Mittwoch, 8. Juni 2016

Unsicherheit ist der denkbar schlechteste Grund sich einen Hund anzuschaffen

Das riecht aber komisch...den kenne ich nicht...gefressen hat er Fertigfutter...und offenbar hält er sich für ganz toll... Woher ich das weiß? Na seine "Nachricht" war ja deutlich genug und wir Hunde können ja auch Stimmungen riechen. Aber vielleicht ist es ja nur ein "Besuchshund", wie ich sie gerne nenne. Davon begegnen uns ja immer wieder welche, eben Hunde, die mit ihren Haltern in die Altstadt kommen...zum Spazieren, zum Shoppen oder auch nur ein Getränk in einen der zahlreichen Bars und Cafés zu sich zu nehmen. Aber halt, nur ein paar Meter weiter, wieder einer seiner P-Mails... Also markiert er hier sein Revier! Kein Besuchshund. *brummm*

Der Geruch ist neu... *schwanzwedel*

Und dann sah ich ihn auch schon. Den Schäferhund, von dem euch ja mein 2-Beiner in seiner Kolumne in der WUFF berichtet hat. Der Schäfi versucht gleich mir zu imponieren. *brummmm* Steif steht er da. Fixiert mich. Na gut, Alter, DAS kann ich auch: Ich also etwas steifer, mit gestreckten Beinen und erhobenem Kopf. Weiter kam ich nicht, denn schon beim Sträuben der ersten 10 Nackenhaare begann der Schäfi zu bellen. *grrrr*

Ich hörte noch das "NEIN!" meines 2-Beiners, aber da sich der Schäfi in die Leine warf, sprang ich während mein 2-Beiner das Wort aussprach auch nach vorn und wuffte mal zurück. *grrrrwoaffwoaff* Die Halterin hatte sichtlich Mühe ihren Schäferhund zu halten. Sie wog ja selber kaum mehr als ihr Hund...nach menschlichen Maßstäben war sie wohl attraktiv, aber nicht so mein Geschmack (auch nicht so der meines 2-Beiners)...voll der Hungerhaken... Irgendwie erinnerte sie mich an Olivia aus den Popey-Zeichentrickfilmen (woher ich die kenne? Na mein Oller hat 'ne kleine Schwäche für so alte Zeichentrickfilme aus seiner Kindheit ;-) ). Entsprechend sprang ihr Hund auch mit ihr um - er interessierte sich gar nicht für den störenden und keifenden Bremsklotz am anderen Ende der Leine.

Wir trafen sie noch öfter, die Situation war immer ähnlich. Und so gewöhnte sie sich an, uns aus dem Weg zu gehen, wenn sie uns von Weitem sah. Bei anderen Hunden machte sie es auch so. Wie da - ohne Kontakt zu anderen Hunden - eine vernünftige Sozialisation stattfinden soll, kann wohl nur mit höchster Uncanilogik erklärt werden... *frechschau*

Aber auch andere neue Hunde in meinem Revier kamen hinzu. Die Mehrheit davon waren größere Kaliber - jedenfalls alle so über 25 Kilo. Ein Rotti, ein Dogo Argentino, eine Ridgeback-Dame und so mancher Mischling. Eigentlich 'ne gute Sache: So hab ich Spielkameraden in meiner Gewichtsklasse. Und dass mein menschliches Cerebral-Interface zwar alle Hunde mag, aber eine Schwäche für die größeren hat, ist ja offensichtlich. ;-) *schwanzwedel* Soweit die Theorie... Aber eine Aussage von einer Bekannten aus dem Viertel machte ihn recht stutzig: Sie hatte sich ihren größeren Hund auch "zur Sicherheit" angeschafft... *brummm*

Ihre Unsicherheit hatte ich sogleich erschnüffelt - das können wir Hunde nämlich. Und nun soll der Hund ihr die geben? *brummmschüttel* Dann erzählt sie noch, dass sie deswegen ihn zum Schutzhund trainieren will. Auweia... Und überhaupt, was hat das mit Partnerschaft und Freundschaft zu tun? Oder schickt ihr eure menschlichen Freunde auch vor, um euch zu beschützen? Ich glaub ich muss euch mal aufklären: Ihr müsst uns Hunde gar nicht zum Angriff treiben, uns "scharf machen" wie viele 2-Beiner es nennen. Also wirklich, ihr felllosen Primaten, reicht es nicht schon, was wir alles für euch sind? Müssen wir jetzt der Bodyguard für euch sein? Ich verrate euch mal was: Das sind wir Hunde sowieso! Wir würden euch bis aufs Blut verteidigen! Schließlich seid ihr das Zentrum unseres Universums! *jawohlwoaffwedel*

Ich will hier gar nicht auf die rechtliche Situation und die Konsequenzen eingehen. Das hat mein Cerebral-Interface Maximilian ja bereits in unserer Kolumne in der WUFF angesprochen. Ebenso auch, dass jeder Halter seinen Hund besser zurückhalten sollte. (Mein 2-Beiner beispielsweise sagt immer: "Besser ich bekomme Ärger, als mein Hund. Mich schläfert keiner ein.") Und zwar nicht nur aus juristischen Gründen! Genau dieser Punkt ist mir als Hund natürlich wichtig: Ihr seid unsere Partner! Ihr führt uns durch die zivilisierte Welt! Und als gute "Rudelführer" oder meinetwegen auch "Familienoberhaupt" (für all die, die ein ideologisches Problemchen mit dem Wort Rudelführung haben), ist es eure Pflicht UNS Hunden Sicherheit und Geborgenheit zu geben! Sich aus Unsicherheit einen Hund zu holen ist ein denkbar suboptimaler Grund! (Okay, es gibt wohl Ausnahmen: so hörten wir von Hunden für Kriegsveteranen in den USA, aber die sind dann auch speziell ausgebildet dafür.) Schon weil wir Hunde eure Stimmungen erschnüffeln und somit auch eure Unsicherheit wahrnehmen können. Wir erinnern uns noch an so 'ne skurrile Bekanntschaft, die war auch immer so ein Nervenbündel und ihre Hunde entsprechend angespannt (die Halterin gab natürlich den Hunden die Schuld) - kaum führte mein 2-Beiner die Hunde, beruhigten sie sich schnell (auch dafür gab sie ihnen die Schuld). Und fix überträgt sich diese Unsicherheit auf uns Hunde. Sowas nennen die Wissenschaftler unter euch felllosen Primaten dann Stimmungsübertragung.

Ich vertrau dir Partner!

Und was dieses Schutzhund-Training angeht. Das solltet ihr euch gaaaaanz genau überlegen. Vor allem solltet ihr euch vor schwarzen Schafen, die es nur auf das Geld abgesehen haben, hüten! Aber selbst wenn ihr an einen der wenigen seriösen (und auch menschlich erträglichen) Schutzhund-Trainern geratet, solltet ihr euch das gut überlegen. Nicht nur, weil in vielen Vereinen noch veraltete Methoden trainiert werden, die teils gegen das Tierschutzgesetz verstoßen. Sondern auch, weil so ein Training schon heftig und der körperliche Verschleiß enorm ist! Wir haben Hunde gesehen, deren Zähne durch das ständige Training am Beißarm völlig abgewetzt waren - im Alter von nichtmal 6 Jahren. Oder auch Verletzungen an der Wirbelsäule sind nicht selten durch das Herumwirbeln. Würdet ihr sowas auch mit euren menschlichen Familienangehörigen machen, damit sie euch dann im Ernstfall beschützen können? Wenn ihr schon irgendwelche Kampfübungen machen müsst, dann lieber so wie der Hund aus einer der Zeichentrick-Serien (heute sagt man Anime dazu, aber ich nehme mal das antiquierte Wort - meinem Cerebral-Interface zu Liebe) aus Maximilians Kindheit: Hong Kong Pfui. *schwanzwedelfreu*


 
Wir trafen die Schäfi-Halterin übrigens auch einmal ohne ihren Hund. Da sprach mein 2-Beiner sie drauf an. "Den habe ich Zuhause gelassen, da ich einkaufen gehen will und dann nur eine Hand frei habe", sagte sie. Auf den "dezenten" Hinweis meines Cerebral-Interfaces, dass sie ihn ja auch mit beiden Händen nicht wirklich unter Kontrolle hat und warum sie sich so einen Hund angeschafft habe, antwortete sie: "Na, weil der mich beschützen soll." Und als mein 2-Beiner sein übertriebenes Unschuldgesicht aufsetzte, ahnte ich schon was kommt (ich kenn doch meinen felllosen Primaten): "Mal 'ne rhetorische Denksport-Frage: Und wer beschützt den Hund vor Ihnen und ihrer Unsicherheit?"


PS: Dies ist der ergänzende Beitrag zu unserer Kolumne in WUFF - Das Hundemagazin (07+08/2016) "Partner oder Bodyguard? - Der falsch verstandene Beschützer"



Donnerstag, 2. Juni 2016

Im Gespräch mit Günther Bloch: Der international anerkannte Kynologe warnt - Vorsicht vor Scharlatanen!

Auf in die Eifel! Die ist ja so schon immer eine Hunderunde wert, aber an diesem Tag ganz besonders. Denn wir sollten nach einer kurzen Gassirunde an der Erft einen ganz herausragenden Hundemenschen kennen lernen und interviewen...

🐶 Und beschnüffeln! *schwanzwedel*

Jaja, und beschnüffeln, Rico. Jedenfalls gehört er zu den absoluten Hunde- und Wolfskoryphäen. Denn zu unseren Fellfreunden forscht der Kynologe und Autor Günther Bloch schon seit über 40 Jahren! Nicht nur hierzulande gilt er als Experte, seit Anfang der 90er forscht er über Wölfe in Kanada (der gebürtige Kölsche Jung kommt bei dem Land ganz ins Schwärmen, vor allem die dortige Natur hat es ihm angetan).




🐶 Ist ja klar, du als 2-Beiner achtest mal wieder mehr auf sein Wissen! Dabei war der auch in anderer Hinsicht ganz schnüffeltoll! *schwanzwedelfreu* Diese Ruhe und Souveränität, die er ausstrahlte. Und er wurde niemals zudringlich zu mir! Er drängte mir kein Streicheln oder sowas auf! Das war voll entspannt. Und erst sein Geruch! Der war dagegen pfotastisch spannend! Nach so vielen Hunden und auch nach Wölfen roch seine Jacke...

Ein echt wuffiger Typ: Günther Bloch
Foto: Ira Prettycloud

Ja, schon klar, ich glaub, jetzt hat es jeder Begriffen, dass du ganz begeistert von ihm warst, Rico. Und von seiner Jacke... :-)

🐶 Na hör mal, so wie der mich vor anderen 2-Beinern verteidigt hat... *schwanzwedel*

Ach du meinst, als du die Passanten angewufft hast? :-)

🐶 Naja, ich hab ja schon oft gemerkt, dass du dich beim Arbeiten veränderst, dass du dann fokussierter bist...da muss ich eben die Wache über die Umwelt übernehmen... *ohrennachvorn*

Also: Rico übernehmen Sie - das ist dann dein Motto. :-D Und genau dabei, während ich Günther interviewte, kamen diese Passanten und starrten dich an. Das hab ich aber, wie du richtig feststelltest, nicht bemerkt, da ich mich ja auf das Interview mit Günther konzentriert habe. Und als du dann losgebellt hast, habe ich mich auf dich konzentriert.

🐶 Ja, ich weiß. Dann sind dir andere Leute immer recht egal. Das find ich ja auch gut so. *anlehn*

Und da hat dann Günther sich eingemischt...

🐶 Eingemischt? Der ist abgegangen und hat mich vor den Leuten verteidigt mit den Worten: „Was machen Sie für nen Punk! Der Hund bellt, ja und? Sie sehen doch, dass der Halter ihn im Griff hat. Alles in bester Ordnung und kein Grund sich hier unnötigerweise massiv zu beschweren!“ Was starren die mich und euch auch so an. *brummm*

Ja, ich erinnere mich, erst da habe ich bemerkt, dass die sich so echauffiert hatten. :-D

🐶 Du findest das lustig? *augenbrauehoch*

**Der Mensch-Hund-Code
von Günther Bloch und Elli H. Radinger
Klar, denn was interessieren die mich? Du bist mir doch da wesentlich wichtiger. Aber lass uns zum Interview zurück kommen. Denn Günther hat zusammen mit der Autorin Elli H. Radinger das Buch **Der Mensch-Hund-Code: Selbstbewusst durch den Dschungel der Hundeszene aus dem KOSMOS Verlag geschrieben. Darin geht es hauptsächlich um 3 Säulen: die Beziehung zum Hund, das Wissen über Hunde und um die zunehmende Anzahl und die Methoden der Scharlatane in der Hundeszene (wir haben ja in unserer Rubrik Watchdog auch schon öfters davor gewarnt; die Kapitel zu den "Scharlatanen" hatten mich vor Kurzem sogar zu dem Beitrag in unserer Watchdog-Rubrik inspiriert: Die Front verläuft zwischen den anständigen und den "antisozialen" Hundemenschen). Vor Letzteren warnt Günther eindringlich. Und wir hatten die Gelegenheit ihn zum Buchinhalt zu befragen; bei schönem Wetter nach einem seiner Seminare stellte sich Günther auf der Terasse der Erftstube unseren Fragen.


Günther Bloch
Foto: Ira Prettycloud


Im Gespräch mit Günther Bloch


Du forschst ja schon fast eine Ewigkeit über Wölfe. Nun kritisieren ja einige, dass nicht alles vom Wolf auf dem Hund übertragbar ist. Wie stehst du zu dieser Kritik? Und wie viel kann man auf den Hund transferieren?
Ich forsche seit 1992 an frei lebenden Wölfen. Zum Thema Vergleich: Denn wollten wir es richtig machen, müssten wir jede einzelne Hunderasse mit dem Wolf vergleichen um zu präzisen Ergebnissen zu kommen. Ansonsten sprechen wir von Basiswerten. Und diese Nullwerte könnten wir dann für weiter wissenschaftliche Vergleiche heranziehen. Immerhin sind ja nicht alle Rassen gleich, so sind die so genannten „nordischen Hunde“ meist näher am Wolfsverhalten dran, als beispielsweise Möpse oder Französische Bulldogge.


Die 2-Beiner haben Wichtiges zu bequatschen...
Foto: Ira Prettycloud

Die von dir zuletzt Genannten sind ja auch wegen der Überzüchtung ins Gerede gekommen...
Sprich es ruhig aus: Qualzucht! Das kommt auch daher, weil die Kritiker zum Hundezuchtgeschehen immer mehr aussterben. Beispielsweise Dr. Hans Räber aus der Schweiz; oder der kürzlich verstorbene Genetiker Dr. Helmuth Wachtel, der stets kritisch über Degenerationserscheinungen geschrieben hat. Und jüngere Forscher sind bisher nicht viele nachgewachsen. Ganz schlimm ist das Thema Qualzucht ja bei dieser neuen Mode der Hundeverzwergzung: den Tea Cup Dogs. Die kannst du gar nicht mehr richtig auf Kinder oder Artgenossen sozialisieren.

Wieso nicht?
Alleine körperlich: Die kannst du doch mit keinen anderen Hunden spielen lassen. Die Knochen könnte doch selbst ein tolpatschiger Chihuahua brechen. Aber auch mit anderen Menschen geht das kaum: Nimm beispielsweise mal Kinder. Wie willst du denen erklären, dass sie mit dem Hund vorsichtiger spielen sollen als mit einer Porzellanpuppe?

Was ist denn das Hauptproblem bei der Zucht?
Meist ist es die viel zu kleine Population, der allseits bekannt genetische Flaschenhals. Daraus ergeben sich die meisten Degenerationserscheinungen und Krankheitsbilder. Das können auch charakterliche Auffälligkeiten sein, wie extreme Unsicherheit, Panik und Angstaggression.

Aber es gibt doch auch eine Gegenbewegung. Immer mehr setzen auf Retrozucht...
Ja klar, einigen ist es damit auch ernst. Aber viele wittern hier nur das nächste luktative Geschäft. Auch diese Retro-Zucht verkommt bei einigen Züchtern zum Etikettenschwindel.

Während die reden, mach ich das Model :-D
Foto: Ira Prettycloud
Du sprichst ja häufig im Zusammenhang mit Hunden über Rudel. Doch streng genommen ist der Begriff doch bei Hunden falsch, oder?
Ganz wissenschaftlich korrekt ist der Begriff Rudel ein wenig schwammig. Dennoch ist ein Rudel zunächst einmal laut Definition vieler Wissenschaftler wie beispielsweise Marc Bekoff eine Gruppe von Individuen, die gemeinsam wandert, schläft, ruht, nach Futter sucht oder jagt. Das passt also! (lacht)

Und was macht dann eine gute „Rudelführung“ aus?
An erster Stelle steht da immer, einen Führungsanspruch und Verantwortung übernehmen. Im kollektiven Sinne für die Gruppe, aber auch individuell für jedes Mitglied. Ich muss Schutz und Geborgenheit bieten. Das ist formale Dominanz im richtig verstandenen Sinne.

Du hast in deinen Vorträgen Rudelführung des öfteren mit Moderation verglichen. Wie meintest du das?
(lacht) Genau wie u.a. ein guter Moderator bei einem Gespräch ausgleichend wirkt, den Schüchternen öfter anspricht, den Übermütigen öfter bremst, so muss auch ein „Rudelführer“ ausgleichend wirken. Damit keine Spitzen aufkommen und Situationen eskalieren. Kurz gesagt: Er muss für Ruhe und Ordnung sorgen, für Berechenbarkeit und Einschätzbarkkeit.

Das muss ja wuff-wichtig sein...*augenbrauehochgrübel*
Foto: Ira Prettycloud

Du sprachst ja schon Modeerscheinungen in der Hundeszene an. Derzeit hört man auch immer öfter den Begriff „Problemhund“ oder ähnliches. Du selber hast dem in deinem Buch „Der Mensch-Hund-Code“ ein Kapitel gewidmet. Ist das auch so eine Modeerscheinung?
(mit ernstem Blick) Oh ja! Und sogar eine sehr schlimme! Denn damit lässt sich trefflich Geld verdienen. Streng genommen gibt es nämlich kaum Problemhunde. [Anmk. d. Dog-Chefred. Rico: s. dazu auch unseren Beitrag über "Problemhunde".] Der Hund hat beispielsweise kein Problem damit, wenn er einem Hasen nachjagt. Selbst wenn er aggressiv gestimmt ist, hat der Hund damit absolut kein Problem. Das ist für ihn sogar völlig normal! Hunde sind eben authentisch und kommunizieren auch aggressiv-gestimmt. Aber schnell werden solche biologisch sinnvolle Verhaltenstendenzen als Problem dargestellt. Und was braucht man dann? Eine Therapie! Und die lässt sich wunderbar verkaufen, wenn man den Leuten einredet, sie hätten einen Problemhund.

Aber es gibt doch Hunde mit Verhaltensauffälligkeiten...
Ja, aber in vielen Fällen kommen die Leute oftmals mit dem eigenen Leben nicht mehr klar und stülpen ihre eigenen Unfähigkeiten auf den Hund. (lacht) Daher bin ich ja auch für eine Sachkundeprüfung für Hundehalter VOR dem Anschaffen eines Hundes. Und der Beruf des Hundetrainers sollte ein Lehrberuf werden – mit Theorie und Praxis.

Während die beiden reden, passe ich auf...
Foto: Ira Prettycloud

Bei den vielen Denk- und Schulrichtungen was Hundeerziehung angeht, wird das aber schwierig. Die haben sich doch schon untereinander immer in den Haaren bzw. im Fell. Wie willst du das realisieren?
Es müsste ein gewisser Grundkanon vermittelt werden. Der besteht eigentlich aus nur zwei Grundrichtungen: 1) dem verhaltenstherapeutisch-medizinischen Ansatz und 2) dem verhaltensbiologischen Ansatz, einschliesslich genaue Kenntnisse zum hundlichen Ausdruckverhalten. Die müssten beide gelehrt werden, damit alle Trainer ein einheitliches Rüstzeug hätten. Danach kann ja jeder sich spezialisieren. Das ist bei anderen Lehrberufen wie Schreiner, Kaufmann oder andere auch nicht anders. Und da sollte es auch keine Ausnahmen geben, wie jetzt.

Während die beiden quatschen, mach ich mal ein cooles Gesicht... ;-)
Foto: Ira Prettycloud

Welche meinst du?
Na die Hunde-Vereine, die bisher von der Regelung nach § 11 des Tierschutzgesetzes befreit sind und keine extra Erlaubnis brauchen um Hunde zu trainieren. Nimm nur diejenigen, die oft noch mit ihren veralteten Methoden nach wie vor machen was sie wollen. Viele davon sind sogar Tierschutz relevant, insofern macht die Ausnahme sogar keinen Sinn! Und wieso sind Tierärzte eigentlich in einer bevorzugten Position?

[Anmk. d. Dog-Chefred. Rico: Etwa zu diesem Zeitpunkt wuffte ich die Passanten an und während Maximilian mit mir beschäftigt war, verteidigte mich Günther gegen die böse schauenden und sich beschwerenden Leute.]

Und woran scheitert das deiner Ansicht nach?
(winkt ab) Ach, vielen geht es doch gar nicht um den Hund, sondern nur ums Recht haben! Und oftmals ums eigene Portemonnaie! Das ganze ist ja mittlerweile eine richtige Industrie geworden. Zu meiner Zeit als Kind gab es kaum Hundeschulen. Das Konkurrenzdenken ist bei vielen dermaßen groß und das Niveau so niedrig, dass sie sich den ganzen Tag lieber mit Diffamierungen und Verleumdungen beschäftigen, als mit ihrem eigentlichen „angeblichen“ Beruf, dem des Hundetrainers. Und wer forscht noch? Zum Vergleich: Ich habe stets 25% meines Umsatzes für selbst finanzierte Freilandforschungsprojekte ausgegeben.

Sind das die Leute, die du in deinem Buch „Der Mensch-Hund-Code“ als Scharlatane bezeichnest?
Genau die meine ich! Die Idee kam mir zusammen mit einer Humanpsychologin. Wir wollten den Haltern ein gewisses Rüstzeug mitgeben, ihnen erklären, wie diese „antisozialen“ Personen denken und agieren. [Anmk. d. Dog-Chefred. Rico: s. auch unseren Beitrag zu den "Antisozialen".] So wie ein psychologischer Kompass. Damit sie besser informiert sind, wie solche Leute halt ticken und so nicht so leicht über den Leisten gezogen werden können.

Denn die Zeiten haben sich geändert: heute heißt es nicht mehr „im Zweifel für den Angeklagten“. In der Hundeszene gibt es derzeit so viele „antisoziale“ Auswüchse, dass man heutzutage besser zu vorsichtig ist und im Zweifel halt auch gegen den Angeklagten. Denn wir haben ja die Verantwortung für unsere Hunde, also müssen wir sie auch vor solchen Leuten beschützen. Aber auch uns selber, denn wenn der Halter verwirrt ist, ist es der Hund auch...

Na, spürst du meine Signale? *schwanzwedelanlehn*
Foto: Ira Prettycloud
Du meinst wegen der Signalübertragung?
(nickt) Absolut! Ein Hund spürt das sofort und reagiert darauf. Und diese Leute machen die Halter auch verrückt. Viele sind sind absolut egoistisch, rücksichtslos, mit maximaler Profitorientierung und verfolgen einen rigorosen Plan. Den haben die meisten Hundehalter aber nicht, weswegen sie ihnen schon im Nachteil sind. Die Halter sollten den Glauben ablegen, dass alle „Hundemenschen“ oder solche die sich dafür ausgeben, ihnen nur was Gutes wollen. Dem ist nicht so.

Und was wünschst du dir von den Haltern? Da gibt es doch sicher auch was zu kritisieren?
Klar! Dass sie sich besser informieren! Am besten aus mehreren Quellen und VOR dem Hundekauf. Wir bieten beispielsweise seit 40 Jahren auf der Hundefarm Eifel eine kostenlose Beratung an. Doch die wird so gut wie kaum nachgefragt...

(seufzt) Doch am meisten wünschte ich mir, dass sie mehr beziehungs-relevante (!) Zeit mit ihrem Hund verbringen. Und nicht dabei noch am Handy hängen oder im Internet surfen. Der Hund ist unser Bindeglied zur Natur. Das sollten wir nutzen und genießen. Ausserdem sollten Halter ihre Hunde genau beobachten. Aber auch das ganze drumherum. Hunde sind sehr gute Lehrmeister!






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Sonntag, 29. Mai 2016

Gut, dass Frühling ist! Weniger Ertrinkungsgefahr für meinen 2-Beiner! ;-)

🐶 Da war ja in letzter Zeit mal wieder pansig was los. Ich kam ja kaum dazu hier in meinem Blog was zu wuffen. Viele Termine, viele Schnüffeleien und viel Arbeit. Naja, letzteres vor allem für meinen 2-Beiner. Besonders stolz bin ich ja auf den Artikel, den mein Cerebral-Interface in den Tageszeitungen DIE WELT und WELTkompakt zum Thema Gassigehen geschrieben hat (okay, für ihn ist das nichts besonderes, er hat ja bereits für die Financial Times Deutschland, Capital, Handelsblatt, Die Zeit, Spiegel online etc. geschrieben; aber für mich ist das ganz neu!).







Kühle Pfoten sind wuffastisch cool! 😊
Aber eigentlich wollte ich euch was anderes wuffen. Ich bin echt hundsmäßig erleichtert, dass endlich Frühling ist. Ja klar, auch weil es draußen wieder viel mehr zu Erschnüffeln gibt und wir viel mehr an der frischen Luft sind. Aber halt auch weil ich mir weniger Sorgen um meinen Menschenpartner machen muss. Denn ihr 2-Beiner habt ja so seltsame Sitten. Wie beispielsweise die, eure Stöckchen wild im Mund hin und her zu schieben und so ein Schaumzeug dafür zu benutzen. *brummm* Also ich zerkaue Stöcke ja lieber oder fang sie und bring sie meinem Maximilian...am liebsten für ein Zerrspiel. Aber so... Ich glaub ihr nennt es Zähneputzen (das hatte ich ja bereits mal bei einem Interview zum Liebster Award euch gewufft). *denkergääähn* Aber das macht ihr Menschen ja das ganze Jahr durch. Also zurück zum Frühling. Warum mache ich mir da weniger Sorgen um meinen 2-Beiner wegen Ertrinken? Ganz einfach: Ab dem Frühling fängt er an mehr zu Duschen, im Winter dagegen legt er sich meist in die Wanne. Und genau DAS ist mein Problem! Denn ich bin dann immer hin und her gerissen. Einerseits verdrück ich mich ja ganz gerne, wenn ich Wasser höre (darin plantschen find ich dagegen pfotastisch!)... Könnte ja sein, dass ich gewaschen werden soll. *brummm* Aber ich mache mir halt auch Sorgen um meinen Partner, dass der in dem Wasser ertrinkt. Hund (Menschensprache: Man) weiß ja nie, ihr 2-Beiner stellt ja so manch kuriose Sache an, da muss hund (Menschensprache: man) auf euch ja aufpassen... *besorgtschau*

Kommst du auch mit rein?

Daher schau ich immer wieder mal im Bad vorbei und nach dem Rechten, wenn mein Oller wieder in der Wanne liegt. Könnte ja sein, dass er mittlerweile darin ersoffen ist... Ihm scheint das ja zu gefallen. *schnauff* Naja, muss wohl für euch felllose Primaten so ähnlich sein, wie wenn ich im Wasser plantsche. Anders kann ich mir das canilogisch nicht erklären, warum er sonst so gern darin liegt und entspannt...

Statt zu Baden solltest du lieber nur die Pfoten kühlen, du fellloser Primat *frechwedel*

Nun ist aber Frühling, da duscht er lieber. Das dauert nicht so lang und ist auch nicht so viel Wasser auf einmal. Okay, so ganz versteh ich zwar nicht, warum ihr Menschen euch freiwillig einmal am Tag unter so ein Regensdings stellt. Ich finde Regen ja ziemlich deprimierend. *schüttelschnauf* Aber okay, das ist euer Ding liebe 2-Beiner, Hauptsache das Risiko des Ertrinkens ist geringer. Auf jeden Fall habt ihr seltsame Rituale...warum wascht ihr euch nicht einfach so wie wir Hunde? Einfach den Dreck ablecken! Ist doch viel praktischer. Aber ich glaube, Waschen gehört für euch irgendwie zur "Zivilisation". *frechschau*


PS: Falls ihr jetzt Fotos von meinem 2-Beiner in der Wanne erwartet habt: Sorry, sowas ist PRIVAT! Aber ich arbeite daran... :-) *schwanzwedel*


 

Dienstag, 24. Mai 2016

*[Produkttest+Gewinnspiel] Fisch ist gesund - Wir haben das Hundefutter von Meradog getestet!

Hundefutter "Hering, Krill & Kartoffeln" im Test

*Gesponsert

Wir haben ein neues Futter getestet. Naja, soooo ganz neu ist es nun nicht für uns. Denn wir hatten schon vor langer Zeit, da war Rico noch ein Welpe, mal eine Probepackung auf einer Messe erhalten - und waren sehr zufrieden. Umso mehr freuten wir uns, als wir die Sorte *"Hering, Krill & Kartoffeln" von *Meradog testen durften.

Für Fisch renn ich Meilenweit...
Foto: Ira Prettycloud

Warum ausgerechnet diese Sorte? Nun, vereinfacht gesagt: Fisch ist gesund! Ich erinnere mich noch gut an die Hunde aus meiner Kindheit, wenn wir in Italien im Urlaub waren. Pünktlich wenn die Boote mit ihrem Fang zurückkehrten, waren sie am Hafen. Immer wenn die Fischer wieder in den Hafen einfuhren und ihre Ladung löschten, fiel auch immer Fische für sie ab - nicht selten warfen ihnen die Fischer welche zu. Und diese Hunde erfreuten sich bester Gesundheit. Und dass Rico frischen Fisch mag, weiß ich ja. ;-)

"Den krieg ich..."
Foto: Ira Prettycloud


Gesunde Inhaltsstoffe

Außerdem gefielen mir die Inhaltsstoffe. Besonders gut fand ich, dass im Meradog auch Chondroitin und Glucosamin drin sind. Das sind die gleichen Inhaltsstoffe wie sie auch im Pulver von Grünlippmuscheln vorkommen. Allgemein wirkt es entzündungshemmend. Aber es ist auch gut für den Knorpelaufbau der Gelenke. Man gibt es daher auch Hunden mit Arthrose. Und da besonders große Rassen ihre Gelenke stark belasten (schon wegen ihres Gewichtes) gibt man es ihnen auch vorbeugend.

"Wirklich schon leer?"
Foto: Ira Prettycloud

Gluten- und Getreidefrei

Gerade für allergische Hunde wichtig: Das Futter ist gluten- und getreidefrei. Ein wenig irritiert war ich, dass auch betont wird, dass Vitamin C drin ist. Ich bin jetzt kein Ernährungsexperte, aber so viel ich mal gehört habe, können Hunde Vitamin C selber produzieren - sofern sie gesund sind. Zu viel Vitamin C wird dann einfach ausgeschieden. Nicht selten nutzen einige Hundemarken aber das positive Image von Vitamin C beim Menschen als Marketingtrick. Auf Rückfrage bei Meradog antwortet Dr. Anika Thyrock von Meradog: "Das Vitamin C ist im Futter als natürliches Antioxidans enthalten, das den Hund vor den so genannten freien Radikalen schützen soll. Dies sind sehr reaktionsfreudige Moleküle, die die Zellsubstanz angreifen und schädigen können. Frei Radikale entstehen natürlicherweise bei den Stoffwechselvorgängen im Körper. Die Einwirkung von Umwelteinflüssen wie Tabakrauch, UV-Strahlung etc. kann die Entstehung freier Radikale verstärken. Antioxidantien wie das Vitamin C neutralisieren freie Radikale und schützen somit die Zellen des Hundes vor ihren Schäden." Das erklärte zwar die allgemeine Wirkung von Vitamin C, aber nicht warum es im Futter drin ist (wo Hunde es doch selber produzieren) und extra betont wird. Wie gesagt: Nötig ist es für gesunde Hunde wohl nicht, aber es schadet eben auch nicht.

Gute Verträglichkeit


Wie hat es mein kleiner Doggen-Wookiee Rico vertragen? Nun die ersten 2 Tage war sein Kot recht weich - also im Vergleich zu Frischfleisch. Das kann aber an der Futterumstellung liegen meinte Dr. Thyrock: "Die Darmflora muss sich erst an die neue Nährstoffzusammensetzung des Futters gewöhnen." In der Tat verfestigte sich seine Hinterlassenschaft nach 2 Tagen, wenngleich nicht so fest wie bei Frischfleisch, aber das ist nicht ungewöhnlich bei Trockenfutter. Ich achte da nur deswegen drauf, weil so die Analdrüsen nicht so gut ausgedrückt werden, als wenn die Köttel eben härter sind (hier kann ab und an ein Knochen aber helfen).

Krill als Proteinquelle


Die leicht grünliche Farbe von Ricos Kacke war für mich neu: "Die grünliche Färbung des Kots ist keine Seltenheit und hängt tatsächlich mit den Proteinquellen aus dem Fisch und dem Krill zusammen", erklärte mir Dr. Thyrock. Im Übrigen hat mir auch die Herkunft der Proteinquellen gefallen: "Der Krill, den wir in „pure Hering, Krill & Kartoffel“ einsetzen, stammt aus arktischen Gewässern und aus garantiert nachhaltigem Fang. Das bedeutet, dass durch den Fang des Krills das Ökosystem in keiner Weise geschädigt wird und sich die Population des Krills selbstständig und problemlos regenerieren kann." Aber nicht nur in dieser Hinsicht, achtet man bei Meradog auf die Umwelt: So wird das Futter mit Grünstrom - also CO2 neutral - produziert.

Auch die Menge des Kots lag vergleichsweise im "grünen Bereich". Denn die Menge ist ein Indiz für die Verwertbarkeit des Futters. Oder anders ausgedrückt: Wenn Hinten so viel raus kommt, wie Vorne reingeht, dann ist das quasi ein "Durchlaufposten". Bei dem von uns getesteten Sorte von Meradog war die Kotmenge mehr als bei Frischfleisch, aber weniger als bei so manch anderem Trockenfutter.
 
"Das schmeckt wuffastisch irre!"
Foto: Ira Prettycloud

Alles in allem war ich sehr zufrieden und die Sorte ist somit zu unserem 3. liebsten Trockenfutter (und damit die 2. liebste Futtermarke) avanciert. Ich werde es ab und an meinem Doggen-Wookiee geben, schon weil unsere liebste Trockenfutter-Marke keine Sorte mit Fisch anbietet. Daher freue ich mich, dass unsere Leser 3 Mal eine 4 kg Packung der Sorte "Hering, Krill & Kartoffeln" gewinnen können! Dafür müsst ihr nur eine Frage beantworten:

Wofür ist Glucosamin und Chondroitin gut?

Schreibt bis einschließlich zum 31. Mai die Lösung einfach als Kommentar unter diesen Blogbeitrag oder als Kommentar unter dem entsprechen Posting auf unserer Facebook-Seite (nur die Antworten auf unserer Seite zählen, nicht die von geteilten Beiträgen!). 

Eine nicht ganz unwichtige Kleinigkeit hast du aber vergessen!

So? Und was Rico?

*leftzenleck*
Foto: Ira Prettycloud

Na, dass es mir wuffastisch geschmeckt hat! *leftzenleck*





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