Mittwoch, 6. Dezember 2017

Nehmt uns Hunde als Kommunikationspartner ernst!

🐶 Immer wieder erlebe ich, wie jemand mein menschliches Cerebral-Interface fragt, wie er mich „so gut hinbekommen“ hat. Nun, das liegt wuffverständlich an meinen vielen Talenten und meiner hundsmäßigen Intelligenz. Aber klaro, so gaaaaanz unbeteiligt war der Olle daran auch nicht. Einer der wesentlichen Punkte ist, dass er mich als Kommunikationspartner für voll nimmt. *stolzwedel*


Sich gegenseitig respektieren und ernst nehmen - DAS ist Grundvorraussetzung für eine funktionierende Kommunikation UND Partnerschaft!
Foto: Lutz Borger

Denn wir Hunde sind ja wahre Kommunikationsmeister. Und daher geht mein Oller eben nicht – wie viele andere – von einem einfachen Sender-Empfänger-Modell aus (das eh schon seit den 50ern als veraltet und „zur Beschreibung sozialer Kommunikationsprozesse nicht geeignet ist“!). So ein Modell besticht zwar durch seine einfachheit, aber es spiegelt halt nicht die Wirklichkeit ab. Schließlich sind wir Hunde ja keine Radioempfänger! *jawohlwoaff* Kein Wunder also, dass da Missverständnisse und Frust vorprogammiert sind. Denn ihr felllosen Primaten sendet ein Signal, aber nicht immer reagieren wir Hunde darauf gleich oder wie ihr es wünscht. Viel hilfreicher ist da der dynamisch-transaktionale Ansatz von Werner Früh und Klaus Schönbach geeignet, wie mein Oller es euch in unserer aktuellen Kolumne in WUFF - Das Hundemagzin beschrieben hat.

Das dynamisch-transaktionale Kommunikationsmodell
Quelle: Schönbach/Früh (1991), S. 53

So ein interaktionistisches Modell sieht beide Beteiligten als aktiven und passiven Part des Kommunikationsprozesses. Außerdem berücksichtigt es auch, dass die gesendete Botschaft verarbeitet wird. Viele Faktoren spielen da eine Rolle: Erfahrung, Erlentes aber auch situative Einflüsse etc. Angesichts unseres Geruchssinnes ist gerade Letzteres nicht zu missachten. Ein Beispiel: Das gleiche Signal, selbst am gleichen Ort und zur gleichen Tageszeit, kann unterschiedliche Reaktionen hervorrufen, einfach weil wir Hunde einen anderen Geruch wahrnehmen.

Hinzu kommt noch die Feedback-Schleife. Bei euch 2-Beinern sit das unter anderem die Vorstellung die beide Kommunikationsseiten voneinander haben. Bei uns Hunden wäre das also unter anderem das weite Feld der Stimmungsübertragung. Und die beeinflusst uns Hunde weit mehr als viele andere Signale, die ihr uns bewusst sendet - ihr könnt uns da nicht betuppen. *jawohlwoaff*

Ihr seht also, so ein Modell hilft vielmehr um seinen Kommunikationspartner zu verstehen. Und durch ein besseres Verstehen kommt auch ein größeres Verständnis. Schließlich will man ja verstehen, was man liebt. Genau deswegen versuchen wir Hunde auch unser ganzes Leben durch euch felllose Primaten zu verstehen.


PS: Dies ist der ergänzende Beitrag zu unserer Kolumne im Hundemagazin WUFF (01/2018) "Einfache Kommunikationsmodelle taugen nichts..."



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