Donnerstag, 14. Juli 2016

Therapiehund Quedo hilft vielen jungen und alten Menschen!

Vor einiger Zeit lernten wir Quedo und seinen 2-Beiner Stefan Knobel kennen. Quedo ist ein Therapiehund. Er hilft anderen Menschen die krank sind - jung und alt. Oft reicht schon seine bloße Anwesenheit, damit es ihnen besser geht. Denn Hunde haben eine gute Wirkung auf Menschen - erst recht, wenn sie eine Therapiehund-Ausbildung wie Quedo haben.

Und er ist ein absolut wuffiger Kumpel! Vergiss nicht das auch zu erwähnen! Wir haben nach Quedos Arbeitstag echt pansig gespielt am Rhein... *schwanzwedel* Was Quedo für andere Menschen tut, das ist schon ober-mega-pansig. Der hilft so vielen Menschen, denen es nicht gut geht. Da hat er aber auch seinen Ausgleich verdient. *jawohlwoaff*

Ja, Rico, da hast du Recht. Da sah man, dass Quedo auch ein ganz normaler Hund ist, der Spaß am Rennen und Toben hat. Und das ist auch wichtig für ihn, denn seine Arbeit ist nicht nur hilfreich für die Menschen, sondern auch anstrengend für ihn. Und so achtet Stefan immer sehr genau darauf, dass Quedo jeden Tag auch einfach "nur" Hund sein darf. 

Er hat wie ich auch eine eigene Facebook-Seite und war bereits ein paar mal im TV! Hat Spaß gemacht mit ihm auf den Rheinwiesen! *schwanzwedelfreu* Nur einmal gerieten wir aneinander...als du zum Abschied mit ihm zu viel gekuschelt hast... *brummmm* 

Ja, das hat dir misshagt, mein Kleiner... :-) Doch das ging ja zwischen euch beiden mit ein oder zwei Wuffern schnell vorbei. Aber nun lass die Leute mal lesen, was Stefan uns so über seine Arbeit mit Therapiehund Quedo berichtet hat! Viel Spaß!


Stefan und Quedo...und Ricos Hinterteil ;-)

Wie sieht so ein Besuch von dir und Quedo aus?
Ganz unterschiedlich. Wir besuchen zwei Seniorenheime, in einem Gruppenangebot mit Senioren mit einer Demenzerkrankung, im anderen gehen wir über drei Etagen und besuchen die Senioren, die Freude an einem Hund haben. Und da reicht die Palette von Streicheln, Leckerliegabe, Kommando, Pfötchen geben, Ballspiele oder Lagerung bei bettlägerigen Patienten.


"Lagerung"? Was muss man sich darunter vorstellen?
Quedo wird dabei an die Seite des Patienten auf einer Decke gelagert. Das heißt er springt nicht wild ins Bett, sondern ich hebe ihn behutsam rein um Patienten nicht zu verletzen oder erschrecken. Das ist besonders bei gebrechlichen oder ängstlichen Patienten wichtig. Dabei stützt Quedo oft den Körper des Patienten ab und gibt ihm auch emotionalen Halt. Da passt sogar sein Name.


Wie meinst du das, sein Name?
Quedo ist Spanisch und bedeutet so viel wie: ruhig, still, verbleiben.


Aber ihr macht doch auch Hausbesuche?
Ja, beispielsweise Senioren mit 91 und 92, die unter Demenz leiden; oder eine Senior mit 60, ebenfalls demenzkrank: Da machen wir ähnliches wie im Heim, halt Streicheln, kleine Aufgaben, aber auch gemeinsame Spaziergänge.

Aber wir gehen auch in ein Kinderhospiz. Dort gibt es dann auch ein Spiel. Das sorgt für Freude, das Streicheln für Entspannung. Es geht hier auch basale Stimulation.

Gemeinsames Rennen...

Ist das nicht ungewöhnlich? Ich meine, die meisten Therapiehunde machen doch entweder Senioren oder Kinder. Ihr macht beides.
Es ist nicht gerade die Norm, das stimmt. Aber bei manchen Hunden wie Quedo klappt das. Warum es dann nicht auch mit beiden Gruppen machen?


Was macht Quedo denn genau? Womit hilft er den Patienten?
Da wäre zum einen die physiologische Wirkungen: Denn so ein Hund, zudem wenn er auch als Therapiehund ausgebildet ist, sehr viele positiven körperliche Reaktionen hervorruft bei uns Menschen. So stabiliert es das Herz-Kreislaufsystem, der Blutdruck und die Herzfrequenz sinken, die Muskulatur entspannt sich. Beispielsweise senkt sich durch Lagerung der Puls bei Jugendlichen mit einer lebensverkürzenden Erkrankung von 90 auf 70. Außerdem verringert sich auch das Schmerzempfinden durch das Freisetzten von Endorphinen – den so genannten Glückshormonen. Anderseits vermindert es die Ausschüttung des Stresshormons Kortisol und fördert so den Stressabbau. Auch Motorik, Koordination und die sensomotorische Wahrnehmung wird gefördert. Und ganz allgemein verbessern die Aktivität und Bewegung in der Natur das Körpergefühl und die Befindlichkeit.

Mindestens genauso wichtig sind aber die psychologischen Wirkungen von Hunden. Sie fördern das emotionale Wohlbefinden, das Sebstwergefühl und das Selbstbewusstsein. Die Sensibilität für die eigenen Ressourcen steigt ebenso, wie die Bereitschaft Verantwortung zu übernehmen. Hunde wirken beruhigend und entspannend auf Menschen, so unterstützen sie nicht nur wie bereits gesagt physiologisch den Stressabbau, sondern auch psychologisch. Sie können auch Sinn und Halt im Leben geben, ja sogar eine Stütze in einer Krisensituation sein.

Und dann wären da noch die sozialen Wirkungen. Hunde sind wunderbare Katalysatoren und Eisbrecher. Sie erleichtern den Kontakt „nach draußen“ und holen Menschen aus ihrer Einsamkeit und Isolation. Das hilft beispielsweise bei Depressionen. Quedo holt eine Seniorin nur durch seine Anwesenheit aus ihrer Depression zurück ins Leben.

Gemeinsames Schnüffeln...

Ist das für Quedo anstrengend? Wie erholt er sich?
Laut Tierschutzgesetz darf ein Therapiehund nur 2 Stunden pro Tag im Einsatz sein. Ja, es ist Arbeit für Quedo, das merke ich auch jedesmal. Er ist dann geradezu erschöpft. Daher darf er danach auch nur noch Hund sein, Schnüffeln, Wälzen, frei laufen. Während mein Arbeitstag dann leider noch nicht zuende ist.


Hast du und vor allem Quedo eine besondere Ausbildung dafür absolviert? Wenn ja, wie sah die aus? Wie lange hat die gedauert?
Klar! Die Ausbildung dauerte 2 Jahre, im ersten Jahr haben wir klassisch die Hundeschule besucht und nebenbei Einzelstunden zur Vorbereitung auf die Ausbildung. Die Begleit- und Verkehrshundeprüfung haben wir danach gemacht, sie ist Voraussetzung für Ausbildung beim Deutschen Ausbildungsverein für Therapie- und Begleithunde e.V. (DATB) Darauf folgten dann Einsatz-, Zwischen- und Abschlussprüfung, letztere hatte einen praktischen und einen theoretischen Teil. Die Ausbildung verlief in Wochenend-Seminaren einmal im Monat etwa ein Jahr. Seit September 2012 sind wir nun ein geprüftes Therapiehundeteam.

Gemeinsames Schlendern...
 
Welche Eigenschaften sind bei Hunden besonders förderlich für einen
Therapie-Begleithund?
Er sollte wesensfest sein und eine freundliche Erscheinung. Wenn er von Anfang an angsteinflößend ist, erschwert das nur unnötig die Arbeit.Wichtig ist natürlich, dass er nicht aggressiv ist! Auch muss er eine hohe Stresstoleranz besitzen. Er sollte dem Menschen zugetan sein, denn ohne das geht ein Therapiebesuch ja nicht. Erleichternd für die Arbeit ist ein „will to please“, eine gewisse Arbeitsfreude.


Ist das der Grund, warum man meist Labradore als Therapiehunde sieht?
Labradore sind aufgrund ihres Wesens Vorreiter in diesem Gebiet und sicher sehr gut geeignet, sie bedienen die Eigenschaften und gelten als freundliche Familienhunde, denen das Apportieren in den Genen gezüchtet wurde und so gut für diese Aufgaben einsetzbar sind.


Welche Art von Patienten betreust du derzeit?
Das ist ganz unterschieldich: Kinder und Jugendliche mit einer lebensverkürzenden Erkrankung im Kinderhospiz, sowie Geschwisterkinder sind ebenso dabei wie Senioren mit einer Demenzerkrankung. Auch eine Klientin mit Hundephobie ist darunter, sowie unser erster Einsatz in einem Kindergarten. Freuen würde es mich, wenn sich mehr Kindergärten dem Thema öffnen, denn damit kann man nicht nur den Kindern den Umgang mit Hunden zeigen, sondern so auch dafür sorgen, dass Ängste nicht erst aufkommen.

Therapiehund Quedo am Rhein


Arbeit und Wirkung eines Therapiehundes:

Physiologisch:
  • Stabilisierung des Herz-Kreislaufsystems; Blutdruck und Herzfrequenz sinken,
  • die Muskulatur entspannt sich;
  • das Schmerzempfinden verringert sich (durch Freisetzen von Endorphinen – so genannten Glückshormonen);
  • Motorik, Koordination und sensomotorische Wahrnehmung werden gefördert,
  • ebenso der Stressabbau (verminderte Ausschüttung des Stresshormons Kortisol)
  • Aktivität und Bewegung in der Natur verbessern Körpergefühl und Befindlichkeit

Mental und psychologisch:
  • Hunde fördern das emotionale Wohlbefinden,
  • das Selbstwertgefühl und das Selbstbewusstsein,
  • die Sensibilität für eigene Ressourcen und
  • die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen;
  • sie reduzieren Stress, beruhigen und entspannen,
  • stiften Sinn und Halt im Leben,
  • und sind eine Stütze in Krisensituationen

Sozial:
  • als sozialer Katalysator und Eisbrecher;
  • erleichtern Kontakt „nach draußen" und holen den Menschen aus seiner Einsamkeit und Isolation


1 Kommentar:

  1. Wir haben auch überlegt zu einer Therapiehund Ausbildung zu gehen, damit der Hund meines Vaters sich besser auf ihn einstellt. Läuft das denn von allein, wenn der Hund ausgebildet ist, oder braucht er immer einen Trainer der mit ihm übt?

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