Mittwoch, 13. November 2019

[Buchvorstellung] "Der Hund" herausgegeben von Ádám Miklósi, bietet einen umfassenden Rundumschlag zum Thema Hund

Das Thema "Hund" mit vielen anerkannten Autoren

Der bekannte Verhaltensforscher und Kynologe Ádám Miklósi hat mit dem Buch „Der Hund: Geschichte, Biologie, Rassen“ aus dem Haupt-Verlag ein ausführliches Nachschlagewerk herausgegeben. Zusammen mit seinen nicht weniger bekannten Mitautoren, wie z.B. Tamás Faragó, Claudia Fugazza, Márta Gácsi, Enikõ Kubinyi, Péter Pongrácz und József Topál (sie sind Wissenschaftler und Experten im Family Dog Project, dessen Mitbegründer Miklósi ist), erhält der Leser einen guten Überblick über den heutigen Forschungsstand zum Thema „Hund“. Doch obwohl es ein Fachbuch ist, ist es überhaupt nicht trocken, zudem lockern die zahlreichen Abbildungen und Fotos es auf und machen es so abwechslungsreich.


Foto: Haupt-Verlag


Gut strukturierter Inhalt

Alles über Hunde, egal ob klein oder groß
Foto: Eric Isselee
Zunächst irritierte mich die recht emotionale Mahnung von Miklósi in der Einleitung – fand ich irgendwie ungewöhnlich für ein wissenschaftlich orientiertes Werk. Doch mein zweiter Gedanke waren all die seltsamen Auswüchse in der Hundebranche und die Halter, die irgendwelchen falschen Scharlatanen auf den Leim gehen und teilweise die aberwitzigsten und logikarmen Methoden anwenden, für die ist so eine Mahnung mehr als angebracht. Das 224 Seiten starke Buch ist gut strukturiert in 6 Kapitel: Am Anfang erhält der Leser Infos zur Evolution & Ökologie des Hundes. Die folgenden Kapital handeln über die Anatomie & Biologie; Verhalten & Sozialleben; sensorische Wahrnehmung, Denken & Persönlichkeit und das wichtige Thema Zusammenleben von Hunden & Menschen; den Abschluss bildet ein Verzeichnis einiger Hunderassen.

Wie begrüße ich einen Hund richtig?!

Ein Abschnitt, dem ich besonders viel Aufmerksamkeit schenkte, war der wie man Hunde richtig(!) begrüßt. Denn immer wieder begegnen uns Canigrapscher und Kynotatscher, die ohne zu fragen den Hund anfassen (womöglich sich noch drüber beugen inklusive Fixieren mit den Augen und am besten auch noch den Kopf tätscheln wollen)... Nun werden viele sagen, das ist eher was für Nicht-Hundehalter und die würden so ein Buch ja nicht lesen – doch meiner Erfahrung nach sind es oft erstaunlicherweise sogar selber Hundehalter. Insofern hat dieser Abschnitt für mich absolute Berechtigung!


Dem coolen Rico gefiel der Inhalt auch sehr

Neueste Ergebnisse der Wissenschaft gegen Mythen

Das Buch räumt auch mit hartnäckigen Mythen auf, die immer noch in einigen Köpfen und den (a)sozialen Medien rumgeistern. So beispielsweise der Mythos um den „Alpha“: Nach neuen Forschungsergebnissen brauchen Hunde jemanden, an dem sie sich orientieren können und der die Führung übernimmt. Wenn sie das nicht bekommen, übernehmen sie die „Führung“, was sich dann oft in Problemverhalten äußert. Eine Erziehung a la Lassez-Faire ist also nicht ratsam. Doch muss man den Hund deswegen NICHT unterdrücken! Denn Hund und Mensch bilden einen Sozialverband; und wie bei uns Menschen auch, hat die Führung nicht der „Stärkere“ oder der „Gewalttätige“, sondern wer mit liebevoller Autorität weiß „wo es lang geht“ und dem Hund so Sicherheit bietet.

Der kleine Leon war geradezu begeistert von dem Buch - da musste er einfach "zuschnappen" 😉😃

Ausführlicher Anhang

Was ich persönlich sehr gut finde, ist der ausführliche Anhang und das Literaturverzeichnis am Ende. Denn damit hat der Leser die Möglichkeit die Aussagen zu überprüfen und weiter zu recherchieren. Alles in Allem ein sehr gut gelungenes Buch, das den derzeitigen Stand der Wissenschaft nicht nur verständlich rüber bringt, sondern es eignet sich auch immer wieder zum Nachschlagen.

Wuffige "Qualitätsprüfung": Das Buch "schmeckt" auch Hunden 😃

Übrigens: Der kleine Leon fand es auch sehr interessant, man könnte sagen, er wollte es geradezu „verschlingen“... 😉😂




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Mittwoch, 6. November 2019

Tipps bei Hunde-Belästigungen

Wie reagieren bei Canigrapschern und Kynotatschern?


Da kommt sie auf mich zu, ihr Blick starr (fast etwas abwesend) auf den kleinen Leon gerichtet, lächelnd...NOCH! Ich warte noch einen Augenblick ab, so etwa eine Sekunde. Denn die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt, oder direkter gesagt, ich bin in meinem Umfeld anderes gewohnt, weswegen ich in solchen Situationen erwarte, dass irgendwann sich der Verstand einschaltet. Doch offensichtlich hebelt das Kindchenschema bei diesem Frauen-Exemplar nicht nur die Logik aus, sondern auch jedweden anderen vernünftigen Gedanken: Sie beugt sich zu Leon runter, streckt bereits die Hand nach ihm aus (ohne zu fragen!), Rico spannt sich bereits an (klar, da er hierarchisch höher steht und auf den kleinen Leon aufpasst, müsste er eigentlich zuerst die Fremde beschnüffeln)...bevor die Situation sich ungünstig entwickelt, schreite ich ein...


🐶 Soso, du Menschlein willst mich also anfassen? Hast du dich denn auch hundeordentlich vorgestellt?


Nachvollziehbare positive Reaktion auf Hunde

Solche und ähnliche Situationen mit solchen Canigrapschern und Kynotatschern kennt wohl jeder Halter und wir berichten darüber ja auch immer wieder (zuletzt hier). Psychologisch ist das sogar nachvollziehbar, denn der Anblick eines Hunde löst bei uns zahlreiche Reaktionen aus - und eben bei vielen Menschen auch positive. Bis dahin so gut. Aber hey, mal im Ernst: Wenn Menschen solche Reaktionen beherrschen, ohne ihren Verstand dazu einzuschalten, dann ist ihre Handlung rein instinktgeleitet. Vielleicht haben die ja bei der Evolution verpasst, dass es vor allem unser Verstand war, der sich weiterentwickelt hat. 😉 


Viele lustige Leser-Tipps für solche Situationen

Jedenfalls haben wir ja hier in unserem Blog oder auf unseren Social Media Kanälen immer wieder über solche Begegnungen berichtet. In dem Zusammenhang erzählten uns zahlreiche Leser auch, wie sie bei sowas reagieren und gaben uns und anderen Lesern Tipps. Die waren auch meist sehr gut und oft auch lustig. Aber ganz ehrlich: In vielen Fällen von mir (und vielen anderen Haltern) nicht umsetzbar...


Wenn Zwei das Gleiche tun, ist das noch nicht das Selbe

Ich will es euch anhand eines Beispieles, welches besonders oft fiel, aufzeigen: Sehr viele Leserinnen (ja, dieser Tipp kam ausschließlich von Frauen) empfahl bei der nächsten Hunde-Belästigung einfach seinerseits ungefragt die Haare der Person zu streicheln. Eigentlich gefällt mir die Idee, denn indem man der Person den satirischen Spiegel vorhält lernt sie vielleicht was. ABER: In den allermeisten Fällen passiert uns das mit Frauen (bevor wieder eine verwirrte Gender-Hysterikern aufschreit, das wäre "Frauenfeindlich", der sollte sich einfach mal umschauen: In Workshops und Seminaren, bei Veranstaltungen, in Hundeschulen etc. sind die Damen der Schöpfung in der Mehrheit - gleiches gilt übrigens auch für unsere Leser hier). Und nun stellt euch mal vor, was passiert wenn ich (oder irgendein Mann) dann einfach über die Haare der Canigrapscherin streichelt. Ich spiel mal ein paar mögliche Szenarien durch. 😉


Verschiedene, wahrscheinliche Szenarien...

1) Zwar unwahrscheinlich, aber weil es so lustig ist, nehmen wir das als erstes: Die Frau sucht dringend männlichen Anhang (ich nenne solche Leute - egal welchen Geschlechts - ja gern "auf der verzweifelten Suche") und freut sich über die Streichelneinheiten. Oder schlimmer: Sie wertet das als Interesse. Da werden nun viele Frauen sagen: "Freu dich doch!" Nunja, ich weiß, dass einige Damen glauben sie wären Gottes Geschenk an alle Männer (ich hab zwar keine Ahnung, woher die diesen Glauben nehmen - ich vermute mal, er basiert auf den Lügen zahlreicher Männer 😉). Doch ich muss euch leider enttäuschen mit der Wahrheit: Klar finden wir Kerle euch Frauen toll - aber doch nicht jede! Um ehrlich zu sein, die meisten von euch gehen uns sogar ziemlich auf den Sack. Also hätte ich in diesem Fall eine Frau am Arsch, die ich gar nicht will....

2) Das 2. Szenario ist wesentlich wahrscheinlicher: Die Frau regt sich irrational-hysterisch auf, weil ich ihr quer gekommen bin und somit ihren Wunsch nicht erfüllt habe (der Anspruch alleine ist schon seltsam, denn sowas dürfen bei mir nur meine Großmutter, meine Mutter und meine jeweilige Lebensabschnittsgefährtin erwarten, alle anderen Damen haben sich hinten anzustellen und genauso wie die Kerle "Bittebitte" zu sagen). Das hysterische Gekeife, meist gepaart mit der Verwechslung von Ursache und Wirkung (naja, Logik ist meist nicht gerade eine Stärke dieser Leute), nur damit sie besser dasteht ist meist die Folge. Denn zugeben, dass sie was falsch gemacht hat, tun solche Leute nicht. Und ich weiß, was einige sagen wollen: Es kann ja auch sein, dass sie durch einen Hinweis "aufwachen". Dachte ich auch mal, doch die Erfahrung zeigt mir: Wer vorher schon gezeigt hat, dass er sich eher durch seine irrationalen Emotionen und Instinkte leiten lässt, von dem kann man auch danach (leider) nicht erwarten, dass er dann vernunft- und logikgeleitet reagiert.

3) Dieses Szenario ist eigentlich ähnlich wie das Zweite, nur eine Eskalationsstufe höher. Nämlich wenn die Frau so laut keift, dass sich irgendein Mann als weißer Ritter berufen fühlt. Da es mangels Kenntnisse der Vorgeschichte geschieht, muss man annehmen, dass ihm die auch egal ist. Ist nun die Hauptsache, dass er der Frau beistehen will? So ganz ritterlich? Neeee, in den meisten Fällen ist das der Männer-Typ, der ebenfalls auf der "verzweifelten Suche" ist und er hofft damit bei der Frau punkten zu können, um sie abzuschleppen - typische Taktik sogenannter "Beischlafbettler". 😂😎

Auch andere Tipps, wie diverse Sprüche, sind wenig praktikabel für Männer. Warum? Ganz einfach, wie eingangs ja bereits geschildert, reden wir ja hier von Personen, egal welchen Geschlechts, deren irrational-emotionaler Wunsch das Denkvermögen stark einschränkt (was schon ihre unüberlegte Handlung, das ungefragte Anfassen des Hunde, belegt) - von denen nun eine vernünftige Reaktion zu erwarten ist schon etwas realitätsfremd. Und gerade die Frauen unter diesem Menschen-Typus misst gern mit zweierlei Maß. Will heißen: Auch wenn es inhaltlich oder gar wortwörtlich der gleiche Spruch ist - es besteht für sie ein Unterschied, ob eine andere Frau oder ein Mann das sagen. 😉 Daher sind solche Sprüche von Männern - zumindest gegenüber diesen Frauen - auch nicht einsetzbar (es sei denn, man will die zu einem hysterischen Anfall provozieren und soit öffentlich der Lächerlichkeit preisgeben). Der ein oder andere Spruch ist aber genial, wenn ich mal auf einen Kerl diesen Typus trifft (jawohl, die gibt es auch!).


So reagieren wir beim anderen Geschlecht von Hunde-Belästigern

Jetzt wollt ihr wissen, wie wir auf so eine Situation reagieren. Nun, das ist ganz einfach, ähnlich wie Frauen ihre Talente einsetzen, sollten Kerle das auch mit unseren tun - ist ja auch nur fair, gerade im Zeitalter der Emanzipation. 😎 Daher frage ich meist nur ganz ruhig: "Haben sie sich das auch wirklich gut überlegt?" Dabei lege ich einen leicht lauernden, aber auch amüsierten Tonfall auf. Einfach nur um der Person ins Gedächtnis zu rufen, dass sie ja auch einen Verstand hat und den gefälligst auch benutzen sollte. Wenn die Person nicht reagiert, dafür aber die Hunde auf ihre Unhöflichkeit der mangelnden Vorstellung und die Dame dann anfängt hysterisch Rumzuzicken, gibt es nur die Antwort: "Da haben sie offensichtlich nicht weit genug gedacht. Hoffentlich lernen Sie daraus." Doch dieser Satz bringt nicht viel, jedenfalls hält es die meisten Frauen dieses Typs nicht von ihrem Gekeife und Gezicke ab. Daher folgt dann dieser Satz: "Sorry, ich rede nur mit hübschen und intelligenten Frauen." Spätestens da ist dann Ruhe oder sie regen sich über mich und nicht über die Hunde auf (was mir nicht nur lieber ist, sondern auch auf öffentliche Beobachte besonders lächerlich wirkt). Außerdem, durch die Umleitung ihres Gezeter-Zieles steigt ungemein das Amusement-Level... 😂 (So manch eine versucht noch vergeblich durch ein "Du bist ein Arschloch!" zu kontern - doch dabei vergessen sie nicht nur, dass sie damit auch den letzten Rest Souveränität aufgeben, sondern auch, dass so eine Bezeichnung durch eine Frau die meisten Männer als Kompliment auffassen. In diesem Fall reicht als Antwort: "Ja, damit könntest du in deinem speziellen Fall sogar Recht haben.")


Gassigehen könnte so entspannt sein, wenn nicht so viele Leute ohne zu fragen, die Hunde betatschen würden...

Übrigens: Der Spruch ist in leicht abgewandelter Form in vielen Situationen anwendbar! So beispielsweise wenn wir eine dieser klischeehaften älteren Damen mit ihren verwöhnten und schon von Weitem hysterisch kläffenden Fiffis im Park begegnen. Denn seltsamerweise denken die gar nicht daran, ihren Hund mal zurück zu rufen oder sonstwie zu erziehen. Und wenn dann nach einer weile des hell-hysterischen Gebells Don Rico der Geduldsfaden reißt und er mal mit seinem Bass zurückwufft, dann kreischen diese Tanten oft: "Haben Sie Ihren Hund nicht im Griff?!" Seltsam, denn hätte ich ihn nicht im Griff, dann wäre die logische Konsequenz, dass er sich losgerissen hätte und wahrscheinlich schon auf dem Weg zu frechen Kläffer wäre...nunja, Logik ist nicht gerade ein Hobby, dieses Menschenschlags und Fakten werden gern ignoriert. Bei solchen Gelegenheiten sag ich dann an meine Hunde gerichtet: "Ihr sollt doch nur bei jungen, hübschen Frauen antworten!". Da werden die auch immer fuchsteufelswild - also die Kreische-Tanten, nicht meine Hunde (die dann meist schweigen).

Ein weiteres Beispiel, wo uns danach Ordnungsamt-Mitarbeiter dafür sogar anerkennend gelobt haben, findet ihr hier!


Wenn der Spruch einem selbst vor die Füße fällt...

Allerdings kann einem das auch vor die Füße fallen: So sprach uns mal eine sehr attraktive Frau an. 😍 Tja, und was taten die beiden Molosser? Genau, eben das, was ich ihnen zuvor schon manchesmal gesagt habe: der hübschen, attraktiven Frau antworten. Das erschreckte sie natürlich und ihr anfänglich sehr freundliches Lächeln verschwand...und es erstickte jeden Flirtversuch meinerseits im Keim... 😂


🐶 Na von so einer charmanten Frau lass ich mich doch gerne "befummeln" *frechwedel*


Und so bei den meisten Männern

Jetzt wollen sicher einige von euch wissen, wie ich bei Männern in so einer Situation reagiere. Denn klar kommt das auch vor - wenngleich bei uns wesentlich seltener. DAS ist meist ganz einfach, hier reicht oft der Spruch: "Kauf dir mal ne neue Gehirnprothese!" um den Denkvorgang zu starten. 😁 Aber hey, vielleicht versuchen die Damen unter unseren Lesern demnächst mal mit dem umgekehrten Spruch, dass sie nur mit hübschen und intelligenten Männern reden - allerdings hab ich erfahren, dass die meisten Männer sowas weniger juckt...



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Samstag, 2. November 2019

Von Canigrapschern, Kynotatschern…

…und anderen Hunde-Belästigungen


Stellen Sie sich vor, Sie spazieren durch die Stadt und alle paar Minuten streicht Ihnen jemand Fremder durchs Haar. Ganz einfach, weil Sie ihm gefallen oder weil er auf Blonde steht. Das gefällt Ihnen? Nein? Eben – und vielen Hunden gefällt es auch nicht, wenn sie von Canigrapschern und Kynotatschern befummelt werden.

Schön, das Schlendern von Baum zu Baum beim Gassigang … Mein kleiner Rico ist relaxt, ich bin es auch. So könnte es unseretwegen weitergehen. ABER DANN: Ein Schnalzen … ich drehe mich um und spüre gleichzeitig wie meine Stimmung kippt. Eben war alles noch in Ordnung, plötzlich bin ich angespannt – nahezu ­gleichzeitig, überträgt sich meine Stimmung auf ­meinen kleinen Doggen-Wookiee (er spricht zuweilen wie der Wookiee ­Chewbacca aus Star Wars). Ich bleibe stehen und schenke dem Schnalzer einen langen finsteren und genervten Blick – das wirkt. Den Trick hab‘ ich mir schon als Kind von Hunden abgeschaut. Und by the way: Ich bin sehr stolz darauf, dass Rico ebenfalls nur mit einem Blick auf solche Leute reagiert (wenngleich nicht so finster wie meiner, seiner sagt mit gerunzelter Strin eher: „Was willst du denn, Menschlein …?“) und nicht direkt darauf zu läuft.

🐶 Nanu, wer bist denn du? Und warum stellst dich nicht erstmal hundehöflich vor?

Wer kennt das nicht bei seinen Gassigängen? Vorbeilaufende Passanten, die ihre Begeisterung für Hunde mit Lockrufen zum Ausdruck bringen und nicht unterdrücken. Bei Hunden würde man wohl Impulskontrolle trainieren. Sie meinen es ja nicht böse …aber sie wissen eben auch nicht, was sie tun. Den ein oder anderen erträgt man ja noch, aber spätestens beim zehnten Pfiff oder Schnalzer ist wohl jeder menschliche Hundepartner (und auch so mancher Vierbeiner) entnervt. Und nicht jeder Hund reagiert darauf ja so wie mein kleines Döggelchen. So mancher fängt dann an zu ziehen oder auch zu bellen. Aber so langfristig scheinen solche Leute nicht zu denken – ist ja dann auch das Problem des Halters. Sehr rücksichtsvoll und vorausschauend … 😉

Nicht selten wird erst gefragt, ob der Hund beißt, wenn die Hand schon am Fell ist. Solchen Canigrapschern und Kynotatschern antworte ich meist mit dem Spruch: „Der beißt nicht, der schluckt im Ganzen!“ Oder ich entgegne: „Schwupps, das hätte Ihre Hand sein können!“. Solche Sprüche können sich aber offenbar weibliche Halter eher erlauben als die männlichen. Und einige scheinen eine Denkstruktur zu haben, die in etwa die Tiefe eines Blattes Papier hat. So auch beispielsweise bei folgender Begegnung: Wir trafen einen alten Freund von mir und ich unterhielt mich kurz mit ihm; Rico stellte sich, nachdem auch er begrüßt worden war, hinter mich. Plötzlich höre ich sein Bellen und drehe mich um. Vor mir steht ein vor Schreck bleicher Herr. Er hatte versucht den kleinen Doggen-Wookiee zu streicheln. Dummerweise von oben und hat sich dabei über ihn gebeugt. „Selber schuld, warum fragen Sie auch nicht vorher?“, warf ich ihm verärgert entgegen. „Aber er hat doch mit dem Schwanz gewedelt …“, versuchte sich der Mann zu erklären, der immer noch nicht wagte sich zu bewegen. „Das tun Hunde auch, wenn sie ein Karnickel erlegen“, sagte ich ihm. Doch das wusste der Mann nicht. „Wenn Sie keine Ahnung haben, warum fassen Sie dann fremde Hunde an? Oder springen Sie auch Fallschirm, ohne vorher die Anleitung zu lesen oder den Lehrer zu fragen?“ Darauf kam als Antwort nur Schweigen.

Selbst auf freundliche Hinweise, dass man ja eigentlich vorher fragen sollte, reagieren diese Canigrapscher irritiert oder gar verärgert. Ja, manche sind sogar selber Hundehalter und meinen, deswegen nicht fragen zu müssen. Offenbar ist denen nicht bewusst, dass sie damit ihre ­Intelligenz völlig entwerten, denn Nicht-Hundehalter können sich ja wenigstens mit Un­wissenheit rausreden.

Der Gipfel ist dann erreicht, wenn von solchen Kynotatschern sogar mit Nahrungsmitteln gelockt wird! Kommt nicht oft vor, aber hier könnte ich manchmal schon ausrasten. Es ist ja nicht so, dass man jedem gleich Giftköder unterstellen möchte. Aber verantwortungslos handeln diese Personen allemal. Schließlich kann so ein Hund krank sein oder eine Allergie haben. Oft haben solche Leute gar keine Ahnung, was für Hunde gut und was giftig ist (beispielsweise Schokolade). Und so nebenbei brechen solche Leute auch Gesetze: So traurig es auch ist, aber Hunde werden vom Gesetz her wie eine Sache angesehen – also ver­greifen sich lockende Passanten an fremdem Eigentum. Würden sie Ähn­liches bei einem Kind machen, wäre der Aufschrei wohl ungleich größer.

Vor Längerem wies ich mal jemanden freundlich darauf hin, dass es ja höflich wäre vorher zu fragen, schon weil der Hund bissig oder krank sein könnte (also zum Schutz der sich eigentlich unrichtig verhaltenden Person). Und wie reagiert der darauf? „Wenn der bissig oder krank ist, sollten Sie ihn zu Hause behalten!“ Meine Antwort: „Ne, ist klar, den Hund den ganzen Tag zu Hause einsperren – nur weil solche wie du nicht mitdenken. Mensch, kauf dir `ne Gehirnprothese!“ Okay, zugegeben, ­souverän ist anders, aber zuweilen verliere auch ich die Impulskontrolle 🙂

Es könnte so entspannt für alle - Hund und Mensch - ablaufen...
Foto: Ira Prettycloud

Liebe Halter und Hunde-Liebhaber, denkt bitte daran, mit dem Streicheln ist es bei Hunden wie bei uns Menschen mit dem Küssen: Sie lieben es, aber nicht von jedem! Immer wieder ist zu lesen, wie sich Hunde benehmen sollen und wie man das ihnen mit allen möglichen Methodenvarianten beibringt – aber wo steht, wie Menschen sich gegenüber Hunden verhalten sollen? Das Tierschutzgesetz zähle ich jetzt mal nicht dazu, das ist ja quasi nur eine Mindestanforderung. Bringt ihnen also den gleichen Respekt entgegen, den ihr euch auch selber wünscht – dann sind solche Begegnungen viel entspannter und die Hunde können die Fremd-Streichler genießen.



Anmk.: Dieser Artikel erschien zuerst in meiner Kolumne in WUFF - Das Hundemagazin 11/2016; parallel dazu erschien auch unser Blogbeitrag Statt dauernd über unser Benehmen zu diskutieren, macht euch mal Gedanken über euer Benehmen uns gegenüber!


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Freitag, 11. Oktober 2019

[Watchdog] Skurrile Machenschaften im Tierschutz

Einige Tierschutzvereine engagieren Agenturen und Anwälte, statt die Spendengelder für die Tiere zu verwenden

Vor einiger Zeit kontaktierten mich gleich mehrere Tierschützer und ihre Vereine und baten um Rat. Was sie erzählten fand ich gelinde gesagt ziemlich skurril. Und vor allem stellte sich mir die Frage, ob DAS, was sie mir erzählten, ein sinnvoller Einsatz von Spendengeldern ist...


Rico und Leon schnüffeln gern auch unter der Oberfläche - besonders wenn es um das Wohl ihrer Fellfreunde geht!


Marketing-Agentur für Tierschutz

Gleich mehrere Tierschützer berichteten mir davon, dass der ein oder andere Verein beim Einsammeln von Spendengeldern sich von Marketing-Agenturen unterstützen lässt. Und nur kurze Zeit später meldete sich so ein Fall auch direkt bei mir - die Agentur fragte sogar, ob ich sie werbetechnisch nicht unterstützen könnte (am liebsten für umsonst, es wäre ja für einen guten Zweck...ne ist klar, und das eigene Agentur-Team arbeitet sicher auch für umsonst). Selbst wenn die Agenturen einen "Freundschaftspreis" dafür nehmen, werden die es sicher nicht umsonst machen (und wenn doch "offiziell", so gibt es andere Wege "hintenrum" abzukassieren - nicht selten nutzen die Agenturen dass auch noch für die Eigen-PR). Irgendwie fand ich es schräg für gemeinnützige Vereine, dass Spendengelder dafür ausgegeben werden, um noch mehr einzusammeln. Aber als 2. Gedanke kam mir, dass ja nur größere Vereine sich sowas leisten können und somit all die vielen idealistischen, kleinen Orgas dagegen sich das nicht leisten können. Das führt dann aber zu einer weiteren Konzentration der Spendengelder bei den größeren. Auch eine Art der ökonomischen Verdrängung, die man in der Wirtschaft ja schon öfters beobachten konnte - aber bei einem gemeinnützigen Verein? Sollte da das Wohl der Tiere nicht im Vordergrund stehen?


Gewerblicher Markenschutz bei gemeinnützigem Verein

Nicht weniger befremdlich fand ich den Fall, den mir ebenfalls mehrere Tierschützer berichteten und mir auch Fotos von den Anwaltsschreiben zukommen ließen als Beleg: Demnach hat eine Tierschutz-Orga sich ihr Logo und ihren Namen markenrechtlich schützen lassen. Sowas gibt es nicht umsonst und wenn ein Anwalt das übernimmt, dann wird es richtig teuer. Ob hierfür auch Spendengelder verwendet wurden, kann ich nur vermuten (die Kontoauszüge und Rechenschaftsberichte des Vereins könnten Gewissheit geben) - aber irgendwoher muss das Geld für das Anwaltshonorar ja herkommen. Und wenn nicht für die Markenanmeldung an sich, dann doch für die Abmahnschreiben, die der Verein dann an diverse andere Tierschutzvereine schickte, damit die ihren Namen ändern. Aber nicht nur, dass Spendengelder statt für die Tiere dann für Anwälte ausgegeben werden, fand ich "seltsam". Auch das Gebahren fand ich für einen gemeinnützigen Verein ziemlich befremdlich. Die argumentieren mit der "Markenreinheit" - eine typisch ökonomische Argumentation. Aber als gemeinnütziger Verein hat man doch hat man doch keine Gewinnabsicht - denn dann hätte man doch gleich eine GmbH gründen können, oder für einen wohltätigen Zweck eben eine gGmbH (gemeinnützige GmbH). Schließlich macht die Anmeldung einer Marke ja nur Sinn, wenn man diese auch gewerblich nutzen möchte - ansonsten reicht auch das Urheberrecht um sie zu schützen (aber da verdient hat dann der Anwalt nicht mit). Aber ich glaube auch nicht, dass vor einem Gericht die Argumentation bestand gehabt hätte, da es dabei um den Begriff "Pfote" und Abwandlungen in den Namen der verschiedenen Tierschutzvereine ging. Schwer vorstellbar, dass ein Richter einen so allgemein gängigen Begriff als "schützenswert" einstuft (ähnliche hat ein Gericht mal vor langer Zeit auch zum Begriff Schubkarre entschieden). Freilich wissen das gerade kleine Tierschutzvereine nicht, sie sind ja keine Anwälte und da sie meist auch weniger Spenden bekommen, können die sich auch keinen leisten...

Offenbar sehen das aber unsere Leser genau so. Eine kurze Umfrage erbrachte, dass die große Mehrheit (96%) das ebenfalls seltsam finden. Nur 4% fanden das "okay"...




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