Mittwoch, 24. August 2016

Ein Wörterbuch für die Hunde-(Körper-)Sprache - unser Besuch bei Alex Angrick

Eigentlich war es Zufall, aber einer von diesen mit Folgen. Schon vor einer ganzen Weile, da trafen wir auf die Hundetrainerin Alexandra Angrick (ihre Facebook-Seite findet ihr hier). Das war auf einer Hundemesse und da dort auch genug Platz für Hunde war, durfte Rico auch mit. Nur leider fing es an zu regnen und alle stürmten in die Hallen. Daher wurd es darin ziemlich eng. Und da sprach uns Alex an, die wohl Ricos Unmut über die Enge bemerkt hatte. Und sie bot uns daher auch kurz Asyl bei sich am Stand – wir kamen ins Gespräch...

Und da hatte sie dich. *schwanzwedel* Na, sie hat ja auch gleich eines deiner Lieblingsthemen angesprochen...Körpersprache von uns Hunden. Da wirst ja immer schwach... *frechwedel*

Ja, das stimmt Rico, das Thema interessiert mich halt. Leider konnten wir uns in der nun überfüllten Halle nicht in Ruhe darüber unterhalten. Aber meine Neugierde war geweckt. Und so lud uns Alex ein, sie mal zu einem Kaffee zu besuchen.

Na, das hat aber dann doch ziemlich lange gedauert, bis wir dann mal da waren... *brummm*

Du riechst aber spannend...

Jaaaa, aber weißt du mein Kleiner, bei Menschen ist das nicht immer so einfach mit Terminen. Aber wir haben es ja dann doch geschafft. Und es waren dann weit mehr als nur ein Kaffee. Denn was Alex zu erzählen hatte, fand ich sehr spannend – oder wie Rico wohl sagen würde: schnüffelspannend. :-)

Ohrüde (Menschensprache: Ohmann), Alter, du sprichst Hündisch immer noch mit starkem Primatenakzent! Wie kann das denn“schnüffelspannend“ sein, wenn es doch nichts zu riechen gab? Das war daher eher wuffig spannend. *jawohlwoaff*

Beim Fotografieren hatte Rico einen Clown verschluckt, so sehr freute er sich über das Wiedersehen mit Alex

Ja, schon gut...aber was eure Sprache, oder genauer gesagt: Körpersprache angeht, da ist ja auch Alex eher die Expertin als ich... Und weil die meisten Probleme eben genau durch Missverständnisse in der Kommunikation entstehen (nicht nur zwischen Menschen, sondern auch zwischen Hund und 2-Beiner), hatte sie eine zündende Idee: Ein Wörterbuch der Hundesignale. „Nicht immer interpretieren Halter die Signale ihres Hundes richtig, und durch solche Missverständnisse handeln wir Menschen zwar im besten Wissen und Gewissen, aber dennoch falsch für den Hund. Wenn wir ihre Sprache dagegen verstehen, dann lassen sich viele Probleme schon im Vorfeld umgehen“, sagt Alex.

Und weil Verständnis von Verstehen kommt, entwickelte sie dafür zusammen mit einem kleinen Team die App DogDict. Aber das ist jetzt kein klassisches Wörterbuch...

Schlaumeier, Wörterbuch, das geht ja auch nicht! *frechgähn*

Hey, du Frechwookiee, nicht so vorlaut, sonst gibt’s kein Leckerlie heute Abend. ;-) Also wie gesagt, es ist kein klassisches Wörterbuch, sondern es arbeitet mit kurzen Videos, die zwischen 20 und 40 Sekunden lang sind. Man kann sie sowohl in Zeitlupe, als auch Echtzeit ansehen. In Zeitlupe auch ohne Ton, um sich so auf die Bewegungsdetails besser konzentrieren zu können. Und es wird immer nur ein Begriff erklärt. Und das Gute daran ist, dass man es als App auf dem Handy immer dabei hat. So kann man auch schnell was nachschlagen oder anderen auch vorführen. „Außerdem schulden wir es auch diesen wunderbaren Tieren“, sagt Alex, „die ihr ganzes Leben damit verbringen uns Menschen zu verstehen.“

Foto? Ne, lieber Kuscheln!

Und du hast ja auch was Neues dazu gelernt...

Achso, ja...du meinst euer Niesen...ja, das kann bei euch heißen, dass ihr angestrengt nachdenkt...so wie wir Menschen uns am Kopf kratzen. :-) Bisher gibt es 32 Videos, weitere sind in Planung. Denn die App soll ständig aktualisiert und erweitert werden. Dennoch ist sie mit einem einmaligen Preis von derzeit 4,90 sehr günstig. Leider gibt es sie derzeit nur für das iPhone, sonst hätte ich mir sie längst aufs Handy geladen. Aber Alex, die seit 18 Jahren Hundetrainerin ist, hat uns versprochen, dass es auch eine Android-Version geben wird.

Bis dahin übe ich mit dir „Hunde-Vokabeln“ *frechschauwedel*


Hier ein Beispiel aus dem Wörterbuch - das Kratzen:



Foto: Alexandra Angrick

Foto: Alexandra Angrick

Foto: Alexandra Angrick

Foto: Alexandra Angrick



Samstag, 13. August 2016

*[Produkttest+Gewinnspiel] Weniger Haare, seltener putzen ist voll rüdenfreundlich - dank des Dyson Cinetic Big Ball :-)

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Das Zusammenleben mit Hunden birgt immer wieder Überraschungen. So auch diese: Denn ehrlich gesagt, ich hätte niemals gedacht, dass ich mal über Staubsauger schreibe... 

Siehste, so lernst du durch mich auch in deinem Alter noch dazu... *frechschauwedel* 

Das stimmt, Rico. Denn bei näherer Betrachtung liegt das Thema ja quasi auf der Hand – so als Hundehalter. Gerade bei so einem „Rüdenhaushalt“ wie bei uns. :-) Es freut mich daher auch sehr, dass wir unser Testgerät an unsere Leser verlosen dürfen (mehr dazu am Ende dieses Blogbeitrages).

Wie meinst denn das mit dem "Rüdenhaushalt"? *kopfschräg* 

Misstrauisch beschnüffelt Rico den neuen Staubsauger von Dyson. :-)
Foto: Ira Prettycloud

So ganz geheuer sind Staubsauger Rico ja nicht... :-)
Foto: Ira Prettycloud
Na, vom Klischee her sind wir Männer ja nicht gerade die Putzkönige. Und leider erfülle ich das Klischee. So hatte ich beispielsweise vergessen neue Staubsaugerbeutel zu kaufen, da kam das Angebot den *Dyson Cinetic Big Ball Musclehead zu testen genau zur rechten Zeit – denn der braucht gar keine Beutel. Und ihr Hunde? Nun, reden wir mal nicht vom vermehrten Dreck wie Hundehaare, Sand und Schlamm. Aber hier herrscht ja auch das Klischee, dass ihr – und insbesondere die Rüden – beim Staubsaugergeräusch gern Reißaus nehmt. Und auch du entsprichst da dem Klischee. :-) 

Musst du das verraten? *schüttel*

Ach komm, Kleiner, das war einer der Punkte, wo ich am neugierigsten war: Hört sich der neue Staubsauger anders an? Und würdest du anders reagieren? Nun, ich will keinen großen Spannungsbogen drumherum aufbauen: Nein, Rico reagierte wie immer beim Staubsauger – er verließ den Raum. :-) 

Mit der richtigen Einstellung bleibt das Kuhfell trotz der großen Saugkraft am Boden... :-)
Foto: Ira Prettycloud

So nun in nahezu meditativer Einsamkeit mit dem Staubsauger von Dyson konnte ich mich auf meine Tätigkeit und das Gerät konzentrieren. Zuerst fiel mir die große Saugkraft auf. Und da ich die Gebrauchsanweisung nur für das Zusammenstecken überflogen hatte, wusste ich nicht, welchen Schalter ich umlegen, welches Hebelchen ich ziehen musste oder so, um das zu regulieren. Das Ergebnis: Unser Kuhfell im Wohnzimmer vollführte einen an Levitation erinnernden Tanz mit dem Staubsauger als übergroßen Zauberstab... 

Ich also zurück zur Gebrauchsanweisung. Die war recht einfach, das Zusammenstecken erinnerte mich dank der Bildchen an ein Überraschungsei – okay, zugegeben, ein sehr großes. :-) Aber die Erklärungen, die musste ich suchen – und fand sie als sehr Kleingedrucktes zu den Bildchen (ich hab sie mir anfangs nicht durchgelesen, eben weil es so klein war und weil ich dachte es wären nur die Erklärungen zum Zusammenstecken). 

Aber zurück zum ersten Test...und der Saugkraft. Ein paar Einstellungen an der Bürste, zur richtigen Zeit dann am Ring am Griff gezogen und schon blieb das Kuhfell auf den Boden. Apropos Ring am Griff: Hier ist das richtige Timing wichtig! ;-) Beim Übergang vom Boden zum Teppich oder wie bei uns Fell...aber das richtige Timing kennen ja Hundehalter... ;-) 

Auch die Hundebetten waren so hoorfrei wie lange nicht mehr...
Foto: Ira Prettycloud

Einmal auf einem Belag passt sich die Bürste von selber an. Auch das kommt der rüdentypischen Haushaltsfaulheit zugute: So muss ich mich nicht immer Bücken um irgendwelche Einstellugnen an der Bürste oder am Sauger vorzunehmen. Und mit den Bürstenaufsätzen lassen sich auch Couch und Hundebett von Haaren befreien (sehr praktisch: der mitgelieferte Adapter erlaubt den Aufsatz auch von älteren Dyson-Geräten). Aber was unserer Rüden-Putzfaulheit am meisten gefiel: Früher musste ich (eigentlich) jeden 2. Tag saugen, und es waren immer noch Hundehaare auf dem Kuhfell zu sehen. Doch mit dem Dyson kann ich auch ruhig mal bis zum 3. oder 4. Tag warten – und das Kuhfell hat so wenige Hundehaare wie seit seiner Anschaffung nicht mehr. 

Ehrlich gesagt, bin ich auch sehr froh darum, dass du nun weniger oft saugen musst... *schüttel* 

Das glaub ich, Rico. :-) Bei der Saugkraft fiel mir aber noch etwas auf – wohl ungewollt von Dyson. Aber das Material des Cinetic Bigball läd sich electrostatisch auf – und zieht so ebenfalls Haare an. So sind sie dann zwar weg vom Boden oder der Couch, aber leider nicht nur da wo sie hingehören: im Auffangbehälter. 

Behälter abnehmen ist so einfach...das schaffen auch Rüden wie wir :-)
Foto: Ira Prettycloud

Apropos Auffangbehälter: Hier hat sich Dyson was Neues einfallen lassen. Um zu verhindern, dass beim entlehren Staubwolken hochwirbeln, haben sie einen neuen Mechanismus entwickelt: der Dreck fällt quasi durch ein Rohr nach unten. Leider erreicht man als Hundehalter (und bei mir ist es ja nur Rico plus diverse Besuche) recht schnell das maximale Auffangkapazität – man muss ihn echt oft entleeren im Vergleich zu einem Beutelsauger wie ich ihn gewohnt war. Für 'nen faulen „Rüdenhaushalt“ eher nicht so gut – war mein erster Gedanke. Aber dann dachte ich: Naja, so kann der Dreck im Beutel nicht noch Tagel oder Wochen vor sich hingammeln oder sich Milben entwickeln...

Echt praktisch!
Foto: Ira Prettycloud

Übrigens, eine Kleinigkeit zwar nur, aber mir persönlich gefällt auch, dass der Auffangbehälter durchsichtig ist. Zum einen ist das nützlich, falls man mal was ungewollt aufsaugt. Zum anderen hat man so auch einen Überblick wie viel und was für ein Dreck so reinkommt. Und glaubt mir, auch ein kurzfelliger Hund macht Dreck und verliert Haare. Zumal mein kleiner Doggen-Wookiee ja ein Mischling ist und ganz doggenuntypisch recht viel Unterfell hat. 

Bei der Saugkraft machen die Haare von Hundebesuchen auch nichts mehr aus, meint auch mein Kumpel Teddy!
Foto: Ira Prettycloud

Ebenfalls neu ist, dass der Dyson Cinetic Big Ball ohne Filter auskommt. So entfällt das regelmäßige Reinigen. Also unserem „Rüdenhaushalt“ gefällt das seeeeehr! :-) 

Was das neue „Umkipp- und wiederaufricht-Design" angeht: Yo, es funktioniert. Aber ehrlich gesagt, brauchte ich das im Praxistest nicht, denn da kippte das Ding nie um. Durch das runde Design gab es quasi kein richtiges „Anecken“ oder „Verhaken“ - er glitt einfach an den meisten Hindernissen vorbei. Aber ich hab ihn dann mal selber umgeschubst. Daher weiß ich auch, dass es funktioniert... :-) 

Da wir vor Kurzem den Dyson Cinetic Big Ball animalpro geschenkt bekommen haben (das ist das gleiche Gerät, wie das getestete, nur mit zusätzichen Bürstenaufsätzen – die ich Haustierhaltern echt empfehlen kann, weil die das Ergebnis nocheinmal verbessern), freu ich mich, dass wir das Testgerät verlosen dürfen. Alles was ihr dafür tun müsst, ist, unsere Seite zu liken und eine Frage zu beantworten! Nur die Antworten als Kommentar unter diesen Blogbeitrag und den entsprechenden Postings auf unserer Facebook-Seite zählen, die bis zum 31. August 23.59 Uhr (MEZ) bei uns eingehen! Mitmachen kann jeder ab 18 Jahren. Die Gewinner geben wir sowohl hier im Blog als auch auf unserer Facebook-Seite bekannt. Einzige Bedingung: Ihr müsstet den Staubsauger selber abholen oder das Porto bezahlen. Macht mit und gewinnt unser Testgerät des Dyson Cinetic Big Ball, der neu 529 Euro kostet!

Und hier die Gewinnfrage:
Wie nennt man Ricos Fellfarbe? 

Auf Wunsch lasse ich euch auch gern ein paar meiner Haare drin. *schwanzwedel* Dann könnt ihr eure Hunde daran riechen lassen und sie lernen mich schon mal ein wenig kennen – quasi durch meine Visiten-Duftkarte. :-)




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Mittwoch, 10. August 2016

[Gastbeitrag] Hundefutter - die neverending Story von Anke Jobi (Lucie's Hundefutterblog)

Beim Thema Futter scheiden sich ja die (Halter-)Geister. :-) Es ist eines der Themen, die am häufigsten "Religionskriege" in den Sozialen Netzwerken entfachen. Insofern sind Fettnäpfchen - ach was: ganze Fettfässer geradezu vorprogrammiert. Wer zu dem Thema schreibt beweist eine geradezu wagemutige Diskussionsbereitschaft - und ein dickes Fell. Beides hat Anke Jobi von Lucie's Hundefutterblog. Außerdem betreibt sie noch die Webseite Dein Futtercheck. Denn sie ist Ernährungsberaterin für Tiere (Schwerpunkt: Hund) und Tierhomöopathin; außerdem noch Hundeverhaltensberaterin. Zusätzlich macht sie gerade eine weitere Hundeernährungsberater-Ausbildung in einer Naturheilkundeschule. Sie hat also ein breites Fachwissen zum Thema Hundeernährung. 

Auf jeden Fall mehr als du! Das ist ja nicht gerade dein Spezialgebiet... *frechwedel* 

Stimmt Rico. Daher freue ich mich ganz besonders über ihren Gastbeitrag in unserem Blog. Aber lest selber, was Anke zum Thema Hundefutter zu sagen hat - und ich kann euch schon jetzt verraten: danach seht ihr einiges lockerer!


Lucy, Anke Jobi und Leo (v.l.n.r.)
Foto: Anke Jobi

Hundefutter – die neverending Story


Hallo, mein Name ist Anke Jobi und ich berate Hundehalter rund um die Ernährung ihrer Vierbeiner – und das mit einer ganzheitlichen Sicht, welche vor allem durch die Naturheilkunde entstanden ist. Die Hundeernährung ist ein Thema, das in der heutigen Zeit sehr emotionsbeladen ist. Wer das nicht glaubt, muss sich nur einmal die Mühe machen, in diversen Internet-Foren oder Facebook-Gruppen Diskussionen rund um den Hundefutternapf zu verfolgen.

Letztendlich ist es natürlich nicht anders, als die Meinungsverschiedenheiten rund um die menschliche Ernährung. Nur die Ausgangspositionen variieren etwas. Mir ist zumindest keine Richtung bekannt, aus der propagiert wird, die einzig wahre und gesunde Methode, sich als Mensch zu ernähren, wären Fertigprodukte, welche mit synthetischen Nährstoffen ausgestattet sind, die den menschlichen Bedarf Milligramm-genau abdecken.


Allesfresser Mensch contra Fleischfresser Hund


Hunde gehören zur Gruppe der sogenannten Carnivora, sie werden also zu den Raubtieren gezählt. Das heißt aber nicht, dass sie tatsächlich reine Fleischfresser sind. Ihre anatomischen Voraussetzungen lassen allerdings den Schluss zu, dass Fleisch zumindest eine wichtige Rolle spielt in ihrer Ernährung, schließlich stammen sie vom Wolf ab und der ernährt sich natürlich hauptsächlich von Beutetieren.

Menschen gehören zu den Allesfressern, zu den sogenannten Omnivoren. Schaut man sich in der heutigen Zeit die Ernährungsgewohnheiten vieler Menschen an, könnte man sie allerdings fast schon zu den Fleischfressern zählen. Den Hunden dagegen wurde in den letzten Jahrzehnten zunehmend Futter untergejubelt, das wiederum eher dem Pflanzenfresser zustehen würde. Also ich meine, irgendwie läuft da doch wohl einiges schief …

Dabei ist es noch gar nicht so lange her, da lief das alles noch in geordneten Bahnen ab. Noch zu Zeiten unsere Großeltern handelte es sich bei Fleisch um ein wertvolles Gut. Es gab den berühmten Sonntagsbraten, der wirklich noch etwas Besonderes war. Irgendwann kam dann jemand auf den Gedanken, alle Menschen müssten sich Fleisch leisten können und das tagtäglich (schließlich ist es nicht nur lecker, sondern auch sehr gesund). Und so machte die Industriealisierung auch vor dem Umgang mit Nutztieren nicht halt. Genauer betrachtet war die Entwicklung, die dann folgte schon eine recht paradoxe. Während der Allesfresser Mensch immer mehr zum Fleischfresser mutierte, bekam der Fleischfresser Hund immer weniger vom nun massenhaft zur Verfügung stehenden Fleisch.


Lucy und Anke haben gut Lachen! :-)
Foto: Anke Jobi

Das Hundefutter verkam immer mehr zu einer undefinierbaren Mischung aus billigen Rohstoffen, welche durch entsprechende Zusätze aufgewertet wurden. Der Hund mit seiner empfindlichen Nase wurde durch künstliche Geschmacksstoffe darüber hinweg getäuscht, dass er da eigentlich nur noch Müll fraß. Hundefutter stellte sich mehr und mehr als lukratives Geschäft heraus, entsprechend wurde die Konkurrenz immer größer, was dazu führte dass die Rohstoffe immer billiger werden mussten um entsprechend mithalten zu können. Ein leichtes, wo man im herkömmlichen Hundefutter ja eh nicht mehr erkennen kann, was drin ist.

Doch irgendwann fingen die Hundehalter an, sich zu wehren. Spätestens als Hans-Ulrich Grimm sein Schwarzbuch Tierfutter auf den Markt warf, wurden viele Hundehalter hellhörig. Natürlich hatte sich die Futtermittelindustrie im Vorfeld dagegen gewehrt und versucht die Veröffentlichung zu verhindern, hat aber nix genützt, das Buch kam trotzdem auf den Markt. Und mit ihm eine neue Sicht der Dinge.

Nun ging ein neuer Trend los. Der Trend Getreide zu verpönen und natürlich der Trend, seinen Hund zu Barfen. Barfen – die einzige Möglichkeit, seinen Hund WIRKLICH gesund zu ernähren. Hätten das mal die Millionen Haushunde der letzten 15.000 – 30.000 Jahre gewusst, sie wäre prompt alle tot umgefallen. Gebarft wurden von denen wohl die wenigsten (außer vielleicht solche, die mit Menschen zusammenlebten, welche sich ebenfalls hauptsächlich von Fleisch ernährten, wie z.B. die Inuiten oder Eskimos).

Nicht dass ich was gegen das Barfen hätte – ich denke nur einfach nicht, dass es wirklich nötig ist, die Hundemahlzeiten ständig nach irgendwelchen Konzepten auszurichten.

Die Natur ist immer ein gutes Vorbild (damit meine ich jetzt nicht unbedingt den Wolf). Der Pandabär z.B. hat sehr deutlich gezeigt, dass sich ein Lebewesen auch in seiner Ernährung immer den äußeren Umständen anpasst. Deshalb ernährt sich der eigentliche Fleischfresser schon seit sehr langer Zeit hauptsächlich von Bambus. Allerdings ist seine Art bedroht, was vielleicht nicht zuletzt auch diesem Umstand zu verdanken ist, denn es scheint so, als wäre sein Organismus nicht mehr in der Lage ein Gleichgewicht herzustellen, weshalb er vor allem durch den Befall von Parasiten bedroht ist.


Was ist also für Hunde die richtige Ernährungsform?


Die richtige Ernährungsform auch von Hunden muss sich sowohl nach der Nachfrage (also den Voraussetzungen, die der Hund mitbringt) als auch nach dem Angebot richten. Da wir aber eigentlich dabei sind, den Fleischkonsum allgemein wieder zu senken und die Massentierhaltung einzudämmen, können wir andererseits nicht hingehen und den Fleischkonsum von Hunden immer mehr in die Höhe treiben. An dieser Stelle wird es problematisch, z.B. ein Konzept wie Barfen als Grundlage heranzuziehen.

Nimmt man sich die zugrunde gelegten Bedarfswerte für Hunde vor, stellt man fest, dass z.B. der Proteinbedarf gar nicht mal so hoch ist. Der lässt sich z.B. auch leicht abdecken, wenn ca. 50% der Futterration aus Fleisch besteht. Allerdings sollte er dann auch wirklich aus Fleisch bestehen, mit Proteinen aus pflanzlichen Quellen können Hunde nämlich nicht wirklich viel anfangen.

Außerdem stellt sich auch weiterhin die Frage, weshalb Hunde nach Nährstofftabellen ernährt werden sollten, Menschen aber nicht (ich kenne jedenfalls niemand, der das tut).

Studien und Untersuchungen zeigen immer wieder, dass es auch für Hunde am gesündesten ist, sie mit Mischkost zu versorgen. Bekommt ein Hund in jungen Jahren viele verschiedene Komponenten und auch Futterarten (ja, ruhig auch mal Trockenfutter), wird er sich später leichter an verschiedene Fütterungsformen anpassen und sein Immunsystem wird gut trainiert, so dass es seltener zu Erkrankungen wie z.B. Allergien kommt.


Gemeinsam auf Wandergassi
Foto: Anke Jobi

Und zieht man auch mal in Betracht, dass der Hund ursprünglich ein Resteverwerter war und dass sich aus diesem Resteverwerter über mehr als 15.000 Jahre der treueste Begleiter des Menschen entwickelt hat, kommt man sogar auf den Gedanken, dass eine solche Resteverwertung gar nicht mal so schlecht gewesen sein kann.

Und zieht man einen Vergleich zwischen der Ernährung von Menschen und der von Hunden (welche beide zu den Säugetieren zählen), kommt man gar auf den Gedanken, dass dem Hund eine Vielfalt an Nahrungsmitteln genau so gut tun könnte, wie dem Menschen. Natürlich hat ein Hund teilweise andere Bedürfnisse und man kann das nicht völlig gleichsetzen. Was der Mensch an Fleisch weniger essen sollte, könnte mancher Hund, der mit billigem Fertigfutter ernährt wird, natürlich mehr gebrauchen. Man könnte aber auch zum Ursprung zurückkehren. Dann würde man ein Nutztier aufteilen in das was der Mensch bekommt und das was der Hund bekommt. Es gibt mittlerweile viele Menschen die umdenken und die das so handhaben. So wie früher, als ein Rind geschlachtet wurde und aufgeteilt wurde. Und dann musste das soundso lange reichen.


Die ökologische Sichtweise


Ich bin der Meinung, es gibt eine ganze Reihe von Aspekten, die man sowohl bei der Ernährung von Hunden, als auch bei der von Menschen betrachten sollte. Es gilt nicht einfach nur den Teller, bzw. den Napf zu füllen, sondern wir müssen nicht zuletzt auch unsere Welt „am Laufen halten“. Und dazu zählt dann auch, die Ernährung unter ökologischen Aspekten zu gestalten. Was ist z.B. umweltfreundlich (Massentierhaltung definitiv nicht!), was schont unsere Böden, wie bringen wir die besten Nährstoffe in unsere Nahrungsmittel und wie werden ALLE satt, nicht nur ein privilegierter Teil der Bevölkerung. Auch einen Hund kann man eigentlich nicht an diesen Faktoren „vorbei füttern“ und da ist dann auch egal, welches Konzept man gerne „bedienen“ möchte.


Vielen Dank für diesen tollen Beitrag Anke! Und ich kann dem als Nicht-Ernährungs-Profi nur zustimmen. Denn wenn ihr eure Hunde mal beim Futtern genau beobachtet, werdet ihr auch da Unterschiede feststellen - und Abwechslung ist ein wichtiges Gewürz des Lebens!

Das hast du aber sehr poetisch gesagt... *frechschauwedel*

Sei froh, dass ich nicht gedichtet habe, Kleiner. :-) Aber war ja klar...du hast wieder das letzte Wort... *seufz* :-)

Abwechslung beim Gassi, Spiel, Schnüffeln und Futter ist wuffastisch gesund!
Foto: Ira Prettycloud

Du kennst doch das Bloggesetz: Mein Blog, mein letztes Wort...und nun gib mir mal was zum Knabbern...aber 'ne Abwechslung! *schwanzwedelfreu*


Interessante Links zum Thema:


Mittwoch, 3. August 2016

Was ist ein "Hunde-Interview"?

Dieses Mal einen ergänzenden Beitrag zum Kommentar meines 2-Beiners in WUFF - Das Hundemagazin zu schreiben ist gar nicht mal so einfach. *amohrkratz* Denn in unserer Kolumne in der WUFF hat mein Cerebral-Interface nicht irgendeinen Sachverhalt kommentiert, sondern den Kynologen Günther Bloch interviewt. *schwanzwedel*

Während die beiden im Gespräch vertieft sind, habe ich mir die Aufgabe des Bewachens ausgesucht
Foto: Ira Prettycloud

Zu einem Interview kann man weniger ergänzen, als zu einem Kommentar (noch dazu vom eigenen 2-Beiner) - und erst Recht, wenn es sich um so eine Koryphäe wie Günther handelt. Der weiß wahrscheinlich mehr über uns Hunde, als wir selber... *jawohlwedel* Daher will ich die Gelegenheit nutzen und euch erzählen, was diese Form des "Hunde-Interviews" für uns ist. Denn nicht nur mein 2-Beiner stellt dabei die Fragen, ich interviewe die Leute auch - aber eben hauptsächlich mit meiner Nase.

Wie das geht? Nun, mein Cerebral-Interface ist ja schon seit über 20 Jahren Journalist und hat so einige Interviews hinter sich. Das vorherige Recherchieren, die Fragen entwickeln und dann stellen, die Antworten notieren, spontane Zwischenfragen einwerfen...das ist hauptsächlich - naja, eigentlich ganz - sein Part. Ich befrage derweil unseren Interviewpartner mit meiner Nase - und gebe die Antworten durch meine Reaktionen und Körpersignale an meinen Menschenpartner weiter. Er meint, das wäre quasi eine Erweiterung des klassischen Interviews wie er es vorher kannte. Eben subjektiv hündische Eindrücke, die da noch mit einfließen. Denn er beobachtet mich bei solchen Treffen immer ganz genau. Naja, zumindest am Anfang...

Denn wisst ihr, mir ist da bei solchen Gelegenheiten was aufgefallen: Sobald das Interview dann los geht, ist mein fellloser Primat auf 2 Beinen ganz konzentriert und fokussiert - ja bekommt dann fast schon 'nen "Tunnelblick". Er hat mir das mal so erklärt, dass das bei euch Menschen in etwa so ist, wie wenn ich mich auf was fixiere. *ohrennachvorn-kopfschräg*

Und ich habe bei diesen "Hunde-Interviews" nach dem Beschnuppern, wir Hunde brauchen da nicht so viele Fragen stellen und daher nicht so lange wie ihr Menschen um einiges zu erfahren, eine eigene Aufgabe mir ausgesucht. Ich bewache meinen 2-Beiner. Denn der ist ja nun mit was anderem abgelenkt. Ich seh das als Aufgabenverteilung an - er mag das nicht gerade. *züngeln*

Ich riche und seh euch...
Foto: Ira Prettycloud

Und ganz typisch war da auch das Interview mit Günther, so dass ich es euch als Beispiel kurz schildern will, wie es für mich ablief. Normalerweise versucht mein Maximilian ein wenig vor dem eigentlichen Termin da zu sein; zum Einen um sich nochmal kurz zu sammeln und vorzubereiten; zum Anderen aber auch, damit ich nochmal kurz Gassi gehen kann und in Ruhe die Location kennen lerne - meine Neugierde dahingehend befriedige. *schwanzwedel* Schon da zeige ich meinem menschlichen Cerebral-Interface vieles an, wie ich das da so finde - Stimmungsübertragung funktioniert ja in beide Richtungen. Vom Auto ging es daher zuerst zur Location, wo ich erste Eindrücke beschnüffelte. Schon das war pfotenmäßig spannend, denn ich konnte viele Hunde riechen. Die waren nämlich auch bei dem Seminar, dass Günther gerade hielt. Da es noch nicht zuende war, drehten wir noch eine Runde an der nahen Erft. Hat mir sehr gut gefallen da! *schwanzwedelfreu*

Erst mal zum Entspannen an die Erft...
Foto: Ira Prettycloud

Und dann kam es zum eigentlichen Interview. Und ich lernte endlich Günther aus der Nähe kennen. Was soll ich euch sagen? Ich wurde selten von Menschen derart höflich begrüßt! Also ich meine jetzt hunde-höflich. Er drängte sich in keinster Weise auf, ließ mich in aller Ruhe an seiner Hand schnüffeln. *sniff* Dann kam ich näher und roch an seiner Jacke. *sniffsniff* Oh, diese Jacke, die hatte es mir angetan. Die war sooo schnüffelspannend. *schwanzwedel* Die hatte offenbar mehr Hunde und Wölfe gesehen als die allermeisten Hunde - und Menschen. 

Der Günther ist so entspannt, souverän und seine Jacke riecht sooo schnüffelspannend...
Foto: Ira Prettycloud

Seine Ruhe und Souveränität gab mir ein gutes Gefühl. Erst dann berührte er mich. Nur ganz kurz, beinahe beiläufig, aber dennoch steckte in dieser kleinen Geste so viel! Und so akzeptierte ich ihn sogleich - und dehnte meine Bewachung auch auf ihn aus. Schließlich war er ja mit meinem 2-Beiner zu Gange.

Neben so einem Hundemenschen wie Günther ist das posieren für Fotos fast schon ein Welpenspiel (Menschensprache: Kinderspiel)
Foto: Ira Prettycloud

Und so kam es eben auch zu der schon mal erwähnten Situation: Eine Gruppe von 2-Beinern kam vorbei und beobachtete die beiden beim Interview. Klar, als Hund sah ich das als Fixieren an - also potenziell bedrohlich. *grrrr* Und da ja beide einer anderen Aufgabe nachgingen - dem Interview - lag die Wachfunktion an mir (mach ich eh ganz gern, aber psssst!). Ich wuffte also los, die Leute waren darüber recht verärgert. *nackenhaaresträub* Mein Cerebral-Interface war so sehr im Interview vertieft, dass er das erst bei meinem Bellen mitbekommen hatte (die Leute waren aber auch in seinem Rücken). Aber da ergriff Günther für mich Partei: "Was machen Sie für nen Punk! Der Hund bellt, ja und? Sie sehen doch, dass der Halter ihn im Griff hat. Alles in bester Ordnung und kein Grund sich hier unnötigerweise massiv zu beschweren!" Der versteht uns Hunde! *jawohlwoaff*


PS: Dies ist der ergänzende Beitrag zu unserer Kolumne in WUFF - Das Hundemagazin (09/2016) "Lehrmeister Hund - Interview mit Günther Bloch"