Donnerstag, 10. August 2017

Die Leine als "direkter Draht"

🐶 Das riecht aber spannend! *sniff* Das muss ich genauer analysieren! Doch der Olle geht weiter, die Leine gleitet durch seine Hand... Da hat er es dann auch gemerkt. Er bleibt stehen und schaut mich an. Seine Körperhaltung verrät ihn, sein Lächeln sagt schon alles. Und so weiß ich auch schon vor seinem "Okay", dass ich den verlockenden Duft nachgehen kann.

Denn auch wenn ich an der Leine bin, so schränkt das nicht meine Freiheit ein. Immer wieder signalisiere ich meinem menschlichen Cerebral-Interface am anderen Ende, was und wohin ich möchte. Und meist lässt er es auch zu (außer wir haben es besonders eilig).

Die Leine schränkt uns nicht ein, sie verbindet uns!

Denn er sieht es anhand meiner Körpersprache und er spürt es durch die Leine. Da ist mein menschliches End-Leinen-Accessoire ziemlich sensibel. Er hat sich ja auch schon selber des öfteren an der Leine führen lassen, wie er euch ja in unserer Kolumne in WUFF - Das Hundemagazin berichtet. Dadurch hat er eine gewisse "Leinen-Sensibilität" entwickelt. Gut für mich, denn so ist er nicht ganz so begriffsstutzig wie viele andere felllose Primaten... *frechwedel* Allzuoft beobachte ich nämlich, wie ihr 2-Beiner sie nur zum Senden benutzt, aber recht unempfindlich für das Empfangen von Signalen seid... *frechwedel*

Und so ist die Leine für uns mehr ein "direkter Draht" zur Kommunikation. Und zwar in BEIDE Richtungen! Eben nicht digital, sondern ganz analog: haptisch geben wir uns darüber Signale. Und da er mir auch an der Leine viel Freiheiten lässt, habe ich keine negative Verknüßfung mit ihr. Im Gegenteil: Sie ist für mich das Signal, dass wir uns aufmachen zu neuen, gemeinsamen Gassi-Abenteuern. Nicht selten entdecken wir dabei etwas, dass uns zu neuen Beiträgen und Artikeln inspiriert. Daher bin ich ja auch sein Chefredakteur, denn ich gebe ihm so die Themen vor. *frechwedel*


Auch mit Leine alle (Schnüffel-)Freiheiten

Wenn ich so viele Freiheiten beim Gassi habe, dann fragt ihr euch sicherlich, wer nun mit wem Gassi geht... Nun, ich würde sagen: Wir gehen GEMEINSAM Gassi. *jawohlwoaff* Denn er bricht sich da keinen Zacken aus der Krone, sich mal von mir führen zu lassen. Damit gibt er ja nicht seine Führungsposition auf. Er vergleicht das mit Jagdhunden oder auch Mantrailer, die ja ihre 2-Beiner auch führen ohne gleich die Weltherrschaft anzustreben. Außerdem gehört es zu einer guten Führungsperson, dass sie auch Freiheiten lässt... *jawohlwoaff*



Versucht es auch mal! Lasst euch mal von euren Fellfreunden führen. Ihr werdet sicher überrascht sein, wie viel ihr gemeinsam entdecken werdet.


PS: Dies ist der ergänzende Beitrag zu unserer Kolumne in WUFF - Das Hundemagazin (09/2017) "Die Leine als Kommunikationsmittel - Nicht nur Sender, auch Empfänger!"


 

1 Kommentar:

  1. aus eigener erfahrung kann ich noch dazu beitragen: wenn hund von anfang an daran gewöhnt wird, dass die leine ein kommunikationsmittel von vielen ist, dann ist das vielleicht in späteren jahren ein riesenvorteil. meine vorvorige hündin war die letzten jahre ihres lebens stocktaub, sie lief (aus diversen gründen) meist auf kommando "voraus". an der flexi, gott steinige mich. sie konnte hervorragend "rundumadum", wenn sie irgendwo falsch herum um einen laternenpfosten lief, ebenso konnte sie "der leine nach" wenn sie die leine am land im tiefen gestrüpp um acht bäume wickelte. ich hab von anfang an die entsprechenden handkommandos dazu gezeigt, und als frau hunt selig nix mehr hörte, reichte ein zuppeln an der leine um ihr zu signalisieren dass ich was will. oder ein minimaler stopp an der flexi, damit sie stehenblieb - sicher und bis ich wieder neben ihr stand. und wenn sie sich wieder einmal heillos verheddert hatte, konnte sie "der leine nach" auf ganz leichtes dirigieren mit stop und lose - mit der flexi. wenn man in der stadt wohnt, ist sowas unbezahlbar. und es führte dazu, dass wir, als sie 14 war, den freiwilligen hundeführschein mit bravour bestanden, obwohl: wie wollen sie denn dem hund auf ein paar meter entfernung ... no, mit der leine! mit über 17 hat sie mich dann gefragt, ob sie die riesenratte, die da gerade ... flexi arretiert, hund schaute mich an, flexi frei und perdautz, eine grosse fette ratte weniger auf dem planeten.
    meine vorige hündin hatte einen steifen ellbogen, und daraus folgend einen ziemlich steifen rücken, das umdrehen fiel ihr ebenso schwer wie das bei-fuss-gehen, zudem musste ich ihr gangbild kontrollieren, also: hund voraus. als sie zu mir kam, war sie angeblich 5, vermutlich aber schon 7 oder 8 jahre alt, auch sie hat schnell gelernt wie das mit der kommunikation funktioniert.
    interessanterweise haben meine hunde (acuh die vorvorvorigen und die jetzige) übrigens nie an der leine gezogen oder sind "in die flexi hineingeknallt". weder die mit dem halsband, noch die mit dem geschirr. wir haben darüber gesprochen wie das funktioniert, und alle wussten genau wie lang 8 meter im zweifelsfall sind. oder wie kurz.

    allerdings - ich hab nie beim gehen mit hund handyfonaniert. wenn es unterwegs klingelt und ich meine, unbedingt abheben zu müssen, dann wird die flexi eingezogen, ich bleib stehen, hund macht steh, und dann sag ich "ich ruf zurück" ins praktische und such mir einen sitzplatz. im sommer gerne einen, bei dem der hund auch schatten hat ...

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