Freitag, 3. März 2017

Für Amy! Gemeinsam für eine neue Hundezukunft!

Kraft, Schlaf, Mühe und Herzblut haben die Tage gekostet. Nicht nur mich, sondern auch all denen die mithalfen beim Fall der Obdachlosen-Hündin Amy. Allen voran natürlich Linda Rennings (vielen besser bekannt als "Kölsche Linda") und ihr Hund Clayd (den einige von seiner Kolumne im Draussenseiter - Das Kölner Strassenmagazin kennen). Sie war es auch, die uns vor ein paar Tagen kontaktiert hatte (sowas passiert mittlerweile ziemlich oft, aber nicht jeden Fall berichten wir...eigentlich nur noch die besonderen, so wie diesen). Sind es wirklich nur Tage? Ohmann, mir kommt es vor wie Monate oder mindestens Wochen. Was wir in diesen Tagen erleben dürften, haben wir sonst auf Monate verteilt erlebt - sowohl Positives, wie auch Negatives. Aber zurerst zurück zu Linda, denn sie hatte sich um den Fall Amy, die wunderhübsche Schäferhund-Molosser-Dame aus Köln, schon über 3 Wochen gewidmet. 


Amy ist eine 4-jährige Obdachlosen-Hündin, die erst seit ein paar Monaten bei ihrer Halterin lebte. Und so sehr sie sich auch mochten, irgendwie passte es nicht. Mein persönlicher Eindruck war, um es mal bildlich zu sagen: Wie ein Pärchen, wo der eine Partner lieber ans Meer will und der andere lieber in die Berge. Zudem hatte Amy offensichtlich keinen optimalen Start ins Leben gehabt. Sie war sehr unsicher, was wohl auf mangelnde Erfahrung zurückzuführen war. Aber was mir sogleich auffiel, das waren ihre Augen! So viel Gefühl, so eine Art Sehnsucht auf die Welt, so ein wacher Geist...nun ich kürze es ab, sonst wird es am Ende noch kitschig. Jedenfalls musste die junge Halterin, sie hieß Timmy, Amy abgeben, damit sie ihren gerade erhaltenen Platz in einer WG mit betreutem Wohnen nicht verliert. Vereinfacht gesagt: Timmy hatte ein Dach über den Kopf, aber Amy leider nicht.

Als Linda, die selber obdachlos gewesen ist, mir dann Amys Geschichte und das Problem schilderte, musste ich diese Hündin einfach kennen lernen. Und obwohl ich anfangs skeptisch war, nicht zuletzt weil es eine nahezu unlösliche Mammut-Aufgabe war, fuhr ich dann am Karnevals-Samstag nach Köln. So macher bezeichnete mich schon im Vorfeld als Bescheuert oder Lebensmüde (den Blicken einiger Autofahrer in Köln nach zu urteilen die ganz besonder). Ein Freund meinte: "Du hast nur überlebt, weil die sich wohl dachten, wenn einer schon soooo bescheuert ist, dann legst dich besser nicht mit dem Irren an." ;-) Nunja, ich will lieber an einen schützenden Hundegeist glauben. ;-)

Jedenfalls lernte ich so Amy kennen, und ihr Zauberblick verfehlte nicht seine Wirkung auf mich. Ich sollte vielleicht erwähnen, dass sie mich zur Begrüßung verbellen und angreifen wollte. Wie gesagt, sie ist sehr unerfahren und unsicher. Aber nach einer Weile taute sie auf und gewöhnte sich an mich, zeigte sogar schnupperndes Interesse - sie ist halt eine Lady von der Sorte, die was Zeit brauchen. ;-)

Mir war aber sogleich klar, dass sie nicht bösartig war. Irgendwie wirkte der Angriff nicht so wirklich "echt". Irgendwie halbherzig. Eher schien es wie eine Gewohnheit zu sein, die sie auch recht schnell (okay es dauerte ein paar Befehle) abbrach. Ich sprach vor allem mit ihrem Trainer Frank (einem Polizisten, der sie kostenlos trainerte), der auch einen guten Eindruck von Amy hatte.

Nach dem ersten Kennenlernen und den Standardfragen(Hat sie schon mal gebissen? Ist sie geimpft? gechipt? kastriert? oder nicht? Wie ist sie mit Kindern (mit anderen Hunden hatte ich ja erlebt)? etc.) stellte ich die Kardinalfrage: Was ist das Problem? Und dann war ich erstmal platt! Okay, Amy sucht einen Platz, idealerweise eine Endstelle, aber zur Not auch ein Tierheim. Die sie bisher gefragt hatten, hatten abgewunken. Bis hierhin alles nichts außergewöhnliches (denn Tierheime sind nicht verpflichtet von privater Hand Tiere annehmen zu müssen - was viele offenbar nicht wissen). ABER: Es war der 25.2.2017, um 13 Uhr war ich in Köln, und Amy hatte nur Zeit bis zum 1.3.2017. Und es war Karneval! (In den Hochburgen Köln und Düsseldorf also absoluter Ausnahmezustand! Unser Stadtteil ist dann quasi abgeriegelt...) Verdammt! Wo ist das Schaltjahr, wenn man es mal braucht!




Ich schüttelte instinktiv den Kopf und sagte sogleich, dass es schwierig werden würde und ich nichts verprechen könnte. Ehrlich gesagt, war ich zu dem Zeitpunkt sogar skeptischer als ich es zeigte...wollte ja keinen demotivieren. Außerdem mussten wir es wenigstens versuchen... Jetzt musste es schnell gehen! Nach einem schnelle Kaffe mit Linda um noch ein paar Details zu besprechen, ging es ab nach Düsseldorf. Naja, so richtig "ab ging's" nicht direkt...denn mein Navi führte mich doch tatsächlich 3 mal im Kreis herum (drehen die da eigentlich irgendwas an der Software bei Düsseldorfern in Köln und umgekehrt?). Nachdem ich die blöde Aparillo-Uschi mehrmals verflucht und beschimpft habe (wer mich kennt, weiß dass ich das seeeehr selten mache und dann meist auch nur mit 1 oder 2 Sätzen), tat ich das, was man mit manchen Uschis einfach tun muss: sie ignorieren.

Nach einer überraschend kurzen Odyssee durch Köln, was wir ebenfalls unbeschadet überstanden (wie gesagt: schützender Hundegeist), fanden wir die Autobahn. Von da an ging es dann recht schnell. Zuhause Rechner an, Text geschrieben und parallel Bilder geladen - kurze Abstimmung mit Linda. Und dann raus damit! Was dann folgte war mehr als überwältigend. Rico würde wohl sagen: wuffastisch! Es ließ meinen kleinen Hoffungsschimmer hell erstahlen.


 

Denn plötzlich kamen immer mehr Reaktionen, immer mehr teilten den Beitrag. Das war toll, denn je mehr ihn sahen, umso größer waren Amys Chancen! Viele unserer Leser hörten sich aber auch weiter um, telefonierten, fragten bei ihrem Tierheimen vor Ort nach. Erste Hoffnung keimte auf, die bis zum Abend wuchs. Als wir zu Bett gingen, dachte ich echt, dass wir es schaffen könnten. Was störten da die paar Trolle, die da wieder Mist verzapften und Diffamierungsversuche starteten. Für mich war es nur wieder einmal ein Beweis dafür, dass meinen selbsternannten Feinden alles wichtiger ist als Hunde. Auf jeden Fall war es ihnen wichtiger zu versuchen, uns zu Schaden, auch auf Kosten von Amy. (Hab mich daran mittlerweile ja gewöhnt, was aber neu für mich war, ist welche gigantischen Ausmaße meine Verachtung annehmen kann.)

Auch Sonntag war ich noch recht guter Dinge. Denn beim ersten Kaffe checkte ich mal die Lage und siehe da, der Beitrag war schon über 200 mal geteilt worden und im Postfach waren ein paar gute Tipps. Na da findet sich doch schon schnell einer, dachte ich... Aber mit Fortschreiten des Tages kamen immer mehr Zweifel auf...die Zeit veronn immer schneller... Denn so viele meldeten sich nicht, und einige "Interessenten" waren...nunja, sagen wir mal irgendwie "seltsam". So fragte einer nur nach dem Preis, antwortete aber nicht auf unsere Fragen; ein anderer Interessent schien den Text nicht gelesen zu haben, denn es wurde sogar damit fast "geworben", dass man ja schon so viele andere Tiere hat und Kinder auch... Machten eigentlich einen netten Eindruck, und nunja, mit so vielen Tieren und Kindern kann man wohl Texte nur überfliegen...aber nach ein paar kritischen Fragen und der Bitte um einen Termin für die Vorkontrolle war das Profil verschwunden... Das sind nur ein paar Beispiele der "skurrilen" Anfragen...Nicht wirklich schlimm, kennt man ja, aber sie kosteten Zeit...und genau die hatte Amy ja nicht...

Apropos Text: Hier kamen mir auch Zweifel. War ich zu ehrlich gewesen? Hätte ich Amys Baustellen besser "abschwächen" sollen? Oder vielleicht irgendwo hineinfabulieren, dass ihr "möglicherweise die Tötungsstation" droht? Dann hätte sich vielleicht eher jemand erbarmt...aber das war nicht unser Stil...die potenzielle Gefahr für Amy, aber auch für die zukünftigen Halter, wäre einfach zu unkalkulierbar... Ich weiß ja, wie manche Hunde aus dem Tierschutz manchmal "angebpriesen" werden, so mancher Familienhund zeigt sich dann in Wahrheit als Tyrann oder Schlimmeres...

Jedenfalls war es immer mehr ein Wechselbad zwischen Hoffung und Resignation... Aber aufgeben ist nicht! Amy hatte es verdient! Das sah nicht nur ich so, sondern jeder, der sie persönlich erlebt hat. Aber auch diesen zahlreichen Leuten, die sich eingesetzt haben, schuldeten wir es. An vorderster Front für Amy kämpfte Petra Jäschke von Hundsgemein, die persönlich die Tierheime abklapperte. Auch sie alle hatten es verdient, dass wir nicht aufgeben. Amy hatte so viele Menschen verzaubert: Linda, Frank, Petra, uns und die vielen Menschen im Web. Telefonate, Mails, neue Hoffnungen, die sich dann wieder zerschlugen... Der ganze Fall brachte viel Durcheinander, denn schließlich mussten wir auch anderen Verpflichtungen nachgehen (an dieser Stelle ein herzlichen Dank an das Hundemagazin WUFF für ihr Verständnis für meine verspätete Abgabe). Bis zum Sonntag Abend hatten wir noch keinen Platz für Amy...

Mist! Morgen ist Montag! Rosenmontag! Da würde nichts gehen...also klar, schon...im allgemeinen geht an diesen Tagen schon viel ab...aber eben nicht gerade Tierschutz im Rheinland... Gefeiert haben wir das nicht, mir war nicht wirklich nach Feiern...nur ein Bierchen trank ich auf der Ratinger, als Rico und ich Gassi gingen und eine Bekannte uns dazu eingeladen hat... Es ist Rosenmontag, es macht heute keinen Sinn, du erreichst eh keinen, sagte mir mein Verstand. Aber ich wurde einfach nicht diesen Blick Amys los... Es war wohl sinnlos, aber dennoch, auch Montag versuchten wir es weiter...

Die Zeit verann uns einfach zwischen den Fingern wie aufgewärmte Butter... Der Beitrag in Facebook war mittlerweile mehr als 500 mal geteilt worden, aber keine passenden Interessenten oder Tierheim fand sich... Die Hoffnung schwand immer mehr, schmolz dahin, bis sie sich eigentlich in einem künstlichen Koma befand... Hätten wir nur mehr Zeit... Doch jammern hilft nicht wenn man die Naturkonstanten nicht im Griff hat. Also auch am folgenden Tag weiter Mails schreiben, rumtelefonieren (soweit es die Zeit zuließ)...doch auch ein neuerlicher Aufruf am Dienstag brachte nichts, es war echt demotivierend...  



Am Mittwoch - also jetzt den 1.3., dem Ablauf der Frist - sich dazu aufraffen war echt schwer, denn so langsam glaubte ich nicht mehr so recht an einen Glücksfall für Amy. Obwohl der Beitrag mittlerweile mehr als 700 mal geteilt wurde... Aber wer aufgibt, hat bekanntlich schon verloren. Also weiter für Amy! Und da! Tatsächlich, wir bekamen einen kleinen Aufschub! (Erinnert ihr euch noch an den schützenden Hundegeist? Da war er wieder!). Nur ein paar Tage, wahrscheinlich nur bis zum Wochenende... Egal, das gab neue Kraft. Denn die Zeit entwickelte sich immer mehr zu unserem größten Feind.

Der Tag verging. Doch nichts. Mittlerweile war überall Büroschluss. Okay, wir haben ja noch Zeitaufsachub bis zum Wochenende, aber irgendwie fiel es echt schwer nach den gemachten komprimierten Erfahrungen. Zwar hatten wir ja auch schon unsere Erfahrungen mit Tierschutz gemacht und wussten, dass da nicht alles hellblau-strahlend ist - nicht selten spielen Nicklichkeiten, Eitelkeiten, Eifersüchteleien  oder auch Profilierungssucht dort gleichzeitig Tischtennis und Mensch-ärgeredich-nicht. Leider allzu oft auf Kosten der Hunde... Aber noch nie hatten wir gleich ein halbes Dutzend oder mehr solcher Vorfälle und Gespräche an einem Tag! Normalerweise verteilt sich sowas über Tage und Wochen... Aber egal (übrigens: in dieser Zeit war wohl das Wort "egal" eines meiner gedanklich am häufigsten verwendeten Worte), es war für Amy! Auch wenn ich nur noch wenig Hoffnung hatte. Als kleinen Trick überlistete ich mich in solchen Momenten immer, indem ich mir ihren Blick in Erinnerung rief. 

Außerdem dachte ich, dass ich nach Außen hin meine Resignation und auch Enttäuschung nicht zeigen durfte. Okay, das widersprach zwar meinem Blogger-Ehrenkodex zum Thema Authentizität, aber andereseits wollte ich die anderen nicht demotivieren. Und so verbarg ich sie immer...

Doch dann! Am späten Abend (der Beitrag war schon über 780 mal geteilt worden), da meldete sich das Tierheim Mönchengladbach bei uns. Linda war auf Termin, also telefonierten wir mit ihnen. Klar war noch nichts 100%ig, aber es war angesichts der vielen Strohalme die nach unserem Griff danach brachen geradezu ein Bambusstamm... Uns war jedenfalls zum Feiern! Und wie macht man das als Hundenarr? genau, mit durchgeknalltem Spielen mit seinem Hund. Und so spürte auch Rico (der übrigens auch die Tage darunter gelitten hat, denn die Gassirunden dauerten maximal 1 Stunde; ansonsten ist er mindestens eine von 2 oder mehr Stunden am Tag gewöhnt) dank Stimmungsübertragung meine Freude. Als ich dann Linda nach dem Termin am späten Abend erreichen konnte, erfuhr ich, dass auch Petra ein Tierheim gefunden hatte, dass Amy aufnehmen würde. CHAKA! Auf den letzten Metern hat Amy es doch noch geschaft! Mein Herz vollführte nicht nur einen Salto, es wirbelte wie ein Tornado mit Funken in meiner Brust.

Für Rico hieß das: Auf zu einer 2. nächtlichen Spielrunde. Um blos nichts zu riskieren, durften wir aber nicht zu viel verraten. Das widersprach zwar meinen eigenen Kodex als Journalist und Blogger, die Leser zu informieren. Aber ich konnte für den eigenen Kodex doch nicht das Glück von Amy riskieren. Seltsam, früher, vor deinem Burnout, bevor Rico in dein Leben trat, da hättest du anders entschieden - da hatte immer "die Story" Priorität, hörte ich eine Erinnerung in meinem Kopf rufen. Ja, früher... Okay, mit dem Bruch meines Kodex muss ich wohl leben. Aber könnte es auch Amy, wenn ich mich dran halte? Die Frage konnte ich nicht wirklich mit Gewissheit beantworten. Ich musste echt immer wieder ein paar mal drüber nachdenken, aber jedesmal fiel meine Entscheidung gleich aus: Für Amy!

Dennoch will ich mich hier deswegen bei meinen Lesern entschuldigen. Denn das 1. Mal in meinem Leben habe ich wissentlich und absichtlich ihnen Informationen vorenthalten (einzige Ausnahmen in der Vergangenheit waren zum Schutz meiner Quellen/Informanten). Ich hoffe sehr, dass ihr versteht, warum ich es tat und dass ihr mir glaubt, es geschah in keinem Moment leichtfertig (um ehrlich zu sein, brachte es mir manchmal den ein oder anderen berechtigten Rüffel von Linda und Petra ein, wenn ich manchmal dennoch was verraten habe - aber ich fand, wir waren es auch all denen schuldig, die mitgeholfen haben). Falls ihr das nicht versteht, so kann ich das vollkommen nachvollziehen. 

Jedenfalls hatten wir für Donnerstag Stillschweigen vereinbart. Nun musste das Organisatorische geregelt werden: Wie schaffen wir Amy dort hin? Hoffentlich macht die jetzige Halterin keine Schwierigkeiten...was völlig nachvollziehbar wäre: Jeder Hundehalter versteht wohl zu welch irrationalen Handlungen man fähig ist, wenn es um den eigenen Hund geht. Aber all das war nach den aufreibenden und Kräfte zehrenden Tagen nur noch das kleinste Problem. Petra machte den Transport und Amy fand im Tierheim Essen einen Platz. Dort kümmern sich kompetente Menschen um sie. Und in der Szene hat das Tierheim den Ruf, dass es nicht gerade leichtfertig Tiere herausgibt. Damit ist wohl auch gewährleistet, dass Amy nicht in falsche Hände kommt.

Euch allen noch Mal einen Mega-Riesen-Dank! Euer Einsatz für Amy war nicht umsonst! Ihr habt einem Hund eine neue Zukunft gegeben und viele Menschen glücklich gemacht! So und jetzt werde ich mich mal um meinen Doggen-Wookiee kümmern, der in dieser Zeit auch zurückstecken musste. Wo ist das Döggelchen eigentlich? Funkt doch sonst immer dazwischen und hat doch sonst meist das letzte Wort...

Alter, bei dem Thema, da lass ich dich zumindest ausreden...*frechwedelanlehn* Und jetzt raus! Lass uns auf Hundeart dem schützenden Hundegeist huldigen: Mit Gassi und Spielen! *freuwedelhüpf*



(UPDATE: Amy hat zu Ostern 2017 ein neues Zuhause gefunden!)

Donnerstag, 16. Februar 2017

*[Produkttest] Pfotenstressfrei durch den Winter mit dem Balsam von SonnenMoor

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Ihr Menschen macht es euch ja schon einfach: Schuhe anziehen und raus. Aber habt ihr euch mal Gedanken um unsere Pfoten gemacht? Die stehen ganz ohne schützende Schuhe im direkten Kontakt zu ihrem Untergrund. Da ist der Asphalt, mal heiß, mal kalt; da ist die Wiese, da ist Sand, Steine, Matsch - mal ist es trocken, mal eben nass, mal kalt, dann wieder warm. Und erst im Winter: all der Kies oder erst dieses Streusalz. Stress pur für unserer Pfoten!

Jetzt trägst aber dick auf... ;-)

Ach meinste? Was weißt du 2-beiniger Primat denn schon? Lauf doch mal im Winter mit mir ohne Schuhe Gassi... Bei längeren Wanderungen schmierst du dir doch auch die Füße mit Hirschtalg ein... Und selbst wenn ich da nicht so empfindlich bin, andere Hunde sind es. Und genossen hab ich deine Pfotenmassage mit dem Balsam von *SonnenMoor so oder so! *jawohlwoaff*

Die Pfotenmassage tat wuffi gut!

Ja, das hat dir gefallen, das hab ich gemerkt. :-) Auch mehr als sonst, wenn ich deine Pfoten im Winter mit dem Waffenöl auf natürlicher Basis eingerieben habe. 

Jaaaa, das war schon sehr ölig...

Dafür habe ich mich mit der Dosierung vertan. Der Balsam von SonnenMoor ist so ergiebig, dass ich mit der 1. Ladung gleich 3 deiner Pfoten versorgen konnte. :-) Der Balsam in der Dose ist recht hart, es reicht mit leichtem Druck darüber zu streichen und schon hat man einen öligen Film an den Fingern, der völlig für eine Pfote ausreicht. Und ich konnte tatsächlich am nächsten Tag eine optische Verbesserung erkennen! Ricos Pfotenballen wirkten irgendwie "homogener" und gepflegter - quasi wie nach einer Pfotiküre. :-)

Sind ja auch lauter gute Inhaltsstoffe drin: Annikablüten, Fichtenadeln, Wacholderbeeren, Kalmuswurzel und viele mehr. Aber wir haben ja dieses Mal nicht alleine getestet! Denn alle Hunde sind ja anders, haben andere Gewichte, andere Ballenformen und anderes Fell dazwischen... Daher haben wir ein paar unserer Freunde beim 4. Gassireport-Treffen gebeten, es ebenfalls auszuprobieren!


 
Patty gibt den Balsam nicht aus der Pfote :-)
Foto: Claudia Volkmer
Patty Pudel und Claudia Volkmer
"Patty Pudel und ich sind begeistert von dem Pfotenbalsam von Sonnenmoor. Er lässt sich gut auftragen und einmassieren, fettet nicht zu doll und schützt wunderbar vor den winterlichen Widrigkeiten unterwegs."

Balsam für die Pfotiküre :-)
Foto: Claudia Volkmer

Der Pfotenbalsam ist offenbar ganz nach Pattys Geschmack :-)
Foto: Claudia Volkmer

Lucy und Uli Ike
"Der Pfotenbalsam von SonnenMoor ist bei uns leider durchgefallen.
Die Konsistenz ist sehr fest, ein schnelles und zügiges Auftrage ist nicht gegeben.
Unser ist Hund ist sehr ungeduldig und eine Diva bei dem Versuch den Balsam aufzutragen ist sie ständig abgehauen, die Diva."

Charly und Silke Petzokat
"Wir haben den Pfotenbalsam ausprobiert und finden , er wirkt gut.
Charly hat, seitdem er bei mir ist, noch nie so weiche Ballen gehabt!
Der Balsam ist gut aufzubringen, allerdings wird Charly beim Einreiben mit Leberwurst bestochen, da er sehr kitzelig an den Pfoten ist.
Ich finde, der Balsam ist empfehlenswert!"



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Mittwoch, 8. Februar 2017

"Vorurteile" sind für uns Hunde sowas wie Datenmüll... 😃

🐶 Also so langsam glaub ich, dass mein Oller mich mit den Themen in unser Kolumne im Hundemagazin WUFF ärgern will. *brummm* In der vergangenen Woche erschien ja sein Beitrag darin online und heute kam die Druckausgabe in den Handel. Entweder er bringt ein Interview oder so schwierige Themen wie jetzt: Vorurteile.

Denen bin ich ja auch tagtäglich ausgesetzt - so als großer gestromter Hund ist man ja Hunde-Staatsfeind Nr. 2 (gleich hinter den großen, schwarzen). Aber insbesondere so genannte Kampfhunde wie mein Kumpel, der Staff-Boxer-Mischling Jackson (von dem mein menschliches Cerebral-Interface euch in unserer Kolumne berichtet hat) haben darunter zu leiden. Und ehrlich gesagt, dass ist canilogische gesehen totaler Unsinn! Denn um es mal klar zu stellen: WIR HUNDE HABEN KEINE VORURTEILE! Also zumindest nicht so wie ihr 2-beinigen, felllosen Primaten... *frechwedel*


Mein neuer Kumpel Jackson und ich...kaum zu glauben, wie wir uns anfangs an die Kehle wollten...
Foto: Der Papagraf

Klar treffen wir auch ein Urteil, sonst wären wir ja nicht handlungsfähig. Aber das ist eher punktuell, auf den Moment bezogen, auf die Situation. Denn wir Hunde leben ja im Hier und Jetzt - haben daher immer nur ein aktuelles, situatives Urteil. Das was ihr Menschen Vorurteil nennt, könnte man bei uns Hunden besser "früheres Urteil" nennen. Und das ist für uns Hunde sowas Ähnliches wie für euch Menschen Datenmüll - liegt ja in der Vergangenheit und ist daher für uns nicht mehr relevant.


Dadurch haben wir Hunde einen klaren Vorteil: Wir haben nicht mit Vorurteilen zu kämpfen. Während ihr Menschen damit ganz schön viel Zeit verschwendet - naja, ihr lebt ja auch länger, wohl daher geht ihr damit so verschwenderisch um. Das ist um so erstaunlicher, weil doch auch so vieles auch aus eurer Menschenwelt gegen Vorurteile spricht, wie sie sich beispielsweise in den Gesetzen gegen Listenhunde niederschlägt: Wissenschaftliche Studien, Beissstatistiken, aber auch persönlicher Erfahrungen sprechen dagegen - trotzdem halten sich die Vorurteile hartnäckig in euren Primatenköpfen.*ohrennachvorn*

Jedenfalls fiel es mit dadurch nicht schwer mich mit Jackson anzufreunden, auch wenn wir uns schon bei der 1. Begegnung an die Kehle wollten. Das ist aber wie schon gesagt Vergangenheit gleich Datenmüll.

Und bevor wieder einer meckert: Klar, ich weiß auch, dass wir Hunde uns auch erinnern können (also an etwas aus der Vergangenheit), sonst könnten wir ja nichts lernen. ABER: Das hat eher was mit Erfahrungswerten zu tun und nicht mit Vorurteilen, wie ihr Menschen sie habt. *jawohlwoaff*
 
Bei unserem 3. Gassireport-Treffen lernten Jackson und ich uns dann näher kennen. Die Begrüßung fiel zwar genauso aggressiv (hey, wir Hunde sind halt authentisch! selbst dann!) wie beim 1. Mal aus. Mit dem ganzen Gebelle und Gegeifer was dazu gehört. Volles Rüdenprogramm halt. Dabei hat mein Oller einiges abbekommen, an Sabber und Krallen und so - selber schuld, was geht der auch dazwischen. *frechwedel* Aber mit der Zeit kamen Jackson und ich uns im wahrsten Sinne des Wortes näher. Wir liefen unsere anfängliche Feindschaft einfach weg - quasi: Gassi gegen Vorurteile (ich benutze jetzt mal der Einfachheit halber euer menschliches Wort dafür; doch versucht es selber mal, klappt auch mit nur 2 Beinen!). Am Ende liefen wir wie 2 alte Fellkumpels Arsch an Arsch nebeneinander. *wedelfreu*
 
Als Hund fiel es mir auch gar nicht schwer mit Jackson Freundschaft zu schließen. Denn mein situatives Urteil zeigte sich als unnötig und lag nun in meinem Hirn im Ordner "Datenmüll". Wichtiger war das Jetzt, das waren die relevanten Fakten für mich. Im Fall von Jackson hieß das für mich: gemeinsam Spannendes erschnüffeln mit einem Fellfreund.




PS: Dies ist der ergänzende Beitrag zu unserer Kolumne in WUFF - Das Hundemagazin (03/2017) "Gassi gegen Vorurteile"



Freitag, 3. Februar 2017

[Watchdog] Mit fremden Federn schmücken: Den falsche Eindruck mit Experten-Hopping wecken

Wie heißt es so schön? Wer selber keine Federn hat, der schmückt sich gern mit fremden. Den Eindruck habe ich auch oft, wenn ich mir so einige Vorstellungstexte von Hundetrainern und Hundeschulen durchlese.

Was für einen "Eindruck" wir haben, beeinflusst ja bekanntlich auch stark unsere Entscheidungen. Verständlich, dass so mancher versucht, bei Kunden einen guten Eindruck zu hinterlassen. Doch manche scheinen sich nur mit fremden Federn schmücken zu wollen. Immer wieder stoße ich bei unseren "Web-Gassigängen" aber auch bei analogen Schnuppertouren in Prospekten oder ähnlichem auf Formulierungen bei Hundetrainern und Hundeschulen wie "orientiert sich an..." oder "gelernt von..." und dann folgen meist sehr klangvolle Namen aus der Hundeszene wie Günther Bloch, Udo Gansloßer oder Dorit Feddersen-Petersen und Andere. Das macht aus deren Sicht wahrscheinlich schon Sinn wegen irgendwelcher Suchanfragen bei Google. Aber was haben sie wirklich mit ihnen zu tun?

Manchmal lohnt es sich auch HINTER dem Busch zu schnüffeln - wir Hunde wissen das ;-)

Oberflächlich gelesen, denken viele dann, dass diese Leute quasi Schüler von den aufgezählten Experten wären - oder gar dort sowas wie eine Ausbildung genossen haben. Dank der schwammigen Formulierung können sie sich auch immer gut rausreden (der alte Trick mit der "Hintertür", die man sich offen lässt): "So hab ich das ja nie behauptet." Stimmt, das haben sie nicht - schließlich kann "orientiert sich an" uund ähnliche Formulierungen ja vieles bedeuten. Aber aktiv gegen den Eindruck sind sie auch nie vorgegangen, im Gegenteil: sie haben ihn ja gerade mit solchen Texten wecken wollen. Quasi eine Form des "Hunde-Experten-Hopping".

Fragt man dann mal den ein oder anderen Experten, so kennt er die Leute oft gar nicht. Wir erhielten Antworten, wie: "Kann sein, dass er/sie mal bei einem Vortrag oder sogar Workshop war. Ist mir aber namentlich nicht in Erinnerung geblieben."

Interview mit Günther Bloch
Foto: Ira Prettycloud

Doch erreicht man ja nicht immer die genannten Hunde-Promis, mit denen sich so mancher schmückt und kann sie direkt fragen. Wie kann man das dann trotzdem erkennen? Eigentlich ganz einfach, indem man sich selber mal mit den Lehren der Experten auseinandersetzt, mit denen sie sich schmücken. Nicht selten widersprechen sie nämlich diametral genau den Lehren derjenigen, die sie als Referenz angeben. Ein Beispiel: In einem Fall wurden wir stutzig, weil der Hundetrainer sich als Experte für "Problemhunde" oder auch "schwierige Hunde" etc. darstellt (unsere Leser kennen ja unsere Einstellung zum Thema "Problemhund") und sich gleichzeitig auf Günther Bloch berief. Da wir nun aus den Büchern von Günther aber auch aus einem von uns geführten Interview wussten, was er zum Thema "Problemhund" denkt, erkannten wir den Widerspruch. "Wenn er sich an meinen Freilandforschungsarbeiten oder Bemerkungen in allen meinen Büchern "orientieren" würde, stünde für ihn fest, dass er sich so geschwind wie möglich von dieser nervigen "Zu-Therapiererei" von "Problemhunden" (die meistens keine sind) verabschieden würde", sagte Günther Bloch zum (Werbe-)Text auf den Webseiten.

Hundehalter sollten also ganz genau auf die Formulierung achten! Ist sie schwammig oder bietet sie wie Anfangs gesagt ein "Hindertürchen" zum Rausreden, sollte man schon stutzig werden. Spätestens bei Widersprüchen sollte man aber misstrauisch werden. Doch um diese Widersprüche zu erkennen, sollten sich Hundehalter eben gut informieren - beispielsweise indem sie zumindest grob die Lehren der anerkannten (im Gegensatz zu den selbsternannten) Experten kennen. Denn so mancher selbsternannte Experte benutzt gern simpelste Marketingtricks um Hundehalter als Kunden zu gewinnen. Darunter leiden aber nicht nur Hundehalter, sondern auch die zahlreichen engagierten Hundetrainer, die nicht ihre Kasse, sondern den Hund im Blick haben. Sie haben solch marktschreierisches "Hunde-Experten-Hopping" nicht nötig, gehen aber dadurch in der heutigen postfaktischen Zeit, in der "alternative Fakten" salonfähig sind, leider oft unter...


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