicht immer so sehr“.

Das ist auch der Grund, warum Guido am liebsten die Geschirre „nicht ohne Beratung“ verkaufen möchte: „Das mag konservativ wirken, aber es ist im Sinne des Hundes als individuelles Wesen – denn kein Hund gleicht dem anderen.“


Sichtlich glücklich wegen all der Aufmerksamkeit, die man ihm schenkte, stand Rico da in seinem neuen Geschirr. Wundert euch nicht über den leichten Bogen, den der Verbindungssteg oben im Ruhezustand macht – das ist Absicht. Denn wenn der Hund zieht, zieht sich auch dieser gerade. „Diesen kleinen Spielraum braucht der Hund, wenn er sich ins Geschirr legt, damit das Brustteil am Ende des Brustbeines bleibt und ihm nicht den Hals zuschnürt“, erklärt Kerstin.

Beindruckt war ich vor allem, wie durchdacht das Geschirr ist: Die Halsöffnung ist weit genug, dass es nicht die Atmung behindert, wenn der Hund zieht, aber eng genug um optimal die Energie des Hundes zu übertragen. Der Ring für die Leine hat durch den Umlauf extra viel Spielraum, damit das Geschirr nicht verrutscht, wenn er mal heftig zu Seite zieht oder die Richtung aprubt ändert; außerdem werden so die Signale nicht verfälscht. Selbst daran, dass der Ring abgepostert ist, so also nicht direkt auf den Hunderücken scheuert, haben die beiden gedacht.

Zum Einsatz bereit
Foto: Fabienn Glönkler
Dank Reflektoren auch im Dunkeln gut sichtbar
Selbstverständlich haben wir das Geschirr dann auch gleich in der Praxis getestet: Im Training beim SHZ Suchhundezentrum hatte ich die Gelegenheit es auszuprobieren. Und in der Tat, ich spürte viel mehr Feinheiten über die Leine und Rico lief irgendwie „befreiter“ als mit unserem Standard-Geschirr (welches ja nicht speziell für das Mantrailing ausgerichtet ist). Dadurch konnte ich aber nicht nur die Signale von Rico besser und vor allem deutlicher spüren, sondern auch viel schneller darauf adäquat reagieren. Überhaupt sah ich das Döggelchen in keinem Geschirr bisher so locker und frei laufen – fast so als wäre es gar nicht da. „Weil der gesamte Bewegungsapparat nicht eingeengt wird“, sagt Kerstin. So machte das Mantrailen, was uns eh schon viel Spaß bereitete, gleich doppelte Freude.

Durch volle Bewegungsfreiheit kann ich mich voll auf's Schnüffeln konzentrieren
Foto: Fabienne Glönkler

🐶 Na dann, nichts wie ab wieder ganz schnell in die Schweiz zum Mantrailen! *freuwedelhüpf*

Auch in Aktion eine gute Figur

Das Mantrailing-Geschirr erhaltet ihr im *Shop des SHZ Suchhundezentrums


*Gesponsert

Mittwoch, 4. Oktober 2017

Gassireport goes Switzerland - Rico als Mantrailer und tobend im Tobel :-)

Gleich in mehrerer Hinsicht war unser Trip in die Schweiz zu den Mantrailing-Experten des SHZ Suchhundezentrum ein außergewöhnliches und spannendes Erlebnis für mein Döggelchen Rico und mich. Bereits die Begrüßung im Ort Gottlieben war außerordentlich freundlich: Kaum hatte ich das Auto geparkt, rief eine nette Frau vom Balkon herunter: „Bist du der Maximilian, der vom Gassireport?“ Nachdem ich die Frage bejahte, lud sie mich sogleich zum Kaffee ein: „Die Leute vom SHZ sind noch beim Training, die kommen aber bald zurück. Komm doch hoch, ich mache uns Kaffee.“ Und so lernten wir – gerade mal ein paar Minuten angekommen (Anmerk. Rico: 🐶 und nach einem 1. kurzem Gassi am Bodensee, denn nach der Fahrt und trotz mehrerer Zwischenstopps wollte mein 2-Beiner, dass ich ein wenig Auslauf habe *wedelfreu*) - Nati, ihren Sohn Noah und die Dalmatiner-Hündin Sissi kennen.

Unser 1. Gassigang führte uns ans Ufer des Bodensees, der lag ja quasi um die Ecke.

🐶 Hey, Alter! Du bist ja schon mittendrin in unserem Schweiz-Aufenthalt. Dabei war die Fahrt schon ein Erlebnis.

Erkundungsschnüffeln
Du meinst wohl unseren Zwischenstopp im Zirkusbauwagen auf dem kreativ-alternativen Hof von Brunhilde? Ja, das war echt toll: Voll in der Pampa, ein Wäldchen direkt hinter dem Zirkuswagen, kein Handy- oder Internet-Empfang, kein TV. Und in der Nacht lauschten wir dem zärtlichen Trommeln der Regentropfen auf dem Dach...

Bei der Ruhe lässt sich wunderbar von Pansen träumen...😋

🐶 Und du bist in Gummistiefeln, Regenjacke und Taschenlampe nachts zum Klo... *frechwedel*


Das kleine Wäldchen hinter unserem Zirkuswagen wirkte wie eine kleine Fantasy-Welt.



Ja, okay, das war die einzige Unbequemlichkeit. Dafür haben wir am kommenden Morgen schön im Freien zusammen mit Brunhilde gefrühstückt, bevor es für uns weiterging.

Aber nun zurück zu unserem eigentlichen Ziel: der Schweiz und den Mantrailern. Diese Hundeführer müssen ihre Hunde „lesen“ und gleichzeitig sich von ihnen leiten lassen. Dennoch behalten sie immer die Führung. Das erfordert nicht nur gute Kenntnisse der Körpersprache von Hunden, sondern auch wie sich Geruchspartikel verhalten und verteilen. Jedes kleine Lüftchen, welches wir 2-Beiner nicht einmal spüren, kann schon Auswirkungen über die Verteilung von Geruchspartikeln haben. So beispielsweise bei einer Kalt-Warm-Schranke, wenn es von Draußen in ein Gebäude geht; oder auch nur, wenn viele Personen vorbei gehen und somit nicht nur ihre Düfte verteilen, sondern auch die bestehenden aufwirbeln. Freilich, unsere Primaten-Nase ist dafür nicht sensibel genug. Doch Hunde können selbst Spuren nach Tagen noch aufnehmen!

Mit diesem Wissen muss sich der Hundeführer in seinen Mantrailer, also seinem Hund, hineinversetzen und so seine Reaktionen interpretieren. Warum pendelt er hin und her? Warum hebt er nun plötzlich den Kopf? Was sagt der Wechsel der Körperachse aus? Diese und noch viel mehr Fragen können ausgebildete Mantrailer anhand der Reaktionen ihres Hundes erkennen.

Wir durften an allen Trainings mitmachen und hatten quasi „Privatunterricht“ was die Theorie anging. Denn jedes Mal hatte ich hunderte von Fragen, die mir Kerstin Hennings und ihre rechte Hand Sarah Dombrowski bereitwillig beantworteten. Vor allem wie sich Geruchspartikel verteilen fand ich mega-interessant. So erklärt sich auch so manche Reaktion von Hunden...

🐶 Bei seinem 1. Trailversuch hat der Olle noch vieles falsch gemacht... *frechwedel*

Und beim 1. Training vom Döggelchen sorgte er schon für so manchen Lacher. Denn jedes Mal wenn Rico eine Geruchsprobe fand schmiss er sich auf den Boden und wälzte sich vor Freude. Schon beim 2. Durchgang sang Martina, einer der Trainerinnen vom SHZ, dazu immer: „I feel good, nananananaa...“ 😄

🐶 So hatten halt alle Spaß. *wedelfreu*

Beim Training nahm man mich auch mal an die lange Leine... :-)

Unser 1. Mantrail-Training

Und du hast deine Sache für das 1. Mal gar nicht mal so schlecht gemacht... Allerdings lerntest du so auch das Ziehen...wieder zurück in Düsseldorf war das aber ein wenig lästig...aber ich nehme das gern in Kauf, da du so viel gelernt hast – nicht nur was Schnüffeln angeht. Du hast durch unseren Besuch einen richtigen Entwicklungssprung gemacht, bist nun noch selbstsicherer, ja eigenständiger als vorher...

🐶 Das scheint dich aber nicht zu stören... *ohrennachvorn*

Ganz im Gegenteil, mein Kleiner! Es erfüllt mich mit Stolz! Du bsit eben erwachsen geworden.

🐶 Das lag aber nicht nur am Training! Vergiss nicht die 3 tollen Vizsla-Girls vom SHZ: Tessi, Djury und Smilla. *schwanzwedelhüpf*

Wie könnte ich die 3 vergessen? Schliefen doch alle 3 schon am ersten Abend bei mir im Bett.😊

🐶 Ja, das hat dir alten Knacker gefallen...3 Weiber im Bett sind wohl auch für dich nicht alltäglich. *frechwedel*

Stimmt... Selbst in meinen wildesten Jugendzeiten nicht. 😂 Und das in Gottlieben, auf der Kirchstraße im ehemaligen Pfarrhaus und um die Ecke der Bodensee...😃

Flirten mit der hübschen Smilla 💘

🐶 Und ich hatte dann keinen Platz mehr bei dir im Bett.*brummm*

Na dafür durftest du ja bei der Chefin vom SHZ schlafen. Und so wie ich das sehe, hattest du eindeutig mehr Platz und so den erholsameren Schlaf...

🐶 Meinst du, weil keiner dir vorher gesagt hatte, dass die Mädels gern mal untereinander rumzicken und du das ganz einfach beenden kannst, indem du sie unter die Bettdecke lässt?

Ja, das erfuhr ich dann am Morgen beim Frühstück, nach einer zwar sehr schönen, aber leider auch oft unterbrochenen Nacht...

Aber wir haben natürlich nicht nur trainiert und gelernt. Zwischendurch machten wir auch immer wieder schöne Gassigänge in der näheren Umgebung. Schon diese Gassigänge waren ein schöne Erholung. Dabei fiel mir die Freundlichkeit und große Rücksichtnahme der Schweizer gegenüber Hunden und ihren Haltern auf. So machen viele Autofahrer einen Schwenker, wenn ein Hund auf dem Bürgersteig läuft – nur für den Fall, dass der doch auf die Straße springt. Auch die Hundehalter unter sich gingen wesentlich freundlicher und rücksichtsvoller miteinander um, als ich vielfach in Deutschland beobachtet habe. Hier ein Beispiel, welches wir persönlich erlebten: Des Nachts bei unserer letzten Runde liefen Rico und ich alleine einen Weg an einem Bach entlang. Da kam uns eine ältere Dame entgegen und fragte: „Ist Ihrer angeleint?“ (Sie konnte es im Dunkeln nicht erkennen.) Ich bejahte und erwartete – aufgrund meiner bisherigen Erfahrungen mit Hundehaltern in Deutschland – schon eine dieser sinnlosen Diskussionen. Doch statt dessen überraschte mich die Frau durch ihr Mitdenken – freundlich antwortete sie: „Gut, dann hole ich meinen besser auch heran.“ Denn ihrer lief unangeleint herum (was dort durchaus erlaubt ist; ich ließ Rico aber lieber an der Leine, weil es a) unbekanntes Terrain, b) es sehr dunkel und vor allem c) läufige Hündinnen in der Nähe waren). Ich muss gestehen, ich war echt angenehm perplex über so viel Rücksichtnahme und Freundlichkeit. Auch das Verständnis für Hunde und ganz natürliches hündisches Verhalten schien mir größer – jedenfalls störte sich niemand daran, wenn ein Hund mal bellte. Selbst die Schweizer Mücken waren ausgesprochen freundlich, ihr Biss juckte nichtmal. 😊 Und nicht zu vergessen: Bei unseren Gassigängen lernte Rico auch seinen ersten Tobel kennen.

Glücklich im Tobel 😃

🐶 Da haben wir immer lustige und interessante Sachen erlebt. All die vielen neuen Gerüche. Die vielen lustigen Namenschilder der Orte, wie beispielsweise Frauenfeld, wo gar keine Frauen gepflanzt werden. *frechwedel* Oder denk nur an den rosa Bunker im Wald... :-D Toben im Tobel ist toll!!! *jawohlwoaffschwanzwedelhüpf*

Toben im Tobel ist tolle!


Ja, das hat man dir angemerkt, Kleiner. Besonders beim Toben mit den 3 SHZ Viszla-Mädels, allen voran die charmante Smilla.

🐶 Ja, Smi ist echt Süßi. *seufz*



„Süßi“?

🐶 Alter, hast du denn gar nichts gelernt? Den hab ich in der Schweiz aufgeschnappt. *schlauschaufrechwedel*

Ich merk schon, du bist schon voll im Integrationsprozess.😊

🐶 Was'n das? Kann man das essen? *ohrennachvorn*

Nein, mein Kleiner, jedenfalls nicht für den Magen, eher Nahrung für'S Hirn.😊

🐶 Wie meinst du das? *ohrennachvorn*

Na, du hast sehr viel gelernt – und ich meine jetzt nicht nur das Mantrail-Training. Auch der tagtägliche Umgang mit den 3 Visla-Mädels und den anderen Hunden, die vielen neuen Orte und Erlebnisse, die neuen Leute. Wie bereits erwähnt: Durch all das hast du nochmal einen Entwicklungsschub gemacht. Und das macht mich sehr stolz auf dich. Daran ändern die paar kleinen Nachteile auch nichts.

🐶 Welche meinst du?

Nunja, durch das Mantrailen hast du quasi an Eigenständigkeit gewonnen. Das zeigt sich bei dir in einem stärkteren Ziehen. Leider kannst du es noch nicht so ganz unterscheiden, wie die meisten Profi-Mantrailer und zeihst nun auch etwas mehr und öfter auch wenn wir nicht mantrailen und als wir zurück in Düsseldorf waren.



🐶 Hey, das hat dir doch die SHZ-Chefin schon erklärt: „Nach einigem Training können die allermeisten Hunde schon unterscheiden zwischen Arbeitsituation und Freizeit. Aber etwas flaxig gesagt: Top erzogene Hunde, so wie sie für die Stadt durchaus nötig sind, braucht man beim Mantrailing nicht. Sie sollen eben nicht brav an der lockeren Leine bei Fuß gehen, sondern ihre Eigenständigkeit bewahren, denn ihre Aufgabe ist es ja uns zum Ziel zu „ziehen“.“

Ja, ich weiß und mir war da schon klar, dass das DIE Ausrede für dich sein wird.

🐶 Ausrede? Also bitte, du fellloser Primat, wenn dann schon Auswuffer! *klugschauwedel*

Und wieder hast du das letzte Wort...

🐶 Raff es doch endlich: Mein Blog, mein letztes Wuff. *frechwedel* Jedenfalls war das ein echt wuffastisches Erlebnis! *jawohlwoaff* Als wir hinfuhren waren es noch Bekannte, als wir wegfuhren schon neue tolle Freunde. Ich freu mich schon auf ein Wiederschüffeln! *freuwedelhüpf*