Mittwoch, 5. April 2017

Echte "Tut-Nix-Hunde" finde ich voll wuffig! :-)

Also ehrlich ihr 2-Beiner, manchmal vergesst ihr offenbar euren evolutionsbiologischen Vorteil: eure Intelligenz. *brumm* Oder besser gesagt: Ihr nutzt sie eher zum Verschleiern, als zum Klären. Den Eindruck kann hund (Menschensprache: man) des öfteren gewinnen, wenn man sich so eure Kommunikation anschaut. So auch beim Beispiel der so genannten "Tut-Nix-Hunde", über die mein Oller ja in unserer Kolumne in der aktuellen Ausgabe des Hundemagazins WUFF auch geschrieben hat. 

Offenbar deutet ein großer Teil von euch Menschen gern mal was um, wenn es ihm nicht passt. *schüttelschnauf* Klar, ist auch einfacher, als es proaktiv in Angriff zu nehmen. Was macht ihr also? Ihr deutet es einfach um! Das ist natürlich einfacher, weil bequemer. Aber 1) ist es nicht fair und 2) hilft es nicht weiter!


Spielen mit Argenossen ist mega-wuffig toll!
Foto: Brigitte Klemke

So haben einige unter euch felllosen Primaten den so genannten "Tut-Nix-Hund" (also die echten jetzt, die gut sozialisiert sind!) so dermaßen schlecht gemacht, das hat schön Ähnlichkeit mit der Verunglimpfung von AfD und Pegida mit dem Begriff "Gutmensch". Wahrscheinlich machen die die "Gutmenschen" runter, weil sie selber keine sind...und offenbar das als solch großes Manko sehen, dass sie es bei anderen schlecht machen müssen. *grrrr*

So nehme ich mal an, dass die Halter von "Tut-Was-Hunden" mit einem gewissen Neid auf die "Tut-Nix"-Halter schauen. *amohrkratz* Doch statt diese zu Fragen und um Hilfe zu bitten (offenbar sind einige 2-Beiner so kleingeistig, dass sie sowas als Blöße sehen), machen vielie einfach die anderen schlecht. Über die Konsequenzen wird dabei nicht nachgedacht. Und ich meine damit jetzt nicht das falsche Image von "Tut-Nix-Hunden". Viel schwerer wiegt die logische Konsequenz dieser Umdeutung: Wenn die "Tut-Nix-Hunde" nicht mehr das machen dürfen, was für uns Hunde völlig normal ist, nämlich die Kontaktaufnahme mit unseren Artgenossen (in der Fachliteratur wird ja immer wieder betont, wie wichtig das für eine gesunde Sozialisation ist - denkt nur mal daran, wie sich isolierte Kinder entwickeln), also ständig auch an der Leine bleiben müssen, damit die "Tut-Was-Hunde" ihre Ruhe haben, dann vergößert ihr das Problem doch nur. Dann werden noch mehr Hunde zu "Tut-Was"! *jawohlwoaff*



Klar, das heißt dann guter Umsatz für Hundeschulen, die sogleich den passenden Workshop oder Seminar anbieten. Aber der Hund hat davon nichts. Und mal ein Denkanstoß: Passt ihr 2-Beiner euch an "Tut-Was-Menschen" an? Nein, vielmehr erwartet ihr, dass diese sich den "Tut-Nix-Menschen" anpassen (wenn nicht drohen je nach Ausmaß sogar Gesetzesstrafen). Vielleicht denkt ihr 2-Beiner auch mal darüber nach: Gerade bei eurer menschlichen Kommunikation, die nicht selten was verschleiert, sind vielleicht "Tut-Nix-Menschen" oder solche die sich so darstellen und auf "Gutfreund" machen vielleicht viel gefährlicher...

Ich kann ja sogar ein wenig nachvollziehen, warum manche Halter das gerne umdeuten: Da das Problem ja meist am anderen - also dem 2-beinigen - Ende der Leine zu suchen ist, wollen sie nicht schlecht dastehen (die "Tut-Nix"-Halter täten also gut daran, diese nicht zu verurteilen). Aber vielleicht denken die "Tut-Was"-Halter einfach mal daran: Egal wie gut sie bei anderen 2-Beinern imagemäßig dastehen (wobei ich euch sagen kann, die meisten durchschauen das eh...auch wenn sie es nicht kommentieren), ihrem eigenen "Tut-Was"-Hund hilft das nicht weiter!



Und falls ihr euch fragt, warum wir Hunde untereinander weniger "Missverständnisse" haben als ihr Menschen: Wir sind eben authentisch und kommunizieren recht direkt. Umdeutungen kennen wir nicht - sind ja auch canilogisch kontrakproduktiv bei der Kommunikation, denn Missverständnisse sind da quasi vorprogrammiert. Nehmt doch einfach alle Rücksicht aufeinander - auch die "Tut-Was"-Halter auf die "Tut-Nixe"!



Bitte liebe "Tut-Nixe", kommt weiter freudig auf mich zu! Denn ich freu mich immer über neue Spiel- und Schnüffelkameraden.*freuwedel* Und dem Grinsen meines Ollen und anderer Menschen wenn sie uns dabei betrachten (wie beispielsweise auf unseren Gassireport-Treffen), zeigt uns doch deutlich, dass ihr auch eure Freude an spielenden Hunden habt. 🐶


PS: Dies ist der ergänzende Beitrag zu unserer Kolumne in WUFF - Das Hundemagazin (05/2017) "Ist der "Tut-Nix-Hund" der Gutmensch unter den Caniden...?"

1 Kommentar:

  1. Naja, so ganz kann man das aber nicht vereinfachen. Es gibt viele Hunde - aus den unterschiedlichsten Gründen (Gesundheit, Zucht, schlechte Erfahrungen gemacht), die keine Freude an den "Tut-nix-Hunden" haben, die ohne Kontrolle auf den "Tut-leider-doch-was-Hund" zurennen und Kontakt auf ihre eigene Art aufnehmen möchten. Mein eigener, kleinerer Hund hat z.B. ein Problem mit raschen Bewegungen. Die kann er nur bedingt deuten (ist eigentlich auch auf jagdliches Verhalten gezüchtet - ein kleiner Terrier) - außerdem ist er krank (und schon von daher hat er ein etwas alternatives Verhalten gezeigt, als wir noch nicht wussten, was ihm fehlt). Die Zeit, die verging, bis wir unser Verhalten, unsere Erziehung, den Umgang mit ihm und seinen Problemen anpassen konnten, war länger und von daher hat sich sein Verhalten gegenüber anderen Hunden bei ihm eingeprägt. Aus diesem Grund schätze ich, wenn auch ein "Tut-nix-Hund" vorerst langsam an ihn herangeführt wird, damit sich die Hunde langsam kennenlernen können. Aber auch, damit der Tut-nix-Hund eben nicht bei meinem schnüffelt, wenn meiner damit nicht gut umgehen kann. Rücksicht und Verständnis ist etwas, was beide Seiten betrifft. Auch echte Toleranz darf nie nur eine Seite betreffen. Heißt - es gilt beidseitige Rücksicht und dazu gehört ein zeitgerechtes Abrufen und an die Leine nehmen des Tut-nix-Hundes auch dazu. Dann kann man ja noch immer schauen, ob beide Hunde miteinander können.

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