Dienstag, 7. Juli 2015

Eine Woche Hunde- und Pferdeurlaub auf dem Islandpferdegestüt Bockholts-Hoff

Als es am Freitag Mittag losging, dachte ich mir ja schon, dass es nicht ein einfacher Ausflug werden würde. Dafür musste ich nicht erst Sherdog Holmes fragen... Naja, die Reithelme waren ja ein deutliches Anzeichen: Urlaub auf dem Ponyhof für Hund und Mensch *schwanzwedel*

"Wann geht's endlich los...?"

Liebe Leila
© Foto: Antje Hachmann
Auf ging es also zum Islandpferdegestüt Bockholts-Hoff, wo wir ja bereits ein paar Male für Kurzurlaube waren. Die Autofahrt war recht lang, nach Schneverdingen ging's. Zwar machten unsere 2-Beiner immer wieder Zwischenstopp und ließen uns kurz raus, doch nach etwas über 4 Stunden Fahrt sprangen wir freudig aus dem Auto für unseren 1. Gassigang am Zielort, am Rande des Naturparks Lünebürger Heide: schließlich riefen uns schon all die spannenden Gerüche. Sogleich kam Leila angerannt, die mich sogleich freudig begrüßte...naja, ehrlich gesagt, sie ist ziemlich verknallt in mich :-) sie gab direkt alles: Winseln, Vorderkörper zur Spielaufforderung runter, Rennen im Kreis, mich anspringen... Ich freute mich sehr die Mischlingshündin wieder zu treffen und zu beschnüffeln, auch wenn ich mal wieder den coolen Rüden raushängen ließ ;-) 

Immer wenn mich Leila sieht, gibt sie alles :-) <3
© Foto: Antje Hachmann

Du willst spielen? 8-)
© Foto: Antje Hachmann

Na gut! Dann fang mich doch! :-D
© Foto: Antje Hachmann

Später erfuhr ich von meinem 2-Beiner Maximilian, dass Leila jeden Morgen bei ihrer 1. Runde über den Hof bei ihm anhielt (er trank da meistens draußen seinen 1. Kaffee) und winselnd nach mir fragte :-) Auch die kleine schwarze Katze Mucki kam jeden Morgen und flehzte sich laut schnurrend auf den Schoss meines Menschen...naja, ich teil ihn ja nicht so gern, daher war ich davon nicht gerade begeistert...aber irgendwie kann ich es auch verstehen ;-)

Am liebsten wäre Leila ja zu unserer 1. Gassirunde mitgekommen, aber sie wurde zurückgerufen, was sie aber erst nach einigen Wiederholungen befolgte...und auch nur widerwillig. Und so rockten Motzi und ich erstmal die Lüneburger Heide und pesten über die Felder *schwanzwedelhüpf* Wir jagten uns, sprangen uns an, gaben uns den ein oder anderen Bodycheck und ließen uns die Vorderpfoten um die Ohren fliegen :-D Molosser halt *schwanzwedel* Der alte Fritz machte auch ein bisschen mit, ihm stand das Grinsen direkt im Gesicht :-) Wegen seines Alters rannte er nicht viel, er beschränkte sich darauf Motzi und mich abzufangen, wenn wir wieder vorbeirasten :-) Besonders gern rannten Motzi und ich daher auch durch den Kanal...das war so schön matschig *juhuuuwedel* und wir umliefen so Fritz, der nicht schnell genug uns in den Kanal folgen konnte... Das wir total verdreckt waren und das auch in die Wohnung tragen würden, ärgerte unsere 2-Beiner nicht wirklich, denn sie mussten beide grinsen, als sie uns vermatscht und glücklich sahen :-) 

Der Weg zum hundsparadiesischen Urlaub: Links Felder, Wiesen und Wald;
rechts der Kanal und dann die Pferdeweiden *schwanzwedelhüpf*
© Foto: Antje Hachmann

Aber wir rannten nicht nur. Die vielen Gerüche und anderen Eindrücke müssen doch erkundet werden...und davon gibt es auf dem Gestüt ja jede Menge. Wie, ihr meint, das müsste ich doch schon kennen, denn schließlich waren wir ja bereits 2 Mal für einen Kurzurlaub dort (1. Besuch und 2. Besuch)... Aber das war ja im Winter, und außerdem ändert sich ja auch immer wieder was auf so einem Pferdegestüt. So waren beispielsweise dieses Mal ganz viele Fohlen da...die waren so süß!!! Alleine deren Anblick zauberte jedem ein Lächeln ins Gesicht...selbst uns Hunden :-) Und wenn man die kleinen Islandpferde beobachtet, so erkennt man schon jetzt, wie individuell ihr Charakter ist: der freche Fuchs, der raufboldige Rappe, der selbstsichere Silberfuchs, der neugierige Windfarbene, der vorsichtige Braune...alles war dabei...

Fohlenkampf :-)
© Foto: Antje Hachmann

Auch mein 2-Beiner konnte sich der Fohlenmagie nicht entziehen...er wollt es auch gar nicht ;-)
© Foto: Antje Hachmann

Pferdefreund Bleikur
© Foto: Antje Hachmann
Nach dem Gassigang entluden unsere felllosen Primaten das Auto. Doch danach hielt meinen Maximilian nichts mehr, direkt ging es zum Stall wo er auf Bleikur traf. Das Islandpferd hatte es ihm seit dem ersten Urlaub dort angetan. Und der Wallach hat mein Cerebral-Interface auch sogleich erkannt und mit dem Kopf angestupst...teils wohl freundschaftlich, teils auch als Beschwerde: „Wo warst du Kumpel?“ :-)

Endlich reiten wir wieder...
© Foto: Antje Hachmann
Jedenfalls bekam mein Maxi direkt ein Dauergrinsen. Er meint ja, dass Bleikur und ich vieles gemeinsam haben... So lässt er sich gerne kraulen und streicheln, er steht voll aufs Fressen und ist meist als einer der ersten fertig...und er „pfotelt“ auch, wobei es bei ihm wohl eher „hufeln“ heißen müsste ;-) um Aufmerksamkeit zu bekommen. Bei einer dieser Momente ist er Maximilian aus Versehen mal auf den Fuß getreten :-) Okay, er ist zwar ein Fluchttier und kein Fleischfresser, aber irgendwie verstehe ich jetzt, warum die Indianer in Amerika Pferde in ihrer Sprache als „große Hunde“ bezeichneten. Antje meinte sogar, Bleikur wäre genauso eifersüchtig wie ich, weil er sie mal von Maximilian weggeschupst hat :-) Dabei bin ich gar nicht eifersüchtig, ich passe halt nur auf mein Cerebral-Interface auf ;-) wahrscheinlich wollte das Bleikur auch ;-) 

Fertig machen zum Satteln...
© Foto: Antje Hachmann

...die Fellpflege ist mehr als nur eine Vorbereitung...
Foto: Antje Hachmann

...sie dient auch dem sozialen Austausch und der Vertrauensbildung...
Foto: Antje Hachmann

...ein verliebter Blick Bleikurs...
© Foto: Antje Hachmann

...ein Moment des gemeinsamen Innehaltens <3
(Versteht ihr nun, warum mir seine Intuition manchmal unheimlich ist?)
© Foto: Antje Hachmann

Auf dem Weg zum 1. gemeinsamen Ritt nach Monaten... :-)
© Foto: Antje Hachmann
Am kommenden Tag saß Maxi dann auch schon auf Bleikur und die beiden ritten, als sei kaum Zeit dazwischen verstrichen. Wobei, reiten heißt in Fall meines 2-Beiners ja, dass er sich auf dem Pferd hält :-) Die Reitlehrer waren zwar zufrieden, aber ich glaube mit den Komplimenten wollten sie nur nett sein zu meinem menschlichen Partner ;-) Ich finde es ja erstaunlich, dass Bleikur sogar versteht, wohin mein 2-Beiner reiten will und in welcher Gangart, denn eigentlich versteht sich Maximilian ja am besten mit Hunden und Katzen...die Körpersprache von Pferden dagegen spricht er mehr als nur gebrochen. Es ist wohl überwiegend Bleikurs Verdienst, dass sie sich dennoch verstehen :-) Ein wenig hat ja mein Cerebral-Interface auch im Februar bei einem Seminar von Thommy Witt vom Gestüt Lünzen gelernt, der ist nämlich der 1. Master Instructor vom Pferdeflüsterer Monty Roberts in Deutschland. Darüber muss ich euch demnächst mal berichten, denn die beiden hatten da ein recht interessantes Gespräch über Parallelen zwischen Pferde- und Hundeerziehung. Jedenfalls: Tommy trafen wir auch dieses Mal, da er einen kleinen Vortrag mit anschließender Demonstration für die Teilnehmer an der Foto-Safari von Antje Hachmann hielt. Ein wenig haben mein 2-Beiner und ich dabei gelauscht :-) 


Foto Safari auf dem Islandpferdegestüt Bockholts-Hoff - es war ein Traum!
Posted by Antje Hachmann on Dienstag, 30. Juni 2015


Aber nicht nur alte Freunde, wie die Gestütschefin Silke Köhler, ihre rechte Hand im Büro und Meisterin der Organisation Angela oder die Reitlehrerinnen Viona und Victoria trafen, wir...nein, wir schlossen auch viele neue Freundschaften. Ganz besonders mit Benni, dem 5 Monate alten Kangal-Mix, Straßenhund aus Bulgarien. Silke, die sich auch für den Tierschutz stark macht, stellte den kleinen Kerl meinem Maximilian am 1. Tag schon vor...na sie wusste auch warum ;-) Die beiden schlossen sogleich Freundschaft. Am liebsten hätte Maximilian den kleinen Kerl adoptiert, denn die beiden verstanden sich sofort und auch ich kam mit dem „kleinen“ Jungspunt klar. Nach anfänglichem Gemotze kam auch Motzi (ihr Name ist halt Programm) mit ihm klar, ja mehr noch, ihre Kiefer klapperten ganz heftig und sie hätte Benny am liebsten mit Liebe erschlagen ;-) Ja selbst der alte Fritz, ansonsten nicht mehr so der Fan von Junghunden (er hat ja insbesondere mit Motzi, aber auch etwas mit mir einiges erleiden müssen...), war sogleich begeistert und spielte Benni an, der angesichts der Masse des Gelenkbusses doch etwas eingeschüchtert war...aber nur für einen Moment, im nächsten lief er glücklich neben Fritz und Maximilian her.




Warum wir ihn nicht in unser Rudel aufgenommen haben? Tja, das liegt an der blöden menschlichen Vernunft...semi-telepathisch bekam ich mit, dass mein Cerebral-Interface immer wieder in der Woche darüber nachgedacht hat, die Entscheidung fiel ihm offensichtlich nicht leicht, und das nicht nur, weil Silke alle Geschütze ausfuhr, sondern weil ihm Benni echt ans Herz gewachsen war... aber Maximilian kam zu dem Schluss, dass er dem Kleinen nicht gerecht werden kann, denn immerhin besteht unser Rudel ja bereits aus 3 großen Hunden, was jetzt schon manchmal eine logistische Meisterleistung ist...außerdem wird Fritz alt und langsam komisch, wahrscheinlich braucht er auch bald mehr Pflege und Aufmerksamkeit meint Maximilian, und das Schulde er seinem alten Kumpel... Benni ist ein Traum von einem Hund, er braucht nur den richtigen und hundeerfahrenen Partner, denn gerade seine Eigenständigkeit gibt ihm Charakter, braucht aber auch eine liebevolle, erfahrene und konsequente Erziehung. Wäre toll wenn er jemanden hier in unserer Nähe finden könnte, damit würdet ihr mir und Maximilian eine große Freude machen. Ihr könnt euch gern bei uns melden! 

Die Ovalbahn des Islandpferdegestüts Bockholts-Hoff
© Foto: Antje Hachmann

Pferde find ich toll!
Natürlich sind unsere 2-Beiner auch viel geritten, es war ja schließlich ein Hunde- UND Pferdeurlaub, allerdings war ich nicht dabei wenn Maximilian Reitstunde hatte...so weit sind wir noch nicht mit dem Training zum Reitbegleithund...aber er nahm mich manchmal mit zum Stall, wenn andere Unterricht hatten. So bekam ich die Islandpferde vom Satteln bis zum Lauf auf der Bahn mit. Ja ich kam sogar einmal Bleikur sehr nahe...quasi von Angesicht zu Angesicht (wobei ich ganz ungewohnt etwas aufschauen musste)...war gar nicht so aufgeregt, kannte ja seinen Geruch bereits...auch Bleikur schaute mich nur mit einer Mischung aus Interesse und Coolness an. Naja, er kennt ja auch schon einige Hunde und hat meinen Geruch an Maximilian sicher auch schon öfter bemerkt... 

Wohlverdientes Futter - offenbar nicht nur für mich ein meditativer Moment :-)
© Foto: Antje Hachmann

Irgendwie wirkte Maximilian nach jedem Ritt extrem glücklich und entspannt...wobei: Letzteres galt eher für seinen Gemütszustand, denn direkt nach dem Reiten hatte er manchmal einen etwas seltsamen Gang :-) Nicht zuletzt wegen des Muskelkaters...am Hintern...seinem, nicht Bleikurs :-D

Manchmal war Maxis Gang echt "komisch" ;-)
(Und ja, ich weiß, er geht auf der "falschen" Seite :-) er hat da gerade gewechselt um zum Stall abzubiegen...hey er ist Anfänger :-D )
© Foto: Antje Hachmann

Amazing Abby
© Foto: Antje Hachmann
Bei einer dieser Gelegenheiten wenn Maxi mich mit zum Stall nahm, kamen Abby, die Hündin von Victoria, und ich uns näher. Ihr wundert euch, warum ich das extra erwähne? Nun, denn das war gar nicht so einfach...sie fand mich zwar toll, war aber gegenüber Maximilian recht scheu (ist sie bei jedem Mann)...aber langsam verlor sie das und kam ihm immer näher. Ganz anders war dagegen Vionas Hündin Chiara, die ich auch an der Ovalbahn kennen lernte...eigentlich waren wir uns schon ein paar Tage zuvor begegnet, aber sie ist sehr unsicher und scheu (nicht nur gegenüber Männern, auch gegenüber Frauen und Hunden; weswegen sie jeden versucht zu verbellen)... Jedenfalls hatte sie Mut gefasst, als sie mich mit Abby auf der Ovalbahn spielen sah: Sie sprang und hüpfte herum, spielte mich an, aber immer wenn ich darauf reagierte rannte sie schreiend weg...dabei stieß sie einmal gegen Maximilian :-) und schwups war ihre Angst vor ihm, nunja, nicht gerade verflogen, aber er konnte sie sogar anfassen und streicheln...was so ein Rumms doch manchmal ausmacht ;-)

"Hey Viona, hast du Chiara gesehen?
Die ist mal wieder vor mir Stiften gegangen :-)"

Die Chefin vom Hof: Leila :-)
© Foto: Antje Hachmann

Die süße Nala hab ich auch kennen gelernt <3
© Foto: Antje Hachmann

Gestatten: Jördis und seine Mutter :-)
© Foto: Antje Hachmann
An den ganz heißen Tagen war unser Tagesablauf ganz mediterran: Morgends aufstehen und über die Felder hinter dem Hof rennen und schnüffeln (danach gingen unsere 2-Beiner zum Reiten oder im Gestüt helfen), Mittags Siesta und Abends dann wieder irgendwelche Action: Geburtstag von Silke, Rennen und Toben in der Lüneburger Heide, das Decken der Stuten, die Geburt eines Fohlens (welches Antje als erste entdeckte und ihr daher einen Namen geben durfte: Jördis), ein Grillabend und und und... Ich kann euch sagen, auf so einem Gestüt ist mehr los als im Internet ;-) Und ich bin ganz sicher, dass mein Cerebral-Interface trotz des Trubels auf so einem Gestüt sich extrem erholt hat. Das spüre ich an seiner ganzen Körpersprache...selbst das Internet hat er nicht vermisst, denn wir hatten dort so gut wie kaum Empfang...so ne Offline-Phase kann ich euch nur empfehlen! Besonders wenn es so schöne Tage wie bei uns auf dem Gestüt Bockholts-Hoff sind, mit Hunden, Pferden, Katzen, Schweinen, Hasen, Meerschweinchen, Vögel etc...

Maxi maximal entspannt :-)
© Foto: Antje Hachmann
Das stimmt mein Kleiner, die Schönheit des realen Lebens ist durch keine virtuelle Matrix zu toppen! Das gilt besonders für ein Leben mit Hund(en)!

Schön, dass wir uns da einig sind, Maxi! Ich freu mich jedenfalls schon auf unseren nächsten Besuch da. *schwanzwedelhüpf*




(UPDATE: Empfehlung gilt nicht mehr!)

Kommentare:

  1. Das klingt toll! Ich merke dass mein Frauchen totaaal neidisch ist. Ich bewundere dich, die großigen hufigen Tiere machen mir und meinem Kumpel noch was Angst...
    Wir wünschen dir und und deinem Herrchen noch eine tolle Restwoche :)
    Liebe Grüße, Jessy & Jack mit Frauchen :)

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    1. Naja, ich hab sie ja bereits als Welpe kennen gelernt, bin damals auch durch den ein oder anderen Stall gegangen...und so ganz verstehe ich sie auch nicht, sind halt Fluchttiere...aber sie mich wohl auch nicht, denn so manche Spielaufforderung von mir kam nicht an ;-) Dennoch (oder vielleicht auch deswegen) find ich sie mega-interessant <3

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  2. EMPFEHLUNG GILT NICHT MEHR! Aufgrund neuester Erkenntnisse können wir leider die Empfehlung für das Gestüt Bockholts-Hoff nicht länger aufrechterhalten und unseren Lesern daher auch nicht mit gutem Gewissen raten dort Urlaub zu machen.

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