Montag, 19. September 2016

*[Produkttest] Lamm + Reis von Platinum - für uns eines der schmackofatzigsten Trockenfutter

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Heute stelle ich euch das Trockenfutter vor, mit dem wir bisher mit die besten Erfahrungen gemacht haben: *Platinum Lamm + Reis. Rico verträgt es sogar noch besser als die andere Sorte von Platinum, Hiberico + Greens, welche wir euch ja bereits mal vorgestellt haben. Und auch bei dieser Sorte trifft der Begriff „Trockenfutter“ nicht wirklich zu. Denn die Brocken sind sehr weich und saftig. So mache kritisieren ja, dass durch diese enthaltene Feuchtigkeit, das Gewicht und auch der Fleischanteil angehoben werden würde (bspw. durch Fleischbrühe). Das stimmt zwar, aber andererseits sehe ich das nicht als Nachteil: Denn zum Einen ist in Frischfleisch ja auch jede menge Wasser drin (zur Erinnerung: der menschliche Körper besteht zu fast 2 Drittel aus Wasser) und zum Anderen quellen die Brocken durch die bereits enthaltene Feuchtigkeit nicht so auf, wie es Trockenfutter (außer kaltgepresstes) normalerweise tut.

DAS Futter bewache ich auch vor einem Bären ;-)
Foto: Ira Prettycloud

Vom Ergebnis, also, was bei Rico „Hinten rauskommt“ bin ich auch sehr zufrieden (irgendwie seltsam inm Zusammenhang mit Kacke das Wort „zufrieden“ zu benutzen – aber Hundehalter vestehen mich ;-) ). Die Größen der Haufen sind dabei erstaunlich klein, ein Indiz dafür, dass er recht viel vom Futter verwertet. Höchstens 2 Kotbeutel am Tag brauche ich da – so wenige wie ich es sonst allerhöchstens gewohnt bin, wenn ich dem Döggelchen frisches Fleisch mit Zutaten (Gemüse und Obst) serviere. Und der Kot ist auch noch vergleichbar hart – härter als auch bei der Sorte Hiberico + Greens! Warum ich den letzteren Punkt erwähne? Ganz einfach, denn die harten Köttel sind gut um die Analdrüse zu entleeren.

Auch Platinum Lamm & Reis enthält Chondroitin und Glucosamin in Form von Grünlippmuschel-Extrakt. Beides ist gut für die Gelenke, welche ja gerade bei größren Hunden stärkeren Belastungen ausgesetzt sind. Es ist natürlich kein Allheilmittel, aber es unterstützt den Knorpelaufbau und wirkt entzündungshemmend.

Auch meinem Kumpel Teddy schmeckt's wuffastisch!
Foto: Ira Prettycloud

Schade ist, dass es keine Packungen für verschiedene Hundegrößen gibt. Der Inhalt könnte ja der gleiche bleiben, nur die Brocken dann etwas größer. So inhaliert mein Döggelchen die kleinen Bröckchen fast :-D Allerdings sind sie daher auch ganz gut als Leckerchen geeignet.

Was für mich ebenfalls sehr praktisch ist: Viele wissen ja, dass wir um das Futter keine große Wissenschaft machen. Rico wird eben Mischgefüttert: Mal gibt es frisches Fleisch mit Gemüse und/oder Obst, mal Dosenfutter, mal Trockenfutter und auch mal Reste von meinem Essen (oder wenn Besuch da ist dann eben unsere Reste). Bei dem ein oder anderen Trockenfutter habe ich schon gemerkt, dass mein kleiner Doggen-Wookiee 1 bis 2 Tage Umstellungszeit braucht. Bei Platinum allerdings nicht! Morgens eine Portion davon und Abends dann frisches Fleisch oder eine Dose – kein Problem.

Dafür versuch ich glatt 'nen Salto...
Foto: Ira Prettycloud

Apropos Rico: Was mir so gerade auffällt: Dieses Mal hat mich Rico noch gar nicht unterbrochen...

*schluck* Was? Wo? Ich? *ohrennachvorn*

Was hast du ausgefressen?

Da ist noch was drin...ich riech's genau!
Foto: Ira Prettycloud

Ich? Nichts! *unschuldigguck* Nur aufgefressen...da war noch ein Rest im Beutel von Platinum Lamm + Reis *leftzenleck*



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Freitag, 9. September 2016

Rico kam und änderte alles - Unser 4. "gemeinsamer Geburtstag" und gleichzeitig auch 3. Blog-Jubiläum (Ricos Geschichte Epilog oder auch Teil 4b))

Da stand er nun vor mir, klein, mit stumpfen und lichtem Fell, Plattfüße, aufgeblähter Bauch...ein kleines Häufchen Elend. Ich spürte, dass wir zusammen gehören. Aber ich zweifelte wegen der Aufgabe...der Zeitpunkt war denkbar ungünstig. Es war der 9. September, als Rico bei mit einzog – und alles änderte.

Unser allererster Gassigang (2012) und ein Jahr später (2013)...

Ich war gerade aus Frankfurt (wo ich als Redakteur für Capital, Financial Times Deutschland, Börse Online und Impulse gearbeitet hatte – gleichzeitig, so ist das in einer Zentralredaktion) nach Düsseldorf gezogen. Hatte versucht mit 1 Monat Urlaub meinen Burnout zu kurieren (ja, ich weiß, wir Kerle spinnen...sagten mir die Ärzte damals auch). Ein neuer Job stand an – als Leiter einer Presseabteilung. Außerdem hatte meine damalige Lebensabschnittsgefährtin selber 2 Hunde um die ich mich mitkümmerte. Der Zeitpunkt sich einen Hund anzuschaffen war also denkbar ungünstig...

Versteht mich nicht falsch, ich bin mit Hunden aufgewachsen (mein Vater und meine Mutter hatten auch schon als Kinder Hunde). Und ich habe mir immer wieder einen Hund gewünscht. Aber dann kam doch alles anders...rückblickend sage ich immer „ich habe mich verführen lassen“. Wobei ich niemanden dafür die Schuld gebe, aber als junger Kerl rutschte ich in den Job des Wirtschaftsjournalisten hinein und hatte schnell kleine und große Erfolge...machte so was wie Karriere...sowohl in Festanstellung als auch als Freiberufler. Und so schob ich die Anschaffung eines Hundes immer vor mir her.

...2 Jahre (2014)....
Foto: Antje Hachmann

Allerdings hatte ich oft Freundinnen mit Hund(en). Einige böse Zungen würden behaupten, ich wäre nur wegen der Hunde mit ihnen zusammen gewesen. Nun, dazu kein Kommentar. :-D Allerdings gebe ich zu, dass ich mit der ein oder anderen Dame länger zusammen geblieben bin als ich es wohl ohne ihre Hunde getan hätte. :-) Aber ich mache mir da nichts vor: In Sachen Hundehaltung war ich in der Zeit in gewisser Hinsicht ein Feigling. Genauer gesagt: ein Verantwortungsfeigling (zumindest was Verantwortung für andere anging). Denn ich nahm alle Vorteile mit, ohne die meisten Alltagsnachteile – schon sehr bequem, aber irgendwie aus meiner Sicht auch eben feige.

Und dann trat Rico in mein Leben – und änderte alles. Schon vom ersten Augenblick. Denn wisst ihr, ich gehöre nicht zu den Menschen, wo sich Verstand und Gefühl oft widersprechen. Freunde, die mich lange kennen, meinen, dass das auch einen großen Teil meines Selbstbewusstseins ausmachen würde. Nun, das mag sein. Aber als Rico das erste Mal meine Aufmerksamkeit gewann, da war das anders...

Sogleich spürte ich die innige Verbindung, die wir haben würden...sofort spürte ich seinen Wunsch mich kennen und vor allem verstehen zu lernen...ich war fasziniert von seiner starken Impulskontrolle und langen Konzentrationsdauer für eine Welpen von knapp 12 Wochen. Und ja, mein Gefühl sagte mir sogleich: Wir sind Partner!

Aber mein Verstand, der widersprach mir zwar nicht, aber meldete Zweifel an: Bist du sicher? Du hattest eine schwierige Zeit und eine nicht weniger leichte steht dir noch bevor (und dabei wusste ich damals noch nicht, dass ich quasi über 1 Jahr nur Krisenkommunikation machte). Und denkt nicht nur an dich, auch an den Hund: Kannst du ihm in der jetzigen Situation überhaupt gerecht werden?

Das war für mich sehr verwirrend. Eben gerade weil ich es nicht gewohnt war, dass Kopf und Bauch sich bei mir so widersprechen. Erst am folgenden Tag tat ich etwas, was ich wohl seit meiner frühesten Kindheit nicht mehr getan habe: Ich schickte meinen verstand zum Teufel und ließ ihn schweigen. So nahm ich Rico auf...und mein Verstand hatte nicht Unrecht, das erste Jahr war echt anstrengend. Das alles zu Managen, Ricos Erziehung, der Job, seine Sozialisation...er musste ja einiges nachholen, dadurch dass er im Keller aufgewachsen war. Nicht selten hatte ich in der Zeit nur 4 oder 5 Stunden Schlaf, manchmal noch weniger (denn als Krisenkommunikator hat man nicht selten bis nach Mitternacht zu tun und muss dennoch um 9 Uhr frisch im Büro erscheinen - und vorher war immer Rico dran). Aber ich habe es nie bereut! Ganz im Gegenteil!

...3 Jahre...
Foto: Katharina von Zitzewitz

Denn auch in anderer, längerfristiger Hinsicht änderte Rico alles bei mir. Eigentlich fing es schon beim ersten Tag ein. Denn wisst ihr, ich war in der hundelosen Zeit...nun ja, ein echter Egoist geworden, ich musste nur für mich Verantwortung tragen und achtete sehr auf meine Freiheit, recht rücksichtslos... Auch das hoch interessante Thema Börse hatte seines wohl dazu getan...aber klar um Karriere zu machen war das hilfreich...aber als Kind war ich anders...

Und dann war Rico da. Und plötzlich trug ich Verantwortung für jemand anderen...ja mehr noch, meine eigenen Bedürfnisse und Wünsche mussten oft genug zurückstehen...für Rico. Das hat mich nie geärgert. Rückblickend weiß ich gar nicht, wann der Zeitpunkt gekommen war, dass ich mich darüber gewundert habe. Es muss wohl in meinem Sabbatical gewesen sein, wo ich teilweise selber wie ein Hund gelebt habe (bevor ihr Scherze macht, das war metaphorisch und auf den Tagesablauf gemünzt – denn ich hatte das „Abschalten“ verlernt), da hatte ich die Zeit für solche Erkenntnisse.

Die Verantwortung für jemand anderen, die eigenen Wünsche zurückstellen, all das hätte ich früher als Beschneidung meiner Freiheit angesehen. Jetzt nicht mehr. Denn jede Sekunde mit Rico empfand ich als Bereicherung. Heute weiß ich auch warum. Denn nicht ich war sein Lehrer, sondern er auch meiner! Nicht nur was das Abschalten und zur Ruhe kommen angeht... Er lehrte mich viel mehr!

...4 Jahre Partnerschaft!
Foto: Ira Prettycloud

Vor allem lehrte er mich vieles, was ich während der hundelosen Zeit vergessen, ja vergraben hatte. All das, was ich als Kind eigentlich gewohnt war, aber irgendwie auf dem Karriereweg verdrängt hatte. Versteht mich nicht falsch, ich bereue das nicht, Journalist war schon seit meiner Kindheit mein Traumberuf und es war eine tolle Zeit in der ich viel gelernt und sehr interessante Menschen kennen gelernt habe. Aber was ich ans Status und an Geld gewann, das verlor ich irgendwie an Menschlichkeit. Wie gesagt, ich war ein recht egoistisches, rücksichtsloses Arschloch geworden, dem nichts wichtiger war als sein Spaß und sonstige hedonistischen Freuden. Immer schneller, höher, weiter besser. Ein Freund des Multitasking (heute schätze ich vielmehr den Fokus und erreiche damit viel bessere Ergebnisse). Und Freiheit war eines meiner Lieblingswörter. Aber ohne es zu merken, ohne es als Einschränkung zu empfinden, erinnerte mich Rico wieder an mein Ich, an mein wahres Selbst – so wie ich als Kind war, als ich Hunde hatte. Eine sehr gute Freundin brachte es mal auf den Punkt mit den Worten: „Er hat das Kind in dir wieder erweckt.“ Besser kann man es nicht formulieren. Es war vielleicht zu dem Zeitpunkt nicht die vernünftigste Entscheidung, aber auf jeden Fall eine der besten meines Lebens! Ich verdanke dir so viel, mein kleiner Doggen-Wookiee! Und so feier ich diesen Tag, dem Tag deines Einzuges, als unseren "gemeinsamen Geburtstag" an dem für uns beide ein neues Leben begann!

Danke! Das hast du schön lang beschrieben. Eine Kleinigkeit hast du allerdings vergessen: es ist auch unser 3-jährigs Blog-Jubiläum. *schwanzwedel* Ich sag dazu nur: Ich hab dich auch lieb, Partner! *anlehn*


Die anderen Teile meiner Geschichte findet ihr hier:



Meine Geschichte bevor ich meinen Menschenpartner traf... (4. Teil)

Mittlerweile war ich schon über 10 Wochen auf der Welt... *schnauf* tolle Welt...ein Keller...mittlerweile voll von unserer Kacke und Pisse. Meine anfängliche Neugierde auf die Welt hatte mittlerweile den ein oder anderen Dämpfer erlebt...

Freilich wusste ich damals nicht, dass es fast 11 Wochen waren...woher auch? Denn zum einen bekam ich ja in dem Keller nichts vom Tageswechsel mit und außerdem haben wir Hunde ja nicht so ein Zeitgefühl wie ihr 2-Beiner... Aber das war schon einer dieser Dämpfer: diese begrenzte Welt, die immer mehr stank. *brummm* Wenn das die Welt sein sollte, nunja, so war meine Neugierde darauf mehr als gedeckt...ich hatte im wahrsten Sinne die Nase voll! *schnauf*


Boooaaah, die Welt kann ja richtig pansig schön sein! Einfach wuffastisch!

Doch neben diesem Dauer-Dämpfer gab es noch einen anderen: den Menschen. Der kam so ein- oder zweimal am Tag... Jedesmal machte er mit uns so komische Sachen, versuchte uns wild zu machen... *schüttel* und bei denen es nicht gelang, da wurde er böse...so auch manches mal bei mir...denn ich beobachtete viel und wurde nicht direkt sauer, wie ein paar meiner Geschwister...irgendwie fiel es mir auch schwer, den Kerl wirklich ernst zu nehmen. Zu unkoordiniert wirkten seine Bewegungen. Aber gerade weil ich nicht so schnell agressiv wurde, bekam ich es von ihm zu spüren. Den ein oder anderen Schlag oder Tritt musste ich einstecken... *brummm* Naja, immerhin war es eine Abwechslung zum sonst recht eintönigen Leben im Keller...

Außerdem brachte er uns ja Futter mit. Auch wenn es nicht reichte...und wohl auch nicht das beste Futter war. Wir hatten alle schon Mangelerscheinungen... Plattfüße, stumpfes und löchriges Fell...

Das ist also ein Rinderohr? *schmatz* Ist lecker! Toll! Kannt ich vorher nicht...

Immer wieder verschwanden Geschwister von mir mit dem Kerl. Ich hoffte, dass sie es besser haben würden. Aber die besorgten Körpersignale meiner Mutter ließen mich nichts gutes ahnen. "Die Wildesten und Agressivsten sind meist die Ersten. Doch ihnen geht es nicht besser: Sie müssen kämpfen", signalisierte mir Mutter... Und was ist mit denen, die als letztes übrig bleiben?, wollte ich wissen. Meine Mutter senkte traurig den Blick...und ich spürte ihre Trauer nicht nur, ich konnte sie auch riechen...denn die übrig blieben, die wurden "entsorgt"...

Da hörte ich Geräusche! Kam der nach Alkohol riechende Mann wieder? Würde er wieder versuchen uns sauer zu machen? Und vor allem: würde er wenigstens ein bisschen Futter mitbringen? Freudig wedelnd liefen schon einige Geschwister zur Tür... Ihr denkt sicher, was für blöde Hunde? Aber so sind wir, wir freuen uns auf euch Menschen, auch wenn ihr uns nichts Gutes tut... Vor Jahrzenhntausenden schlossen wir Freundschaft, einen Pakt, ja mehr noch: wir gingen den Weg der Koevolution! Und wir Hunde halten uns daran, denn ihr seid unsere Partner!

Und irgendwie freute ich mich auch ein wenig...wegen der Abwechslung und dem Futter. Obwohl ich sicher wieder wegen meiner skeptischen Art den ein oder anderen Hieb bekommen werde...aber immerhin auch Aufmerksamkeit... Und da kam mir die Trauer meienr Mutter in den Sinn: Würden wir jetzt etwa "entsorgt" werden?

Plötzlich offnete sich die Tür...meine Aufregung wuchs...die Gerüche waren anders...die Proportionen auch...die Bewegungen erst recht...das waren andere Menschen! *schwanzwedelheftig* Und sie schmimpften! Aber nicht mit uns, sondern mit dem nach Alkohol riechenden Mann, der uns immer besucht hatte. Vor allem ein Mann sprach viel und mit sehr ernstem, ja strengen Tonfall mit ihm (es war der Amtsveterinär, der die Beschlagung durchgeführt hatte).

Mit uns redeten sie (den Amtsveterinär begleiteten ein paar Tierschützer) dagegen ganz behutsam und leise... Unsere anfängliche Unsicherheit wich, zumal auch Mutter mit ihrem warnenden Gebell aufhörte. Denn eine Frau kümmerte sich um sie. Es war die erste Menschenfrau in meinem Leben die ich roch... Unser Zutrauen zu diesen Menschen wuchs, und so näherten wir uns ihnen. Doch das sollte ich schnell bereuen. Denn sie packten uns in kleine Kisten. Na prima, ist das jetzt meine Welt? Die ist ja noch kleiner als der Keller! *brummschnauf*

Sie trugen die Kisten mit uns dann heraus. Und nachdem sie eine Treppe raufgegangen waren, erlebte ich zum ersten mal in meinem Leben die "Menschenwelt". Was für ein Abenteuer, so viele Farben, so viele Geräusche und was viel wichtiger war: so viele manigfaltigen Gerüche. Ich vergaß sogar die Enge der Box, so gebannt war ich...

Sie steckten uns in ein Auto...wobei, ich wusste damals nicht einmal, dass das ein Auto war...ich wusste ja nicht mal, was ein Auto überhaupt war (okay, ich weiß es auch heute nicht so genau...aber ich weiß, dass es ein Fortbewegungsmittel ist...und selbst das wusste ich damals nicht). Die Fahrt war völlig ungewohnt, nicht nur das Gerückel, auch die vielen Geräusche...vom Motor, von der Straße, von den Leuten im Wagen... Dann hielten wir an. Das hatten wir wärend der Fahrt öfter, daher rechnete ich damit, dass es gleich wieder losgehen würde und krallte mich am Boden der Box fest...naja ich versuchte es, denn der war viel zu glatt...

Aber wir fuhren nicht weiter. Die Heckklappe des Wagens öffnete sich... Was kam jetzt? Werden wir kämpfen müssen? Oder werden wir "entsorgt", weil wir die letzten des Wurfs waren, die keiner haben wollte? Meine Kiste wurde mit zwei weiteren herausgenommen und an andere Menschen übergeben. Rüde (Menschensprache: Mann), war das ein Wechsel...heute würde ich sagen: wie im Taubenschlag...aber damals kannte ich ja keine Tauben...ich kannte eigentlich noch nichts...nur den Keller und seine stinkenden Gerüche...daher fand ich alles recht unheimlich. Aber irgendwie war ich auch neugierig... *ohrennachvorn*

So landete ich im Tierheim Hilden. Viele denken da schon, der Arme. Aber nein, das war ganz toll da! Denn im Vergleich zum Keller zuvor war es da ganz wuffig. Wir waren viel an der frischen Luft und es haben sich ganz zauberhafte Menschen um uns gekümmert. Und endlich gab es genug zu fressen... *schleck* Ja, wenn das die Welt war, damit konnte ich leben. Okay, hinter Gittern ist nicht toll und all die bellenden Hunde können echt nerven...aber das war um Lichtjahre besser als der blöde Keller...


Also auf deinem Schoß, da gefällt es mir wuffig! *schwanzwedel* Und endlich sehe ich auch mal deine Augen!

Und dann geschah es! Nur ein paar Tage nach meiner Ankunft. Da kam so ein seltsamer 2-Beiner ins Tierheim und stand vor dem Zwinger, in dem ich und meine zwei Brüder untergebracht waren. Warum seltsamer Kerl? Nun, das hatte hauptsächlich zwei Gründe: 1) er war so ganz anders, als die Männer die ich bisher kennen gelernt hatte (okay, das waren ja nicht viele, aber der einzige Erfahrungsschatz, den ich hatte): er roch kein Stück nach Alkohol (ich erfuhr später, dass er selten trinkt, weil er nicht viel davon verträgt), keine Haare und dann diese seltsam großen Augen ohne Pupille (ich wusste damals noch nicht, was eine Sonnenbrille war). Irgendwie irritierte mich das zwar, aber sein Blick wirkte dadurch auch weniger starrend und bedrohlich. 2) Ich spürte sofort: DER PASST! Das war er! Der fehlende Teil! Auf den habe ich gewartet! Er würde mich ergänzen und ich ihn! PARTNER!

Wir gehören zusammen!

Leider war der Typ, der später mein Oller werden sollte, nicht so schlau...damals noch weniger als heute...er merkte es nicht...also, nicht so schnell. Er denkt einfach zu viel nach... Ich merkte wie er außerhalb des Zwingers eher einen anderen Bruder von mir beobachtete. Dann kam er rein... Sogleich stürmten meine beiden Brüder auf ihn zu. Ich kam auch näher, blieb aber in einem gewissen Abstand stehen und beobachtete. Ihr glaub aus Vorsicht? Hm, kann sein, daran erinnere ich mich nicht mehr, nur an meine Neugierde und dass ich nicht "unhöflich" sein wollte, indem ich ihn bedränge. Ich wusste doch gar nicht, ob er das mag... Ich musste ihn doch erst verstehen...und dieser Wunsch wurde immer stärker...

Dann drehte er sich plötzlich zu mir um. Heute weiß ich, dass er sich beobachtet gefühlt hatte, so als ob irgendwelche Blicke in seinem Nacken wären... MEINE Blicke! Ha, war er also doch nicht so dumpf...hatte er es also auch gespürt... Und dann beschäftigte er sich mit mir. Oh diese Freude oder dieses Glück. *schwanzwedelfreu* Endlich war mein Partner da, endlich war ich vollständig. Alles war vergessen, der stinkende Keller, meine Brüder, ja selbst meine Mutter, die ich seit dem nicht mehr gesehen habe. Zeig mir die Welt! Lass sie uns gemeinsam erkunden! Wo du hingehst, da will auch ich hin!

Aber was war das? Er ging... *schnaufschüttelbrumm* wieso? Was hatte ich falsch gemacht? Hat er es doch nicht gespürt? war ich zu zaghaft? zu subtil? Immerhin waren meine Brüder da etwas aufdringlicher und unbeherrschter... Ich ahnte damals ja nicht, in welcher schwierigen Lebenssituation er sich befand, in einer richtigen Umbruchphase...ich spürte da nur eine gewisse Unruhe in ihm... Aber nun war mein Partner weg...noch lange schaute ich am Gitter ihm nach, während meine Brüder sich schon mit was anderem beschäftigten...

Hatte ich meinen Partner verloren? Hatte ich etwas falsch gemacht? Plötzlich war ich wieder unvollständig...denn wisst ihr lieben Menschen, wir Hunde haben mit euch eine Koevolution mitgemacht, daher sind wir auf eine gewisse Art mit euch verbunden, wir brauchen euch, denn erst dann macht unser Leben einen vollen Sinn...und den hatte ich gerade verloren... *traurigschau*

Ich konnte ja nicht wissen, dass mein 2-Beiner damals schon mit den Leuten vom Tierheim gesprochen hatte und sie gebeten hatte mich bis zum kommenden Tag zu "reservieren". Woher sollte ich das auch gewusst haben, ich war ja nicht dabei. Und er ist halt auch keiner, der verantwortungslos einfach einen Hund aus dem Tierheim mitnimmt ohne darüber mal nachzudenken (zumal er sich damals noch um 2 andere Hunde kümmern musste und wie gesagt, so einiges in seinem Leben zu dem Zeitpunkt los war, aber das wird er euch bald in seinem Beitrag anlässlich unseres "gemeinsamen Geburtstages" am 9. September erzählen).
 
Der allererste (2012) Gassigang und nach einem Jahr (2013)...

Doch dann, am kommenden Tag, ganz früh am Morgen, da kam der komische Typ mit den großen Augen und ohne Haare wieder. Dieses Mal wollte ich nichts riskieren! Diesesmal würde ich nicht so subtil sein, nicht so zaghaft. Scheiß auf Höflichkeit! Der Kerl braucht offenbar deutliche Signale! Und so stürmte ich sogleich auf ihn zu. Erst da interessierten sich auch meine Brüder für ihn und liefen auf uns zu. Aber dieses Mal nicht! Das war MEIN Partner! Und so schnappte ich nach meinen Brüdern, als sie links und rechts von mir erschienen...


...nach 2 Jahren (2014)...
Foto: Antje Hachmann

Und dann hörte ich seine Worte: "Ich glaub die Entscheidung hat der Kleine hier schon getroffen." Er nahm mich an die Leine und zum ersten mal gingen wir gemeinsam Gassi. Noch bevor wir das Tierheim durch die Tür für das Test-Gassi verließen sagte er: "Ich geh mal eine Runde mit ihm, aber ihr könnt schon mal die Papiere fertig machen." Und zum ersten Mal, entdeckte ich die WELT mit MEINEM PARTNER! Oh dieses Glücksgefühl, endlich begann mein Leben - unser gemeinsames Leben.


...nach 3 Jahren (2015)...
Foto: Katharina von Zitzewitz

Daher nennen wir diesen Tag, den 9. September (übrigens auch in anderer Hinsicht ein Jubiläum, denn nach einem Jahr bei meinem Partner startet an den Tag auch unser Blog, er feiert also heute 3-Jähriges!), auch "unseren gemeinsamen Geburtstag", denn auch ich änderte viel im Leben meines 2-Beiners. Mehr als wohl jeder Hund zuvor. Aber das wird er euch schon bald selber in einem Beitrag berichten. Denn hier endet meine Geschichte bevor ich Maximilian traf. Dafür begann an jenem 9. September eine neue, weitaus tollere und größere Geschichte - das Leben als Team! Ich kannte nichts, du zeigtest mir die Welt, hast sie mit mir gemeinsam entdeckt - jetzt fürchte ich nichts mehr.

...nach 4 Jahren (2016) Partnerschaft!
Foto: Ira Prettycloud


Die anderen Teile meiner Geschichte findet ihr hier:

PS: Diese Geschichte beruht zum Teil auf recherchierten Fakten, auf Gesprächen mit den Tierheim-Mitarbeitern, auf der Beobachtung von meinem Verhalten und auf Geschichten von anderen Vermehrern und dabei typsicher Parallelen. Sicher, ein Teil ist auch dichterische Freiheit. An dieser Stelle möchte ich mich ganz besonders bei den Mitarbeitern des Tierheims Hilden bedanken, denn ohne euch hätten Maximilian und ich uns nie gefunden! (Sie hatten meinen Partner sogar extra wegen mir kontaktiert.)


Partner! (2013)



Mittwoch, 7. September 2016

Manche Trainer sind wohl "gleicher" als andere - statt Logik lieber Rosinenpicken

Also ihr Menschen und Logik, das ist schon ein lustiges Verhältnis. *frechwedel* Sicher, eure Logik ist gut, ich finde sie genauso gut wie unsere hündische Logik. Aber irgendwie haltet ihr euch nicht so daran...ihr verbiegt sie oder versucht sie anzupassen...das Ergebnis gehört meist in ein Katzenklo. *jawohlwoaff*

Nehmen wir nur das Beispiel Hundetrainer. Die einen müssen eine Erlaubnis beantragen, die anderen können ohne so weiter machen wie bisher. Ihr versteht das nicht? Ist unlogisch, gelle! *heftigwedel* Ja, ich finde es sogar unfair! *brumm* Wie viele ja wissen, haben wir früher uns mal für Hundeport interessiert. Naja, eigentlich interessieren wir uns auch heute noch dafür. Nur gehen wir nicht mehr in Vereine...

Das hat nichts mit der Abneigung meines Ollen gegen Vereinsmeierei und das Geklüngel zu tun. Das hätte er noch um meinetwillen ertragen – und glaubt mir, ich habs genau gerochen: Für ihn waren manche Gespräche wirklich an der intellektuellen Schmerzgrenze. Aber auch Ausnahmen haben wir dort getroffen – ist halt wie im richtigen Leben.

Wir laufen auch jetzt noch oft das Schema für begleithunde...zwar nicht ganz sauber, aber mit viel Spaß *schwanzwedelfreu*
Foto: Ira Prettycloud

Wir haben ja sogar mal eine Begleithundeprüfung mitgemacht... und sind mit wehenden Pfoten durchgefallen – mit viel Spaß und Freude. Schließlich wusste mein Oller eh schon vorher, dass man ihn durchrasseln lassen würde – an dieser Stelle auch schöne Grüße an den Vereinsküngel. *frechwedel* Ich war ja anfangs ein wenig sauer deswegen, zumal die Prüferin sagte: „Der Hund ist toll, aber sein Führer eine Katastrophe.“ *grrr* Hätte die gern mal angewufft. Statt dessen antwortete mein 2-Beiner nur lapidar mit einem Grinsen: „Ich frag mich auch dauernd, von wem er das nur hat.“

Ehrlich gesagt, konnte ich auch nicht verstehen, dass er das so auf die leichte Schulter nahm. Doch dann erklärte er mir: „Weißt du, Kleiner, im Leben geht es nicht um Prüfungen, sondern um Erfahrungen. Und genau die haben wir beide gemacht – gemeinsam.“ Doch offenbar sehen das nicht alle 2-Beiner so, manchen im Hundesport sind die Prüfungen wichtiger. Einige darunter versuchen wohl damit auch was zu kompensieren...egal, das ist Sache der Psychologen und interessiert mich als Hund herzlich wenig. ABER: Offenbar sorgt diese Prüfungs- und Preisorientierung dazu, dass ihr Menschen eure Logik vergesst oder zumindest zurecht biegt. So dürfen beispielsweise Vereinstrainer ganz ohne Erlaubnis vom Veterinäramt Hunde trainieren. Und glaubt mir, in vielen Vereinen wird noch mit veralteten Methoden trainiert! Das haben nicht nur wir beobachtet, sondern auch andere uns berichtet, darunter auch einige Sachverständige (lest dazu unsere Kolumne im Hundemagazin WUFF).

Und wie erklärt ihr das? „Haben wir immer so gemacht.“ Das dabei auch gegen Gesetze verstoßen wird, scheint euch egal zu sein. Hauptsache es bestätigt euch in eurem Handeln, egal wie irrational und unlogisch es sein mag. Und wenn es euch passt, dann beruft ihr euch wieder auf die Gesetze und rühmt euch deren Einhaltung, dann wenn es eurer Eigen-PR zugute kommt. So Beispielsweise bei der Größe der Boxen. Klar, sowas ist ja auch einfacher zu überprüfen, nämlich in Zentimetern. Die Trainerkompetenz hat da kein Maß. Aber warum Vereinstrainer ohne Erlaubnis unterrichten dürfen, wird meist damit erklärt, dass sie nicht gewerbliche Interessen vertreten. Aha, hat sich denn mal jemand die Präsidiums- und Mitgliederlisten angeschaut? Sicher, Vereine dürfen keinen Gewinn machen, aber nicht selten siedelt sich drumherum ein wahren Netzwerk an um sich darüber zu verkaufen: Futterverkäufer und Ernährungsberater, Tierärzte und -physiotherapeuthen etc. Übrigens ein Phänomen, was man nicht nur bei Hundevereinen beobachten kann.

Bei Fuss klapp super...halt auf Molosser-Art :-)
Foto: Ira Prettycloud

Das Argument, dass keine gewerblichen Interessen dahinter stecken, gilt also nicht. Und aus Hundesicht schon mal gar nicht! Uns interessiert vor allem WIE jemand mit uns umgeht. Und dabei gehört eine gewisse Fairness und Logik dazu um unser Vertauen zu gewinnen.

Mit Logik hat das Ganze aber eher wenig zu tun. Eher mit Rosinenpicken. Hier gebt ihr an, Gesetze einzuhalten, um sie an anderer Stelle wieder zu brechen - immer wie es euer Vorteil ist. Aber was ist mit unserem Vorteil? Wir sind doch keine Sportgeräte? Wir sind Familienmitglieder und Trainingspartner!!! Behandelt uns gefälligst auch so! *jawohlwoaff*

Ehrlich liebe Menschen, ihr bildet euch doch so viel auf euren Verstand ein. Dann benutzt ihn doch auch häufiger und überdenkt mal eure Aussagen – eure Logik kann euch da echt helfen, ihr müsst sie nur konsequent einsetzen! Ich weiß, Selbsterkenntnis kann für manche schmerzhaft sein, müssen sie sich doch selber einen Irrtum eingestehen. Aber hey, sowas nennt man LERNEN. Und das verlangt ihr doch von uns Hunden auch dauernd. Wäre es da echt zu viel verlangt, wenn ihr auch mal dazu lernt? ;-)

Wir sind daher für eine Kontrolle ALLER Hunde-Trainer und -Schulen! Egal ob Verein oder Unternehmen, denn das ist im Interesse der Hunde! Außerdem ist es auch nur fair und logisch - auch nach menschlichen Maßstäben.


PS: Dies ist der ergänzende Beitrag zu unserer Kolumne in WUFF - Das Hundemagazin (10/2016) "Trainer ist nicht gleich Trainer"