Sonntag, 1. November 2015

Großes 2-Beiner-Fest steht bevor: Silvester - hier ein paar Tipps, wie ihr eure Fellnasen aufs Feuerwerk vorbereitet

Also die glitzernden Lichter, die find ich ja noch ganz interessant. Aber die Knallerei ist doch manchmal etwas unheimlich...vor allem wenn es besonders laut wird. Ich bin nicht gerade ein Fan, von Feuerwerk wie an Silvester, aber ich reagier darauf auch nicht sonderlich empfindlich...ich schau halt ab und an weg (das nennen Fachleute Meideverhalten).


Versteht mich nicht falsch, ich freu mich immer wenn ihr 2-Beiner euch freut. Und diese Freude solltet ihr an Silvester auch beibehalten, egal wie ihr es feiert. Denn durch Signalübertragung (im Wesentlichen meine ich das, wenn ich hier im Blog von semi-telepathischer Verbindung schreibe) bekommen das eure Fellnasen mit. Keine Sorge, ihr müsst dafür nichts tun, außer euch weiter zu freuen, eure Körpersprache und Stimme zeigt uns das dann schon deutlich. Daher hier mein 1. Tipp (und wohl der wichtigste): LASST EURE HUNDE NICHT ALLEINE! Das gilt vor allem für ängstliche und sensible Hunde. Denn eure Anwesenheit gibt ihnen Sicherheit. Aber macht auch nicht zu viel Brimborium darum, seid nicht zu besorgt, versucht so natürlich zu sein wie möglich (am besten krault ihr uns *wedelfreu*). Denn wenn ihr zu besorgt seid, spüren wir das (Signalübertragung!) und das kann dann die Angst noch verstärken. Viele meiner Fellfreunde denken dann, wenn mein 2-Beiner schon so besorgt ist, dann ist da was ganz gefährliches...

Ich hatte euch ja bereits vor längerem berichtet, dass mein Cerebral-Interface mich auf so Knallereien vorbereitet hat. Da spielte die Signalübertragung auch eine große Rolle: Er knallte ein paar Papiertüten und freute sich immer dabei riesig (heute weiß ich: übertrieben *schlauschau*). So nahm er mir noch im Welpenalter die Angst vor dem Knall...denn wenn er so viel Freude dabei hat, dann kann das ja nicht so schlimm sein...auch wenn es laut war. Und bedenkt: wir Hunde hören besser als ihr Menschen, sind daher empfindlicher! Also bitte: NICHT sowas direkt neben unseren Ohren knallen lassen. Mein 2-Beiner hat damit angefangen ne Papiertüte im Nachbarraum platzen zu lassen...das war gar nicht mal so dumm, für einen Menschen...denn gleichzeitig weckte er damit auch meine Neugier. Später ließ er sie im gleichen Raum platzen...immer in einem gewissen Abstand zu mir. Das gleiche wiederholte er dann später mit einem Ballon. Nicht nur weil der lauter war, sondern auch, weil er ja wusste, dass Knallkörper auch unterschiedliche Lautstärken und Töne haben.Übrigens: Um die Töne zu variieren, blies er die Papiertüten und Ballons unterschiedlich auf. Auch ließ er mal Verpackungsmaterial knistern, vor allem das mit den Bläschen, die dann platzen...das war nicht sonderlich laut, aber später bemerkte ich eine gewisse Ähnlichkeit mit diesen schnell aufeinenderfolgenden Knallern. So ne DVD mit Silvester-Feuerwerk hat er nicht besorgt, aber im Web nach dem ein oder anderen Video und Sounddateien gesucht und es mir vorgespielt :-)

*KAWUMM!* Was war das? Naja, nichts wofür ich aufspringen muss :-)

Aber das war noch nicht Alles...denn das war ja quasi nur das Geräusch. Okay, zugegeben, das ist der dominante Sinneseindruck...ist ja laut genug. Aber Maximilian dachte sich, dass ja der Geruch bei Hunden, der wichtigste Sinn ist. Und er selber als Mensch hat ja immer zu Silvester auch den Geruch des Schwarzpulvers wahrgenommen. Und während wir noch mit Tüten und Ballons und sonstigem Material trainierten, organisierte er ein paar Knallfrösche. Die sind nicht sonderlich laut und auch harmlos (sind für Kinder zugelassen). Aber sie verbreiten eben den Geruch von Schwarzpulver. Wir also raus auf den Hof: Schon da freute sich Maxi ganz dolle und zeigte es mir. Zuerst spielten wir ein bisschen Zerrspiele, die mag ich ja so sehr. Dann holte er die Schachtel mit den Knallfröschen heraus. "Oh toll" und "Schau mal, fein" sagte er dauernd (und das in einem recht hellen Tonfall...heute weiß ich, dass er das Kratzen im Hals beim Verstellen der Stimme dafür in Kauf nahm *seufz*). Er ließ mich dann an so einem Knallfrosch riechen. Fand den schon seltsam...aber bin ja neugierig. Doch dann befahl mir Maxi dort zu bleiben wo ich war, entfernte sich etwas von mir (so zwischen 10 und 15 Meter). Dann lobte er mich und freute sich (zur Info: Da hatte ich schon gelernt, dennoch auf der Stelle zu bleiben...meistens jedenfalls *schwanzwedel*). Erst jetzt schleuderte er den Knallfrosch zu SEINEN Füßen. Ich erschrak beim 1. Mal, zuckte zusammen und sprang auf...ging etwas unsicher auf meinen 2-Beiner zu (schließlich hatte er mir zuvor gesagt, dass ich dort bleiben sollte). Aber dann rief er mich freudig zu sich, was ich sogleich gerne tat. Ich beschnüffelte sogleich erst ihn, dann den Boden. Maximilian zeigte auch ein paar Mal auf die Stelle und ließ mich schnüffeln. Na lecker ist was anderes *schnaub* Aber schlimm war es nicht, und ich bekam auch ein Leckerchen. Doch vielmehr war der Stolz eine Belohnung für mich (denn den bemerkte ich ganz deutlich an meinem 2-Beiner).

Für mich war das als Welpe ein ganz großes Abenteuer. Nachdem er das noch einmal wiederholt hatte, ging ich mit Stolz geschwellter Brust und erhobener Rute wieder in die Wohnung. Später verkürzte er die Distanz immer mehr, wenn er einen Knallfrosch warf. War irgendwann sogar langweilig...zumal es ja eine Unterbrechung für was Feineres war: unser Spielen *schwanzwedel* Irgendwann war es so, dass ich mich zwar freute, wenn er zu den Knallfröschen griff, da ich ja wusste, dass wir nun auf dem Innenhof spielen und es auch Leckerchen gab. Aber bei der Übung mit den Knallfröschen gern auch mal unkonzentriert war...klar, kannte ich ja schon und auch wenn es mich freute, dass Maximilian jedesmal nen Affentanz machte und sich riesig freute, so ganz nachvollziehen konnt ich das nicht...zumal ich als Zuschauer ja nichts tat (wir Hunde sind eher so die aktiven "Freuer"). Aber gut, ich gönne es ihm ja...

Zusammen mit dir steh ich noch ganz andere Dinge durch als Silvester, Partner!

So erfahrungstechnisch gerüstet kam dann das 1. Silvester: War ja schon ne andere Größenordnung...und toll find ich auch was anderes. Aber so schlimm war es auch nicht. Während andere Hunde in den Keller flüchteten, sich in der Box oder unter den Tisch versteckten (auch von so genannten Hunde-Experten oder -Trainern), ging ich raus zu meinem 2-Beiner, der sich das Schauspiel am Himmel anschaute. Wie gesagt, finde Silvester oder anderes Feuerwerk (bei uns findet das recht häufig statt, zur Kirmes, zum Japan-Tag oder zum chinesischen Jahreswechsel) nicht toll, aber Eines hatte ich ja durch die Übungen gelernt, es kann mir nichts antun und wenn mein Partner bei mir ist, brauch ich eh kaum was zu fürchten. Denn der passt auf mich auf und ich kann ihm vertrauen. Das hab ich durch die vielen gemeinsamen Erlebnisse (und das war für mich Hund auch das Training mit Tüten, Ballons und Knallfröschen) schließlich im wahrsten Sinne des Wortes erfahren.

Wie ist es bei euch? Welche Erfahrungen habt ihr mit euren Hunden zu Silverster gemacht? Und wie bereitet ihr sie vor? Schreibt es mir doch als Kommentar unter diesen Beitrag!


Links zum Thema:
In der Gastbeitragsreihe "Silvester mit Hund" auf dem Blog Moe & Me von unserer Freundin Nicole berichten verschiedene Blogger von ihren Erfahrungen, Erlebnissen und Tipps. Leider haben wir es bis zum Redaktionsschluss nicht mehr geschafft da mitzumachen (mein Cerebral-Interface ist manchmal echt ein Schussel *frechwedelschau*). Sorry nochmal dafür Nicole und Moe!



PS: Einen Tipp hab ich noch - haltet zu Silvester Kauartikel für eure Fellfreunde bereit. Denn durch Kauen bauen wir Stress ab. Und beobachtet bitte ob wir Stresssymptome zeigen, wie Zittern, kurzatmiges Hecheln oder Nahrungsverweigerung beispielsweise. Und nochmal: LASST SIE NICHT ALLEINE! (Man kann sich ja auch abwechseln mit Freunden, Familie oder Nachbarn.) 



Kommentare:

  1. Das war sehr interessant! Ich wusste gar nicht, dass man Hunde daran gewöhnen kann :-) Aber: Auch Menschen finden Feuerwerk sehr, sehr laut!

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Gwöhnen? Hm, eher drauf "vorbereiten"...denn so ist es nicht ganz unbekannt und neu...aber das steht ja schon alles im Blogbeitrag :-)

      Löschen
  2. Vielen Dank für die tollen Tipps. Das Herrchen von unserem Betreuungshund ist nicht bei FB. Habe ihm deshalb per Email diesen Link zugesandt.

    Liebe Grüße Petra Wistuba.
    petra-beatrice.wistuba@web.de

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Naja, die Tipps in dem Beitrag kommen jetzt wohl zu spät, hatte den ja schon Anfang November veröffentlicht...und die kurzfristigen Tipps stehen ja in Facebook... Hm, ich hab da ne ganz pansige Idee! Ich schrieb die Tipps nochmal hier in diesen Kommentar:

      Hier noch ein paar Tipps "auf den Letzten Drücker":

      1) Macht selber mehr Krach als die Böller! Mit Musik, lautem TV und am besten singt und tanzt ihr auch laut mit...wer weiß, der ein oder andere Hund wird das sogar lustig finden ;-)
      2) Tröstet eure Hunde, aber bestätigt sie nicht in ihrer Angst! Lasst sie am besten auch nicht alleine!
      3) Haltet Bach-Blüten Rescue Tropfen bereit, die wirken homöopathisch beruhigend!
      4) Gebt ihnen auf keinen Fall Acepromecin! Denn es betäubt nur körperlich, wir Hunde nehmen dennoch alles wahr...wir wirken dann nur wegen der Betäubung auf euch ruhiger, aber Angst haben wir dennoch...
      5) Haltet Kauzeug bereit! Denn Kauen hilft uns Stress abzubauen!

      Löschen