Sonntag, 7. Juli 2019

Ein Welpe zieht ein, das Rudel bildet sich und Hunde sind die besten Hundetrainer

Es war der 8. Tag. Genau heute vor einer Woche hatte ich Klein-Leon abgeholt. In dieser Zeit habe ich alles wichtig erledigt, den ganzen Papierkram, wie Versicherung, Anmelden beim Ordnungsamt, Nachimpfung usw. - kurz überlege ich angesichts der zu erwartenden Endgröße von Leon, ob ich für uns alle nicht auch eine mobile Postleitzahl beantragen sollte. 😉 An diesem 8. Tag merkte ich jedenfalls, welch große Veränderungen der kleine Welpe schon nach wenigen Tagen in mein Leben brachte. Als erstes fiel mir das am frühen Morgen auf (je nach Perspektive, kann man es aber auch noch mitten in der Nacht nennen), als ich mit Klein-Leon raus will und dafür die Hose anziehe (ja, trotz Schlafmangel vergesse ich die (noch) nicht); denn als ich den Gürtel schließe, kann ich ihn nun ein Loch enger schnallen. 😮 Da fiel mir erst auf, wie wenig und unregelmäßig ich die Tage gegessen hatte – so viel Aufmerksamkeit (ver-)brauchte Leon.

Die ersten Tage war alles noch ganz neu für Klein-Leon

Dadurch löste sich aber ein ganzer Gedankengang aus. Ich hatte zwar zuvor schon bemerkt, dass einiges bei Leon anders war als gewohnt. Ja mehr noch, dass er eigentlich sogar die ein oder andere selbstaufgestellte Regel von mir brach. So hatte ich mir z.B. eigentlich mal geschworen, nie wieder einen schwarzen Hund zu nehmen. Schon die Vorurteile der Menschen gegenüber schwarzen Hunden – noch zudem von dem Ausmaß, welches Leon erreichen würde – wären Grund genug. Aber vielmehr weil ich beobachtet habe, dass viele Hunde Probleme haben einfarbige andere Hunde, besonders schwarze, „zu lesen“ bzw. zu verstehen.

Nass, verdeckt - Leon hatte Spaß 😄

Aber das war eigentlich nur eine recht oberflächliche Veränderung. Erst jetzt wurde mir bewusst, dass es der erste Hund war, den ich so ganz alleine großziehe. Also zur Gänze mein ich. Denn eine große Hilfe bei der Aufzucht anderer Welpen, waren mir meine jeweiligen Lebensabschnittsgefährtinnen auch nicht immer eine große Hilfe – die ein oder andere Charakterschwache versuchte sogar den Hund als Druckmittel zu benutzen um ihren Willen durchzusetzen. Die Mehrheit der Frauen war glücklicherweise nicht so (hatte das Glück im Leben, bis auf ganz wenige Ausnahmen, nur mit Klasse-Frauen zu tun gehabt zu haben), auch wenn sie mir bei der Aufzucht nicht geholfen haben, so hielten sie mir wenigstens durch andere Dinge den Rücken frei. So wie beispielsweise eben, mir regelmäßige Mahlzeiten zu bereiten und mich ans Essen zu erinnern (bevor wieder irgendwelche Gender-Kriegerinnen und Pseudo-Emanzen Schnappatmung bekommen: NEIN, ich bin nicht der Meinung, dass das "Frauenkram" ist, ich kann das sogar mehr oder weniger selber 😉 Nur ist es für mich eigentlich normal in einer Partnerschaft, dass man sich gegenseitig den Rücken frei hält und ich hatte mit Leon mehr als nur meine Hände voll zu tun).

Ich lasse die vergangene Woche vor meinem inneren Auge Revue passieren (ein paar Anekdoten siehe unten die Facebook-Posts). Viel war geschehen, vor allem viel Durcheinander. Klar, schließlich musste sich das Rudel ja neu ordnen und Klein-Leon seinen Platz darin finden. Dabei waren mir schon einige „Baustellen“ bei dem kleinen Cane Corso aufgefallen: seine so gut wie nicht vorhandene Beisshemmung, seine geringe Impulskontrolle, die niedrige Frustrationsschwelle, sein Misstrauen gegenüber Fremden (ist für Cane Corso typisch, aber bei ihm besonders groß) und sein selbst für einen Molosser extrem ausgeprägten Dickschädel um nur einige Baustellen zu nennen... Er ist kein "Problemhund" (ich mag diesen Marketing-Begriff zwecks Kundenfang mit Problemverschiebung und über die Angstschiene eh nicht), aber er bringt mich mehr an meine Grenzen als irgend ein Welpe zuvor (und damit meine ich nicht nur meine eigenen!).

Rico und Leon IM Rhein 😀
Während ich so meinen Gedanken nachhänge, beobachte ich die beiden Molosser am Rhein. Plötzlich schmeißt sich Rico auf dem Rücken und schubbert sich. Unweigerlich lächle ich, denn zu einen macht er das öfter und zum anderen rechne ich damit, dass Klein-Leon eine Spiel-Attack startet. So war es zumindest die Tage zuvor gewesen, wenn Rico sich auf den Rücken schmiss. Doch diesmal schmiss sich auch Leon auf den Rücken und ich erlebte die beiden das 1. Mal beim synchronen Rückenschubbern (es sollte nicht das letzte Mal sein!).

Zwei Molosser, die ab jetzt gemeinsam durchs Leben rennen!

Schon Tags zuvor hatte ich bemerkt, wie Rico auch die Stellen markierte, wo der kleine Welpe hinpiselte. Klares Signal an alle: Wir gehören zusammen! Besonders extrem fiel mir das bei einer Hundebegegnung ein paar Tage zuvor auf: Wir trafen einen alten Bekannten mit seinem Hund, einem Basset. Der ist zwar kleiner, hat aber die gleiche Gewichtsklasse wie das Döggelchen Rico. Und beide kennen sich seit ihrer Welpenzeit, sind dicke Freunde, die sich immer freuen, wenn sie sich beschnuppern können. Doch Klein-Leon stürmte – ganz welpentypisch – vor und wurde vom Basset wegen seines frechen Verhaltens zurechtgewiesen, woraufhin sich dann aber auch Rico einmischte – und Leon beschützen wollte. Genau DAS war eines der Probleme, die ich noch vorhergesehen habe, schon bevor ich Leon abgeholt habe.

Doch ansonsten zeigt sich Rico seit Leons Einzug von der besten Seite. Er hat bei unseren Gassigängen weniger Flauseln im Kopf, diskutiert nicht mehr so viel mit mir, ja läuft an der lockeren Leine einfach neben mir. Ich weiß, dass die folgende Interpretation falsch ist, weil allzu menschlich, aber zwecks des besseren Verständnisses will ich sie dennoch benutzen: Fast wirkte es so, als ob er Leon ein besonders gutes Vorbild sein will oder aber nun mehr mit mir „zusammenarbeitet“, weil ich mit dem Welpen schon genug zu tun habe. (Die „richtigere“ Interpretation ist: Er hat einfach einen Entwicklungschub gemacht, weil er nun „der Ältere“ ist und sich daher auch „erwachsener“ verhält.) Und gerade beim letzten metaphorischen Gedanken, der „menschlichen Interpretation“, dass Rico nun mehr darauf achtet, mir weniger „Schwierigkeiten“ zu bereiten, weil ich ja mit Leon mehr als genug zu tun habe, kam mir die Erkenntnis: Ich bin gar nicht alleine, im Gegenteil! Ich habe die beste Unterstützung bei der Aufzucht eines Welpen, die ich je hatte. Okay, Rico hilft mir zwar nicht beim Haushalt, putzt den Dreck nicht weg (er ist ja mit Hauptverursacher), bereitet kein Essen, macht nicht den Einkauf etc. Dafür hilft er mir ganz direkt bei Leon.

Der beste Hundetrainer ist und bleibt der Hund: Souverän, selbstsicher, erfahren - all das gibt das Döggelchen an Leon weiter.

Dank seiner souveränen Art, war vieles, was wir in den vergangenen Tagen erlebt haben, für Klein-Leon kein Problem. Ob nun Strassenbahn oder Fahrstuhl oder Kneipenbesuch oder Tierarzt, all das flößt den meisten Welpen erstmal Furcht ein, doch der Noch-Mini-Molosser meisterte es, als ob er nie was anderes getan hätte. All das ist aber hauptsächlich Ricos Verdienst, ihm gebührt dafür der Orden. Und so erkenne ich, dass auch das Döggelchen was dazu gelernt hat und wie der kleine Leon auch unsere Beziehung mehr als bereichert. Voller stolz blicke ich auf Rico und Leon, sie werden dicke Freunde werden, das zeichnet sich jetzt schon ab. Und da überkommt sie mich, diese übergroße Dankbarkeit, die wie eine Tsunami-Welle über mich hereinbricht und eine Glücksträne kullert über meine Wange. Nein, bin nun wahrlich nicht „alleine“, ganz im Gegenteil! Zwar kann mir keiner der Hunde beim Haushalt helfen (sie sind ehrlich gesagt ja die Hauptverursacher des Drecks), doch als Partner beim Erziehen von Welpen gibt es keine besseren – denn sie sind die wahren(!) Hundetrainer.

Oft hält sich Rico zurück, damit Leon mithalten kann...

Und so wandern wir „Two and a half man“ den Rhein entlang in der Gewissheit nun ein Rudel zu sein – und keiner von uns wird jemals wieder alleine sein. Das ist der wahre Wert, der mit nichts aufzuwiegen ist – was ist dagegen schon das bisschen Dreck und all die kaputten Sachen. Wir sind jedenfalls bereit für all den Rüdenspaß im Leben.

🐶 Alter, keine Ahnung, was dich geritten hat, den Kleinen bei uns aufzunehmen. Und auch, wenn der mich oft auch mal nervt, aber jetzt gehört er zu uns - und irgendwie ist er ja auch ganz niedlich. *wedelfreu*

Die 1. Woche











Ein paar Anekdoten aus der 2. Woche













PS: Einige Leser fragten bereits, ob Leon auch ein Gassireporter wird. Das kann ich euch jetzt aber noch nicht sagen, das hängt davon ab, wie er sich entwickelt. Trotz seiner Neugierde sieht es wegen seines großen Misstrauens und fehlender Impulskontrolle derzeit nicht danach aus, aber das kann sich noch ändern. Schließlich war Rico auch schon ein Jahr alt, als wir diesen Blog hier starteten. Aber wir, also Rico und ich, werden euch auf jeden Fall auf dem Laufendem Halten. 


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Freitag, 28. Juni 2019

Roll-Leine in der Stadt

Die unendliche Freiheit...?


Da haben wir doch glatt einem Hund das Leben gerettet! Neulich erst, da kam uns auf der anderen Straßenseite ein echt hübscher Podenco-Mix entgegen. Am anderen Ende der Leine – eine Flex – hing ein ebenso attraktives Frauchen, intensiv mit ihrem Handy beschäftigt. Ich sah es schon kommen, selbst Rico schien irgendwas zu spüren, schaute er doch dauernd zwischen dem Hund und mir hin und her...

Zwei, die ohne Roll-Leine auskommen und ihre Freiheit genießen
Foto: Der Papagraf

Kaum war der Hund ungefähr auf gleicher Höhe wie wir (sein Frauchen hing an der Flex-Leine gut zwei, drei Meter dahinter), da spannte er sich an. Zum Glück sah ich dieses subtile Körpersignal rechtzeitig (nicht zuletzt auch wegen des kurzen Fells) – und so geschahen gleich drei Dinge gleichzeitig: der Podenco-Mix sprang auf die Fahrbahn, ich rief „Hey! Achtung! Dein Hund rennt auf die Straße!“, und Rico bestätigte mich mit seinem lauten Bellen. Erschrocken sah das Frauchen von ihrem Handy auf und zog ihren Hund zurück – gerade noch rechtzeitig! Denn da kamen schon die Autos um die Ecke, nur eine Sekunde später und...

Unbeeindruckt ging die Dame weiter, kein „Danke“, kein freundliches Kopfnicken, nichts, nada, niente. Stattdessen wieder auf ihr Handy schauend. Muss ja was Wichtiges sein, mindestens ein bilateraler Handelsvertrag oder 'ne Rede vor der Vollversammlung der UNO... Egal, ich konnte es mir nicht verkneifen ihr noch hinterher zu rufen: „Handy aus und Hirn an kann manchmal schon weiterhelfen!“ (Für alle Spekulanten: Nein, es war keine Blondine!)

Das ist nur eines von vielen Beispielen, die wir in der Stadt mit anderen Hunden, ihren Haltern und Flex-Leinen hatten. Die Liste ließe sich beliebig fortsetzen: von quer über den Bürgersteig laufenden Hunden, während ihr Frauchen die Schaufenster bewundert; sich in der dünnen Leine verfangende Jogger; Hunde die um die Ecke biegen, während Herrchen gemütlich und deutlich nach dem Hund selbige Ecke erreichen – meist nachdem ihr Fellpartner schon auf andere Hunde losläuft. Und ja, es gibt sie tatsächlich, die Halter, die so eine Leine nicht mit einem Brustgeschirr, sondern am Halsband benutzen – mit entsprechender Wirkung auf die Wirbel, wenn Wauzi das abrupte Ende erreicht oder spontan der Stop-Knopf gedrückt wird. Auch ein Klassiker: Wie aus einer anderen Dimension gebeamt, schießen plötzlich unter den Tischen von Straßenkaffees Hunde an Flex-Leinen hervor – und einige Hundehalter haben ja die Reaktionsgeschwindigkeit eines bekifften Faultieres in der Nähe eines Schwarzen Loches (da vergeht dank der Super-Gravitation die Zeit weeeeeesentlich langsamer). Einige Anekdoten hat mein Doggen-Mix Rico ja auch schon in unserem Blog „GASSIREPORT“ gewufft.

Ehrlich liebe Hundehalter: Was soll das? Was braucht es eine Flex-Leine in der Innenstadt? Ich weiß, ihr benutzt diese Flex-Leinen nicht, um andere Halter und ihre Fellpartner zu ärgern! Immer wieder haben wir mit Anderen darüber geredet und dabei eines erfahren: Flex-Benutzer sind nicht böse! Also alle Flex-Gegner, lasst bitte die unqualifizierten Äußerungen! Manche Hunde kommen mit so einer Leine einfach besser klar; es gibt sogar Fälle, da geht es gar nicht ohne Flex – so beispielsweise bei einer 3-beinigen Hundefreundin, die schon wegen ihrer hüpfenden Gangart nicht mit einer normalen Leine geführt werden kann, ohne Hals- und Rückenschäden zu provozieren. Auch wenn es die Flex-Gegner nicht glauben wollen, die meisten Flex-Leinen-Benutzer mit denen wir sprachen, nutzen diese Leinen, weil sie ihren Hund lieben. Ja genau, denn die häufigsten Antworten waren: „So hat mein Hund mehr Freiraum“ oder „dann würgt ihn die Leine nicht so sehr“ und Ähnliches. Allerdings, liebe Flex-Benutzer, heißt das im Umkehrschluss, dass ihr darauf mehr Priorität legt, als auf eure Umwelt. Zumal ich mir echt die Frage stelle, was „mehr Freiraum für meinen Hund“ in der Stadt bedeutet? Etwa die Freiheit Selbstmord zu begehen? Vielleicht haben wir es ja hier mit einem ganz neuen Phänomen zu tun: dem suizidgefährdeten Hund 😉

War das eventuell der eigentliche Grund, weswegen der Podenco-Mix auch auf die Straße rannte? Wollte er am Ende gar nicht zu uns? Wollte er einfach nur dem Ganzen ein Ende machen!? Das mangelnde Interesse seines Frauchens trieb ihn vielleicht erst zu diesem Fahrbahn-Suizidversuch 😉

Spaß beiseite: Hört man die Argumente der Gegner, warum sie keine Flex-Leine benutzen, könnte man glatt meinen, die denken eher mit und weniger egoistisch. Denn da hörte ich als Argument gegen diese Leinen: „die Verletzungsgefahr für andere Menschen oder Hunde“ oder „so hab ich meinen Hund besser unter Kontrolle – zu seiner Sicherheit und der der Anderen“.

Ich will hier gar keine Diskussion um die erzieherischen Konsequenzen beginnen. Ist ja derzeit eh einer der Hundereligionskriege (neben der Erziehung wäre da noch die Ernährung, das Spielzeug, das Geschirr, Impfungen oder auch der passend zu den Erdstrahlen ganz Feng-Shui konform ausgesuchte Schlafplatz). Aber viele Experten meinen, dass erst mit einer Flex die Hunde das Ziehen an der Leine lernen würden. Klingt plausibel – und irgendwie auch canilogisch. Doch was geht mich die Erziehung anderer Hunde an? Das ist die Sache eines jeden Hunde-Mensch-Teams! ABER: Gegenseitige Rücksichtnahme – ist das echt zu viel verlangt? Dann haben ALLE mehr Freiheiten – Hunde wie Halter. Also liebe Flex-Freunde, lasst demnächst mal die Langlauf-Leine Zuhause, wenn ihr in die Stadt kommt. Wetten? Dann ist die Shoppingtour für alle entspannter – egal ob mit oder ohne Fell.


Anmk: Dieser Artikel erschien zuerst in meiner Kolumne in WUFF - Das Hundemagazin 06/2016; parallel dazu erschien auch unser Blogbeitrag Rücksichtnahme statt Roll-Leine.



Sonntag, 9. Juni 2019

Des Döggelchens 7. Geburtstag

Eine Liebeserklärung an meinen Hund

Heute vor 7 Jahren sollst du das Licht der Welt erblickt haben. Naja, in deinem Fall war es eher die Dunkelheit des Kellers, in dem du deine ersten 11 Lebenswochen verbracht hast (hier findet ihr Ricos Geschichte). Und so ganz genau weiß daher auch keiner dein Geburtsdatum. Aber Letzteres ist mir auch egal. Ich danke dem Universum einfach, dass es dir Leben geschenkt hat - egal, welcher Tag es war. Ebenso sehr danke ich dem Universum, dass es unsere Lebenswege hat kreuzen lassen.


2 verschiedene Arten, 2 Körper - und dennoch eine Einheit
Foto:  Ruggero De Pellegrini

Völlig egal, also, an welchem Tag du, mein kleiner Doggen-Wookiee, geboren wurdest - für mich zählt nur: Hauptsache DAS. Es könnte daher jeder beliebige Tag sein - es ist eh jeder Tag mit dir ein Geschenk. Aber der Einfachheit halber nehmen wir mal einfach das Datum, was der Tierarzt vom Veterinäramt geschätzt und in deinen Impfpass eintrug. Es ist nur ein Tag, einer von vielen, die du besonders machst.

2 Dickköppe im Herzen vereint
Ich werde nie unsere 1. Begegnung vergessen - den Tag, den wir seit dem als unseren gemeinsamen Geburtstag feiern. Du warst ein kleines Häufchen Elend. Plattfüßig, unterernährt, stumpfes Fell. Und doch spürte ich dich so intensiv. Auch wenn ich länger als du gebraucht habe, aber mir war klar: Wir gehören zusammen.

Viel ist geschehen, seit du in mein Leben tratest und es um mehr als nur Facetten bereichert hast. Damals noch ein kleiner Welpe, der nichts kennen gelernt hatte und meinen Schutz bedurfte; dann als neugieriger Junghund, dessen Übermut ich so manches Mal bremsen musste. Und mittlerweile? Ich könnte nicht stolzer sein: Du bist zu einem selbstsicheren, (recht) souveränen und (molossertypisch) eigenständigen Hund herangewachsen - und wir immer mehr zusammengewachsen. Wenn der Spruch stimmt, dass jeder den Hund bekommt, den er verdient, dann frag ich mich, womit hab ich DICH verdient...

Manchmal muss ich schon schmunzeln, wenn wir Gassi gehen: Fast wie ein altes Ehepaar, das sich nicht mehr viel zu sagen hat - aber im positiven Sinne. Denn wir verstehen uns beinahe wortlos. Eben wir alte Freunde, die sich so gut kennen, dass schon Blicke reichen.


2, die sich wortlos verstehen...
Foto: Lutz Borger

🐶 Meinst du, so wie meine Blicke, wenn ich hin und her von dir auf den Futterbeutel starre? *frechwedel*

Auch das, mein Kleiner, auch das! 😄 Aber auch viel mehr. Erinnerst du dich noch, als ich dich mit einem "biologischen Satelliten" verglichen habe?

🐶 Klar, weiß ich das noch, kann es ja auch jederzeit nachlesen. *schlauschau*

Irgendwie ist das jetzt noch intensiver. Jedenfalls passt das Wort "Satellit" nicht so recht, denn es bezeichnet ja was Künstliches. Eher wie ein Organ excorpore (außerhalb des Körpers). Du bist irgendwie zu einem Teil von mir geworden.

🐶 Sag bloß, das wundert dich? Menschen! *schnauff* Ihr habt so schlaue Sprichwörter und doch begreift ihr sie selber kaum. Denn wie sagt eines eurer schauen Sätze: "Wenn man etwas kennen lernt, dann wird es auch zu einem Teil von einem selbst." *schlauschau*

Auch deine Weisheit gehört zu den Dingen, die ich an dir schätze! Dazu gehört auch, dass du mich immer wieder daran erinnerst, was das wirklich Wichtige im Leben ist. Du warst mir in all der Zeit mindestens genauso ein Lehrer wie ich dir.

🐶 Glaub mir, Alter, ich bin dir auch sehr dankbar! Für all die vielen schnüffelspannenden Erlebnisse und dass du dir immer die Zeit genommen hast, all die unheimlichen Sachen mit mir durchzustehen, um mir die Angst zu nehmen. Egal ob du deswegen im Regen hocktest, durch irgendwelche Büsche kriechen musstest oder selbst Kilometer weit mich getragen hast - immer warst du für mich da. Aber was du mit vielen Worten sagst, dass kann ich viel direkter wuffen: Ich hab dich unheimlich lieb...mein Oller. *anlehn*



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Samstag, 1. Juni 2019

Neues aus unserer satirischen Rubrik "Gespräche mit Hundetrainern" 😉😎

Die Sache mit dem "will-to-please" oder Wer zum Teufel ist Willi Tolpis?


Mit skeptischen Blick beobachtete sie uns. Schon von Weitem erkannte ich: eine Hundetrainerin. Woran ich das erkannte? Ganz einfach: Ihr Auftritt entsprach allen Klischees - Outdoor-Schuhe (in der City!), schlecht sitzende und fleckige Cargo-Hose, ein alles andere als figurschmeichelnder Hoodie (ebenfalls fleckig), Hundeweste, Hundepfeife, Leckerchen-Beutel, mehrere Leinen um die Schulter...achja und unter dem obligatorischen Cappie etwas fettige Haare (sagt mal, ist das eigentlich eine Art von Pflicht-Uniform für den Berufsstand? 😉)...

Mit zackigem Schritt kam sie auf uns zu - und zwar direkt und frontal. Was an sich ja schon eine Aussage über ihr Hundewissen war. 😉 Das Döggelchen Rico 🐶 sah denn auch irritiert zu mir auf. "Nein, nur ruhig. Aufregen ist sie nicht wert, Kleiner", sagte ich zu ihm, was der Doggen-Wookiee mit einem Brummer und anschließendem Schnauben quittierte.


🐶 Komm zu mir auf die Couch, lieber Hundetrainer, erzähl mir dein Problem...ich hab's eh schon erschnüffelt (rico)

Da war sie auch schon heran und sprach mich an - so ganz ohne Begrüßung oder ihren Namen zu nennen (was schon mal grobe Rückschlüsse auf ihren Zivilisationsgrad zuließ 😉): "Ich bin Hundetrainerin", fing sie an, als ob DAS schon alles legitimieren würde..."hab Sie beobachtet"...Ach was?, dachte ich nur. "Ihr Hund entscheidet aber sehr selbstständig, da sollten wir nochmal was an der Erziehung tun." Wir?, schoss es mir durch den Kopf und irgendwie hatte ich dabei das Gefühl, dass mir Säure den Rücken entlang lief. Na prima, jetzt integriert die sich auch noch wie ne Krankenschwester in mein Leben - auch ne Art um sich selbst ins Geschäft zu bringen, verdrehte ich nicht nur innerlich die Augen (wegen meiner Sonnenbrille konnte sie es aber nicht sehen). 😎

Da ich aber irgendwie an diesem Tag keine Lust auf eine längere Diskussion hatte, sparte ich mir jegliche Sprüche, die mir gerade alle auf der Zunge rumtanzten und sagte daher nur: "Das ist ein Molosser." Eigentlich dachte ich, damit alles gesagt zu haben, als Hundetrainerin wüsste sie sicherlich, um gewisse Eigenarten diverser Rassen und Arten (für diejenigen, die es nicht wissen sollten - und das ist auch keine Schande zumindest für Nicht-Hundetrainer: Molossoide Rassen sind für ihre Eigenständigkeit bekannt, dafür wurden sie über Jahrhunderte gezüchtet). Und mal wieder bewies mir die Realität, dass ich jemanden überschätzt habe. Denn sie meinte: "Das ist egal, das kann jeder Hund lernen." Als Beleg dafür verwies sie auf ihre beiden Hunde: ein Golden Retriever und ein Papillon.


🐶 Halloooo, ich bin ein Molosser! Schon ein lustiges Völkchen, diese Hundetrainer... (rico)

Da fragte ich sie, ob sie schon mal was von "will-to-please" gehört hätte. Ihre Antwort: "Nein, was hat denn jetzt dieser Willi Tolpis damit zu tun?" Da war selbst ich kurz überrascht und sprachlos, sagte dann nur "schon gut, googeln Sie einfach mal nach Willi" und ging grinsend weiter...sie rief mir noch was hinterher, irgendwas von wegen "nicht dazu lernen wollen" und "typisch Kerl". Mein Mitleid stieg dadurch nur noch an. Dass es manchem Hundetrainer an Allgemeinbildung fehlt, gut, damit kann ich leben (logisch, fehlt sie ja ihm oder ihr 😂), doch wenn sie auch noch mangelnde Basiskenntnisse auf seinem urgeigensten Fachgebiet offenbaren...sorry, liebe Hundetrainer, aber dann fällt es mir echt schwer, so jemanden ernst zu nehmen. 😎

Hier weitere Anekdoten aus unserer Rubrik "Gespräche mit Hundetrainern":